Wer kennt den deutschen Maler Schädl-Schorsch?

Sehr geehrte Mitglieder,

meine Mutter bekam 1942 zur Hochzeit von meinem Vater ein Gemälde geschenkt, dass er in Quedlinburg/Sachsen-Anhalt, gekauft hatte. Als meine Mutter vor starb, erbte ich es.

Es handelt sich um ein Ölgemälde in den Abmessungen 70 X 50 cm und wurde auf Sperrholz gemalt. Das Motiv stellt die „Steinerne Renne/Harz dar. Die Signatur bereitete mir Schwierigkeiten, da sie ziemlich schlecht zu lesen ist. Nach langem Suchen im Internet stieß auf die Signatur des deutschen Malers Schädl-Schorsch. Leider ist über diesen Maler biografisch so gut wie nichts zu erfahren. Können Sie mir bei meinen Recherchen helfen?
Herzlichen Dank für Ihr Bemühen!

Freundlichst gegrüßt
Kleriker81

Servus,

eventuell kommst Du mit seinem „zivilen“ Namen Georg Schädl weiter?

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin!

Damit kommt man auf einen 1935 geborenen Maler http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/donaueschingen/Schaedel-malt-fuer-Aldi;art372512,749274 , auf den vermutlich nicht das 1942 verschenkte Gemälde zurückgeht.

Gruß
Wolfgang

Hallo und danke für Eure schnelle Reaktion. Aber der Georg Schädel kann es nicht sein, denn er wäre, da 1935 geboren, zu jung gewesen, um 1942 oder sogar noch davor, dieses Gemälde malen zu können. Außerdem schreibt sich mein Maler Schädl-Schorsch, ergo den Schäd(e)l ohne (e).

Gruß
kleriker81

Servus,

er hieß ja auch nicht Georg Schädel, sondern Georg Schädl.

Es ist bei so kleinen Lichtern nicht sinnvoll, zuerst nach Spitznamen und Künstlernamen zu suchen, daher meine Empfehlung, mal ganz schlicht dem zivilen Namen nachzugehen, der - Du kannst es glauben oder nicht - eben nicht „Schädl-Schorsch“ hieß. Von Georg Schädl stammt die auf schon sehr auffällige Weise allgegenwärtige „Sommerlandschaft mit Feldweg und Buchen“, wo er im Habitus Buchen und Eichen verwechselt und auch den Zeitpunkt der Laubfärbung um zwei Monate vorverlegt hat.

Die Schreibweise des Namens lässt diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Oberbayern Tirol verorten. Heute gibt es in Deutschland insgesamt 11 Telefonbucheinträge zu diesem Namen, unter anderem in Lenggries und Seefeld. Bei einer so geringen Zahl sind die Schädls vermutlich alle miteinander verwandt und wissen es, wenn ein Vorfahr in den 1930er Jahren gemalen hat. Ich täte da schlicht die Postadressen aufschreiben, ein paar Briefelein verschicken und hoffen, dass einer antwortet.

Schöne Grüße

MM

3 Like

Hallo,

„Schorsch“ ist im bayerischen der Mundartliche Name für Georg.
Bayern war Verbündeter Napoleons, der ja Bayern erst zum Königreich machte und entsprechend viele franz. Soldaten hielten sich hier auf. Von den 30.000 Bayern im Russlandfeldzug 1812 kehrten nicht mal 5.000 Mann wieder zurück. Geblieben sind aber viele franz. Ausdrücke im bayrischen Dialekt, wie eben Schorsch als Georg…

Grüße
miamei

Hallo
Ich kenne den Maler aus meiner Kindheit in Bremen.
Er hat eine Zeit als Untermieter bei meiner Oma gewohnt.
Wir haben alleine 6 Originalbilder bei uns im Besitz
und Abbildungen (Fotobilder) von weiteren mind. 20
anderen Gemälden an der Wand hängen.
Wichtig:
Es wird überall Schädl Schorsch geschrieben.
Aber er hieß Schödl Schorsch.
Weitere Informationen habe ich leider nicht und würde mich auch über Dein Bild in Abb. freuen.
[email protected]
Liebe Grüße
Peter Esser

Guten Tag,

nun habe ich wochenlang recherchiert und Dank Herrn Esser den Vorhang um Georg Schödl (1899-1981) etwas lüften können. Der Hinweis auf Bremen stellte sich als wichtig heraus, denn nach Auskunft des Stadtarchiv München war er ausgebildeter Fotograf, lebte in den 1930-40iger Jahren auch in Hamburg. Später machte er dann vor dem 2. Weltkrieg eine Wanderung durch Deutschland bis an den Gerdasee. Das er dann dabei mehrere Bilder von den durchwanderten Landschaften malte und sogar unterweg verkaufte, um davon seinen Lebenunterhalt zu bestreiten, erscheint nur logisch. Während des 2. Weltkriegs war er bei der Luftwaffe als Kriegsberichter eingesetzt.
Nach dem Krieg ging er wieder nach München und machte sich in fast 40 Jahren für das Abendblatt und die SDZ einen Namen durch Fotografien der Stadtgeschichte. Das dabei immer wieder viele Fotos von Kunstveranstaltungen auftauchen, spiegelt wohl seine Liebe zu Kunst wieder. Wichig erscheint mir, dass ereinige Bilder nur mit"Schödl" und andere (vielleicht spätere?) mit "Schödl-Schorsch signierte.
Das alles legt den Verdacht nahe, dass es sich beim Georg Schödl und dem Schödl-Schorsch um einunddieselbe Person handelt. Aber mir fehlt ein Beweis der Verbindung beider Namen.
Deshalb richte ich nun noch einmal meine Bitte und Fragen an das Forum:
Wer kann eine belegbare Verbindung zwischen dem Fotografen Georg Schödl und dem Maler Schödl-Schorsch herstellen? Vor allem wären eben Nachweise seiner Zeit in Norddeutschland ggf. als Fotograf und Maler sehr wichtig.
Ich danke allen, den sich Bemühenden, im Voraus und bin schon ganz gespannt auf Ihre evtl. Antworten.

Freundlichst gegrüßt
kleriker81

Sehr geehrte Mitglieder,

herzlichen Dank für den Hinweis auf die richtige Namenschreibung. Er heißt korrekt Georg Schödl, signierte aber auch mit „Schödl-Schorsch“ oder nur mit „Schödl“.
Seine Biografie habe ich jetzt erstellt. Ihr findet sie bei Wikipedia unter „Maler Schödl-Schorsch“.
Freundlichst gegrüßt
Kleriker81

Guten Tag,

leider muss ich heute die von mir am 15.01.2017 hier veröffentlichte Biografie von Georg Schödl widerrufen. Ich bin leider im Verlauf meiner Recherchen zum Opfer von Fehlinformationen geworden. Erst durch das Kennenlernen seines Sohnes konnte die Verwechselung erkannt. werden.
Deshalb nun hier die korrekte Biografie:

Biografie des Kunst- und Landschaftsmalers Georg Schödl,
alias „Schödl-Schorsch“ oder nur „Schödl“

Georg Schödl, geb:12.02.1900 in Marienbad (heute Tschechien),
gestorben: 18.12.1962 in Bremen
Bestattet wurde er auf dem Osterholzer Friedhof in Bremen, das Grab wurde aber inzwischen eingeebnet.

Georg Schödl studierte lt. seinem Sohn um 1920 in Prag Kunst- und Landschaftsmalerei.
Nach seiner Studienzeit bis zum 2. Weltkrieg bereiste er verschiedene deutsche Mittelgebirge, die bayerischen Alpen und Norditalien. In den 1960iger Jahren schuf er auch diverse Gemälde Norddeutscher Landschaften und einige Stillleben zählen zu seinen Werken.

Herr Schödl führte seine Bilder immer als Spachtel- oder auch ital. Impasto – Technik auf Malpappe (Presspappe) aus. Diese Maltechnik war/ist gekennzeichnet durch die Verwendung von pastosen Ölfarben. Durch den plastischen Farbauftrag, der durch den Einsatz von „Malermesser“ und Pinsel erfolgt, ist die reliefartige Darstellung deutlich sichtbar. So steigert diese Maltechnik die Reflektion des Lichts. Die übliche Kontrastschwäche zweidimensionaler Bilder wird abgemildert. Die pastosen Strukturen, wirken in Licht und Schatten wie auch in Dynamik und Bildtiefe verstärkend. Das kommt seinen Motiven zugute.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewann Malpappe in der Malerei als kostengünstiges und praktisches Trägermaterial an Bedeutung. Da Georg Schödl während seiner Schaffenszeit der ersten Jahre finanziell nie auf Rosen gebetet war, stellte die Verwendung der Malpappe auch ein für ihn finanzierbares Material dar. Während seiner ersten Jahre in Bremen wohnte er zur Untermiete bei einer Witwe und bezahlte mehrfach seine Miete aus Not in Naturalien, eben mit seinen Bildern. So befindet sich im Besitz des Enkels noch heute aus dem Nachlass der Oma eine ganze Reihe von dessen Werken.

Sehr wichtig!!!
Er signiert er seine Arbeiten meistens mit „Schödl-Schorsch“, gelegentlich nur mit „Schödl“ oder mit „Georg Schödl“. Da sein Signum häufig falsch als z. B. „Schädl“ gedeutet wird, und seine Gemälde sehr verstreut sind, ist er im Kunsthandel auch wenig bekannt. So tauchen immer wieder Gemälde auf, die niemand richtig zuordnen kann. Darauf muss unbedingt verwiesen werden, um sein Schaffen zu ordnen!

Im Verlauf des 2. Weltkrieges war er als Sanitäter eingesetzt. Nach der Kriegsgefangenschaft ging er nach Bremen, heiratete dort ca. im November 1955. Er wohnte bis zu seinem Tod unter verschiedenen Adressen in der Stadt. Laut seinen Sohn arbeitete er immer als Kunstmaler, war von warmen, herzlichen Gemüt und liebte als Hobbykoch die Geselligkeit im Freundeskreis.

Gez. Kleriker81

Hallo Kleriker,
mit sehr großem Interesse habe ich gerade „posts“ zu Georg Schödl gelesen. Schorsch war sicher Anfang der 50-iger Jahre in Bremen. Woher weiß ich das? Von meiner Mutter, da er bis Herbst 1954 der Liebhaber meiner Mutter in Bremen gewesen ist und ich als unehelicher Sohn aus dieser Verbindung hervorgegangen bin :smile:. Während der Schwangerschaft trennten sich meine Mutter und Schorsch, weil …, das ist eine sehr private Geschichte. Sehr spannend finde ich aber, dass ich anscheinend einen Halbbruder habe, von dem ich zwar über Umwege gehört habe, aber nie die Chance hatte, in Kontakt zu treten.
Ich habe noch ein paar weitere Informationen und auch ein paar „gerettete“ Orginale und 2 Fotografien von ihm.
Meine E-Mail Adresse ist: [email protected]
Ein frohes Neues Jahr und Grüße an die Gemeinde,
Joachim

Hallo Frank,
wollte Ihnen die Bilder schicken, kann leider nicht antworten. Bitte schicken Sie mir für die Kontaktaufnahme eine seperate E-mail auf: [email protected].


Gruß,

Joachim

Georg Schödl, Sommer 1954 in Bremen

Hallo Frank,
kann auf Ihre E-Mail nicht antworten:
[email protected]
bekomme immer eine Fehlermeldung.

Gruß,
Joachim