Hallo Ulf,
ich habe mir mal wieder etwas Zeit gelassen mit der Antwort, aber ich war seit Mittwochabend nicht mehr am Rechner…
A propos: was kostet eigentlich ein entsprechend robuster LKW?
Also, meine Kiste stand mit 325.000 in der Liste, mit all den Änderungen wie Getriebe und Hinterachse etc. war der Preis dann auf knappe 400.000 angestiegen. Nun zahlt man das natürlich hinterher nicht, sonst würde ja keiner mehr einen LKW kaufen *grins* ich habe da noch ordentlich Prozente gekriegt, wozu kennt man auch die Behördensparte bei MAN persönlich? *feix* Waren dann am Ende runde 300.000 incl. Ramme und Alufelgen.
Die Industrie- und Militärversionen meines Motors
holen aus eben diesen reichlich 18 Liter 1000 PS und ein
Drehmoment von ca. 4000-4500 Nm, allerdings haben die auch
andere Getriebe. Und dann sehen PKW Diesel dann doch wieder
alt aus, denn das wären min. 220 Nm (bei 4000 Nm und 18
Litern) pro Liter *feix*
Hm, Hubraum - UND Drehzahlkorrigiert (1,9 statt 18,63 Liter
und 1050 statt 1900 Touren komme ich auf 225 bzw. 253 Nm (für
4.000 bzw. 4.500 Nm des Großmotors). Dazwischen liegt mein
„alter starker“ TDI mit nominell 235 Nm, aber mit digitalem
Nachbrenner schafft der auch schon um die 280 Nm. Von den
derzeitigen Pumpedüse-„Stars“ über 300 Nm mal ganz zu
schweigen . . .
Du darfst nicht vergessen, dass die LKW Motoren zwar direkt einspritzen, daher kommt ja auch die Technik für die PKW, aber ohne Pumpe-Düse leben, zumindest meiner lebt ohne… und ohne Nachbrenner…
Die Standfestigkeit / Lebensdauer ist freilich wieder ein ganz
anderes Thema, denn besonders bei Militärmotoren muß wohl im
Material- und Qualitätssektor nicht so knapp kalkuliert werden
wie im PKW-Bereich.
Militär ist nicht das Problem, die werden nicht so viel gefahren, da stehen oft nach 10 Jahren noch keine 150.000 auf der Uhr, das Problem sind die Langstrecken-Fahrzeuge, die spulen viel mehr ab, mit höheren Lasten und bei jedem Wetter mit auch nicht immer gut ausgebildeten Fahrern, die dann kalt hochdrehen und immer auf dem Gas stehen, egal, was der Motor unter der Kabine gerade an Geräuschen von sich gibt. Am einfachsten haben es die Industrieanwendungen, die laufen meist konstant mit einer Drehzahl über lange Zeit, bei gleichbleibenden Lastzuständen und Temperaturen, da ist die Haltbarkeit (fast) unbegrenzt.
Volvo hat übrigens grad auf einer Messe, ich glaube das war in Brüssel, einen FH12 (schwere Baureihe) mit 2 Millionen Kilometern auf der Uhr ausgestellt, alles ohne Reparatur am Motor und erfüllt auch noch immer die Abgasnormen. Nicht schlecht, oder?
Vielleicht spart man sich das bei TDI’s einfach aus
Kostengründen, weil die Motoren problemlos auch ein paar PS
mehr aushalten und Diesel-Abgaswerte nicht so „empfindlich“
sind, und gibt offiziell vorsichtshalber einen „schlimmsten
unteren Streuwert“ an -
Das Abgasverhalten der modernen Diesel ist bei weitem nicht so unproblematisch wie immer angenommen, schon geringe Abweichungen sind meist gleich ein Aus beim Test. Deswegen hat auch die Einführung der neuen TDIs so lange gedauert, die Abgase wurden nicht sauber genug, da war ordentlich Aufwand nötig, und Streuung nach oben mit dem dazugehörigen Mehr an Diesel kann schnell zu einem Mehr an Partikeln oder Stickoxiden führen und dann „ade oh schöne Zulassung“…
Schöne neue Welt . . . ??? Ohja, auf jeden Fall *grins*
Viele Grüße
Toralf