Warum zwei nasenlöcher?

machO
Hallo,

Riechen kannst du nur bis zu einem Maximalflow. Lüften nutzt das aus. Muffeln setzt stehende Luft voraus. Also, wenn es dir zu sehr stinkt, verändere den Flow. Entweder deinen oder den deiner Umgebung. Muss ja nicht gleich im Mach-Bereich sein.

Hättest du nur ein Nasenloch, wäre die Verweildauer des einzelnen Möleküls über dem Riechepithel so kurz, dass der Potentialausgleich keinen Reiz evoziert und nur die mechanische Stimulation des Flimmerepithels Bewegung senst: Spasmus im Asthma, Bronchokonstriktion und Verschleimen der Grenze sind die Reaktionen des Körpers um die Flimmerhaare und die nachfolgenden Atemwege vor Fremdinvasion zu schützen. Aber der nächste Atemzug kommt bestimmt. Spätestens mit CO2-Anstieg, wenn das Hirn eng, resp. Blutbahn weit wird.

Viel Spaß beim Ausatmen.

Biggi

Hallo Biggi!

Das Juice-Büchsen-Prinzip: Sog und Druckausgleich primär
gleichwertiger Schnittstellen.

Das sagt mir jetzt so nicht sonderlich viel. Kann man dazu irgendwo was nachlesen? Eine Websuche nach „Juice-Büchsen“ war leider erfolglos.

Turbulenzen an biologischen Grenzen stören.

Wieso denn das? Ich dachte gerade in der Nasenhöhle wäre eine turbulente Luftströmung vorteilhaft, um die die Luft ähnlich wie beim Zyklonprinzip von Partikeln zu reinigen.

Du kannst mit zwei
kleineren Querschnitten größere Volumina bewegen.

Hmm, eigentlich würde ich genau das Gegenteil vermuten, da ein einzelnes großes Nasenloch definitiv eine größere Gesamtquerschnittsfläche hätte als zwei kleinere Nasenlöcher, und zu dem die Neigung zur Turbulenzbildung in einem großen Strömungskanal sicherlich geringer ist als bei einem kleinen. (Bin auf dem Gebiet eigentlich kein Fachmann, Fluiddynamiker mögen mich ggf. korrigieren)
Es käme also bei einem großen, einzelnen Nasenloch zu einer tendenziell eher laminaren Strömung mit geringem Strömungswiderstand, so dass sich also große Luftmassen mit vergleichsweise geringem Widerstand bewegen ließen.

Aber wenn ich die beiden Überlegungen miteinander kombiniere, wird doch eigentlich erst ein Schuh draus:
Zwei kleine Nasenlöcher führen zu einer turbulenteren Luftströmung als ein großes Nasenloch. Eine turbulente Strömung begünstigt die Abscheidung von Partikeln an der Nasenschleimhaut und der Lunge wird somit saubere Luft zugeführt.
Lebewesen mit nur einem Nasenloch hätten also wahrscheinlich einen Selektionsnachteil wegen der höheren Partikelbelastung in der Lunge.

Macht das Sinn?

Gruß

Stefan

Spannung und Grenze
Hallo Stefan!

Das Juice-Büchsen-Prinzip: Sog und Druckausgleich primär
gleichwertiger Schnittstellen.

Das sagt mir jetzt so nicht sonderlich viel. Kann man dazu
irgendwo was nachlesen? Eine Websuche nach „Juice-Büchsen“ war
leider erfolglos.

Hat die Juicebüchse nur eine Öffnung, fließt die Flüssigkeit erst bei einem höheren hydrostatischen Druck und dann mit entsprechend höherem Flow.

Turbulenzen an biologischen Grenzen stören.

Wieso denn das? Ich dachte gerade in der Nasenhöhle wäre eine
turbulente Luftströmung vorteilhaft, um die die Luft ähnlich
wie beim Zyklonprinzip von Partikeln zu reinigen.

Was ist das Zyklonprinzip?

Du kannst mit zwei
kleineren Querschnitten größere Volumina bewegen.

Hmm, eigentlich würde ich genau das Gegenteil vermuten,

Saugung und Flöte…

da ein einzelnes großes Nasenloch definitiv eine größere
Gesamtquerschnittsfläche hätte als zwei kleinere Nasenlöcher,

Atmest du durch den Mund, vermindert sich Benetzungsgrad und Feuchte von Atemluft und Atemwegen. Es gibt für Landatmer einen maximalen sinnvollen Zugangsquerschnitt.

und zu dem die Neigung zur Turbulenzbildung in einem großen
Strömungskanal sicherlich geringer ist als bei einem kleinen.
Es käme also bei einem großen, einzelnen Nasenloch zu einer
tendenziell eher laminaren Strömung mit geringem
Strömungswiderstand, so dass sich also große Luftmassen mit
vergleichsweise geringem Widerstand bewegen ließen.
Aber wenn ich die beiden Überlegungen miteinander kombiniere,
wird doch eigentlich erst ein Schuh draus:
Zwei kleine Nasenlöcher führen zu einer turbulenteren
Luftströmung als ein großes Nasenloch. Eine turbulente
Strömung begünstigt die Abscheidung von Partikeln an der
Nasenschleimhaut

Als Wanderdüne? Du machst dann das Flimmerepithel platt und der Bronchialbaum verschlammt borkig.

und der Lunge wird somit saubere Luft zugeführt.

Räusper.

Lebewesen mit nur einem Nasenloch hätten also wahrscheinlich
einen Selektionsnachteil wegen der höheren Partikelbelastung
in der Lunge.

Ja.

Macht das Sinn?

Tracheostoma-Träger können darauf bestimmt besser antworten als ich.

Gruß

Stefan

Biggi

Hallo Biggi!

Das sagt mir jetzt so nicht sonderlich viel. Kann man dazu
irgendwo was nachlesen? Eine Websuche nach „Juice-Büchsen“ war
leider erfolglos.

Hat die Juicebüchse nur eine Öffnung, fließt die Flüssigkeit
erst bei einem höheren hydrostatischen Druck und dann mit
entsprechend höherem Flow.

Hmm, zwar ist mir jetzt immer noch nicht ganz klar, was mit der Juicebüchse gemeint ist, aber aus dem Zusammenhang vermute ich mal, dass sowas wie ein Tetrapak bzw. Milchtüte o.Ä. gemeint ist. Wenn man zwei Löcher reinschneidet fließt der Inhalt gleichmäßig und gut dosierbar heraus, wenn man nur eins hineinschneidet, gibts ein oszillierendes Wechselspiel zwischen Flüssigkeitsaustritt und Druckausgleich, wobei der Inhalt des Behälters so ziemlich überall landet, nur nicht dort, wo er ursprünglich hinsollte.
Angenommen dieses Prinzip ist gemeint, was bringt mir das bei der Betrachtung der Nase? Wenn ich Schnupfen habe fließt das Sekret also bei zwei Nasenlöchern gleichmäßig aus, während es sich bei nur einem Nasenloch plötzlich und unkontrolliert über den dicken Wollpulli entlädt? :wink:

Wieso denn das? Ich dachte gerade in der Nasenhöhle wäre eine
turbulente Luftströmung vorteilhaft, um die die Luft ähnlich
wie beim Zyklonprinzip von Partikeln zu reinigen.

Was ist das Zyklonprinzip?

Partikelabscheidung durch Fliehkraft in zylindrischen bzw. konischen Röhren.
Googlen führt z.B. auch auf die Seite eines Staubsaugerherstellers, der dieses Prinzip ausnutzt. Dort ist es ganz gut erklärt und illustriert, so dass ich statt langatmiger Erklärungen einfach mal den Link 'reinsetze:

http://www.deutsch.dyson.ch/nav/inpageframe.asp?id=T…
(Der Link unten rechts auf der Seite führt zu weiteren Erklärungen)

Saugung und Flöte…

Was bedeutet denn das nun wieder?

Atmest du durch den Mund, vermindert sich Benetzungsgrad und
Feuchte von Atemluft und Atemwegen. Es gibt für Landatmer
einen maximalen sinnvollen Zugangsquerschnitt.

Ja und was hat das nun konkret mit der Frage nach den zwei Nasenlöchern zu tun?

Zwei kleine Nasenlöcher führen zu einer turbulenteren
Luftströmung als ein großes Nasenloch. Eine turbulente
Strömung begünstigt die Abscheidung von Partikeln an der
Nasenschleimhaut

Als Wanderdüne? Du machst dann das Flimmerepithel platt und
der Bronchialbaum verschlammt borkig.

Na so arg verstaubt ist unsere Umgebungsluft ja glücklicherweise nicht, dass es für eine Wanderdüne reicht - im Normalfall zumindest. Der Abtransport der Partikel geht normalerweise sicherlich schneller vonstatten, als die Verschmutzung der Schleimhäute.
Wenn allerdings der Staubgehalt zu hoch wird, dann kommt’s ja tatsächlich zu den von dir prophezeiten Phänomenen - man braucht sich ja nur mal die Berichte aus der Anfangszeit des (Kohlen)-Bergbaus anhören, da liegst du mit der Wanderdüne schon gar nicht so verkehrt.

und der Lunge wird somit saubere Luft zugeführt.

Räusper.

Wieso „Räusper“? Bei „saubere Luft“ war eigentlich der Komparativ gemeint, also „sauberere“ Luft - klar Lungengängige Partikel gibt es immer noch.

Tracheostoma-Träger können darauf bestimmt besser antworten
als ich.

Nun ja, es wird dann aber schon ein paar Jährchen dauern, bis sich die Partikelbelastung in der Lunge bemerkbar macht. Z.B. treten Silikose oder Asbestose auch nicht von jetzt auf gleich auf, sondern erst nach vielen Jahren der Exposition.
Und für Tracheostoma-Träger gibt es auch „Künstliche Nasen“, die die Luft Befeuchten und Filtern, also macht das mit der (Zyklon-)Filterwirkung der Nase meines Erachtens schon irgendwie Sinn.

Gruß

Stefan

Hallo Biggi!

Das sagt mir jetzt so nicht sonderlich viel. Kann man dazu
irgendwo was nachlesen? Eine Websuche nach „Juice-Büchsen“ war
leider erfolglos.

ok, das bild stammt aus den 70ern. heute brauchst du büchsenstecher seltener. damals hast du zwei löcher in alukonserven gestochen: eins für die luftzufuhr und eins für den flüssigkeitsaustritt. mittlerweile ist die verpackung exklusiver.

Hat die Juicebüchse nur eine Öffnung, fließt die Flüssigkeit
erst bei einem höheren hydrostatischen Druck und dann mit
entsprechend höherem Flow.

Wenn man zwei Löcher reinschneidet fließt der
Inhalt gleichmäßig und gut dosierbar heraus, wenn man nur eins
hineinschneidet, gibts ein oszillierendes Wechselspiel
zwischen Flüssigkeitsaustritt und Druckausgleich, wobei der
Inhalt des Behälters so ziemlich überall landet, nur nicht
dort, wo er ursprünglich hinsollte.

Ja.

Angenommen dieses Prinzip ist gemeint, was bringt mir das bei
der Betrachtung der Nase?

Du brauchst weniger Kraft, um Atemvolumen zu bewegen. Halte dir ein Nasenloch beim Einatmen zu und du spürst, was ich meine.

Wenn ich Schnupfen habe fließt das
Sekret also bei zwei Nasenlöchern gleichmäßig aus,

Das kommt darauf an, woher das Sekret stammt. Die Nasennebenhöhlen sind nicht immer symmetrisch betroffen. Grad bei Abweichen der Nasenscheidewand schwillt die engere Seite eher zu und staut mehr Sekret zurück, während es an der Rachenhinterwand beim Einatmen kratzt.

während es
sich bei nur einem Nasenloch plötzlich und unkontrolliert über
den dicken Wollpulli entlädt? :wink:

Liest sich spannend.

Wieso denn das? Ich dachte gerade in der Nasenhöhle wäre eine
turbulente Luftströmung vorteilhaft, um die die Luft ähnlich
wie beim Zyklonprinzip von Partikeln zu reinigen.

Was ist das Zyklonprinzip?

Partikelabscheidung durch Fliehkraft in zylindrischen bzw.
konischen Röhren.
Googlen führt z.B. auch auf die Seite eines
Staubsaugerherstellers, der dieses Prinzip ausnutzt. Dort ist
es ganz gut erklärt und illustriert, so dass ich statt
langatmiger Erklärungen einfach mal den Link 'reinsetze:

http://www.deutsch.dyson.ch/nav/inpageframe.asp?id=T…
(Der Link unten rechts auf der Seite führt zu weiteren
Erklärungen)

Saugung und Flöte…

Was bedeutet denn das nun wieder?

Mit zusätzlichen Löchern kannst du Flow modulieren.

Atmest du durch den Mund, vermindert sich Benetzungsgrad und
Feuchte von Atemluft und Atemwegen. Es gibt für Landatmer
einen maximalen sinnvollen Zugangsquerschnitt.

Ja und was hat das nun konkret mit der Frage nach den zwei
Nasenlöchern zu tun?

Das Anfeuchten der Atemluft durch die Nasenschleimhaut setzt eine Maximalgeschwindigkeit voraus. Die begrenzt auch den Gesamtquerschnitt der Nasenlöcher bei einer bestimmten Ausdehnung von Nasenschleimhaut.

Zwei kleine Nasenlöcher führen zu einer turbulenteren
Luftströmung als ein großes Nasenloch. Eine turbulente
Strömung begünstigt die Abscheidung von Partikeln an der
Nasenschleimhaut

Als Wanderdüne? Du machst dann das Flimmerepithel platt und
der Bronchialbaum verschlammt borkig.

Na so arg verstaubt ist unsere Umgebungsluft ja
glücklicherweise nicht, dass es für eine Wanderdüne reicht -
im Normalfall zumindest. Der Abtransport der Partikel geht
normalerweise sicherlich schneller vonstatten, als die
Verschmutzung der Schleimhäute.

Bist du Raucher?

Wenn allerdings der Staubgehalt zu hoch wird, dann kommt’s ja
tatsächlich zu den von dir prophezeiten Phänomenen - man
braucht sich ja nur mal die Berichte aus der Anfangszeit des
(Kohlen)-Bergbaus anhören, da liegst du mit der Wanderdüne
schon gar nicht so verkehrt.

und der Lunge wird somit saubere Luft zugeführt.

Räusper.

Wieso „Räusper“? Bei „saubere Luft“ war eigentlich der
Komparativ gemeint, also „sauberere“ Luft - klar Lungengängige
Partikel gibt es immer noch.

Trockene Luft kann auch sauber sein.

Tracheostoma-Träger können darauf bestimmt besser antworten
als ich.

Nun ja, es wird dann aber schon ein paar Jährchen dauern, bis
sich die Partikelbelastung in der Lunge bemerkbar macht. Z.B.
treten Silikose oder Asbestose auch nicht von jetzt auf gleich
auf, sondern erst nach vielen Jahren der Exposition.
Und für Tracheostoma-Träger gibt es auch „Künstliche Nasen“,
die die Luft Befeuchten und Filtern, also macht das mit der
(Zyklon-)Filterwirkung der Nase meines Erachtens schon
irgendwie Sinn.

Die spürst du bei Mundatmung vielleicht auch.

Gruß

Stefan

Biggi