Man weiß nicht was man isst!

Von: , Frage gestellt am Do, 16. Aug 2007

Hallo,

geht es euch auch so?

Auf den Light Produkten stehen in großen Lettern letztlich unnütze Angaben wie:
30% weniger Fett - weniger als was?
0,001% Fett Joghurt - dafür aber jede Menge Zucker!
Gummibärchen - ohne Fett - war da schon mal Fett drin?
... und anderer Schwachsinn, indem Selbstverständlichkeiten als besondere Innovation gepriesen werden.

Da wird der Fettgehalt von angeblichem Light-Käse großspurig in Absolutwerten angegeben (sieht einfach besser aus) und wenn man die üblichen Fett .i.Tr. Werte umrechnet, ist man fast gleich weit.

Auf normalen - vor allem kalorienreichen Lebensmitteln - findet man dagegen wesentlich seltener Angaben über die verschiedenen Nährwerte.

Auf der Webseite des Bundestages habe ich eine öffentliche Petition gefunden, um die Hersteller zur Angabe der relevanten Nährwerte auf den Verpackungen zu verdonnern. Und das auch noch in lesbarer Form und nicht das beliebte Schwarz auf Rot in einer 3-4 Punkteschrift.

Wer mitzeichnen will:
wende sich bitte an Rainer, sodaß ihm/ihr der link zur Petition zugesandt werden kann.Und
kann das bis 27.August 2007 noch tun und die Aktion unterstützen.

Grüße Rainer

MOD: Link entfernt und den Artikel dadurch im Sinne der Idee des Wissensaustausch editiert und für die Diskussion erhalten.

29 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 20 Minuten 1 hilfreich
    Re: etwas oT


    Hallo Rainer, Auf normalen - vor allem kalorienreichen Lebensmitteln -
    findet man dagegen wesentlich seltener Angaben über die
    verschiedenen Nährwerte.
    das Problem lässt sich meiner Meinung nach recht einfach umgehen - Zutatenliste prüfen, wenn die Liste aus mehr als zwei Positionen besteht, zurück ins Regal legen. Wieviele Kalorien Sahne, Joghurt, Wirsing, Reis, Nudeln haben, lässt sich - wenn man es denn unbedingt wissen will - leicht herausfinden.*

    Ja, die Idee der Petition ist ganz nett, aber ich fürchte, dass diejenigen, die entsprechende Fertigprodukte kaufen, sich nicht wesentlich für die Inhaltsstoffe interessieren (mal ehrlich, dachtest Du, die Dosenravioli seien kalorienarm, kaum verarbeitet, vitamin- und nährstoffreich und auch ansonsten rundum gesund?)

    Gruß
    Ramona

    *Ausnahmen bestätigen die Regel - auch mein Vorratsraum enthält Schokolade und Lakritze - aber hier ist es einfach, darauf zu achten, dass mir die Zutaten alle bekannt vorkommen.

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      Re^2: etwas oT

      Hi, Ja, die Idee der Petition ist ganz nett, aber ich fürchte,
      dass diejenigen, die entsprechende Fertigprodukte kaufen, sich
      nicht wesentlich für die Inhaltsstoffe interessieren (mal
      ehrlich, dachtest Du, die Dosenravioli seien kalorienarm, kaum
      verarbeitet, vitamin- und nährstoffreich und auch ansonsten
      rundum gesund?)
      Wie kommst du darauf? Ich kaufe so gut wie ausschließlich Fertigprodukte und trotzdem interessiere ich mich sehr für die Inhaltsstoffe.
      Kalorien, Zucker, Fett, Kohlenhydrate .. Angaben sind ein Anfang, gehen meiner Meinung nach aber immer noch nicht weit genug.

      Ich bin mir übrigens durchaus darüber im klaren, dass Fertigprodukte sicherlich nicht die gesündeste Art der Ernährung sind. Trotzdem sollte ich die Möglichkeit haben, unter diesen "nicht so gesunden" Produkten entsprechend den Inhaltsstoffen auszuwählen.

      Gruss
      P.

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: etwas oT

        Hallo P.,

        sorry, verstehe ich nicht. Offenbar spielen doch bei der Auswahl Deiner Nahrung andere Kriterien als Gesundheit die wesentliche Rolle (Zeitaufwand, Verfügbarkeit, was auch immer). Vesrteh mich nicht falsch, das ist natürlich völlig legitim, aber warum ist Dir dann die Nährstoffangabe im Detail wichtig? Was enthalten ist, steht auf jedem entsprechenden Produkt in Reihenfolgen des Mengenanteils - das gibt Dir doch einen Anhaltspunkt. Zusätzlich wird bei den relevanten Produktgruppen der Fettanteil ausgewiesen - das sollte doch als Information reichen, wenn Gesundheit auf Deiner Prioritätenliste unter "ferner liefen" geführt wird?

        Oder verstehe ich da etwas falsch?

        Gruß
        Ramona

        • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: etwas oT

          Hi, sorry, verstehe ich nicht. Offenbar spielen doch bei der
          Auswahl Deiner Nahrung andere Kriterien als Gesundheit die
          wesentliche Rolle (Zeitaufwand, Verfügbarkeit, was auch
          immer).
          Vielleicht steht Gesundheit auf meiner Prioritätenliste nicht ganz oben aber das heißt doch nicht, dass ich sie vollends ignorieren muss.

          Kalorien, Fett, Kohlenhydrate ... Angaben sind ja ganz nützlich (wenn sie vorhanden sind) aber die sagen noch nichts darüber aus, wie gesund /ungesund das Ganze ist. Vesrteh mich nicht falsch, das ist natürlich völlig
          legitim, aber warum ist Dir dann die Nährstoffangabe im Detail
          wichtig?
          Weil ich wissen möchte was ich da esse.
          Weil die Hersteller dazu gezwungen werden, sich mehr Gedanken zu machen, was sie da so alles reintun.
          Weil ich als Verbraucher ein Recht darauf haben sollte. (Da gehts auch ums Prinzip ;-) )
          .... Was enthalten ist, steht auf jedem entsprechenden
          Produkt in Reihenfolgen des Mengenanteils - das gibt Dir doch
          einen Anhaltspunkt. Zusätzlich wird bei den relevanten
          Produktgruppen der Fettanteil ausgewiesen - das sollte doch
          als Information reichen,
          Reicht es eben nicht, siehe oben. wenn Gesundheit auf Deiner
          Prioritätenliste unter "ferner liefen" geführt wird?
          Tut sie nicht, siehe oben. Oder verstehe ich da etwas falsch?
          Bitte versteh das nicht falsch aber ist das nicht ein wenig schwarz-weiß denken? Bloss weil ich nicht selber koche, interessiert mich meine Gesundheit nicht?
          Es gibt viele Gründe, warum jemand auf Fertignahrung zurückgreift. D.h. aber wie gesagt nicht, dass er sich aufgrund fehlender Information jeden Mist reinstopfen muss.

          Gruss
          P.

          • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: etwas oT


            Hallo nochmal, Kalorien, Fett, Kohlenhydrate ... Angaben sind ja ganz
            nützlich (wenn sie vorhanden sind) aber die sagen noch nichts
            darüber aus, wie gesund /ungesund das Ganze ist.
            ach nein? Welche Informationen fehlen Dir denn da noch? Weil ich wissen möchte was ich da esse.
            Zutatenliste? Weil die Hersteller dazu gezwungen werden, sich mehr Gedanken
            zu machen, was sie da so alles reintun.
            Das erreicht man eher, indem man die Lebensmittel mit den ominösen Zutatenliste aus dem Baukasten im Regal stehen lässt. Bitte versteh das nicht falsch aber ist das nicht ein wenig
            schwarz-weiß denken? Bloss weil ich nicht selber koche,
            interessiert mich meine Gesundheit nicht?
            Tatsächlich glaube ich nicht, dass man sich mit hauptsächlich Fertiggerichten gesund ernähren kann. Meine Graustufen liegen bei gelegentlich auch mal TK-Pommes, Tomaten aus der Dose, Kartoffelklöße aus dem Paket. In Maßen ist aber auch die 4-Käsepizza aus der Schachtel kein Problem.

            Die jetzige Diskussion ist meiner Meinung nach Spiegelfechterei und Rechtfertigugn "schlechter" Essgewohnheiten. Das Problem ist, dass der Fertigfraß das Gefühl für die eigene Ernährung tötet. Ich habe noch nie in meinem Leben irgendetwas nicht gegessen, weil ich es für ungesund gehalten habe - wenn ich Lust darauf habe, esse ich es. Mein Körper zeigt mir recht gut, ob jetzt ein Kartoffelpürree mit Sahne und extra Butter oder Ananans angezeigt ist.

            Gruß
            Ramona

  2. Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
    Re: Man weiß nicht was man isst!


    Hallo Rainer,
    besten Dank für diesen Hinweis. Wir kämpfen für die selbe Sache!

    Ich habe in einem Fernsehbericht gesehen, dass in UK sogar noch radikaler vorgegangen werden soll und die Lebensmittelverpackungen nach dem Ampelprinzip gekennzeichnet werden sollen. Das könnte ich mir auch für Deutschland gut vorstellen.
    Vielleicht würde das die wirklich Übergewichtigen aufrütteln, wenn sie in Ihrem Warenkorb nur Sachen liegen haben, mit rotem Ampelpunkt. Auch bei Kindern mit starken Übergewicht würde dieses Prinzip wahrscheinlich eher ankommen, als sich mit den Inhaltsangaben zu beschäftigen.
    Auch für Fastfood Hersteller und Verkäufe müsste es noch Sonderabgaben geben, die dann den Krankenkassen zugeführt werden müssten für eine noch stärkere Aufklärungsarbeit und Hilfe für diejenigen, die ihr Übergewicht in den Griff bekommen wollen.

    Vielleicht verschwinden dann endlich diese Art von Buden im Umkreis der Schulen.

    Viele Grüße
    Sigrid

    • Antwort von nach 17 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Man weiß nicht was man isst!

      Hallo Sigrid,

      laut einem Fernsehbericht dieser Woche sind die Lebensmittelverpackungen in England bereits gekennzeichnet.

      In diesem Bericht wurden auch diverse Kunden, alte, junge, in einem (deutschen) Supermarkt befragt, ob die Lebensmittel, die sich gerade in ihrem Einkaufswagen befinden, ihrer Meinung nach kalorienarm (grün), mittel (gelb) oder kalorienreich (rot) seien.

      Die Befragten haben durchweg alle Light-Produkte automatisch als grün = kalorienarm bezeichnet. Des Weiteren wurden Lebensmittel und Fertigproduckte die Milch (Kinderschokolade, Joghurt mit Zucker)enthielten und solche die kein Fleisch enthalten (Brokkoli-Tiefkühlpizza) oft für 'grün' gehalten.

      Auf die Frage, ob eine Kennzeichnung auf der Verpackung gut wäre, haben einige nur mit einem Schulterzucken reagiert.

      Der Bericht endete damit, dass eine Kennzeichnung der Verpackungen seitens der Hersteller in D nicht durchsetzbar sei, weil diese dadurch Absatzverluste befürchten.

      Also freiwillig passiert schon mal gar nichts.
      Ob Bürger soviel Druck ausüben können, dass die Kennzeichnung per Gesetz verlangt wird, wage ich zu bezweifeln. Dieses Thema steht in der Politik - und auch in weiten Teilen der Bevölkerung - wohl ziemlich an letzter Stelle. Leider.

      Viele Grüße
      Maralena

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Man weiß nicht was man isst!


        Hallo Maralena ,
        ich weiß auch nicht ob dieses Thema für viele an letzter Stelle steht. Wahrscheinlich gibt es vor allem unter den Jugendlichen noch nicht genug Diabetes melitus
        http://www.medizinauskunft.de/artikel/familie/kinder...

        Jedenfalls in der Gegend, in der ich beheimatet bin, fallen mir so viele „dicke“ Kinder auf, dass es zwar Zufall sein kann, dass gerade hier extrem viele Jugendliche unter Fettleibigkeit leiden, vielleicht gibt es auch einen Zusammenhang mit der Region in der die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist. Das für viele einfach essen noch eines der wenigsten Vergnügungen ist. Das sind dann die Achselzucker aus deinem Fernsehbericht, denen sowieso schon alles egal ist.

        Aber schon aus der sozialen Verantwortung heraus würde ich mir sehr wünschen, dass der Druck auf die Hersteller wächst und endlich hier etwas verändert wird.
        Ein Machtinstrument haben wir ja bereits in der Hand. Nur noch die Dinge zu kaufen, wo es richtig drauf steht!

        Viele Grüße
        Sigrid

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Man weiß nicht was man isst!

          Hallo Sigrid,

          ich wollte nicht unerwähnt lassen, dass auch ich absolut dafür bin, dass der Energiegehalt von Lebensmittel auf der Packung angegeben wird und zwar so, dass er optisch auf einen Blick erfasst werden kann.

          In GB erfolgt die Kennzeichung mit einem Kreis, in dem der Fett- und Zuckeranteil des Inhalts als rotes Segment, der Kohlehydratanteil als gelbes und der Eiweissanteil als grünes Segment dargestellt wird. Je nach Sachverhalt erscheint der Punkt dann optisch eher grün oder gelb oder rot.

          Mit dieser Information verhielte es sich dann wie mit der (Pflicht)Angabe über die Zusatzstoffe. Ich finde, Verbraucher haben durchaus das Recht, über den Energiegehalt eines bestimmten Produkts informiert zu werden.

          Wer diese Verbraucherinformation nicht haben will oder nicht braucht, kann ja darüber hinwegsehen.

          Ich habe den Eindruck, nicht wenige Menschen würden missmutig reagieren, wenn ihnen dauernd, selbst bei Light- oder Halbfettprodukten, ein roter Punkt ins Auge spränge.

          Die Hersteller werden wegen der Kennzeichnung Gewinneinbußen befürchten, wenn sich die Produkte der Konkurrenz besser verkaufen, weil deren Energiegehalt etwas niedriger ist.

          Viele Grüße
          Maralena



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