Hi Michael,
na ja... Bei Euch Kerlen ist ja auch das Phänomen 'dem ausgiebigen Schnäuzen folgt die eingehende Inspektion des Inhalts des soeben vollgerotzten Taschentuchs' weit verbreitet. Ich habe vor einiger Zeit gelesen (es gab mal darüber einen herrlichen Artikel in irgendeiner Medi-Zeitung), daß bei männlichen Zeitgenossen der uralte Jagdtrieb (der Jäger Mann will wissen, was er da gerade 'erlegt' hat) im Spiel ist. *g*
Der eigentliche Grund ist ein anderer, aber ebenfalls auf die Ur-Instinkte, die Mutter Natur den Primaten auf den Weg mitgegeben hat, zurückzuführen: es ist im Grunde genommen ein Schutzmechanismus. Ein veränderter Geruch (und auch Geschmack) - ob nun bei Ohrenschmalz oder Urin, Schweiß, Atem, etc., oder auch bei Essbarem - ist zunächst einmal suspekt bzw. bedeutet gar Gefahr für die ganze Herde. In einer Welt, in der es keine Mikroskope, Labortests & Co. gab, mußte man sich auf seine Sinne verlassen. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: riecht der Ohrenschmalz anders, ist womöglich eine bakterielle Infektion im Spiel, ergo hört derjenige womöglich nicht mehr gut/ist zu schwach, ergo kann man so jemanden keinesfalls auf die Mammut-Jagd mitnehmen, ergo gehört er isoliert, bevor womöglich der ganze Stamm ausgerottet wird, ergo...
Grüße
Renee