Ständig Flüssigkeit aus dem Ohr

Hallo Susanne,

naja ganz so abwegig scheint das nicht zu sein, den
Geruch/Geschmack eigener Körpersäfte zu überprüfen:
/t/am-finger-riechen/3724038

Wurde nicht damals auch von Ärzten um den Urin zu überprüfen
eine Geruchs- und Geschmacksprobe durchgeführt? Hat der
Diabetes Mellitus nicht sogar von dieser Prüftechnik her
seinen Namen?

Wie gesagt, Urin ist ziemlich steril, und ja das hat man früher auch so getestet, bevor es Urinteststreifen gab, also durchaus noch so vor 50 Jahren, Den namen hat Diabetes schon weitaus länger als man auch die Urinschau durchführte, also den urin nach Farbe,Ablagerungen etc anschaute und dabei auch Geruch und Geschmack beurteilte.

Hier geht es aber um Eiter, den riecht man allenfalls, meist reicht jedoch die Optik. Riechen ist ein durchaus legitimes noch heute vorgenommenes diagnostisches Mittel. Man riecht beim Diabetes auch den Honigduft und man riecht bei Diabetikern auch einen Azetonmundgeruch, bei anderen Krankheiten gibt es ähnliche Duftspuren.
Aber Geschmacksprüfungen sind, abgesehen von der Chemie, wo es noch ein paar tollkühne Geschmackstester gibt, zumindest in der Medizin obsolet.
Denn du darfst nicht vergessen, damals gab es auch noch keine Bakterien

Ich denke früher hat es durchaus Sinn gemacht und wurde
bestimmt so auch mangels diagnostischer Möglichkeiten
praktiziert, Veränderungen durch Geruchs-/Geschmacksproben
festzustellen -wenn machbar- dazu muß man halt auch wissen,
wie etwas üblicherweise schmeckt/riecht.

Drum hat man es damals auch gemacht, aber eigentlich nur beim Urin, und der ist und war schon immer ziemlich unbedenklich (und eine total trübe Brühe hat man auch nicht unbedingt per Geschmack getestet, da reichte meist schon die Optik, GEschmacksprüfungen waren immer letztes Mittel.)

Bei Tränenflüssigkeit hätte wahrscheinlich keiner etwas gegen
eine Geschmacksprobe einzusetzen, obwohl man auch am Auge
bakterielle Infektionen haben könnte

Hat man aber nicht gemacht, ausser die eigenen tränen laufen einem in den Mund, also allenfalls per Zufall.

Das könnte man jetzt noch mit anderen Körperflüssigkeiten
durchspielen…
Früher fanden es ja auch Frauen schick, wenn Mann gemüffelt
hat wie eine ganze Herde Moschusochsen…

Ob sie es wirklich schick fanden, mag ich bezweifeln, allerdings sind im Schweiß die Pheromone, die eben sexy machen sollen, drum kann etwas „abgestandener“ Mann schon interessant wirken, allerdings auf der eher körperlichen Ebene, wer viel stinkt ist potent. Wer nach Rosen duftet ist verweichlicht, oder so.
Ausserdem gab es jene Zeit ind er zB. Napoleon seiner Holden schrieb „Wasch dich nicht in nur einer Woche bin ich bei dir“ was allerdings eher mit der Mode der Zeit zu tun hatte und damit das Wasser als schädlich für die Haut und gesundheitsgefährdend angesehen wurde (nach der Zeit, in der man sich durch Sexorgien oder auch nur einfach nur geteilten Badewannen in der Badestube so allerlei wegholte, Pest, Lepra, später auch Syphillis…)
Den Gestank mochte man aber auch da nicht, sondern hat ihn ausgiebig mit Parfüm übertüncht.

Die Fragen, die mich jetzt viel mehr interessieren, was wird
akzeptiert und was wird als generell ekelig empfunden und vor
allem warum ist das so? Ekel an sich ist ja häufig anerzogen,
so auch dieser?

Nun, wenn du auf einem Bauerhof mit traditioneller Viehwirtschaft (also nicht diesen automatischen Durchwurfanlagen) großgeworden bist, wirst du zu Gülle ein anderes Verhältnis haben als ein Großstadtkind, dass oft nichtmal rechtzeitig vom Klo runter ist, bevor Mami die Sch*** schon durch Tastendruck entsorgt hat.
Wenn du in einem indischen Slum großwirst, wirst du auch nichts dagegen haben, wenn du mit getrocknetem Dung einer heiligen Kuh heizt, während es in einem westeuropäischen Mehrfamilienhaus evtl sozialverträglichere Methoden gibt.
In der Jung-Steinzeit und selbst noch im Mittelalter (dazwischen bin ich nicht so firm in Hausformen) haben die durchaus auch mist in die Lehmmischungen eingearbeitet, ob das moderne Öko-Lehmbaumeister heute auch noch machen, weiß ich ehrlich gesagt nicht, stinken tuts jedenfalls nicht, also ginge es.
Auch medizinisch wurden Exkremente genutzt, wobei es sich auch hier wieder um Rezepte für arme Bevölkerungsschichten handelt, ein König oder edler Kaufmann wird nichts von der Deckapotheke des Herrn Paullini (Ende 17.-18.Jh)http://www.volkskunde-rheinland-pfalz.de/dreckapothe… und seiner Vorgänger gehabt haben (Schon Galen empfahl solche Rezepte bei armen Patienten, für reiche gab es eben anderes, was denselben Zweck auf angenehmere Weise erfüllte).

Spielen Geschmack und Geruchssinn heute eine andere Rolle?
Wenn ja, warum ist das so?

Wie schon gesagt, die spielen immer eine andere Rolle, je nachdem in welcher Gesellschaft man sich bewegt. Gestank ist ein dehnbarer Begriff.
Genauso wie man sich einer Gelegenheit entsprechend kleiden sollte, sollte man auch seine Erwartungen an Geschmack und Geruch anpassen. Wenn ich auf den Bauernhof gehe und dort vom Chef begrüßt werde, erwarte ich nicht, dass er ganz frisch riecht, er darf sogar ziemlich stinken und vor Dreck triefen. Wenn ich in eine Bank gehe, hätte ich dann doch gerne einen Angestellten mit „gepflegtem Äusseren“ vor mir, der darf zwar schwitzen(Sommer 30°im Schatten…), sollte aber nicht allzusehr müffeln, statt Schweiß wenigstens nach nem angenehme unaufdringlichen Aftershave/Deo.
In einer Parfümerieabteilung dagegen muss ich es mir gefallen lassen extrem zugedieselte Damen als Verkäuferinnen zu bekommen, aber auch da gibt es solche und solche. Jene die schon sich selbst mit nem halben Liter übergossen haben und solche die nur schon den ganzen Tag irgendwelche Wasserchen auf Papierstreifen versprüht haben und sich selbst nicht davor retten konnten. Es gibt Parfümerien, da fall ich schon vor der Tür in ohnmacht und solche, wo man es doch für eine halbe Stunde auch drinnen aushält, ohne die Luft anhalten zu müssen.

Doch das was aus dem eigenen Körper als Abfallprodukt kommt, ist eigentlich immer eher Abfall, es sei denn man kann es irgendwie verwerten (Dicht-/Heizmasse oder eben Diagnostik, wobei moderne methoden das ganze ziemlich hygienisch machen oder notfalls auch zur Nahrung-zB. Verschütteten- und Medikation, was aber bestimmte Medizinsysteme vorraussetzt, die heutigen schulmedizinischen Standards nicht mehr entsprechen)

Gruß Susanne

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