Weich-Ei

Hallo Karin
Deine Erklaerung ist verstaendlich genug.
Dieses Klischee vom starken Mann werden wir in unserem kleinem Forum wohl nicht abschaffen, also muessen wir damit leben und das beste daraus machen.
Das Problem liegt auch nicht nur in der Arbeitswelt (da wahrscheinlich am wenigsten)
es ist die Ehefrau, Mutter, Vater, Freund, Freundin die in uns Erwartungen setzten denen wir nachkommen möchten, muessen, sollen und uns in Rollen begeben die wir nicht sein wollen und es doch tun.
Gruss Peter

Hi Peter,

bin erstaunt. Wieso sollte nicht jeder Therapie machen können?

Es gibt von den Krankenkassen anerkannte Therapieformen wie Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie. Manche Kassen zahlen auch Homöopathie, körperorientierte Therapieformen… Du müßtest mal bei Deiner Krankenkasse nachfragen.

Und desweiteren gibt es auch ganzheitliche Therapiemethoden, die eben um die Wechselwirkung zwischen Körper, Seele, Geist wissen und diese Ebenen harmonisieren möchten. Ärzte achten immer noch zu sehr nur auf den Körper, Psychologen achten oft zu sehr nur auf die Psyche.

Doch derartige ganzheitliche Therapiemethoden, die ich nun favorisiere, werden von den Kassen zumeist weniger bis nicht übernommen. Überdies gibt es in der songenannte Eso-Szene auch viele Abzocker. Doch inkompetente Leute können Dir auch bei Analytikern und Ärzten widerfahren. Von daher vielleicht einen Wunschzettel schreiben, was Du Dir von einer Therapie und auch vom Therapeuten erwartest und das möglichst gleich zum Einstieg klären.

Wenn Du Lust hast eine Therapie zu machen, überlege Dir halt, ob Du selbst zahlen magst / kannst, was sicherlich auch Vorteile für den Therapieerfolg hat (es wird besser mitgearbeitet).

Deine Krankenkasse kann Dir eine Auflistung der Therapeuten in Deiner Umgebung schicken, das läuft dann auf Kasse.
Oder Du siehst in den Gelben Seiten nach.
Auch ist es natürlich möglich, bei Freunden / Bekannten, Kollegen sich einen Therapeuten empfehlen zu lassen.

Manche Menschen gehen zwar in Therapie, lassen sich jedoch nicht ein, machen nur Therapeuten-Shopping. Manche Therapeuten taugen nichts bzw. die Chemie stimmt zwischen KlientIn und Therapeuten einfach nicht.

Tja, grundsätzlich ist eine Voraussetzung, daß Therapeut, KlientIn und Methode zusammenpassen und eben die Bereitschaft seitens der Klienten sich einzulassen bzw. die Fähigkeiten des Therapeuten empathisch, kongruent und akzeptierend sein zu können, gegeben sein muß.

Viel zu müde um sowas zu schreiben. Gute Nacht.

Ciao,
Roman

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Peter,

Trotz aller dem würde ich gerne wissen
wie
man zu sich selbst findet oder wie man so
wird wie man ist und dazu steht, einfach
Leben.

die Antwort darauf ist ziemlich simpel, nur das Leben dieser Erkenntnis ziemlich schwer.

Du wirst Du selber, in dem Du aufhörst, Dir darüber Sorgen zu machen, was andere über Dich denken. Wenn Du auf Dich , Deine Gefühle und Deine Bedürfnisse achtest, anstatt darüber, ob frau oder mensch das nun passend findet oder nicht. Indem Du aufhörst, Dich als Weich-Ei zu betitulieren, sondern stolz drauf bist, und glücklich darüber, daß Du Deine Gefühle spüren und wahrnehmen kannst. Das können nämlich ganz viele Menschen nicht. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich eines: man kann niemals auf längere Zeit ein Gefühl unterdrücken und alle anderen behalten. Machst Du - mit welchen Mitteln auch immer - „böse“ Gefühle wie Angst, Schmerz und Wut dicht, unterdrückst Du sie aus Angst vor Ablehnung, dann gehen Dir unweigerlich auch „gute“ Gefühle wie Liebe und Freude verloren.

Der Weg ist der, den ich Dir weiter unten schon mal gesagt habe: verstell Dich nicht. Zeige was Du denkst und fühlst. Das heißt nun nicht, daß Du herumrennen und jeden niederbrüllen oder niederschlagen sollst, weil Du wütend bist, oder pausenlos heulen und jammern, weil Du traurig bist. Das wäre des Guten denn doch wieder ein wenig zuviel :wink:)). Aber es heißt, daß Du - und dafür gibt es Therapie + Selbsthilfegruppen, eben weil es nicht so einfach ist und eine gute Untertützung und Begleitung braucht - lernst, Dich Deinen Ängsten vor Ablehnung zu stellen und Deine Gefühle zuzulassen und auch auszudrücken, ganz egal, ob das nun Deinem Gegenüber gefällt oder nicht. Dahinter lauern irrsinnige Ängste, nicht mehr gemocht, akzeptiert und geliebt zu werden. Ich arbeite schon seit langer Zeit mit mehr oder weniger Erfolg daran. ;-/

Das alles hört sich furchtbar einfach an. „Einfach“ ist es ja auch, aber ganz sicher nicht leicht. Ich arbeite seit Jahren daran. Und gerade bei Menschen, an deren Zuneigung und Achtung mir besonders viel liegt, gelingt es immer noch sehr schwer. Aber sei mal ehrlich, wie sollen andere Dich akzeptieren und annehmen wie Du bist, wenn Du ihnen nur eine Maske zeigst? Einen Peter, von dem Du glaubst daß sie ihn so haben wollen?

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, daß der Weg nicht einfach ist. Ich habe einige Menschen verloren, die nicht mich sondern nur meine Maske „geliebt“ haben. Ich mußte mich sogar von meiner Herkunftsfamilie trennen, um nicht immer noch mehr verletzt zu werden, weil sie mich nie so geliebt haben wie ich bin, sondern mich nur mit der Rolle geduldet haben, die ich zu spielen hatte. Aber ich bin gerade dabei, Menschen kennen zu lernen, die keine Rolle von mir erwarten, die keine Leistung oder Wohlverhalten von mir erwarten, sondern mich einfach nur mögen und unterstützen.

Ich wünsche Dir sehr, daß Du das eines Tages auch erleben darfst. Denn es ist wunderwunderschön. Menschen, die Dich nur stark, selbstbewußt und „machomäßig“ haben wollen, sind nicht die richtigen Freunde für Dich.

Liebe Grüße und viel viel Erfolg!

Nena

hallo,
aber klar mögen Frauen Männer, die lieb und nett sind und Gefühle zeigen ist was schönes! Jedenfalls, solange diese Eigenschaften einfach ehrlich rauskommen nicht dazu missbraucht werden, frau in ein Spinnennetz zu fangen und einzuengen.
Timmi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Peter,

ich schon wieder :wink:)) Ich habe oben geantwortet, und danach dies hier entdeckt *g*.

Wenn man sich mal verlaufen hat und einen
falschen Weg eingeschlagen hat oder mehrere
Wege bestritten hat, welcher ist denn nun
der richtige?

That’s life! Das Leben besteht aus Versuch und Irrtum. Gleich und sofort und perfekt den richtigen Weg finden, das ist nicht möglich, und wär ja auch langweilig, dann wäre das Leben ja schon zu Ende, denn dann wärst Du am Ziel. Gesteh Dir zu, daß Du Dich irren und dann neu entscheiden darfst, anstatt Dir Panik vor Fehlern zu machen. Ich weiß, „nicht schmeissen mit Stein, wenn sitzen in Glashaus“. Ich bin auch so ein Kandidat :wink:))

Liebe Grüße nochmal, Nena

Was ein Fachmann
daraus macht würde ich gerne erfahren.
Führt er den
Patienten auf den richtigen Pfad?

Wenn der Therapeut gut ist und sein Fach versteht und ihr gut miteinander auskommt, dann wird er in der Lage sein, Dir Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Er wird Dir keine Rezepte nennen (nach dem Motto „das und das musst Du so machen, und dies und jenes so“), sondern Dir dazu verhelfen, selbst rauszufinden, was gut und richtig fuer Dich ist.

Wie
kommt man zu einer Therapie, die kann
doch nicht jeder machen oder?

Doch, eigentlich schon. Es muss nur ein Therapeut entscheiden, dass Du eine Therapie brauchst. Such Dir einfach einen Therapeuten aus (siehe die Antwort von Romana), dann gibt es sowieso zuerst ein paar „Kennenlern-Stunden“, und dann kannst Du mit dem Therapeuten zusammen entscheiden, ob und wie es weitergeht.

Viel Glueck,

Jan

Danke peter
Es ist oft nicht leicht ,aber man schafft es ich kann sagen die schlimmste zeit ist bei mir vorbei ,nur manchmal kann ich einfach nicht meine gefühle zeigen .
Aber ich wollt nur sagen niemand ist ein weich ei —der seine gefühle offen zeigen kann .
mir ist nur Bewußt das ich keinen Mut habe meine gefühle zu zeigen und das will ich ändern ,nur weiß ich nicht wie …
ich hab einfach zu sehr angst davon ,hab keinen mut .
es stimmt es hilft mir hier alles aufzuschreiben ,weil im echten leben kann ich das niemanden erzählen ,ich kann es nicht ,ich würde es gerne jemandem erzählen doch die angst ist da ,und die angst ist stärker als mein wille …

ich danke dir für deine worte ,es hat mich sehr aufgebaut ,
danke peter .

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Rudi
es ist richtig was Du sagst „der Weg sei
das Ziel“ aber es sollte schon mein Weg
sein und nicht der der Freunde, Frau oder
des Chefs.

Absolut korrekt - deswegen kann dir aber auch kaum einer sagen, welches DEIN Weg ist.

Und den zu finden ist eben nicht so
einfach.
Wenn mann sich mal verlaufen hat und
einen
falschen Weg eingeschlagen hat oder
mehrere
Wege bestritten hat, welcher ist denn nun
der richtige?

Das zu entscheiden, ist eine Frage des „Abstandes“. Die gestrigen (Irr-)wege, die du heute für völlig blöd und überflüssig hältst, können Dir später mal vielleicht die liebsten und wichtigsten werden (die Zeit heilt f a s t alle Wunden!) - und andersrum!

Wie sollen wir uns dagegen versichern, dass wir uns nicht am Lebensende sagen müssen, wir hätten alles falsch gemacht? Ich kenn dazu nur eine Möglichkeit: Schon jetzt Zufriedenheit mit dem üben, was Du aus dir und deinem Leben gemacht hast.

Gruss
Rudi