Wer kann uns weiterhelfen?

Hallo Semmelbiene,
Ich habe die Diskussion verfolgt und hatte den Eindruck, dass es zuerst darum ging, mit der Kollegin besser umgehen zu können, jetzt wirkt es so, als seid ihr mit dem Problem allein gelassen worden und braucht Hilfe.
Ich kann nachvollziehen, dass ihr euch in einer sehr schwierigen Situation befindet. Wie sollt ihr etwas ertragen, was ihr nicht versteht?

Offensichtlich will die Verwaltung die Kollegin schützen und glaubt, ihr kämet ohne Schutz aus. Das ist ein Management Fehler.

Ihr sollt raten, was mit der Kollegin los ist. Erste Interpretationen wurden ja angeboten. Aber es gibt noch mehr -
bei Psachotikern tritt die Wahrnehmung fremder Stimmen auf.
Dissoziierte treten hinter alter egos zurück, die dann handeln, ohne dass die Person es weiss und erinnert.
Drogensüchtige haben je nach dem Stoff , den sie nehmen, psychotische Schübe. Von den „Tics“ ganz zu schweigen.
Ihr seid keine Fachleute - und wenn euch das Angst macht, kann ich das verstehen.
Die Aufforderungen, freundlich mit ihr umzu gehen, sind sicherlich richtig, aber ich glaube, das ist eine totale Überforderung. Denn ihr wisst ja nicht, wen sie in euch wahrnimmt, ob sie euch wirklich sieht.

Ihr habt doch bestimmt einen Betriebsarzt. Warum sagt ihr ihm nicht, dass ihr selber Krankheitssymptome entwickelt, und bittet ihn um Hilfe. Denn nach dem Personalvertretungsgesetz und BVG müssen die Anliegen jedes Arbeitnehmers, also auch eure, ernst genommen werden. Das kann nicht alles auf euch abgewälzt werden. Es geht ja nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine
Erleichterung für alle Beteiligten in einer unerträglichen Situation.

Grüße Leska

2 „Gefällt mir“

Hallo Biene,

Deine Reaktion zeigt wirklich, wie sehr Du und Deine Kollegen mit den Nerven am Ende seid. Ich wollte Dich weiß Gott nicht angreifen, Biene.

Es ist ja der beste Schritt in die richtige Richtung, daß Du Dich hier erkundigst nach dem Phänomen. Ich kann verstehen, wie schlimm diese Situation für Euch alle ist: Der Nervenzusammenbruch Deiner Kollegin spricht ja Bände.

Was ich aber meinte, war: Verständnis ist der erste Schritt, der Euch allen möglicherweise helfen kann. Und damit meine ich nicht einfach „ich verstehe ja, daß sie krank ist“, sondern Verständnis für die Krankheit selbst, Wissen darüber. Darum habe ich Dir ja die URLs und Bücher empfohlen.

Als ich schrieb, Du mögest Dir vorstellen, wie das ist, hast Du gesagt, Du würdest es ja jeden Tag erleben. Natürlich tust Du das, aber Du tust es aus Deiner Sicht. „Try walking in her shoes“, würde der Engländer sagen. Das ist etwas anderes. Wenn Ihr Euch wirklich damit beschäftigt, was diese Krankheit bedeutet, kann es sein, daß es Euch allen besser geht damit.

Übrigens finde ich das Verhalten Eurer Chefetage sehr zweifelhaft. Der Nervenzusammenbruch Deiner Kollegin zeigt doch, daß die öffentlich verordnete Ignoranz niemanden weiterbringt. Du bist auf dem richtigen Weg. Wenn Eure Kollegin X blind wäre, könnte das eine ebenso große Belastung für die Belegschaft sein - nur wäre das für jeden nachvollziehbarer und deswegen besser zu handlen. Da sie aber anscheinend (wie gesagt: ferndiagnosen sind nicht möglich!) an einer so schwer verständlichen und „merkwürdigen“ Krankheit wie Tourette zu leiden scheint, ist das alles eine ungeheure Belastung für Euch alle.

ich wünsche Euch, daß Ihr einen Weg findet. Echtes Verständnis ist ein guter Anfang.

Daß keiner gerne Popel im Kuchen hat, ist klar *schüttel*. Aber auch bei so etwas solltest Ihr bedenken, daß sie das nicht mit Absicht tut und auch nichts daran ändern kann. Das macht es nicht leichter zu ertragen. Aber es hilft doch vielleicht, wenn man das weiß.

Liebe Grüße,
Nike

2 „Gefällt mir“

Und ein Hallo zurück,

Deine Reaktion zeigt wirklich, wie sehr Du und Deine Kollegen
mit den Nerven am Ende seid. Ich wollte Dich weiß Gott nicht
angreifen, Biene.

die Spannung liegt täglich in der Luft, ansonsten würde ich mich hier nicht so auslassen. Es ist für uns wirklich zu einem täglichen Problem geworden, da am Anfang die „Anfälle“ nicht so häufig auftraten. Auch finde ich (aber damit stehe ich leider alleine da) ist sie mit ihrer Arbeit überfordert. Wenn man ihr leichtere Aufgaben übergeben würde, wären die Anfälle sicherlich nicht so häufig und schlimm (aber wer hört schon auf kleine Angestellte)!

Es ist ja der beste Schritt in die richtige Richtung, daß Du
Dich hier erkundigst nach dem Phänomen. Ich kann verstehen,
wie schlimm diese Situation für Euch alle ist: Der
Nervenzusammenbruch Deiner Kollegin spricht ja Bände.

genau, wenn ich schon keine Auskunft meiner Chefin erhalten kann oder vom Rektoramt (Datenschutz) sind mir einfach die Hände gebunden und ich kann nur vom erlebten erzählen und anfragen.

Was ich aber meinte, war: Verständnis ist der erste Schritt,
der Euch allen möglicherweise helfen kann. Und damit meine ich
nicht einfach „ich verstehe ja, daß sie krank ist“, sondern
Verständnis für die Krankheit selbst, Wissen darüber. Darum
habe ich Dir ja die URLs und Bücher empfohlen.

mittlerweile aber ich mich bei yahoo und Konsorten erkundigt.
Auch habe ich mich vor ein paar Monaten durch verschiedene HP gewühlt, aber war mir nicht sicher, ob sie wirklich diese Krankheit hat! Für unwissende ist es recht schwierig Arztwörter zu verstehen.

Als ich schrieb, Du mögest Dir vorstellen, wie das ist, hast
Du gesagt, Du würdest es ja jeden Tag erleben. Natürlich tust
Du das, aber Du tust es aus Deiner Sicht. „Try walking in her
shoes“, würde der Engländer sagen. Das ist etwas anderes. Wenn
Ihr Euch wirklich damit beschäftigt, was diese Krankheit
bedeutet, kann es sein, daß es Euch allen besser geht damit.

wir können es uns vorstellen, das ist richtig, aber damit umgehen ist sehr schwierig. Besonders wenn man nicht eingewiesen wird, ich meine damit von Psychologen z.B. Wenn das geschehen wäre, würden wir in manchen Situationen anders reagieren.

Übrigens finde ich das Verhalten Eurer Chefetage sehr
zweifelhaft. Der Nervenzusammenbruch Deiner Kollegin zeigt
doch, daß die öffentlich verordnete Ignoranz niemanden
weiterbringt.

tja, da beißen wir auf Granit. Es wurde uns viel versprochen, aber nie eingehalten. Nach dem Motto, das ist halt nicht unser Problem.

Du bist auf dem richtigen Weg. Wenn Eure

Kollegin X blind wäre, könnte das eine ebenso große Belastung
für die Belegschaft sein - nur wäre das für jeden
nachvollziehbarer und deswegen besser zu handlen.

und für uns, glaube mir, wäre dies eindeutig kein Problem, da wir einige Kollegen haben, die z.B. Hörprobleme haben.

Da sie aber

anscheinend (wie gesagt: ferndiagnosen sind nicht
möglich!) an einer so schwer verständlichen und „merkwürdigen“
Krankheit wie Tourette zu leiden scheint, ist das alles eine
ungeheure Belastung für Euch alle.

ich weiß, ich weiß, es wird auch jeden Tag schwieriger mit normalen Gedanken ins Geschäft zu kommen. Ständig kreisen die Gedanken um diese Kollegin…

ich wünsche Euch, daß Ihr einen Weg findet. Echtes Verständnis
ist ein guter Anfang.

ich und die Verwaltung würden uns nur wünschen, dass sie ein einiges Zimmer bekommt, mehr möchten wir nicht.

Daß keiner gerne Popel im Kuchen hat, ist klar *schüttel*.
Aber auch bei so etwas solltest Ihr bedenken, daß sie das
nicht mit Absicht tut und auch nichts daran ändern kann. Das
macht es nicht leichter zu ertragen. Aber es hilft doch
vielleicht, wenn man das weiß.

grins, ich kann nur froh sein, dass ich keine Kuchen mehr essen kann und auch kein Kaffee trinke…

Vielen Dank Nike,

Gruß
biene

Liebe Grüße,
Nike

Arbeitsbedingungen
Hi Semmelbiene

ich kann nur unterstreichen, was Leska unten schreibt und Nike:

Es mag zwar für euch eine (schwache) Hilfe sein, zu verstehen, daß die Kollegin laut deiner Symtombeschreibung unter einer psychiatrischen Störung leidet - auch unter dem Vorbehalt, keine Ferndiagnosen zu stellen: du beschreibst eben tatsächlich das Tourette-Syndrom. Aber das muß nicht alles sein, aus deiner Beschreibung blinzeln noch andere Symptome durch.

Jedenfalls soviel ist eindeutig : Es kann nicht eure Aufgabe, euch in die psychiatrische Diagnostik einzuarbeiten!
Es liegt daher vor allem ein schwerer Managementfehler vor:
Durch diese Erscheinung werdet ihr unzumutbar belastet und in Folge eure Arbeits- und Arbeitsplatzqualität erheblich irritiert und gemindert. Wenn das eure Chefetage nicht zu unverzüglichem Handeln anregt, sind mindestens deutlichere Worte nötig.

D.h.

  1. eigentlich wäre das eine Sache des Betriebsrats, und wenn ihr einen solchen nicht haben solltet, dann
  2. müßt ihr mit der der Chefetage anders reden: also nicht nur so relativ harmlos, daß es „schwierig“ sei für euch, das auszuhalten… (siehe aber letzte Zeile unten).
  3. Sammelt solche Szenenbeispiele, die auch eurem Chef klar machen, was hier zur Disposition steht.

Wenn das nicht zu einer adäquaten Reaktion der Chefetage führt, dann ist Leskas Vorschlag mit dem Einschalten des Betriebsarztes angesagt (wundert mich, daß der nicht eh schon auf den „Nervenzusammenbruch“ reagiert hat). Den einzuschalten würde sich aber eh empfehlen - und zwar mit euren Symptomen, nicht wegen der Symptome der Kollegin.

Anliegen täte hier normalerweise - managementmäßig betrachtet - ein Personalgespräch mit der problematischen Kollegin, dessen Inhalt aber nicht eurer Problem sein sollte, das müßte vielmehr eurem Chef selbst klar sein.

Das ist alles, was ich dir (außerhalb eine Vertragsbindung) sagen kann/darf.

Gruß
Metapher

Hallo Semmelbiene!

Ich habe mir eben die neuesten Artikel dieses Threads durchgelesen und wollte dazu dasselbe schreiben wie Du, Leska.
Ich gehe mit allen, die für Verständnis etc. werben, selbstverständlich d’accord, so wie Leska auch (Zitat aus ihrem Artikel)

Ich habe die Diskussion verfolgt und hatte den Eindruck, dass
es zuerst darum ging, mit der Kollegin besser umgehen zu
können, jetzt wirkt es so, als seid ihr mit dem Problem allein
gelassen worden und braucht Hilfe.
Offensichtlich will die Verwaltung die Kollegin schützen und
glaubt, ihr kämet ohne Schutz aus. Das ist ein Management
Fehler.
Ihr habt doch bestimmt einen Betriebsarzt. Warum sagt ihr ihm
nicht, dass ihr selber Krankheitssymptome entwickelt, und
bittet ihn um Hilfe. Denn nach dem Personalvertretungsgesetz
und BVG müssen die Anliegen jedes Arbeitnehmers, also auch
eure, ernst genommen werden. Das kann nicht alles auf euch
abgewälzt werden. Es geht ja nicht um Schuldzuweisungen,
sondern um eine
Erleichterung für alle Beteiligten in einer unerträglichen
Situation.

Es ist jetzt wirklich wichtig, hier mal Maßnahmen zu ergreifen, auch im Sinne des Arbeitsumfeldes.
Dass sich Eure Leitung und Chefs hier „tot“ stellen ist psychologisch erklärlich und menschlich verständlich (Angst, Überforderung), aber - sorry - deren Aufgabe ist es, die Sache zum Wohle ALLER Beteiligten (Ihr leidet, die Kollegin leidet auch, die Arbeit und das Arbeitsklima detto) in Angriff zu nehmen.
Ich schlage hier vor, sogar noch einen Schritt weiterzugehen als Leska das vorschlägt, geht aber bitte dabei (trotz allen verständlichen Unmuts und Stress) sensibel vor.

Der erste Schritt ist noch mal das Gespräch mit den Vorgesetzten zu suchen. Dazu ist wichtig, dass Ihr (Betroffenen) Euch formiert und das Gespräch auch gut vorbereitet (ich halte auch Konfliktmanagementseminare, einen Vorbereitungsbogen mail ich Dir gerne) und im Gespräch hartnäckig aber konstruktiv bleibt.
Denn wenn es so läuft, wie Du geschildert hast, gehören zu einem solchen Verlauf leider immer zwei - einer der sich aus der Verantwortung flüchtet und einer der das zähneknirschend akzeptiert.

Falls dabei nichts herauskommt bzw. falls die Fronten verhärtet sind, ist zu empfehlen über Betriebsarzt und/oder Betriebsrat Lösungsansätze zu suchen, aber: das solltet Ihr Euren Vorgesetzten im Gespräch auch mitteilen (nicht als Drohungs, sondern im Sinne von konstruktiver Transparenz)

Dann sollte sich zumindest etwas tun, dass sowohl Euch als Eurer Kollegin Hilfestellung bietet.
Liebe Grüße und alles alles Gute#
Birgit

Hallo Biene,

grins, ich kann nur froh sein, dass ich keine Kuchen mehr
essen kann und auch kein Kaffee trinke…

Ja, da hat die Allergie wenigstens eine gute Seite, gelle? :wink:))

Auf die Sache mit der Chefetage bin ich nur sehr am Rande eingegangen, weil das ja nicht Deine Ursprungsfrage war.

Generell ist aber das wirklich Fehlverhalten und damit wohl auch der Auslöser für die Euch quälende Situation wohl dort zu suchen. Da wurde sich von Anfang an fehlverhalten.

Leska, BA und Metapher haben dazu schon vieles gesagt, so daß ich gar nichts mehr ergänzen kann. In Metaphers Posting wirst Du sicher einiges finden, was Dir und Deinen Kolleginnen weiterhelfen kann.

Ich wünsche Euch alles Gute in dieser schwierigen Situation!
Nike

Hallo,

ich kann nur unterstreichen, was Leska unten schreibt und
Nike:

Es mag zwar für euch eine (schwache) Hilfe sein, zu verstehen,
daß die Kollegin laut deiner Symtombeschreibung unter einer
psychiatrischen Störung leidet - auch unter dem Vorbehalt,
keine Ferndiagnosen zu stellen: du beschreibst eben
tatsächlich das Tourette-Syndrom. Aber das muß nicht alles
sein, aus deiner Beschreibung blinzeln noch andere Symptome
durch.

Jedenfalls soviel ist eindeutig : Es kann nicht
eure
Aufgabe, euch in die psychiatrische Diagnostik
einzuarbeiten!
Es liegt daher vor allem ein schwerer Managementfehler
vor:

ich bin im öff. Dienst beschäftigt, da kann von Management keine Rede sein, ehrlich! Irgendwie ist hier alles schwieriger als in der Industrie…

Durch diese Erscheinung werdet ihr unzumutbar belastet und in
Folge eure Arbeits- und Arbeitsplatzqualität erheblich
irritiert und gemindert. Wenn das eure Chefetage nicht zu
unverzüglichem Handeln anregt, sind mindestens deutlichere
Worte nötig.

eigentlich hatten wir schon sehr viele Gespräche mit unserer Chefin, wir richteten unsere Bitte auch schriftliche an Sie,
aber leider passiert hier nichts.

D.h.

  1. eigentlich wäre das eine Sache des Betriebsrats, und wenn
    ihr einen solchen nicht haben solltet, dann
  2. müßt ihr mit der der Chefetage anders reden: also nicht nur
    so relativ harmlos, daß es „schwierig“ sei für euch, das
    auszuhalten… (siehe aber letzte Zeile unten).

wir haben einen Personalrat, der in nächster Zeit davon unterrichtet wird…

  1. Sammelt solche Szenenbeispiele, die auch eurem Chef
    klar machen, was hier zur Disposition steht.

das haben wir schon sehr ausführlich demonstriert und selbst meine Chef erfährt jeden Tag die Anfälle unserer Kollegin, aber die Reaktion unserer Chefin ist dann diese, dass sie dann ihre Türe einfach zuknallt.

Wenn das nicht zu einer adäquaten Reaktion der Chefetage
führt, dann ist Leskas Vorschlag mit dem Einschalten des
Betriebsarztes angesagt (wundert mich, daß der nicht eh schon
auf den „Nervenzusammenbruch“ reagiert hat).

Im öffentlichen Dienst verhält sich das ein bisschen anders.

Den einzuschalten

würde sich aber eh empfehlen - und zwar mit euren
Symptomen, nicht wegen der Symptome der Kollegin.

das auf jeden Fall, besonders da die Kollegiin bereits im Rektoramt bekannt ist.

Anliegen täte hier normalerweise - managementmäßig betrachtet

  • ein Personalgespräch mit der problematischen Kollegin,
    dessen Inhalt aber nicht eurer Problem sein sollte, das
    müßte vielmehr eurem Chef selbst klar sein.

Das ist alles, was ich dir (außerhalb eine Vertragsbindung)
sagen kann/darf.

ach ja, es wäre schön, wenn das alles so einfach wäre, aber ich denke, wir haben einen steinigen Weg vor uns.

Danke nochmals
biene

Gruß
Metapher

Liebe Birgit,

Es ist jetzt wirklich wichtig, hier mal Maßnahmen zu
ergreifen, auch im Sinne des Arbeitsumfeldes.
Dass sich Eure Leitung und Chefs hier „tot“ stellen ist
psychologisch erklärlich und menschlich verständlich (Angst,
Überforderung), aber - sorry - deren Aufgabe ist es, die Sache
zum Wohle ALLER Beteiligten (Ihr leidet, die Kollegin leidet
auch, die Arbeit und das Arbeitsklima detto) in Angriff zu
nehmen.

ich dachte eigentlich auch immer, dass der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht für seine Arbeitnehmer hätte. Aber bei uns sieht die Lage wohl anders aus.

Ich schlage hier vor, sogar noch einen Schritt weiterzugehen
als Leska das vorschlägt, geht aber bitte dabei (trotz allen
verständlichen Unmuts und Stress) sensibel vor.

wir waren so etwas von verstört am Anfang, da kamen die Worte noch nicht so flüssig.

Der erste Schritt ist noch mal das Gespräch mit den
Vorgesetzten zu suchen. Dazu ist wichtig, dass Ihr
(Betroffenen) Euch formiert und das Gespräch auch gut
vorbereitet (ich halte auch Konfliktmanagementseminare, einen
Vorbereitungsbogen mail ich Dir gerne)

oh, ja darüber würde ich mich sehr freuen.

und im Gespräch

hartnäckig aber konstruktiv bleibt.

wir stellten ja schon die Forderung nach einem eigenen Zimmer für sie, aber das sind Forderungen die wir noch in 100 Jahren noch äußern können (oder unsere Chefin aber so klug und gerissen und hat sich darauf eingeschossen).

Denn wenn es so läuft, wie Du geschildert hast, gehören zu
einem solchen Verlauf leider immer zwei - einer der sich aus
der Verantwortung flüchtet und einer der das zähneknirschend
akzeptiert.

Falls dabei nichts herauskommt bzw. falls die Fronten
verhärtet sind, ist zu empfehlen über Betriebsarzt und/oder
Betriebsrat Lösungsansätze zu suchen, aber: das solltet
Ihr Euren Vorgesetzten im Gespräch auch mitteilen (nicht als
Drohungs, sondern im Sinne von konstruktiver Transparenz)

wir werden es jetzt mit dem Personalrat versuchen.
Und ich oder wir (aber wahrscheinlich bleibt es wieder am mir hängen) werde so senibel wir möglich vorgehen.

Danke
biene

Dann sollte sich zumindest etwas tun, dass sowohl Euch als
Eurer Kollegin Hilfestellung bietet.
Liebe Grüße und alles alles Gute#
Birgit

Hallo Leska,

Ich habe die Diskussion verfolgt und hatte den Eindruck, dass
es zuerst darum ging, mit der Kollegin besser umgehen zu
können, jetzt wirkt es so, als seid ihr mit dem Problem allein
gelassen worden und braucht Hilfe.

wir sind von Anfang damit allein gelassen worden.

Ich kann nachvollziehen, dass ihr euch in einer sehr
schwierigen Situation befindet. Wie sollt ihr etwas ertragen,
was ihr nicht versteht?

so empfinde ich das auch!

Offensichtlich will die Verwaltung die Kollegin schützen und
glaubt, ihr kämet ohne Schutz aus. Das ist ein Management
Fehler.

ach ja…seufz, man glaubt nicht, wie viele Probleme man auf andere abwälzen kann.

Ihr sollt raten, was mit der Kollegin los ist. Erste
Interpretationen wurden ja angeboten. Aber es gibt noch mehr -
bei Psachotikern tritt die Wahrnehmung fremder Stimmen auf.
Dissoziierte treten hinter alter egos zurück, die dann
handeln, ohne dass die Person es weiss und erinnert.
Drogensüchtige haben je nach dem Stoff , den sie nehmen,
psychotische Schübe. Von den „Tics“ ganz zu schweigen.
Ihr seid keine Fachleute - und wenn euch das Angst macht, kann
ich das verstehen.
Die Aufforderungen, freundlich mit ihr umzu gehen, sind
sicherlich richtig, aber ich glaube, das ist eine totale
Überforderung. Denn ihr wisst ja nicht, wen sie in euch
wahrnimmt, ob sie euch wirklich sieht.

das ist es ja…

Ihr habt doch bestimmt einen Betriebsarzt. Warum sagt ihr ihm
nicht, dass ihr selber Krankheitssymptome entwickelt, und
bittet ihn um Hilfe. Denn nach dem Personalvertretungsgesetz
und BVG müssen die Anliegen jedes Arbeitnehmers, also auch
eure, ernst genommen werden. Das kann nicht alles auf euch
abgewälzt werden. Es geht ja nicht um Schuldzuweisungen,
sondern um eine
Erleichterung für alle Beteiligten in einer unerträglichen
Situation.

schön gesagt, und ich hoffe, es kann auch irgendwann mal umgesetzt werden.

biene

Grüße Leska

Hallo Nike,

Ja, da hat die Allergie wenigstens eine gute Seite, gelle?

:wink:))

manchmal schon, grins…

Auf die Sache mit der Chefetage bin ich nur sehr am Rande
eingegangen, weil das ja nicht Deine Ursprungsfrage war.

Generell ist aber das wirklich Fehlverhalten und damit wohl
auch der Auslöser für die Euch quälende Situation wohl dort zu
suchen. Da wurde sich von Anfang an fehlverhalten.

wir haben so das Gefühl, dass unsere Kollegin von unserer Chefetage geschützt wird. Alle Kollegen am RUS sehen jeden Tag ihre Anfälle, in jedem Zimmer wird darüber gesprochen, aber niemand sprich darüber zu den wirklich wichtigen Stellen wie Abteilungsleiter an Bereichsleiter etc.
Das macht uns sehr traurig und wütend.

Leska, BA und Metapher haben dazu schon vieles gesagt, so daß
ich gar nichts mehr ergänzen kann. In Metaphers Posting wirst
Du sicher einiges finden, was Dir und Deinen
Kolleginnen
weiterhelfen kann.

ich werde mein bestes versuchen, meinen Mut zusammennehmen und bei den bestimmten Stellen anrufen. Ich habe nämlich noch das Problem, das alle mit an der ersten Front sind, wenn es ums nicken geht, aber beim Ausführen sie den Schwanz einziehen.

Nun ja, so isses halt.

biene

Ich wünsche Euch alles Gute in dieser schwierigen Situation!
Nike

Nochmal hallo :smile:,

wir haben so das Gefühl, dass unsere Kollegin von unserer
Chefetage geschützt wird.

Generell ist das ja nichts falsches. Eure Kollegin ist krank, also schützenswert. Was Eure Chefin aber übersieht, ist, daß auch Ihr als Untergebene schützenswert seid, daß sie für alle zuständig ist.

Alle Kollegen am RUS sehen jeden Tag
ihre Anfälle, in jedem Zimmer wird darüber gesprochen, aber
niemand sprich darüber zu den wirklich wichtigen Stellen wie
Abteilungsleiter an Bereichsleiter etc.
Das macht uns sehr traurig und wütend.

Und das ganz zu recht. Denn da artet es zu einer Tratscherei über Kollegin X aus - und wie ich mehr und mehr feststelle, ist nicht sie das wirkliche Problem. Sie ist der grund, aber nicht die ursache. Die Ursache ist der völlig flasche Umgang Eurer Chefs mit der Problematik.
Leider sind, wie ich aus Erfahrung weiß, Kollegen immer gerne bereit, sich das Maul (über X) zu zerreißen, aber nicht, bei den maßgeblichen Stellen (den Chefs) für eine Lösung zu kämpfen. X kann an der Situation nichts ändern, sie ist krank. Die Chefs könnten sehr wohl.

Mutig und klug von Dir ist dagegen, einen ersten Schritt zu tun.

ich werde mein bestes versuchen, meinen Mut zusammennehmen und
bei den bestimmten Stellen anrufen. Ich habe nämlich noch das
Problem, das alle mit an der ersten Front sind, wenn es ums
nicken geht, aber beim Ausführen sie den Schwanz einziehen.

Genau das meine ich. Alle verspritzen Gift, aber wenn es darum geht, Rückgrat zu zeigen, stehst Du plötzlich allein auf weiter Flur (*gebranntesKind*). Aber so, wie sich die Situation jetzt gestaltet, liden alle Beteiligten: Ihr leidet, wie wir Deinen Postings entnehmen konnten, sehr. X leidet, weil sie krank ist und mehr und mehr auf Ablehnung stoßen wird, solange niemand etwas unternimmt. Und sogar Deine Chefin leidet - wenn sie, wie Du sagst, die Türe knallt (da fällt mi nu gar nix mehr zu ein - was ist das für eine Chefin???), zeigt das nur, wie hilflos sie ist. Wende Dich gleich an die nächsthöhere Stelle, Deine Chefin ist anscheinend nicht in der Lage, auch nur ansatzweise mit dem problem umzugehen.

Nun ja, so isses halt.

Ja, so isses. Gut, daß Du Mut beweist, Biene. Denn so ist die Situation für Euch sicher unhaltbar. Bitte vergeßt darüber aber nicht, daß der Schuß in dem Fall gegen Eure Chefs gehen muß, nicht gegen die Kollegin selbst. Die wäre sicher selbst auch gerne „normal“…

Nochmal: Ich drücke Dir die Daumen.
Und ich würde mich freuen, wenn Du uns hier auf dem Laufenden hältst, wie es weitergeht.

Viel Glück wünscht
Nike

HI biene

ich bin im öff. Dienst beschäftigt, da kann von Management
keine Rede sein, ehrlich! Irgendwie ist hier alles schwieriger
als in der Industrie…

Die Polemik kann ich wohl gut verstehen, aber auch der öffentliche Dienst hat Management. Vor allem gibt es eine Hierarchie! Und das sollte in Eure Handlungsüberlegungen mit einfließen!

eigentlich hatten wir schon sehr viele Gespräche mit unserer
Chefin, wir richteten unsere Bitte auch schriftliche an Sie,
aber leider passiert hier nichts.

Ich weiß, Mitarbeiter fühlen sich bei sowas oft sehr machtlos - was aber ein Irrtum ist. Es kann sein, daß eure Chefin nicht reagiert, wie sie müßte, weil sie dafür möglicherweise verantwortlich ist, daß Kollegin X eingestellt wurde. Das könnte, je nachdem, was das für ein Haus ist bei Euch, an ihrem Stuhlbein sägen.

Da ich mich an die AGB des w-w-w halte, hier nur noch folgender Wink für ein effizientes Konfliktmanagement - aucb wenn es banal klingt:

  1. Das Problem muß gelöst werden, also wird es gelöst
  2. Auf die direkte Hierarchie hab ich schon hingewiesen
  3. Das Problem muß schriftlich (mit Dokumentation) bzw. durch Gespräch gelöst werden
  4. Die Frage für Dein Kollegium ist daher:
    a. Wer(!) wendet sich an b. wen(!) - aber vor allem c. mit welchem Text (und das Letzere ist das Entscheidende!!!)
  5. Zunächst ist, daß Ihr einen Personalrat habt, eine gute Idee, aber auch der muß sich auf Punkt 4.c. verstehen!

Gruß
Metapher

Hi Nike,

Generell ist das ja nichts falsches. Eure Kollegin ist

krank, also schützenswert. Was Eure Chefin aber übersieht,
ist, daß auch Ihr als Untergebene schützenswert seid, daß sie
für alle zuständig ist.

ich meinte dies auch eher negativ geschützt. Sprich, es wird die Hand über sie gehalten und sie kann machen was sie möchte, wir sprechen dieses Thema an und sie blickt uns nur falsch an.

Und das ganz zu recht. Denn da artet es zu einer Tratscherei

über Kollegin X aus - und wie ich mehr und mehr feststelle,
ist nicht sie das wirkliche Problem. Sie ist der grund, aber
nicht die ursache. Die Ursache ist der völlig flasche Umgang
Eurer Chefs mit der Problematik.

ich denke, die Tratscherei gibt es schon, viele Kollegen sind auch sehr unsicher im Umgang mit ihr und möchten nicht mit ihr reden. Dann kommen die alle zu mir und ich soll handeln.

Leider sind, wie ich aus Erfahrung weiß, Kollegen immer
gerne bereit, sich das Maul (über X) zu zerreißen, aber nicht,
bei den maßgeblichen Stellen (den Chefs) für eine Lösung zu
kämpfen.

in diesen Situationen können selbst Mäuse lauter piepsen.

X kann an der Situation nichts ändern, sie ist krank.

Die Chefs könnten sehr wohl.

wir alle wissen, das X krank ist und wahrscheinlich nie gesund wird. Nichtsdestrotrotz kann dieses Verhalten nicht auf uns abgewälzt werden.

Mutig und klug von Dir ist dagegen, einen ersten Schritt zu
tun.

es bleibt mir auch nichts anderes übrig, glaube mir…seufz…

Genau das meine ich. Alle verspritzen Gift, aber wenn es darum

geht, Rückgrat zu zeigen, stehst Du plötzlich allein auf
weiter Flur (*gebranntesKind*). Aber so, wie sich die
Situation jetzt gestaltet, liden alle Beteiligten: Ihr leidet,
wie wir Deinen Postings entnehmen konnten, sehr. X leidet,
weil sie krank ist und mehr und mehr auf Ablehnung stoßen
wird, solange niemand etwas unternimmt. Und sogar Deine Chefin
leidet - wenn sie, wie Du sagst, die Türe knallt (da fällt mi
nu gar nix mehr zu ein - was ist das für eine Chefin???),
zeigt das nur, wie hilflos sie ist.

ich glaube, wir alle Chefetage und niedrige Angestellte benötigen Hilfe, aber irgendwie möchte niemand den ersten Stein werfen, weil irgend etwas dahinter steckt. Ich weiß nicht was, aber unsere Gefühle gehen eher in diese Richtung.

Wende Dich gleich an die

nächsthöhere Stelle, Deine Chefin ist anscheinend nicht in der
Lage, auch nur ansatzweise mit dem problem umzugehen.

das werde ich auf jeden Fall tun müssen…von ihr erhalten wir keine Hilfe oder Unterstützung.

Ja, so isses. Gut, daß Du Mut beweist, Biene. Denn so ist die
Situation für Euch sicher unhaltbar. Bitte vergeßt darüber
aber nicht, daß der Schuß in dem Fall gegen Eure Chefs gehen
muß, nicht gegen die Kollegin selbst. Die wäre sicher selbst
auch gerne „normal“…

sicherlich, wer wäre nicht gesund und munter…

Nochmal: Ich drücke Dir die Daumen.
Und ich würde mich freuen, wenn Du uns hier auf dem Laufenden
hältst, wie es weitergeht.

das werde ich tun, besonders da es immer noch im Nebenzimmer klatsch und singt…(sorry, das mußte einfach raus)

danke nochmals für alles

biene

Viel Glück wünscht
Nike

offtopic!
Hallo,

folgendes verstehe ich nicht so ganz:

Das ist alles, was ich dir
sagen
kann

?

/darf

??

(außerhalb eine Vertragsbindung).

???

Was meinst du denn damit?

Gruß

Thomas Miller