Wie Wert von Haus schätzen (lassen)?

Beide Einschätzungen haben mit dem Marktwert - also dem erzielbaren Preis - kaum etwas zu tun. Und wenn 15 Immobilien um Deine herum verkauft wurden, haben die erzielten Preise mit dem Wert Deiner Immobilie kaum eine Aussagekraft bzgl. des Wertes Deiner Immobilie und können es auch nicht haben: Ausstattung, Zustand usw. der fraglichen Immobilie können zwangsläufig weder bei den Preisen der verkauften Hütten nicht berücksichtigt worden sein und was Deine persönliche Einschätzung angeht, ist diese nun einmal eine persönliche Einschätzung und nicht die, der möglichen Interessenten. Ja, beides kann einen Anhaltspunkt bieten, aber der Marktwert kann um 10-80% nach oben oder unten abweichen.

Gruß
C.

Ich glaube, ich hab das auch in einem Ratgeberbuch gelesen, und es leuchtet mir ein, dass ein weit überzogener Preis potenzielle Käufer abschreckt, auch auf Dauer. Es macht nicht unbedingt sympathisch oder lässt auf Seriosität schließen, wenn man viel zu viel verlangt. Und wenn man den Preis schon 2 oder 3 mal gesenkt hat und jemand das verfolgt hat, kommt er leicht auf die Idee, noch zu warten, bis man ihn weiter senkt. Also gut, letztlich weiss ich es auch nicht, aber es erscheint mir nicht sehr weit hergeholt, dass es vielleicht nicht ganz so einfach ist, wie du schreibst.

Auf was beruhen deine Aussagen?

Daß in einem Ratgeberbuch mehr stehen muß als „gehen Sie auf Immoscout24, legen Sie nach dem vorgegebenen Raster eine Anzeige an, schreiben Sie irgendeinen Preis rein, der ihnen einigermaßen realistisch erscheint + 30% und warten Sie ab, was passiert“ ist schon klar. Schließlich würde man den Ratgeber dann kaum verkaufen können. Das heißt aber auch nicht, daß der Ratgeber etwas taugt, wenn darin irgendwelche langatmigen Erklärungen stehen, warum man sich so oder so verhalten müßte.

Klar: wenn der Immobilienmarkt in einer Krise steckt und die Preise schneller fallen als man schauen kann, ist es ungleich schwieriger eine Immobilie zu verkaufen und ein zu hoch angesetzter Preis hilft dann auch nicht weiter. Von einer derartigen Situation sind wir aber weit entfernt. Wenn man nicht gerade eine totale Schrottimmobilie an einem unattraktiven Standort verkaufen will, führt ein zu hoch angesetzter Preis allenfalls dazu, daß sich keiner meldet. Geht man nach ein paar Tagen mit dem Preis runter, schlägt entweder einer zu oder eben nicht. Daß sich aber bei einem nun akzeptablen Preis jemand in der Hoffnung abwartet, daß der Preis noch weiter sinkt, ist eine vollkommen unrealistische Annahme.

Erfahrung.

Danke.

Mich wundert der von dir genannte kurze Zeitraum von ein paar Tagen. Da können doch noch gar nicht so viele Menschen (bzw. alle Kaufwilligen) das gesehen haben. Gehört das zur Taktik?

Bei den einschlägigen Portalen kann man sich über neue Angebote per Email informieren lassen. Bei der letzten Immobilie, die ich für einen Dritten verkauft habe, erhielten ungefähr 500 Personen eine solche automatisch erzeugte Email. Innerhalb von 48 Stunden hatte ich ungefähr 50 Anfragen. Und wir reden hier von einer unrenovierten ETW aus den 70ern in einer unattraktiven Großstadt, für die ich schon einen stattlichen Preis aufgerufen hatte.

Bekommt man also innerhalb von ein paar Tagen gar keine Reaktionen, liegt man mit dem Preis offensichtlich voll daneben. Natürlich gilt all das Gesagte für den aktuellen Markt, aber um den geht’s bei der Frage auch.

Gruß
C.

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Danke, sehr hilfreich.