Welche geschichtsdaten gehören zur Allgem.bildg.?

Hi.

Der Schwanitz ist meiner Meinung nach halbwegs gut geeignet
fuer diejenigen, die voellig unbedarft an geschichtlichem
Wissen sind. Dort wird Geschichte leicht ironisch, wenig
zusammenhaengend - halt nur den Fakten/Daten nach gut
verdaulich dargestellt, allerdings nicht immer ganz korrekt,
wie mir schien. Und nicht wirklich detailliert.

Als völlig unbedarft an geschichtlichen Wissen würde ich mich nicht beschreiben. In Richtung 1500 und früher mag das schon vielleicht stimmen, gebe ich ja zu. Aber ich las z. B. von Sebastian Haffner „Von Bismarck zu Hitler“ und auch „Preußen ohne Legende“. Beide Bücher sind flüssig und fesselnd geschrieben. Sie enthalten wichtige Informationen, die man im Unterricht halt nicht erfährt. So wird z.B. auf die Marokko-Krisen genauer eingegangen oder auf die verschiedenen Reformen Preußens während der Napoleonischen Kriegen. Das war mir in dem Fall erstmal detailliert genug. Zudem wurde auch auf die philosophischen Richtungen und auf die Stimmung der Bevölkerung zu der Zeit eingegangen. Also nicht nur die Außenpolitik stand im Vordergrund, sondern auch innenpoltische Geschehnisse.
Beim Schwanitz gehe ich davon aus, dass er solche Sachen sicherlich nur kurz behandelt, dafür ist das BUch zu kurz, aber für die Zeit der Antike bis zum Mittelalter hoffe ich, dass er Mir grundlegende Informationen geben kann. Zudem sah ich bei dem Buch einen Abschnitt über Philosophen und Staatstheoretiker, wie z.B. Descartes, Locke oder Rousseau. Solche Menschen reizen mich auch, doch befürchte, dass ihre Gedanken wahrscheinlich zu schwierig erklärt werden. Falls du einen guten Buchtipp dazu hast, ich bin für alles offen!

(Eine andere, kleine Rezension:
http://www.literaturkritik.de/txt/2000-01-60.html)
Aber „Detail“ ist eine Frage der Definition, ebenso wie
Allgemeinbildung. Ich wuerde dahingehend sagen, dass der
gesamte geschichtliche Schulunterricht im allgemeinen eine
grobe Richtung vorgibt, ansonsten zaehlen ausserdem dazu die
Fakten, die zu wissen noetig sind, um gegenwaertige
Situationen verstehen und nachvollziehen zu können, auf
geschichlichem Gebiet jedenfalls.

Punkto Schulunterricht: Ich muss leider selbst in der Oberstufe mit Bedauern feststellen, dass geschichtliche Allgemeinbildung nur allzu wenig zählt. Ich weiß zwar relativ viel über z.B. das 19. Jahrhundert, aber anwenden kann ich mein Wissen kaum. Datenwissen ist schon überhaupt nicht gefragt.

Christian

Hi.

Natuerlich muss man, wenn man Geschichte praesentieren will, alle Einfluesse einberechnen, innere und aeussere, Stroemungen, Tendenzen, Stimmungen und Richtungen. Erst das macht Gesschichte ja lebendig bzw. fesselnd. So sehe ich das auch.

Beim Schwanitz gehe ich davon aus, dass er solche Sachen
sicherlich nur kurz behandelt, dafür ist das BUch zu kurz,
aber für die Zeit der Antike bis zum Mittelalter hoffe ich,
dass er Mir grundlegende Informationen geben kann. Zudem sah
ich bei dem Buch einen Abschnitt über Philosophen und
Staatstheoretiker, wie z.B. Descartes, Locke oder Rousseau.
Solche Menschen reizen mich auch, doch befürchte, dass ihre
Gedanken wahrscheinlich zu schwierig erklärt werden. Falls du
einen guten Buchtipp dazu hast, ich bin für alles offen!

Ich schlage mal nach Zufall eine Seite bei Schwanitz auf:
Versailles eine halbe Seite, Weimar weniger; auch wenn es auf den Punkt gebracht wird, so oberflaechlich ueberflogen, bleibt es selber zu wenig und eben selbst zu oberflaechlich…

Zu den Philosphen:ich habe hier den knapp 1 1/2 Seiten langen Descartes aufgeschlagen. Ein kleiner Ausschnitt sei mir erlaubt:
„Und so sprach Descartes den beruehmtesten Satz der Philosophiegeschichte: ‚Je pense, donc je suis.‘ Descartes sprach Franzoesisch. Aber es gab eine Berliner Variante über den Ursprung dieses Satzes in Versen:
‚Ick sitze drin und esse Klops;
uff enmal klopps.
Ick denke, staune, wundre mir,
uff enmal isse uff die Tuer,
Ick jehe raus und kieke,
und wer steht draussen?
Icke!‘“ (Aus „Bildung. Alles, was man wissen muss.“, D. Schwanitz)

Ob er es sonst getroffen hat, kann ich nicht beurteilen, da muessen die Philosophen her…:smile:. Aber einfach erklaert scheint es zu sein…die Frage ist nur, ob auch richtig.
Ich schaue nur sporadisch ins Buch, amuesiere mich aber stets…
Ob es sich gelohnt hat, kann ich noch nicht so gut beurteilen.
Habs fuer den DM-Preis bekommen, der heute in EUR dransteht, nach den ‚Worten an den Leser‘ mich richtig gefreut, nach der Geschichte fast bereut; also noch kein konkretes Urteil. Erst mal weiter blaettern. Zu Buchtipps fragste am besten mal im Philosophie-Brett nach…

Punkto Schulunterricht: Ich muss leider selbst in der
Oberstufe mit Bedauern feststellen, dass geschichtliche
Allgemeinbildung nur allzu wenig zählt. Ich weiß zwar relativ
viel über z.B. das 19. Jahrhundert, aber anwenden kann ich
mein Wissen kaum. Datenwissen ist schon überhaupt nicht
gefragt.

Anwenden ist sone Sache. Das kommt Dir zB zu gute, wenn Du den Fontane liest (gleichwohl der selbst auch nochmal gut vermittelt, aber das ist ein weites Feld…:smile:).
Nein, die Anwendung ist wohl eher unbewusst und geschieht allein schon zB, wenn man heute ueber soziale Gesetze diskutiert, und sich eins ins Faeustchen lacht, wenn man weiss, dass die damals eigentlich geschaffen wurden, um eben die Sozialisten auszuhebeln…oder man versteht den Satz: „Freudig wie anno 14 zieht Schroeder in den Krieg“ (mit dem bitter ironischem Beigeschmack). Und zu Sachen Datenwissen: Du kannst zB erklaeren, warum nicht der 09.11. unser Tag der Wiedervereinigung ist…

So, lang genug.
Gruss, tafp

Ciao !

Als repräsentativer Querschnitt durch die Geschichtsdaten sehr
brauchbar, allerdings sehe ich den Versuch der exakten
Festlegung eher kritisch. Im Regelfall entwicklen sich die
geschichtlichen Ereignisse über Jahre hinweg. Das dann auf einen
konkreten Tag oder ein konkretes Jahr festzumachen erinnert mich
ein bisschen an den Versuch, den wirtschaftswissenschaftliche
Statiker (oft auch als Neoklassiker bezeichnet) machen, ihre
Resultate in die dynamische Realität zu übertragen. Funktioniert
aber relativ selten. Übertragen auf die Geschichte stellt, zum
Beispiel, der Termin der Reichskristallnacht zwar einen ganz
konkreten Tag dar, aber letztlich nur den Kulminationspunkt
einer Entwicklung.

Trotzdem, Dir ist mit Deiner Aufstellung ein guter Querschnitt
gelungen.

Grüße Klaus

******

Danke
Danek an ALLE , die sich an der Diskussion beteiligt haben und hoffentlich noch beteiligen!
Wo wir bei Kleinscheißerei sind:
Das ei des Kolumbus ist nicht seine Erfinduing sondern wurde in Geschcihten zu dieser Zeit erzählt.
Wilhelm Tell ist nicht typisch Schweizer, diese Geschichten stammen eigentlich aus skandinavien!

Wo wir bei Kleinscheißerei sind:
Das ei des Kolumbus ist nicht seine Erfinduing sondern wurde
in Geschcihten zu dieser Zeit erzählt.

Ok, mach ich mit bei der Kleinscheißerei. Das erste Mal erwähnt wurde das „Ei des Kolumbus“ in einer Anekdote des Schriftstellers Girolamo Benzoni („Geschichte der Neuen Welt“). Es gibt keinen Grund zu glauben, dass Benzoni sich diese Anekdote ausgedacht hat. Man kann also davon ausgehen, dass sich die Geschichte (vielleicht nicht wortwörtlich, aber grundsätzlich), so wie von Benzoni erzählt, zugetragen hat.

Richtig, Kolumbus hat das angewandt, die Idee ist ihm dazu aber nicht selber eingefallen!
Machen wir weiter
Hilter war eigentlich kein deutscher, sonder Ösi.
Es kann gut sein, dass Hilter halb Jude war. Seine Mutter lebte auf einem judischen Gutsherrenhof und wurde, wie es zu der Zeit üblich war, das ein oder andere mal für Liebesdienste „benutzt“.
Göbbels hatte einen Kulmpfuß, war also selbst sehr stark behindert!

Richtig, Kolumbus hat das angewandt, die Idee ist ihm dazu
aber nicht selber eingefallen!

Woher weißt Du das?

Steht in einschlägiger Literatur.
Fand ich sehr interessant. Das Buch weiß ich leider nciht mehr, aber probier mal, wissen für Schlaumeier oder sowas