Wahr o. unwahr, Cortisonabbau 30 Jahre?

Hi Oliver,

das die intensivmedizinische Gabe von Antibiotika bei bakteriellen Infekten ein Segen ist, ist unbestritten.
Aber wenn ich ‚hust hust‘ beim Hausarzt bin und er mir direkt ‚was‘ verschreibt, ist das nicht selten ein Anitbiotikum und das finde ich wie gesagt absolut blödsinnig.

Fast alle A. haben auf diese Weise ihre Wirkung nahezu verloren und wenn es so weitergeht, werden die letzten Schwerter auch schnell stumpf.
Meines Erachtens müßte die Indikation für die Gabe von A. deutlich verschärft werden, dann wirken sie im Fall des Falles wenigstens.

So hab ich das gemeint

Gandalf

Hallo,

Nur warum gibt es dann soviel Geschrei, dass alle - egal ob
Orthopäden, ob Neurologen, ob Internisten ‚die extrem lange
und hohe Cortisontherapie für kontraproduktiv für die weitere
gesunde Körperentwicklung‘ halten - wenn Cortison doch sofort
abgebaut wird laut Oliver.

Längere, künstliche Gaben von Kortison haben Einfluß auf Deinen
körpereigenen Hormonhaushalt, da sie den Pegel an Kortison
über Dein normales Niveau heben. Z.B. werden die Sexualhormone
gehemmt, man neigt zum dickwerden und zu Gewebswasseransamm-
lungen. Solche Reaktionen sind teilweise bereits nach wenigen
Wochen festzustellen und stellen eigentlich eine Anpassungs-
reaktion Deines Körpers dar, auf den scheinbaren Dauerstreß den
Kortison Deinen Körper signalisiert. Wenn Kortison abgesetzt
wird, dauert es gewisse Zeit bis sich der Körper wieder
normalisiert (sicher abhängig von individuellen Faktoren, der
Anwendungsdauer und der verabreichten Dosis), obwohl schon
längst kein (fremdes) wirksames Kortison oder dessen
Abbauprodukte in Deinen Körper sind. Das meinte ich mit
Regenerationszeit.

Das gleiche Thema betrifft halt Antibiotika — ist die Folge
lediglich eine Antibiotikaresistenz? Wäre aber mir nicht
erklärbar, wenn sofort abbaubar und dann bezogen auf die
Tierwelt - warum dann das Geschrei über Rückstände?

Antibiotikaresistenz - ja aber auch von den Bakterien an sich.
D.h. man züchtet auf Dauer Bakterienkulturen, die mit normalen
Methoden nicht mehr bekämpft werden können.

Gruss
Enno

Hallo Gandalf,

Aber wenn ich ‚hust hust‘ beim Hausarzt bin und er mir direkt
‚was‘ verschreibt, ist das nicht selten ein Anitbiotikum und
das finde ich wie gesagt absolut blödsinnig.

stimmt.

Fast alle A. haben auf diese Weise ihre Wirkung nahezu
verloren und wenn es so weitergeht, werden die letzten
Schwerter auch schnell stumpf.

Soo schlimm ist es wirklich nicht. Für den MRSE, den „schlimmsten“ resistenten Keim, gibts immer noch zwei Reserveantibiotika. Die bauen sich in die Zellwand ein, und wahrscheinlich (?) könnte der Keim nur dadurch resistent werden, indem er seine Zellwand „abschafft“, was ja nicht geht.

Soll heißen: Wenn man an einer Stelle ansetzt, die der Keim gar nicht verändern kann, gibts auch keine Resistenzen. Bei den Pilzmitteln scheint man da schon so weit zu sein, jedenfalls find ich es auffällig, daß jeder frei Fußpilzmittel in der Apotheke kaufen kann, gleichzeitig jedoch keine Resistenzen bekannt werden.

Oliver