Das ist doch eigentlich egal, weil die Alternative sowieso Tod
heißt.
So heißt sie auch, wenn du weder eine Chemo bekommst noch Krebs hast. Ich finde die Qualität des Weges dorthin auch nicht ganz unwesentlich.
Grüße
Sonja
Das ist doch eigentlich egal, weil die Alternative sowieso Tod
heißt.
So heißt sie auch, wenn du weder eine Chemo bekommst noch Krebs hast. Ich finde die Qualität des Weges dorthin auch nicht ganz unwesentlich.
Grüße
Sonja
Übrigens, ich bin wirklich kein Verschwörungstheoretiker, aber
ich frage
mich manchmal ob Steve Jobs den Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht
auch
zum Teil wegen seines Kontostandes besiegt hat …
Gruss
Und das frage ich mich auch.
Pankreas-CA, das ist nach herkömmlicher Sichtweise eine ziehmlich sichere Sache, und Heilung eigentlich so gut wie ausgeschlossen.
Ob er aber wirklich das gehabt hat?
mich würde wirklich mal interessieren, wie viele todesfälle
krebskranker auf das konto von chemotherapien zurückgehen.
Nun denn, eigentlich fand ich das Thema ausgelutscht. Aber:
Die aufgeworfene Frage ist grundsätzlich nicht zu entscheiden. Man kann nicht auseinanderhalten:
Geht es dem Patienten wegen der Chemotherapie schlechter?
Geht es dem Patienten trotz der Chemotherapie schlechter?
Nimmt die Grundkrankheit einfach ihren schicksalsgemäßen Lauf?
Man kann aber zur Chemotherapie ganz allgemein ein paar Feststellungen treffen:
Bei den Blukrebsen sieht die Sache mitunter sehr gut aus.
Bei den soliden Carzinomen (mit Ausnahme der typisch weiblichen) sieht es eher schlecht aus, eine wirklich vernünftige Chemotherapie existiert nicht.
Sicherlich mag es möglich sein, etwa bei einem Darmkrebs mit Lebermetastasen die Überlebenszeit (nur von dieser reden wir, nicht von Heilung!) um zwei oder drei Monate zu verlängern, es fragt sich nur welcher Preis (an Nebenwirkungen) dafür gezahlt werden muß bzw. der Patient bereit ist dafür zu bezahlen.
Und das muß jeder für sich selbst entscheiden.
Und da helfen keine Wundermittelchen für teures Geld.
Ich hatte mal einen Patienten mit Lungenmetastasen eines Hypernephroms (ein Nierenkrebs) Natürlich war nichts mehr zu machen und ich mußte es dem Patienten leider sagen.
Daraufhin wechselte er den Hausarzt (weil ich dagegen war) und fuhr regelmäßig einmal die Woche nach Wiesbaden um sich dort für 200 DM pro Injektion ein Heilmittel gegen seinen Krebs spritzen zu lassen. Natürlich starb der Mann. Und meine Liebe zu Heilpraktikern stieg ins Unermeßliche.
Was ich damit sagen will: Es gibt Menschen, die habern Angst vor der groben" Chemotherapie und hoffen auf milde Heilmittelchen. Und da werden Kranke mit ihrer verständlichen Angst von den entsprechenden Leuten kräftig abgezockt.
Ich denke schon das wir das wollen. Und ich denke dass wir es auch können. Aber dass das eine frage des Geldes ist wer gheilt wird? Dass denke ich nicht. Ich gebe es zu, ich weiss nicht viel über dieses Thema. Aber es interessiert mich sehr. Ich habe mal gelesen, dass man dran ist mit anorganisches Stoffen Krebszellen zu beschädigen und zu zerstören. Geht das wirklich? Und hat das eine Zukunft?
So weit ich das verstanden habe, sind Krebszellen gleich aufgebaut wie normale Zellen, Jedoch haben sich Fehler bei der Zellteilung eingeschlichen. also heisst das dass ein Krebs der schnell sich vermehrt ein Gen manipuliert hat? Hat das also mit dem Supressor-Gen ( so heisst es doch oder =)) etwas zu tun?
Und da die Krebszellen ziehmlich gleich aufgebaut sind, wie normale zellen, kann man sie nicht unterscheiden? Oder schon?
Verbessert mich wenn ich falsch liege!
Könnte man nicht eine Krebszelle von innenher zerstören?
Danke!
(ich bin erst neu hier, weiss noch nicht genau wie dies alles funktioniert, bitte um verzeihung=))
Das möchte niemand. Ich weiss wie das ist…
Wie ich nun weiss, entsteht Krebs aus körpereigenen Zellen und es ist sehr schwierig sie zu zerstören, weil sie fast gleich sind wie gesunde Zellen. Aber sie sind ja auch nur fast gleich. Was haben sie anders? kann man nicht genau dieses etwas herausfinden und dann die Zelle als eine Krebszelle definieren und zerstören?
Gruss
Aber sie sind ja auch nur fast
gleich. Was haben sie anders? kann man nicht genau dieses
etwas herausfinden und dann die Zelle als eine Krebszelle
definieren und zerstören?
Hi,
man weiß das sogar recht genau. Es gibt nicht DIE Veränderung von Krebszellen, sondern so um die 10000 mögliche Veränderungen, aber die kennt man alle. Da Problem ist zum einen natürlich die Vielzahl möglicher Änderungen, zum anderen - und das ist bedeutender - sind diese Veränderungen der Zelle von außen nicht anzusehen. Dazu müsste der „molekulare Erkennungsdienst“ erstmal in jede deiner Körperzellen, und dafür haben wir keine funktionierende Methode.
Die Chemotherapie versucht allerdings einen sehr grobschlächtigen Ansatz, der in diese Richtung geht: Ein Unterschied besteht nämlich darin, dass Krebszellen oft einen aktiveren Stoffwechsel haben und daher Gifte schneller aufnehmen (und eher daran sterben) als gesunde Zellen. Die Kollateralschäden sind aber immens.
VG
Jochen
So weit ich das verstanden habe, sind Krebszellen gleich
aufgebaut wie normale Zellen, Jedoch haben sich Fehler bei der
Zellteilung eingeschlichen.
Ja, ist richtig. Es sind normale Zellen, deren Erbinformation beschädigt wurde. Das kann bei der Zellteilung passieren oder auch durch Viren, energiereiche Strahlung (UV, Gammastrahlung) oder agessive Chemikalien (sog. Radikale). Die Erbinformation ist ein langes Molekül aus ca. 3 Milliarden kleinen organischen Bausteinen, sog. Nukleinbasen. Da ist die Chance groß, das irgendwo etwas kaputtgeht. Ist reiner Zufall. Manchmal kann der Körper es reparieren, manchmal nicht. Dann bleibt der Fehler im Erbgut und wird bei der Zellteilung an die Tochterzellen weitergegeben. Neue Fehler kommen hinzu, werden bei der nächsten Zellteilung mit den alten Fehlern weitergegeben. Vermutlich sammelt so jede Körperzelle im Laufe des Lebens Hunderte Veränderungen (Mutationen) an, die meisten stören nicht weiter.
Nun ist das Erbmolekül sozusagen eine große Schablone für alle Eiweiße (ca. 25000 Stück), aus denen die Zelle besteht und welche die Lebensfunktionen regeln. Ein Teil des Erbmoleküls, welcher in ein Eiweißmolekül übersetzt werden kann, heißt Gen. Liegt ein Fehler auf einem Gen, ist auch das davon abgelesene Eiweiß fehlerhaft. Kleine Fehler stören oft nicht, manchmal führen sie aber auch dazu, dass das entsprechende Eiweiß nicht korrekt funktionieren kann. Wenn es in der Zelle eine wichtige Funktion erfüllt, kann das zu Problemen führen.
also heisst das dass ein Krebs der
schnell sich vermehrt ein Gen manipuliert hat? Hat das also
mit dem Supressor-Gen ( so heisst es doch oder =)) etwas zu
tun?
Die sog. Tumorsuppressorgene codieren Eiweiße, welche das Wachstum und die Vermehrung der Zellen kontrollieren. Die Regelung der Zellfunktionen ist sehr komplex und es sind viele Gene beteiligt. Einige produzieren Eiweiße, die das Wachstum anregen (Wachstumsfaktoren), andere kontrollieren die Bildung dieser Faktoren oder unterdrücken ihre Wirkung, wenn sie gerade nicht gebraucht werden. Es gibt Tausende solcher Eiweißmoleküle, die zusammenwirken, sich angeregt durch Hormone oder Signale aus der Umgebung der Zelle gegenseitig kontrollieren und beeinflussen und letztlich dafür sorgen, dass eine Zelle das tut, was sie soll. Hat sie eine Aufgabe zu erfüllen (Hormone produzieren, Gifte zerstören), muss sie ihre Energie dahinein stecken und nicht in das Wachstum. Stirbt eine Nachbarzelle ab, wird vielleicht ein Signal gesendet, dass dazu führt, dass sie ihre Aufgaben einstellt und sich einmal teilt, um die tote Zelle zu ersetzen. Danach schalten die Tumorsuppresorgene die Bildung der Wachstumshormone wieder ab oder blockieren ihre Funktion.
Wenn wichtige Tumorsuppresssorgene nicht mehr funktionieren und keine funktionstüchtigen Kontrolleiweiße mehr bilden, kann es passieren, dass das Zellwachstum nicht mehr richtig kontrolliert wird und die Zelle sich nun forwährend teilt. Dann wächst ein Tumor, Krebs ist das noch nicht.
Sind auch noch andere Gene defekt, die Eiweiße bilden, welche die Zelle daran hindern, ihren Platz im Gewebe zu verlassen, wird es schon kritischer. Wenn die Zelle im Körper wandern und sich in anderen Bereichen des Körpers niederlassen kann, ist das die Voraussetzung zur Bildung von Metastasen, ein wichtiges Merkmal von Krebs.
Aber auch das reicht nicht. Erst wenn die Zelle auch noch Defekte in der Regulation wichtiger Botenstoffe hat, welche die Zellen in der Umgebung manipulieren (z.B. dass die Immunzellen darauf verzichten, die defekte Zelle zu bekämpfen und die Gefäßzellen eine ständige Blutversorgung der unkontrolliert wachsenden und frei beweglichen Zelle sicherstellen), wird diese wirklich zur Krebszelle.
Es müssen sich also schon viele zufällige Fehler in vielen, wichtigen Genen angehäuft haben, bevor aus einer Zelle eine Krebszelle entsteht. Je älter eine Zelle wird und je öfter sie sich teilt, desto größer ist die Chance, dass zufällig eine Krebszelle entsteht. Ein defektes Suppressorgen allein reicht da lange nicht, aber es ist immer eine notwendige Voraussetzung für Krebs. Ohne eine Störung der Wachstumsregulation kein Krebs.
Und da die Krebszellen ziehmlich gleich aufgebaut sind, wie
normale zellen, kann man sie nicht unterscheiden? Oder schon?
Verbessert mich wenn ich falsch liege!
Es gibt schon Möglichkeiten, sie zu unterscheiden: Erstens kann man sie histologisch (also anhand ihres Aussehens) unterscheiden. Zellen, die ihren Stoffwechsel darauf umgestellt haben, schnell zu wachsen und sich oft zu teilen, sind meist klein und eher rund, sie haben große Zellkerne und wenig Plasma, während reife Zellen stets eine für ihr Aufgaben im Gewebe typische Form und Größe haben (Muskelzellen sind lang und dünn, Hirnzellen sehen aus wie Sterne). Außerdem scheiden Krebszellen keine Stützeiweiße mehr in ihre Umgebung aus, die zusammen mit den Zellen das Gewebe bilden - sie brauchen die ganze Energie zum wachsen. Während normale Gewebe also viele Eiweißfasern und nur wenig Zellen enthalten, besteht Krebsgewebe deshalb hauptsächlich aus Zellen (‚zellreiches Gewebe‘).
Zweitens kann man bei vielen Krebsarten sog. Tumormarker im Blut nachweisen. Das sind z.B. solche Eiweiße, mit denen eine Zelle das Immunsystem daran hindern kann, sie anzugreifen oder Blutgefäße dazu bringt, zur Zelle hin zu wachsen und sie zu versorgen. Die Kontrolle der Bildung dieser Eiweiße ist ja bei den Krebszellen gestört, weil die Kontrollgene defekt sind, entsprechenden hauen die Zellen diese Eiweiße in großer Menge raus. Sie werden ins Blut gespült und sind dort nachweisbar. Man muss allerdings schon etwa wissen, wonach man sucht.
Könnte man nicht eine Krebszelle von innenher zerstören?
Klar geht das, das hatte ich ja schon gesagt. Es ist kein Problem, Zellen zu zerstören. Das Problem ist, die gesunden Zellen nicht zu zerstören. Deshalb kann sich eine Therapie nur gegen Merkmale richten, welche nur die Krebszelle besitzt und alle anderen, gesunden Zelltypen im Körper nicht oder sehr viel weniger haben.
Gruß, Jesse