Glaube oder Erkenntnis ?

Von: , Frage gestellt am Do, 21. Aug 2008
Diese Fragestellung ist hier im Forum implizit permanent aktuell in fast
jedem Betrag vor allem in der Rubrik Geisteswissenschaften.
Angeregt wurde ich zu dieser Fragestellung durch eine eingeschlossene
Frage in einem Beitrag am Religionsbrett.
Es wurde gefragt:Warum glaubt der eine und der andere nicht ?
(bei gleichen Vorgaben ?)
Doch diese Frage wollte ich so nicht aufnehmen da hier u.a.auch
psychologische Aspekte greifen.
Mit Glaube meine ich hier nicht rel.Glaube sondern auch im
Sinne einer elementaren philosophischen Wertung.
ICH habe zu meiner Frage Antworten, möchte also hier EURE Vorstellungen
(nicht Wikipedia,Verweise auf lange Referate der bekannten Schlaumeier
hier im Forum oder andere "Literatur") oder besser Begründungen
EURER Unterscheidungen.
Es werden hier leider oft Glaube und Erkenntnis vermischt, vertauscht.
Da wird auf viele Beiträge Wissen draufgeschrieben, der Inhalt ist
aber nur Glaube.Der "Unterscheidungsnotstand" ist offensichtlich.
( Wissen ? Erkenntnis ? Beide bedingen einander oder ?)
Gruß VIKTOR

26 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: Glaube oder Erkenntnis ?
    Hallo Viktor!

    Die Grenze zwischen Glaube und Erkenntnis ist fließend. Es gibt keine absolut bewiesene Erkenntnis.

    Manche Leute glauben ernsthaft, die Erde sei eine Scheibe, alle Satellitenbilder seien Fälschungen oder optische Täuschungen, die Astronauten wären bestochen, und der Mondflug sei eine Hollywood-Inszenierung gewesen.

    Augenzeugen können sich täuschen.

    Mathematiker können sich verrechnen.

    Wissenschaftler machen Denkfehler, manchmal sogar kollektiv, wie Einstein gezeigt hat.

    Alte Schriften können gefälscht sein. Keiner war dabei, als Kolumbus übers Meer gefahren ist, es gibt keinen Beweis dafür.

    Millionen Menschen sagen (zu ihren Kindern), es gibt den Weihnachtsmann. Sollten die sich alle irren?

    Und obwohl längst bewiesen ist, dass die Evolutionstheorie als Pseudowissenschaft voller Widersprüche steckt, glauben immer noch nicht alle an die Schöpfung.

    Grüße

    Andreas
    Wichtigste Erkenntnis heute Dezember 2009
    Passend zu diesem Artikel haben wir auf MyVideo das Video "Wichtigste Erkenntnis heute Dezember 2009" gefunden.

    Weitere passende Videos:
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    Glaube an die Welt

    • Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Glaube oder Erkenntnis ?
      Hallo,

      Die Grenze zwischen Glaube und Erkenntnis ist fließend. Es
      gibt keine absolut bewiesene Erkenntnis.
      Wenn du das so formulierst erscheint es, dass du davon ausgehst, dass Erkenntnis absolut bewiesen sein muss. Was aber heißt "beweisen"?

      Je nachdem, wie man beweisen formuliert, hast du vielleicht recht, dass es keine BEWIESENE Erkenntnis gibt. Das allein kann aber die Erkenntnis an sich doch noch nicht ausschließen. Dein Beitrag beschäftigt sich leider gar nicht mit der Frage nach Erkenntnis, sondern lediglich der bewiesenen Erkenntnis. Ist das nicht ein Unterschied?
      Manche Leute glauben ernsthaft, die Erde sei eine Scheibe,
      alle Satellitenbilder seien Fälschungen oder optische
      Täuschungen, die Astronauten wären bestochen, und der Mondflug
      sei eine Hollywood-Inszenierung gewesen.

      Augenzeugen können sich täuschen.

      Mathematiker können sich verrechnen.

      Wissenschaftler machen Denkfehler, manchmal sogar kollektiv,
      wie Einstein gezeigt hat.

      Alte Schriften können gefälscht sein. Keiner war dabei, als
      Kolumbus übers Meer gefahren ist, es gibt keinen Beweis dafür.

      Millionen Menschen sagen (zu ihren Kindern), es gibt den
      Weihnachtsmann. Sollten die sich alle irren?

      Und obwohl längst bewiesen ist, dass die Evolutionstheorie als
      Pseudowissenschaft voller Widersprüche steckt, glauben immer
      noch nicht alle an die Schöpfung.
      Deine Beispiele beziehen sich meines Erachtens auf etwas, dass als "Wissen" bezeichnet werden kann.
      Ich finde es komisch, wenn man beispielsweise davon ausgeht, dass ein Kind die Erkenntnis hat, dass es den Weihnachtsmann gibt. Ein Kind glaubt dies oder (und hier ist der Übergang wirklich fießend) es weiß es. Der Unterschied zwischen Wissen und Glauben ist vielleicht wirklich nicht immer einfach.
      In bezug auf Wissen kann man aber vielleicht einfach differenzieren. Zum einen gibt es eben Wissen, dass auf Glauben beruht, wie beim Kind, dass an den Weihnachtsmann glaubt, zum anderen gibt es aber auch welches, dass auf Erkenntnis beruht. Ein Beispiel hierfür ist z.B. die Gravitation.
      Wieso meinen wir zu wissen, dass es Gravitation gibt?
      Weil wir die Erkenntnis hatten, dass der Stift (wie alles andere auch) immer auf den Boden fällt.
      Kann man eine solche Erkenntnis immer noch für Glauben halten?
      Ich weiß (mein Wissen beruht in diesem Fall auf persönlicher Erfahrung), dass es Menschen gibt, die das tun. Ein gern gewähltes Argument ist die Halluzination. Man könnte einwenden, dass dann alle Menschen halluzinieren.
      Also: Der Unterschied zwischen Glaube und Erkenntnis liegt meines Erachtens darin, dass eine Erkenntnis ein Wissen erschafft, dass durch Erfahrung immer wieder bestätigt wird. Glaube dagegen benötigt keine Erfahrung.
      Erkenntnis ist übrigens auch das, wodurch wir lernen und uns weiter entwickeln, beispielsweise beim operanten konditionieren. Dieses beruht ebenfalls auf Erfahrungen, ist also im Prinzip ein selbsttätiges Lernen durch Erkenntnis. Kann man sich durch Glaube ebenfalls weiterentwickeln?

      Lieber Gruß
      Tini
      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Glaube oder Erkenntnis ?
        Hallo Tini! Dein Beitrag beschäftigt sich leider gar nicht mit der Frage
        nach Erkenntnis, sondern lediglich der bewiesenen Erkenntnis.
        Ist das nicht ein Unterschied?
        Doch, natürlich. Zum einen gibt es eben Wissen, dass auf
        Glauben beruht, wie beim Kind, dass an den Weihnachtsmann
        glaubt, zum anderen gibt es aber auch welches, dass auf
        Erkenntnis beruht. Ein Beispiel hierfür ist z.B. die
        Gravitation.
        Richtig. Wieso meinen wir zu wissen, dass es Gravitation gibt?
        Weil wir die Erkenntnis hatten, dass der Stift (wie alles
        andere auch) immer auf den Boden fällt.
        Kann man eine solche Erkenntnis immer noch für Glauben halten?
        Ich weiß (mein Wissen beruht in diesem Fall auf persönlicher
        Erfahrung), dass es Menschen gibt, die das tun. Ein gern
        gewähltes Argument ist die Halluzination. Man könnte
        einwenden, dass dann alle Menschen halluzinieren.
        Was in dem Film "Matrix" sogar fast plausibel umgesetzt wird. Also: Der Unterschied zwischen Glaube und Erkenntnis liegt
        meines Erachtens darin, dass eine Erkenntnis ein Wissen
        erschafft, dass durch Erfahrung immer wieder bestätigt wird.
        Glaube dagegen benötigt keine Erfahrung.
        So habe ich das nie gesehen, aber da ist was dran. Andererseits kann auch (z.B. christlicher) Glaube durch Erfahrung gestärkt werden. Erkenntnis ist übrigens auch das, wodurch wir lernen und uns
        weiter entwickeln, beispielsweise beim operanten
        konditionieren.
        Ja, da habe ich vor Jahren einiges drüber gelesen, sehr interessant. Dieses beruht ebenfalls auf Erfahrungen, ist
        also im Prinzip ein selbsttätiges Lernen durch Erkenntnis.
        Kann man sich durch Glaube ebenfalls weiterentwickeln?
        Gute Frage. Nennt sich das dann vielleicht Spekulation?

        Ehrlich gesagt, komme bei all zu weit von den Gebieten ab, in denen ich mich auskenne, kann also leider nicht viel dazu sagen.

        Grüße

        Andreas
  2. Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
    Re: Glaube oder Erkenntnis ?
    Diese Fragestellung ist hier im Forum implizit permanent
    aktuell in fast
    jedem Betrag vor allem in der Rubrik Geisteswissenschaften.
    Angeregt wurde ich zu dieser Fragestellung durch eine
    eingeschlossene
    Frage in einem Beitrag am Religionsbrett.
    Es wurde gefragt:Warum glaubt der eine und der andere nicht ?
    (bei gleichen Vorgaben ?)
    Doch diese Frage wollte ich so nicht aufnehmen da hier
    u.a.auch
    psychologische Aspekte greifen.
    ( Wissen ? Erkenntnis ? Beide bedingen einander oder ?)
    Gruß VIKTOR
    Hallo Viktor,
    Bekanntlich eilt der Glaube dem Wissen immer ein par Schritte voraus !Somit sind sie ein Paar und der Glaube provoziert quasi die Wissenschaft. Hat diese jedoch den Glauben eingeholt, beginnt das Spiel von Neuem.
    Mit Gruss: harta
  3. Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
    Re: Glaube oder Erkenntnis ?
    Hallo,
    habe ich Deine Frage richtig verstanden, dass Du den Unterschied zwischen Glaube und Erkenntnis erfragst?

    Erkenntnis oder besser Wissen nenne ich all das was ich durch mein eigenes Erleben erfahre.
    Das schließt Irrtum und Täuschung nicht aus.

    Glaube nenne ich all das was mir von anderen Menschen zugetragen wird und das ich so erst einmal nicht selbst erfahren kann.

    Insofern sind z.B. auch Nachrichten und Wissenschaft ein "Glaube".

    Die "Stärke" des Glaubens richtet sich nach der selbst abgeschätzen Plausibilität und den Quellen (Menschen) denen dieser "Glaube" geschenkt wird.

    D.h. der religöse Mystiker der von seiner "Gotteserfahrung" spricht steht ersteinmal auf einer Stufe mit den ARD-Nachrichten und den neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen - was die "Glaubwürdigkeit" angeht.

    Letztlich ist "Glaube" nicht ein "an etwas glauben" sondern ein "jemandem glauben".

    Das ist die philosophische Betrachtung. Im Alltag "weiß" ich natürlich auch, dass es Australien gibt - ohne das ich bisher dort war...

    Grüße
    K. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
    • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Glaube oder Erkenntnis ?
      Hallo Klaus, Insofern sind z.B. auch Nachrichten und Wissenschaft ein
      "Glaube".
      Einspruch!

      Glaube ist etwas, was ich (prinzipiell) nicht wissen kann.
      Ich kann nur an die Existenz (eines) Gottes glauben, weil sie nicht beweisbar ist.
      Bei den Wissenschaften, speziell den Naturwissenschaften kann ich das mir dargebrachte durchaus nachprüfen (zumindestens theoretisch), indem ich den Versuch wiederhole. Es ist ein immanenter Teil der Naturwissenschaften, daß ein Versuch reproduzierbar sein muß.

      Somit hat Glaube und Naturwissenschaft nichts miteinander zu tun.

      Gandalf
      • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Glaube oder Erkenntnis ?
        Hallo Gandalf, Insofern sind z.B. auch Nachrichten und Wissenschaft ein
        "Glaube".
        Einspruch!
        Glaube ist etwas, was ich (prinzipiell) nicht wissen
        kann.
        ebenfalls Einspruch Bei den Wissenschaften, speziell den Naturwissenschaften kann
        ich das mir dargebrachte durchaus nachprüfen (zumindestens
        theoretisch), indem ich den Versuch wiederhole. Es ist ein
        immanenter Teil der Naturwissenschaften, daß ein Versuch
        reproduzierbar sein muß.
        Das ist so richtig, aber wo ist die Erkenntnis ?
        Eine "prinzipielle" Möglichkeit zu erkennen hat für Dich
        persönlich - darauf zielt meine Frage ab - das faktische
        Erkennen noch nicht gegeben.
        Beachte auch die Unterscheidung: Wissen - Erkennen. Somit hat Glaube und Naturwissenschaft nichts miteinander zu
        tun.
        (relig.Glaube ?)
        Das ist (im Prinzip) auch wieder richtig - ist aber nicht das Problem.
        Übrigens: Hypothesen sind auch (vorerst einmal)Glaube.
        Darauf aufgebaute "wissenschaftliche" Gebäude können auch
        zusammenstürzen -was wars dann ?
        Wir sind hier am Philosophie-Brett. Ich möchte hier mal
        religiösen Glauben (vorerst)in jeder Form außen vor lassen weil
        es das eigentliche Problem aus dem Fokus rücken kann.
        Gruß VIKTOR
      • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Glaube oder Erkenntnis ?
        Hi,
        Glaube ist etwas, was ich (prinzipiell) nicht wissen
        kann.
        Ich glaube morgen regnet es.
        Übermorgen werde ich das dann wissen ...

        Woher willst Du denn wissen das etwas nie(!) gewußt werden kann - nur weil Du es heute(!) nicht weißt und Du Dir gerade mal nicht vorstellen kannst, das Du es irgendwann dann doch mal "weißt"? Ich kann nur an die Existenz (eines) Gottes glauben, weil sie
        nicht beweisbar ist.
        Wie gesagt - Du glaubst letztlich den Leuten, die Dir von Gott erzählt haben wenn Du an Gott glaubst ... Bei den Wissenschaften, speziell den Naturwissenschaften kann
        ich das mir dargebrachte durchaus nachprüfen (zumindestens
        theoretisch), indem ich den Versuch wiederhole.
        Eben ... "theoretisch"!
        Solange Du es jedoch nicht wirklich mit eigenen Augen gesehen hast "glaubst" Du, das Du es nachprüfen kannst und dadurch hältst Du es für plausibel und der Grad Deines Glaubens an die Wissenschaft steigt. Es ist ein
        immanenter Teil der Naturwissenschaften, daß ein Versuch
        reproduzierbar sein muß.

        Somit hat Glaube und Naturwissenschaft nichts miteinander zu
        tun.
        Du glaubst den Wissenschaftlern das sie die Versuche gemacht haben. Du glaubst ihren Aussagen zu den Ergebnissen.

        Du glaubst den Menschen das sie Dir das erzählen was sie selbst für Wahr halten.

        Du weißt(!) es erst wenn Du es selbst erlebt hast.

        Wie gesagt - das ist eine strenge philosophische Trennung von Wissen + Glauben.


        Grüße
        K.
        • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Glaube oder Erkenntnis ?
          Moin Klaus, Eben ... "theoretisch"!
          ja und?! Solange Du es jedoch nicht wirklich mit eigenen Augen gesehen
          hast "glaubst" Du, das Du es nachprüfen kannst und dadurch
          hältst Du es für plausibel und der Grad Deines Glaubens an die
          Wissenschaft steigt.
          Hier sind wir schon mitten drin in der Frage, was Du Deinen Augen (und anderen Sinnen) abnehmen kannst.
          Dazu ist die Lektüre von I. Kant zu empfehlen, weil das Problem hier zu weit ginge. Du glaubst den Wissenschaftlern das sie die Versuche gemacht
          haben. Du glaubst ihren Aussagen zu den Ergebnissen.
          Das hat mit Glauben nichts zu tun, Du bist von den Ergebnissen dieser Versuche umgeben. Jedes technische Gerät erzählt von diesen Versuchen.



          Du weißt(!) es erst wenn Du es selbst erlebt hast.
          Das mit dem wissen hab ich oben schon angeschnitten.
          Aber ich habe in meinem Studium und auch in meiner Berufpraxis sehr viele Versuche gemacht. Wie gesagt - das ist eine strenge philosophische Trennung von
          Wissen + Glauben.
          Dann solltest Du aber erst mal genau festlegen, was Glauben und was Wissen ist.
          Du bist auf Deine Sinne angewiesen und auch die könnten Dich narren.


          Ich argumentier jetz mal absichtlich extrem. Noch extremer wäre natürlich das Konzept 'Brain in a vat' und die Gedanken von George Berkeley http://de.wikipedia.org/wiki/George_Berkeley

          Gandalf


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