Wie den psychischen Zustand bei Stress verbessern?

Hallo Hanna,

erst einmal, ich freue mich, daß es Dir etwas besser geht!

Da es mit der Familienpflegerin noch nicht so anläuft, habe ich noch einen kleinen Wink für Dich:

Überlege Dir mal, ob Deine Verwandtschaft und Deine Freunde es Dir wert sind, Dich unterstützen zu dürfen! Damit meine ich jetzt nicht nur moralisch sondern auch tatkräftig.
OK, eine Bügelhilfe hast Du, was gibt es noch, was Dir vorübergehend abgenommen werden kann? Der Einkauf? und?

liebe Grüße und man tau!
Fionny

Hallo Hanna,

Jeder Vorschlag, der weder Zeit noch Geld kostet, wird gerne
umgehend umgesetzt *bg*
Wenn ich eine Familienhelferin kriege, kann ich gerne auf Kur
fahren, aber die Kosten müssten von der Krankenkasse
übernommen werden. Ich spreche nächste Woche mit meiner Ärztin
über die Möglichkeiten einer Kur.

Sehr gut, tu das! Aber irgendwie habe ich bei dir das Gefühl (nach Lektüre deiner Antworten), dass du der Ärztin deine Lage nicht so dringlich schildern wirst wie du es hier in deinem Ausgangsposting getan hast… und dann vielleicht ganz froh sein wirst, wenn die ärztin meint, so dringend sei es ja nicht…
Kann es sein, Hanna, dass ich damit Recht behalte?

Bei uns gibts keine Haushaltshilfen von der Krankenkasse! Nur
die Caritas (eine katholische karitative Organisation) bietet
Familienhilfe an. Die Helferinnen sind aber für die nächste
Woche ausgebucht.

Dran bleiben! Nicht abspeisen lassen! Bleib hartnäckig!

So lange ich noch irgendwie krauchen kann, hab ich ein
schlechtes Gewissen, wenn ich Hilfe in Anspruch nehme. Ich
würde mich als Schmarotzerin empfinden, die andere
ungerechtfertigter Weise für sich arbeiten lässt (kennst Du
nicht dieses Gefühl?)

Doch, Hanna, das Gefühl kannte ich! Und jetzt sag ich dir was:
Das ist ein typisch weibliches Gefühl, das uns anerzogen wurde! Und zwar von unseren Müttern. Bring mir auch nur einen Mann, der ein schlechtes Gewissen hat, wenn er z.B. am Wochenende zu Hause ist und dir so quasi bei der Haushaltsarbeit zuschaut. Ich weiß (oder besser, ich nehme an), ihr habt euch diese „Arbeitsteilung“ so geschaffen (siehe deine ViKa) - du bist Hausfrau und dein Mann verdient das Geld.
Und deshalb fühlst du dich als „Schmarotzer“, wenn du „andere für dich arbeiten lässt.“ Weil ihr es ja so vereinbart habt.
Aber nun stell dir doch mal folgendes vor:
Du nimmst eine Stelle z.B. als Sekretärin an. Die Aufgaben sind klar. Aber so nach und nach kommt immer noch ein „Chef“ dazu, für den du Sekretärin sein sollst. Am Anfang war es nur einer und nach ein paar Jahren sind es 7. Die Art der Tätigkeit ist immer noch die gleiche. Aber das ganze multipliziert mit 7. Schaffst du das in der vereinbarten Zeit? Sicher nicht. Diese Sekretärin würde spätestens beim 3. Chef entweder eine erhebliche Gehaltserhöhung fordern oder eine Assistentin. Und würde sie auch bekommen. Ist sie deshalb ein Schmarotzer?

Hanna, mach dich frei von dem Gedanken, dass alles zu Hause dein Job ist! Ihr seid eine Gemeinschaft, in der es auch Arbeitsteilung geben muss. Deine Kinder sind teilweise alt genug, Pflichten zu übernehmen, auch deine Söhne!
Und noch etwas: ich weiß, du bist sehr gläubig. Ich nicht. Und trotzdem bin ich mir 100%ig sicher, dass dein Gott es nicht als Sünde sieht, wenn du auch einmal sagst: „Jetzt habe ich keine Lust, weil ich müde bin, weil ich Schmerzen habe.“ Gott hat dir Kraft gegeben, aber nicht unbegrenzt. Und Gott hat sicher nichts dagegen, wenn du einmal Pause machst - Gott hat am siebten Tag auch geruht, nicht wahr?

Liebe Grüße
Uschi

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Hallo Uschi,

Ich spreche nächste Woche mit meiner Ärztin
über die Möglichkeiten einer Kur.

Sehr gut, tu das! Aber irgendwie habe ich bei dir das Gefühl
(nach Lektüre deiner Antworten), dass du der Ärztin deine Lage
nicht so dringlich schildern wirst wie du es hier in deinem
Ausgangsposting getan hast… und dann vielleicht ganz froh
sein wirst, wenn die ärztin meint, so dringend sei es ja
nicht…
Kann es sein, Hanna, dass ich damit Recht behalte?

Nun, diese Ärztin wollte schon vor vier Jahren, dass ich mir eine Haushaltshilfe nehme - und seither hat sich mein gesundheitlicher Zustand ja nicht gerade verbessert. Ich erwarte nicht, bei ihr Überzeugungsarbeit leisten zu müssen.
Abgesehen davon tut es mir gut, mich auf eine Menge Bekannter berufen zu können, die mir dringendst dazu raten. Von alleine würde ich ja nicht um eine Kur fragen, aber dank Euch… *smile*
Was sie gesagt hat, kann ich dann Donnerstag mittag berichten!

Die Helferinnen sind aber für die nächste
Woche ausgebucht.

Dran bleiben! Nicht abspeisen lassen! Bleib hartnäckig!

Die Kinder haben nächste Woche Ferien. Die werde ich einspannen, versprochen!

So lange ich noch irgendwie krauchen kann, hab ich ein
schlechtes Gewissen, wenn ich Hilfe in Anspruch nehme. (…)

Das ist ein typisch weibliches Gefühl, das uns
anerzogen wurde! Und zwar von unseren Müttern. (…)
Und deshalb fühlst du dich als „Schmarotzer“, wenn du „andere
für dich arbeiten lässt.“ Weil ihr es ja so vereinbart habt.
Aber nun stell dir doch mal folgendes vor:
Du nimmst eine Stelle z.B. als Sekretärin an. Die Aufgaben
sind klar. Aber so nach und nach kommt immer noch ein „Chef“
dazu, für den du Sekretärin sein sollst. Am Anfang war es nur
einer und nach ein paar Jahren sind es 7. Die Art der
Tätigkeit ist immer noch die gleiche. Aber das ganze
multipliziert mit 7. Schaffst du das in der vereinbarten Zeit?
Sicher nicht. Diese Sekretärin würde spätestens beim 3. Chef
entweder eine erhebliche Gehaltserhöhung fordern oder eine
Assistentin. Und würde sie auch bekommen. Ist sie deshalb ein
Schmarotzer?

Generationen von Müttern vor uns haben noch viel mehr Kinder großgezogen. Daher kann ich Dein Argument für mich nicht gelten lassen (ich bin wahnsinnig schwer zu überzeugen, ich weiß *seufz* Aber wenn ich vor mir eine Entscheidung nicht rechtfertigen kann, habe ich ein schlechtes Gewissen, und das belastet mich. Damit wäre der Erfolg „Entlastung“ wieder dahin…)

Hanna, mach dich frei von dem Gedanken, dass alles zu Hause
dein Job ist! Ihr seid eine Gemeinschaft, in der es
auch Arbeitsteilung geben muss. Deine Kinder sind teilweise
alt genug, Pflichten zu übernehmen, auch deine Söhne!
Und noch etwas: ich weiß, du bist sehr gläubig. Ich nicht.

Gestern habe ich kurz mit der Frau des Pastors telefoniert. Sie hat mir sehr ins Gewissen geredet, ich solle die Kinder mehr zur Hausarbeit einspannen. Bügeln, aufräumen und Geschirr waschen könnte ich ruhigen Gewissens delegieren. Was heißt „ruhigen Gewissens“! Sie hat mich geradezu beschworen, es zu tun, weil es nicht im Sinne Gottes sei, Paschas heranzuziehen! Sie selbst hat drei Söhne, die mit 5 Jahren das Frühstück herrichteten, im Volksschulalter Geschirr waschen mussten und ab 10 ihre Klamotten selbst bügelten.

Und
trotzdem bin ich mir 100%ig sicher, dass dein Gott es nicht
als Sünde sieht, wenn du auch einmal sagst: „Jetzt habe ich
keine Lust, weil ich müde bin, weil ich Schmerzen habe.“ Gott
hat dir Kraft gegeben, aber nicht unbegrenzt. Und Gott hat
sicher nichts dagegen, wenn du einmal Pause machst - Gott hat
am siebten Tag auch geruht, nicht wahr?

Du kennst Gott ja fast besser als ich ihn bis jetzt gekannt habe *grins*

Die Ferienwoche wird mir jetzt Gelegenheit zu einer Umorganisation geben. Wünsch mir Kraft, mich gegen die Kinder durchzusetzen! Wenn sie so lieb schauen, dann kann ich ihnen fast nicht ihre Freizeitaktivitäten abschlagen! Das ist mein großes Problem.

Lieben Gruß

Hanna

Hallo Romana!

Brauchst Du noch mehr Härten bis
Du selbst zusammenbrichst?

Ich verstehe nicht, was erstrebenswert daran ist,
zusammenzubrechen.

Nichts ist an einem Zusammenbruch erstrebenswert. Doch steht
der nicht an, wenn man sich auf Dauer zuviel zumutet und sich
ständig überlastet? Das Bild habe ich bei Dir.

Ich habe mich im letzten Monat nicht freiwillig überfordert, und zum Glück war dieser Stress auch eine Ausnahme.

Vielleicht
täusche ich mich. Doch was steckt hinter Deinen Seufzern?

Das *seufz* habe ich als Zeichen hingesetzt, damit Ihr wisst, was mich belastet hat.
So stand zum Beispiel hinter der Blinddarmentzündung ein *seufz*, hinter der Operation aber nicht mehr, weil ich mir gar nicht erlaubt habe, mir Sorgen um den Ausgang der Operation zu machen. Wie Du sicher schon bemerkt hast, bin ich eine tief gläubige Frau, und so habe ich die Sorgen einfach auf Gott abgewälzt.

Erstrebenswert ist sich abzugrenzen, sich selbst was Gutes zu
tun, das Leben zu genießen, das Leben und sich selbst zu
lieben und daraus Lebensenergie, Lebenskraft zu schöpfen.

Wer sagt Dir, dass ich nicht die Sonnenstrahlen und den Vogelggesang genossen habe? Wer sagt Dir, dass ich nicht in einem Gespräch, wo ich mir alles von der Seele reden konnte, Kraft schöpfen konnte? Wer sagt Dir, dass ich mich nicht geliebt habe, indem ich bewusst jeden freien Augenblick genutzt habe, mich zu entspannen?

Scheinbar nimmst Du andere Menschen wichtiger als Dich selbst.
Längerfristig schadest Du nicht nur Dir selbst sondern auch
den anderen Menschen, insbesondere cLieben damit.

Ich habe vier Wochen lang(!!!) nur durchhalten können, indem ich mich auch selbst wichtig genommen habe. In der fünften Woche, als es dann kritisch wurde, habe ich Prioritäten gesetzt: Ich will fit sein für meinen Sohn im Krankenhaus. Alle anderen Aufgaben habe ich an die Gesunden und Rekonvaleszenten abgetreten. Harald mit seiner noch nicht ausgeheilten Lungenentzündung hätte ja nicht ins Krankenhaus dürfen.

Um nur ein Beispiel zu nennen, Dein Leben mal andes
handzuhaben, nachdem Dir scheinbar andere Menschen wichtiger
sind als Du Dir selbst: das was Du Deinen Kindern vorlebst,
wird sie prägen für ihr eigenes Leben. Möchtest Du, daß sie
auch so seufzen wie Du?

Ich habe nicht geseufzt. Ich habe die Belastungen vier Wochen lang gut gemanagt. In der fünften Woche habe ich umorganisiert und alle Aufgaben bis auf den Krankenhausbesuch delegiert. Und ich hoffe, die Kinder haben sich das von mir abgeschaut.

Was denkst Du wie Deine Kinder bzw. Dein Mann Dich sehen bzw.
über Dich denken? Denkst Du, ihnen gefällt was sie sehen? Was
möchtest Du, daß sie sehen, wenn sie ihre Mutter respektive
die Ehefrau ansehen?

Ich denke, es gefällt ihnen besser, als sie würden eine
zusammengebrochene Mutter und Ehefrau sehen.

Was sehen Deine Kinder? Was sieht Dein Mann?

Mein Mann ist stolz auf mich. Er sieht in mir eine starke Frau, die sich tapfer geschlagen hat, und die jede neue Belastung mit Fassung aufgenommen hat, ohne auch nur ein einziges Mal die Nerven wegzuschmeißen. Ich habe nicht geheult (außer in der Zeit zwischen dem Tod meines Vaters und der Beerdigung, aber das war nur die Trauerarbeit, nicht, weil ich ein Nervenbündel war).

Er bietet mir soeben an, Dir das selbst zu sagen, wenn Du es nicht glauben willst. *grins*

Du hast ein Recht auf Hilfe, auf Unterstützung. Einstweilen
hole Dir eine Hilfe, sei es privat oder z.B. von der
Krankenkasse. (…)

Ich habe heute versucht, eine Familienhelferin zu kriegen,
aber die waren ausgebucht.

Auch wenn es Dir schwer fällt, sogar unmöglich erscheint, rufe
dort noch mal an und frage nach Alternativen und fordere eine
Lösung, mach die Driglichkeit Deiner Situation klar. Laß’ Dich
nicht abweisen. Sei egoistisch für Dich und Deine Familie.

Meine Kinder haben diese Woche Ferien, ich werde sie tüchtig einteilen zur Arbeit. Das schweißt auch die Familie zusammen. :smile:

Meinem Verständnis vom Leben nach, wird es vermutlich noch
dicker kommen, wenn Du keine Kurskorrektur vornimmst und
lernst liebevoller mit Dir selbst umzugehen.

Ich denke nicht, dass es in Notzeiten dran ist, nur an sich
selbst zu denken und sich zu pflegen.

So wollte ich nicht verstanden wissen. Ist Egoismus bei Dir
nur negativ besetzt oder kannst Du dem auch was Positives
abgewinnen? Ich gehe davon aus, daß je weniger man sich um
sich selbst sorgt bzw. sorgen kann, man sich auch umso weniger
um andere sorgen kann. Folglich kommt erst mal die
Selbstversorgung, die Selbstliebe.

Meine Kräfte einzuteilen, habe ich mit dem Fortschreiten des Rheuma gelernt. Ich setze mich jetzt auch oft ohne schlechten Gewissens an den Computer. Meine Ruhezeiten halte ich ein, weil es niemandem dient, wenn ich mich übernehme.

Kannst Du einen Teil Deiner
Verantwortung auch delegieren? Mußt Du für soviel
verantwortlich sein wie Du meinst sein zu müssen?

Ich hab gestern mit der Frau meines Pastors telefoniert, und sie hat mir eindringlich geraten, mehr Hausarbeit an die Kinder zu delegieren.
Das will ich jetzt machen, und die vor uns liegende Ferienwoche gibt mir eine gute Startgelegenheit dazu.

Hanna
*dienichtweißobsiedichüberhauptrichtigverstandenhat*

Ich fühle mich oft mißverstanden. Du schürst gerade den
Gedanken, gleichwohl es sich gerade in den letzten Monaten
gebessert hat. Mir scheint oft, daß ich eine andere Sprache
spreche. Ich wünsche mir, richtig bei Dir angekommen zu sein.
Ansonsten höre mit dem Herzen zu. :smile:

Romana, dieses Gefühl kenne ich nur allzu gut! Auch ich denke oft, ganz klar und eindeutig formuliert zu haben, sodass man gar nichts anderes herauslesen kann - und trotzdem versteht man mich manchmal nicht! So hast Du ja zum Beispiel das, was als optisches „Das-habe-ich-als-Belastung-empfunden“-*seufz* gesetzt war, als seufzen ausgelegt!!!

Ich wünsche Dir und mir, dass wir uns so ausdrücken können, dass uns niemand mehr missversteht! :smile:

Lieben Gruß

Hanna

Hallo Fionny,

da meine Kinder schon ziemlich groß sind, wurde mir eindringlich geraten, sie mehr zur Hausarbeit einzuteilen. Das werde ich machen! Es tut mir und den Kindern gut - was will man mehr? :smile:

Vielen Dank für Deine Tipps!

Hanna

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Hanna,

Hallo Romana!

Brauchst Du noch mehr Härten bis
Du selbst zusammenbrichst?

Ich verstehe nicht, was erstrebenswert daran ist,
zusammenzubrechen.

Nichts ist an einem Zusammenbruch erstrebenswert. Doch steht
der nicht an, wenn man sich auf Dauer zuviel zumutet und sich
ständig überlastet? Das Bild habe ich bei Dir.

Ich habe mich im letzten Monat nicht freiwillig überfordert,
und zum Glück war dieser Stress auch eine Ausnahme.

Das tut wohl niemand freiweillig.

Vielleicht
täusche ich mich. Doch was steckt hinter Deinen Seufzern?

Das *seufz* habe ich als Zeichen hingesetzt, damit Ihr wisst,
was mich belastet hat.
So stand zum Beispiel hinter der Blinddarmentzündung ein
*seufz*, hinter der Operation aber nicht mehr, weil ich mir
gar nicht erlaubt habe, mir Sorgen um den Ausgang der
Operation zu machen. Wie Du sicher schon bemerkt hast, bin ich
eine tief gläubige Frau, und so habe ich die Sorgen einfach
auf Gott abgewälzt.

Erstrebenswert ist sich abzugrenzen, sich selbst was Gutes zu
tun, das Leben zu genießen, das Leben und sich selbst zu
lieben und daraus Lebensenergie, Lebenskraft zu schöpfen.

Wer sagt Dir, dass ich nicht die Sonnenstrahlen und den
Vogelggesang genossen habe? Wer sagt Dir, dass ich nicht in
einem Gespräch, wo ich mir alles von der Seele reden konnte,
Kraft schöpfen konnte? Wer sagt Dir, dass ich mich nicht
geliebt habe, indem ich bewusst jeden freien Augenblick
genutzt habe, mich zu entspannen?

Ich habe nicht geschrieben, Du kannst es nicht. Ich habe geschrieben, was schön und wichtig im Leben sein kann. So wie Du geschrieben hast, wirkte es auf mich so als teils wenigstens Du generell die Tendenz hast Dir zuviel aufzuhalsen. Das hat für mich schon die Konsequenz, daß man für die schönen Dinge im Leben nicht mehr so sehr bzw. weniger offen ist bzw. sein kann.

Scheinbar nimmst Du andere Menschen wichtiger als Dich selbst.
Längerfristig schadest Du nicht nur Dir selbst sondern auch
den anderen Menschen, insbesondere cLieben damit.

Ich habe vier Wochen lang(!!!) nur durchhalten können, indem
ich mich auch selbst wichtig genommen habe. In der fünften
Woche, als es dann kritisch wurde, habe ich Prioritäten
gesetzt: Ich will fit sein für meinen Sohn im Krankenhaus.
Alle anderen Aufgaben habe ich an die Gesunden und
Rekonvaleszenten abgetreten. Harald mit seiner noch nicht
ausgeheilten Lungenentzündung hätte ja nicht ins Krankenhaus
dürfen.

Um nur ein Beispiel zu nennen, Dein Leben mal andes
handzuhaben, nachdem Dir scheinbar andere Menschen wichtiger
sind als Du Dir selbst: das was Du Deinen Kindern vorlebst,
wird sie prägen für ihr eigenes Leben. Möchtest Du, daß sie
auch so seufzen wie Du?

Ich habe nicht geseufzt. Ich habe die Belastungen vier Wochen
lang gut gemanagt. In der fünften Woche habe ich umorganisiert
und alle Aufgaben bis auf den Krankenhausbesuch delegiert. Und
ich hoffe, die Kinder haben sich das von mir abgeschaut.

Was denkst Du wie Deine Kinder bzw. Dein Mann Dich sehen bzw.
über Dich denken? Denkst Du, ihnen gefällt was sie sehen? Was
möchtest Du, daß sie sehen, wenn sie ihre Mutter respektive
die Ehefrau ansehen?

Ich denke, es gefällt ihnen besser, als sie würden eine
zusammengebrochene Mutter und Ehefrau sehen.

Was sehen Deine Kinder? Was sieht Dein Mann?

Mein Mann ist stolz auf mich. Er sieht in mir eine starke
Frau, die sich tapfer geschlagen hat, und die jede neue
Belastung mit Fassung aufgenommen hat, ohne auch nur ein
einziges Mal die Nerven wegzuschmeißen. Ich habe nicht geheult
(außer in der Zeit zwischen dem Tod meines Vaters und der
Beerdigung, aber das war nur die Trauerarbeit, nicht, weil ich
ein Nervenbündel war).

Er bietet mir soeben an, Dir das selbst zu sagen, wenn Du es
nicht glauben willst. *grins*

Du hast ein Recht auf Hilfe, auf Unterstützung. Einstweilen
hole Dir eine Hilfe, sei es privat oder z.B. von der
Krankenkasse. (…)

Ich habe heute versucht, eine Familienhelferin zu kriegen,
aber die waren ausgebucht.

Auch wenn es Dir schwer fällt, sogar unmöglich erscheint, rufe
dort noch mal an und frage nach Alternativen und fordere eine
Lösung, mach die Driglichkeit Deiner Situation klar. Laß’ Dich
nicht abweisen. Sei egoistisch für Dich und Deine Familie.

Meine Kinder haben diese Woche Ferien, ich werde sie tüchtig
einteilen zur Arbeit. Das schweißt auch die Familie zusammen.

-)

Meinem Verständnis vom Leben nach, wird es vermutlich noch
dicker kommen, wenn Du keine Kurskorrektur vornimmst und
lernst liebevoller mit Dir selbst umzugehen.

Ich denke nicht, dass es in Notzeiten dran ist, nur an sich
selbst zu denken und sich zu pflegen.

So wollte ich nicht verstanden wissen. Ist Egoismus bei Dir
nur negativ besetzt oder kannst Du dem auch was Positives
abgewinnen? Ich gehe davon aus, daß je weniger man sich um
sich selbst sorgt bzw. sorgen kann, man sich auch umso weniger
um andere sorgen kann. Folglich kommt erst mal die
Selbstversorgung, die Selbstliebe.

Meine Kräfte einzuteilen, habe ich mit dem Fortschreiten des
Rheuma gelernt. Ich setze mich jetzt auch oft ohne schlechten
Gewissens an den Computer. Meine Ruhezeiten halte ich ein,
weil es niemandem dient, wenn ich mich übernehme.

Kannst Du einen Teil Deiner
Verantwortung auch delegieren? Mußt Du für soviel
verantwortlich sein wie Du meinst sein zu müssen?

Ich hab gestern mit der Frau meines Pastors telefoniert, und
sie hat mir eindringlich geraten, mehr Hausarbeit an die
Kinder zu delegieren.
Das will ich jetzt machen, und die vor uns liegende
Ferienwoche gibt mir eine gute Startgelegenheit dazu.

Gut.

Hanna
*dienichtweißobsiedichüberhauptrichtigverstandenhat*

Ich fühle mich oft mißverstanden. Du schürst gerade den
Gedanken, gleichwohl es sich gerade in den letzten Monaten
gebessert hat. Mir scheint oft, daß ich eine andere Sprache
spreche. Ich wünsche mir, richtig bei Dir angekommen zu sein.
Ansonsten höre mit dem Herzen zu. :smile:

Romana, dieses Gefühl kenne ich nur allzu gut! Auch ich denke
oft, ganz klar und eindeutig formuliert zu haben, sodass man
gar nichts anderes herauslesen kann - und trotzdem versteht
man mich manchmal nicht! So hast Du ja zum Beispiel das, was
als optisches „Das-habe-ich-als-Belastung-empfunden“-*seufz*
gesetzt war, als seufzen ausgelegt

Ich wünsche Dir und mir, dass wir uns so ausdrücken können,
dass uns niemand mehr missversteht! :smile:

So wie manche Menschen Dir geschrieben haben, die Dich besser kennen, neigst Du zur Selbstüberforderung. Ich habe bei Dir mehr etwas gefühlt als daß ich es wissen kann, da ich Dich nicht kenne. Und was ich fühlte, das kam bei mir ziemlich erschöpft an. Ob und inwieweit ich Recht habe, kannst nur Du selbst entscheiden bzw. Dir mal von außen von einem Profi spiegeln lassen.

Manche Menschen sind mehr ausgepowert als sie sich selbst zugestehen wollen und kaum geht’s a bissl bergauf, wird ein Kürzertreten schon vergessen bzw. viel zu wenig getan. Ich kann und mag nicht beurteilen, ob und inwieweit das auf Dich zutrifft. Da mußt Du schon selbst hinschauen. Und das wünsche ich Dir. :smile:

Ich habe heute mal wieder eine üble Halsentzündung.Seit Weihnachten vergrippt. Tja, ich brüte auch was aus. :smile:

Ciao,
Romana

Lieben Gruß

Hanna

Hallo Romana!

Wer sagt Dir, dass ich nicht die Sonnenstrahlen und den
Vogelggesang genossen habe? Wer sagt Dir, dass ich nicht in
einem Gespräch, wo ich mir alles von der Seele reden konnte,
Kraft schöpfen konnte? Wer sagt Dir, dass ich mich nicht
geliebt habe, indem ich bewusst jeden freien Augenblick
genutzt habe, mich zu entspannen?

Ich habe nicht geschrieben, Du kannst es nicht. Ich habe
geschrieben, was schön und wichtig im Leben sein kann. So wie
Du geschrieben hast, wirkte es auf mich so als teils
wenigstens Du generell die Tendenz hast Dir zuviel
aufzuhalsen. Das hat für mich schon die Konsequenz, daß man
für die schönen Dinge im Leben nicht mehr so sehr bzw. weniger
offen ist bzw. sein kann.

Da hast Du in gewissem Sinn recht; ich habe mich lieber mal schnell zum Computer gesetzt und sinnlos irgend ein Spiel gespielt als ein kreatives Hobby auszuüben.
Aber ich habe mir schon vorgenommen, fürs Erste wenigstens ein Hobby zu „reanimieren“.

(…)

Ich hab gestern mit der Frau meines Pastors telefoniert, und
sie hat mir eindringlich geraten, mehr Hausarbeit an die
Kinder zu delegieren.
Das will ich jetzt machen, und die vor uns liegende
Ferienwoche gibt mir eine gute Startgelegenheit dazu.

Gut.

*grins*
Aus meinem Ausgangsposting ist nicht hervorgeganen, wie ich mein persönliches Krisenmanagement betreibe, das hat wohl viel Freiheit für Spekulationen gelassen.
Ich muss mir nur alle Eure Ratschläge notieren und konsequent durchführen, sonst lande ich wirklich gleich wieder im alten Fahrwasser! *michselbstindenhinterntret* *g*

Ich wünsche Dir und mir, dass wir uns so ausdrücken können,
dass uns niemand mehr missversteht! :smile:

So wie manche Menschen Dir geschrieben haben, die Dich besser
kennen, neigst Du zur Selbstüberforderung. Ich habe bei Dir
mehr etwas gefühlt als daß ich es wissen kann, da ich Dich
nicht kenne. Und was ich fühlte, das kam bei mir ziemlich
erschöpft an.

Ich WAR TATSÄCHLICH erschöpft. Ich konnte kaum mehr gehen, und an meiner Stimme hätte ich mich selbst nicht erkannt, so schwach und elend klang sie. Ausgesehen habe ich auch furchtbar: Total fertig. Ich war wirklich erschöpft, das hast Du richtig empfunden.

Ob und inwieweit ich Recht habe, kannst nur Du
selbst entscheiden bzw. Dir mal von außen von einem Profi
spiegeln lassen.

Manche Menschen sind mehr ausgepowert als sie sich selbst
zugestehen wollen und kaum geht’s a bissl bergauf, wird ein
Kürzertreten schon vergessen bzw. viel zu wenig getan. Ich
kann und mag nicht beurteilen, ob und inwieweit das auf Dich
zutrifft. Da mußt Du schon selbst hinschauen. Und das wünsche
ich Dir. :smile:

Ich muss wirlich nur konsequent sein mit all den guten Vorsätzen.
Dann ist die Hälfte schon erledigt!

Ich habe heute mal wieder eine üble Halsentzündung.Seit
Weihnachten vergrippt. Tja, ich brüte auch was aus. :smile:

Seit Weihnachten noch nicht auskuriert?
Das klingt nicht gut… Romana, das kann sich aufs Herz schlagen, und damit ist auch bei jungen Menschen nicht zu spaßen!
Mach jetzt nicht, dass ich mich um Dich auch noch sorge! *ggg*
Schau auf Dich, ja?

Einen lieben Gruß

Hanna

Hallo Hanna

da meine Kinder schon ziemlich groß sind, wurde mir
eindringlich geraten, sie mehr zur Hausarbeit einzuteilen. Das
werde ich machen! Es tut mir und den Kindern gut - was will
man mehr? :smile:

Irre ich mich? Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, eine leise Stimme des Zweifels zu hören! Ein leises Flüstern, das sagt, das kann ich von meinen Kindern nicht erwarten (so gut geht es ihnen nicht), das habe ich als Mutter nicht so gewollt ich will doch, daß es ihnen gut geht!
Ich kann Dich in Deinem Vorhaben nur bestärken! Du gibst Deinen Kindern Liebe und Anerkennung, indem Du sie in die Verantwortung ziehst! Sie haben dadurch die Chance zum Wachsen. In Bezug auf Deine Freunde (war nur vorübergehend für die Notsituation gedacht!) habe ich von wert gesprochen. Auch Deine Kinder dürfen es Dir wert sein.
Was das Durchsetzen und Umsetzen betrifft, Du hast einen starken Partner an Deiner Seite, der trotz daß es ihm im Moment selbst noch nicht so gut geht, Dir durchaus Unterstützung bieten kann! Ihr beide zusammen werdet Euren Kindern das alles gut erklären, da bin ich mir sicher! Ich wünsche Euch beiden dafür die Kraft in Euren Herzen und den richtigen Gedanken zur rechten Zeit!
Das die harten Wochen jetzt hinter Dir sind, ist gut. Ich kenne das Ding mit der Lawine nur zu gut und weiß, daß es soetwas wie Nachwehen gibt, wenn Ruhe und Stille einkehrt und die Zeit sich reflektiert. Bitte Hanna, auch Du darft mal weinen und schimpfen! Auch Du darft loslassen und Dir Luft holen! Und bitte, (Harald höre bitte mal weg)*schmunzel* Dein Gott ist gütiger als die Bibel ihn beschreibt, beschreiben kann! Er wird Dich nicht als schwach oder gar Versager zurück weisen! Zeigst Du Deine Schwäche wird er sie als Stärke erkennen, er wird Dich annehmen, in seine Arme nehmen, Dich trösten und ein Stückweit tragen! Er ist ein Gott und Götter haben nun mal nur die Gefühle der Liebe in sich, auch wenn sie alle anderen Gefühle des Menschen kennen, lassen sie für sich die negativen nicht zu! Sorry, mein Kind in mir wollte Dir auch unbedingt etwas erzählen und mal kräftig mit den Fuß aufstampfen! Eine Eigenart, die sich nicht abgewohnen läßt! Trotzdem liebe ich es und nehme es an! Was ist mit Deinem Kind, darf es auch etwas erzählen?

Ich wünsche Dir und Deiner Familie einen Sonnenschein,
lieben Gruß,
Fionny