Hallo Fritze,
danke für die gute Beschreibung von LaTeX.
Danke für die Blumen! Ich bin ja garnicht so! ;o)
Das ist so auch nicht richtig.
Oups, nun mal nicht so vorschnell, ich habe hier lediglich eine Beschreibung geliefert! Adobe Photoshop eps-Dateien werden in Latex nicht ordnungsgemäß eingebunden – und das nicht nur auf meinem Rechner sondern auch bei Kollegen. Woran das liegt sei nun erstmal dahingestellt.
EPS (Encapsulated Postscript)ist ein
offen dokumentierter Standard von Adobe. LaTeX erwartet
standardkonformes EPS. Gerade Windows-Anwendungen nehmen es da
aber
nicht so genau, das führt zu Schwierigkeiten.
Sag ich doch! ;o)
Wenn man aber
den
Export über den Ausdruck wählt, also in eine Datei druckt, und
den
original Adobe Postscript Druckertreiber nimmt, dann kann man
sich
darauf verlassen. Wenn das nicht möglich ist, dann kann man
mit
eps2eps die Fehler bereinigen lassen. Dieser Befehl lässt sich
wunderbar auf ganze Unterverzeichnisse anwenden, der Aufwand
ist also
gering.
Nun denn, schau’n mer mal. Ich habe hier gerade mal eben so aus Spaß Scribus 1.3.3.3, InDesign CS2, Word 2003, OOffice 2.0, Papyrus 12.5 und eine zugegebenermaßen etwas ältere (Frühjahr 2006 direkt von Miktex gezogene) Version von Miktex ausprobiert. Alle Anwendungen mit Ausnahme von Miktex haben in Photoshop kreierte jpgs ohne jegliche Probleme eingebunden. Miktex hat mir die Fehlermeldung ausgegeben, daß die Bounding box nicht korrekt ist. Das Bild wurde angezeigt aber völlig falsch positioniert (bei fehlender Bounding box natürlich kein Wunder). Das in Photoshop kreierte eps-file wurde hingegen nur von Scribus, InDesign und (man höre und staune!) Word 2003 problemlos eingebunden. OOffice liefert eine verpixelte s/w-Ausgabe und Papyrus hat sich noch nie auf die Fahnen geschrieben, eps zu unterstützen. Miktex ärgert sich über nicht-standardgemäße Format und bindet garnichts ein. Mit Ausnahme von Miktex hat keines der Programme Probleme mit tiff, png, gif etc. Dateien.
Natürlich gibt es Konvertierungsprogramme. Mit denen kann man auch ganz schnell ganze Unterverzeichnisse konvertieren. Man muß aber wissen, daß Latex hier Probleme bereiten kann und man muß gewillt sein, sich darauf einzulassen, die einzubindenen Grafiken eventuell alle zu konvertieren. Das ist halt eine Frage der Einstellung. Meine ganz persönliche Meinung hierzu ist, daß mir das zu blöd ist, solange eigentlich jedes andere Programm gängige Grafikformate ohne zu murren einfach einbindet. Ich weiß nicht, warum es das für Latex nicht gibt und es interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht sonderlich. Es geht halt nicht und jeder muß für sich entscheiden, ob er den Mehraufwand für so klein hält, daß er ihn in Kauf nimmt, oder ob er es bleiben läßt. Es ist und bleibt eine Geschmacksfrage (wobei: nicht ganz; ich kenne genügend Latex-Anwender, die sich fürchterlich darüber aufregen aber Latex aus diversen Gründen einzusetzen gezwungen sind).
Die übelsten Probleme treten dann auf, wenn man mit dem
vorgegebenen Layout nicht zufrieden ist. »Mal eben« einen
anderen Font ausprobieren? Nicht mit Latex.Das ist auch nur bedingt richtig. Es gibt eine sehr große
Menge an
fertigen Fontpaketen, die man mit einer einzigen Befehlszeile
einbinden kann.
Ja, da stimme ich Dir zu! Ich habe gerade zum Spaß mal die Anleitung für Adobes »Minion Pro« heruntergeladen. Ich habe diesen Font einfach unter Windows installiert. Ich bin zwar dumm, aber das kann ich! Und er steht mir in allen Windows-Anwendungen zur Verfügung. InDesign kann sich sogar automatisch die Kapitälchen und Mediävalziffern herauspicken; das muß in Word noch per Hand erfolgen. Für Latex? Die Anleitung umfaßt sage und schreibe 40 Seiten. Alle möglichen Pakete werden beschrieben. Man muß die Files natürlich selber auftreiben (nicht verwunderlich), dann aber umbenennen etc. Wie kriege ich jetzt die richtigen Zifferntypen in meinem Dokument? Wie die korrekten Kapitälchen? Warum müssen Anleitungen unter Latex immer ein Minimum von rund fünf-duzend Seiten haben? Und dann wählt man die Kapitälchen aus und es kommt Murks heraus, weil sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat. Und dann ist man gutwillig und wählt einfach das Times-Paket aus, um des lieben Friedens willen, und die Kapitälchen sind per default falsch. Für die Computer Modern sowieso. Soviel von meiner Seite zu vorhandenen und einzubindenen Fontpaketen.
Das selbstkonvertieren von Vorhandenen (u.U. auch teuer
gekauften)
Type1 oder OpenType Fonts ist allerdings in der Tat nicht
trivial,
für eine Diplom- oder Doktorarbeit aber auch sicherlich nicht
unbedingt ein KO Kriterium.
Da würde ich an Deiner Stelle mal aufmerksam die Diskussionen in mehr auf Grafik-Design ausgerichteten Foren verfolgen. Wie oft wurden da schon Fragen von verschiedensten Studenten gestellt, wie man das »langweilige Erscheinungsbild aufpeppen« könne (kam gerade etwa so bei Typophile). Eine Diss schreibt man gewöhnlich nur einmal im Leben und viele interessieren sich für das Layout nicht die Bohne, was die fürchterliche Word-Wüstenei erklärt. Latex hebt sich im Standard wohltuend ab. Aber wer sich etwas mehr Mühe und Gedanken machen möchte, der findet hier schnell etwas zum verzweifeln und es sind meiner Erfahrung nach garnicht so wenige, die es sogar mit viel gutem Willen versuchen. Das ist das Ärgerliche: Ein Programm wie Word erlaubt eine solche Anpassung innerhalb weniger Sekunden.
So geht es einem eigentlich bei den allermeisten
Layoutproblemen. Nur
wenn man besonders ausgefallene Dinge realisieren will, muss
man sich
eben mit TeX selbst auseinandersetzen und sich ein eigenes
Makropaket
stricken.
Du findest es in fast jedem besseren Typografie-Lehrbuch spätestens im zweiten Kapitel über Auszeichnungen: Hervorhebunben in Großbuchstaben werden leicht gesperrt und der Schriftgrad um 0.5–1 pt angepaßt. Das ist ein Kunststück, für welches ich bisher noch nirgends eine befriedigende Antwort bekommen habe. Und das soll nun so besonders ausgefallen sein?
Aber gerade bei Zusammenarbeit von Arbeitsgruppen eignet sich
LaTeX
dank seiner Eigenschaft, als „Quelltext“ lediglich normalen
ASCII
Zeichensatz (bzw. 8 Bit Erweiterungen wie ISO-8859-15, wenn
man
Umlaute und Eurozeichen dazuzählt) zu verwenden, ganz
besonders gut.
Das ist doch genau der Mist: Über ASCII sind wir eben längst hinaus! Wir sind schon seit längerem bei UTF-8 angelangt, durch welchen sich problemlos alle europäischen Sprachen kodieren lassen. Der Austausch ist damit eben genau kein Problem mehr und diverse »track changes«-Funktionen in den Textverarbeitungsprogrammen werden halt gerne genutzt. Es ist ja gut und schön, wenn sich theoretisch alles wunderbar mit Latex austauschen läßt. Das entspricht aber nicht dem, was für viele Anwender die Realität ist. Und das ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor.
Grüße,
Christian
Installiere Dir bitte mal den original Adobe Postscript Druckertreiber