Widerstand in Oesterreich?

Hallo Barbara

Von daher meinte ich, da nichts mehr zu sagen zu müssen.

Diesen Seitenhieb habe ich mir redlich verdient…

Also, es gab Widerstand [im besagten Archiv habe ich 1 Jahr
gearbeitet und eine Menge der alten Widerstandskämpfer kennen
gelernt…

Hätten die wohl einem Kreuzverhör standgehalten?

Wie Michael schon schreibt, waren 105 % der Franzosen in der Resistance, die Italiener hatten sich nach ihren Heldentaten unter Mussolini zu veritablen Partisanen gemausert und der Vatikan ist während dem Krieg allen Bedrängten zur Seite gestanden. Meines Wissens haben die Oesterreicher als Volk immerhin keine Legendenbildung betrieben. Und dies mit gutem Grund. Wenn es opportun ist, war man Widerstandskämpfer und hat trotz allem einen guten Draht zur FPÖ. Die Wahlen sind ja geheim…
Was noch zu sagen ist:
Ich hab sie trotzdem gern, diese liebenswürdigen Opportunisten!

Gruss
Ueli

Dollfuß und Hitler (und anderes)
Das Dollfuß-Regime der 30er Jahre war sicher autoritär und totalitär, aber man kann es nicht als Vorläufer der NS-Herrschaft bezeichnen - immerhin wurde Dollfuß von illegalen Nazis erschossen - außer vielleicht in einem so allgemeinen Sinn, dass Österreich eine große Anfälligkeit für jede Art von Autoritarismus hatte. Das bringt aber auch wieder wenig.

Wie Michael schon schreibt, waren 105 % der Franzosen in der
Resistance, die Italiener hatten sich nach ihren Heldentaten
unter Mussolini zu veritablen Partisanen gemausert und der
Vatikan ist während dem Krieg allen Bedrängten zur Seite
gestanden. Meines Wissens haben die Oesterreicher als Volk
immerhin keine Legendenbildung betrieben. Und dies mit gutem
Grund. Wenn es opportun ist, war man Widerstandskämpfer und
hat trotz allem einen guten Draht zur FPÖ. Die Wahlen sind ja
geheim…

Naja. Die Legendenbildung ging in die Richtung, dass „wie alle Opfer waren“, deswegen auch kein schlechtes Gewissen gebraucht hätten, von Restitution und Entschädigung für die wirklcihen, die jüdischen Opfer ganz zu schweigen … es ist alles wirklich nicht ganz einfach. Viele derjenigen, die nach dem Krieg die Ausgrenzung der Opfer fortsetzten („ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen“, war die quasi offizielle Formel), waren - wie Leopold Figl - selbst im KZ. Den Opferstatus Österreichs hatte man auf der anderen Seite bereits 1943 von den Allierten bestätigt bekommen (Moskauer Deklaration), sicher aus ganz strategischen politischen Überlegungen heraus, aber das war nun einmal der öffentliche Sprachgebrauch.

Wenn es opportun ist, war man Widerstandskämpfer und
hat trotz allem einen guten Draht zur FPÖ. Die Wahlen sind ja
geheim…

Nur um das festzuhalten: die meisten Nazis kamen bequem in der ÖVP und mehr noch in der SPÖ unter ("Von der SA in den BSA), die dadurch ihre fehlende Verwurzelung in den Eliten auszugleichen hoffte (abgesehen von der halben Million wahleberechtigter „Ehemaliger“)

Ich hab sie trotzdem gern, diese liebenswürdigen
Opportunisten!

Wenn, dann nicht deswegen, sondern weil es eben doch Widerstand gegeben hat. In diesem Thread ist, was ich gelesen habe, die Gruppe O5 noch nicht erwähnt worden. Auch der sozialistische und kommunistische Widerstand und der passive Widerstand des ländlichen Katholizismus haben hier andere Traditionen.

lg
täubchen

Hallo Ueli,

ganz kurz nur, bin supervergrippt, Das DOEW ist die Hassadresse von Haider Nr. 1 - der führt regelmäßige Prozesse gegen das Archiv, weil die nämlich auch gegen Rechtsextremismus heute viel veröffentlichen und aufklären.

Die älteren Menschen, die ich da kennen gelernt habe, waren fast alle Widerstandskämpfer, oft genug jahrelang im KZ deswegen.

Viele Grüße,

barbara

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Also eigentlich sollte dies hier ja zum thema Östereich sein, darum einige Gedanken zuerst dazu…

im Buch „Heinrich Himmler- Architekt der Endlösung“ von Richard Breitmann
zum Thema Anschluss Österreichs:

„Der Anschluss, die rasche Angliederung Österreichs an das Deutsche reich im März 1938, ärgerte die westmächte nicht sonderlich. Österrecih war schliesslich ein deutsches Land, ein künstliches Erzeugnis der Friedensregelung nach dem ersten Weltkrieg, das 1919 sogar die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich anstrebte. Obwohl die dt. truppen unaufgefordert und gegen den Willen derösterreichischen Regierung einmarschierten, konnte man den Anschluss als nationale Selbstbestimmung auslegen“

Es ist müssig darüber zu diskutieren wieviele nun zugestimmt haben, ob manipuliert oder nicht…die Mehrheit war unwiderruflich dafür… Ende…

zur Tschechoslowakei… das Sudetenland wurde ans reich angegliedert aufgrund der deutschstämmigen Bevölkerung, die Tschechoslowakei wurde schlichtweg okkupiert, Quellen lassen darauf zurückschliessen das Hitler 1938 einen krieg mit der tschechislowakei plante… durch die Appeasementpolitik Chamberlains konnte das durch das Münchener Abkommen ausgeschlossen werden … warum sollte die dortige Bevölkerung soich also freuen wenn sie einfach besetzt wird…???
im Sudetenland vor 1938 bauten die Tschechen zum beispiel eine lange Befestigungslinie…die Rohre der kanonen zeigten nach deutschland