Borderline-Syndrom

Von: , Frage gestellt am Do, 3. Nov 2005

Seit einigen Jahren weiß ich,dass ich am sog.Borderline-Syndrom leide,mit den damit verbundenen Depressionen und Beziehungsschwierigkeiten.Im Großen und Ganzen,habe ich diese Krankheit im Griff,gefährlich wird es nur,wenn ich einen Menschen sehr mag,oder gar liebe.Dann teste ich bis zum Erbrechen seine Grenzen aus und um es kurz zu machen:Daran ist bisher jede Beziehung gescheitert.Mittlerweile bin ich-rein aus Selbstschutz-dazu übergegangen,keine Gefühle mehr zuzulassen,also weder mich richtig zu verlieben,noch Zuneigung anzunehmen.Ich will einfach verhindern,dass man mich für "Ga-ga" hält.Nun bin ich seit einem Jahr mit einem Mann zusammen,der mich wirklich sehr liebt und alles für mich und meine Kinder tut,wir planen,im Februar06 zusammenzuziehen.Noch führen wir eine Wochenendbeziehung,noch habe ich das Kribbeln in meinem Bauch weitgehend unterdrückt,aber ich merke,wie ich anfange,ihn ständig auf die Probe zu stellen.(Und leider auch oft provoziere).Egal was er tut-er macht es -aus meiner Sicht-falsch.Ich gebe nicht nach,weiß,wie verletzend ich bin und schaffe es einfach nicht,"runterzufahren".Ich hasse mich in solchen Momenten und würde ihm so gerne zeigen,dass nicht ich es bin,die da gerade tobt,vor Allem aber würde ich mich gerne mal entschuldigen.Meist tut er das,obwohl er es gar nicht mal müsste !! Na ja-wer das Borderline-Syndrom kennt,der weiß,wovon ich rede.Ich liebe diesen Mann-keine Frage-ich will ihm auch seinen Heiratsantrag mit "ja" beantworten,dennoch habe ich große Angst,dass ich (mal wieder) alles kaputt mache.Ich habe fast alles über das Borderline-Syndrom gelesen,aber er liest nicht gerne,deswegen wäre er mit einem Buch wohl völlig überfordert.Reden kann ich auch nicht so gut darüber,aber ich würde es ihm schon gerne vor der Ehe "beichten".
Am Wichtigsten ist mir,dass er Verhaltensregeln lernt,die weder ihm,noch mir schaden.Z.B.drohe ich ihm oft mit Selbstmord-was ich,wenn noch Depressionen dabei sind,auch nicht 100%-ig ausschließen möchte.Meistens aber will ich damit nur seine Aufmerksamkeit erzwingen ! Wie soll er sich dann verhalten,ohne mich dabei zu ignorieren,oder abzulehnen? Ich kündige hin und wieder an,die Beziehung zu beenden,obwohl ich das auf keinen Fall will,deswegen habe ich Angst,dass er mal:"Na und,mach doch",antwortet.Ich bin super anstrengend,weiß auch,dass ich mir dringend therapeutische Hilfe suchen muß,aber in erster Linie möchte ich wissen,wie ich ihm meine Krankheit nahe bringen kann,ohne ihn zu überfordern (soll ich überhaupt nach so langer Zeit noch was sagen ?) und welche Regeln es gibt,damit er sich ebenfalls schützen kann.Hat die Beziehung überhaupt einen Sinn ?Ich freue mich sehr,wenn mir jemand antwortet.Eure Bea

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 42 Minuten 4 hilfreich
    Re: Borderline-Syndrom

    Hallo Bea

    Als Laie rate ich dir:
    Sag ihm etwa Folgendes: Es tut mir sehr Leid, dass ich dich so oft
    nerve und so oft anstrengend fuer dich bin. Das liegt daran, dass ich
    psychisch krank bin. Aber ich liebe dich und hoffe, dass du mit
    meinen Anfaellen und anstrengenden Eigenarten leben kannst.

    Dann wird er wissen wollen, was fuer eine Art Krankheit dies ist und
    du kannst es ihm dann erklaeren.

    Wenn ihr eine Beziehung fuehrt, dann musst du mit offenen Karten
    spielen. Wenn er damit leben kann, dass du so bist und in vollem
    Bewusstsein akzeptiert, dass dieser "Terror" von dir nicht aufhoeren
    wird, sondern zu dir dazugehoert, dann ist doch alles gut.
    Kann er jedoch nicht damit leben, dann hat eure Beziehung keine
    Zukunft. Auch mit Verheimlichungen haette sie es nicht.
    Er muss wissen, was mit dir los ist, und wenn er versteht, warum du
    so anstrengend bist, dann kann er auch viel besser damit umgehen.
    Dazu braucht er nicht die ganze Theorie der Borderline-Stoerung zu
    kennen.

    Gruss, Tychi

  2. Antwort von nach 6 Stunden 4 hilfreich
    Re: Borderline-Syndrom

    Hallo Bea,

    ein Generalrezept, wie man anderen Personen seine psychischen Probleme nahebringt, gibt es nicht, da jeder in seinem Kommunikationsverhalten unterschiedlich ist und jeder Zuhörende unterschiedlich auf das Gesagte, Gemeinte, Gewollte reagiert bzw. es unterschiedlich verstehen kann.

    Ich empfehle Dir, Dich einem psychologischen Psychotherapeuten oder Psychiater zuzuwenden und mit ihm Deine Problematik zu erörtern. Er wird sicherlich auch mit Deinen Angehörigen sprechen und die Symptome und eine eventuelle Diagnose erläutern. Vielfach ist die objektive Meinung und Aufklärung des fachlich versierten Experten die beste Möglichkeit, dass Missverständnisse und Undeutlichkeiten im Vorwege ausgeräumt werden können und so die Wahrscheinlichkeit für etwas Verständnis entsteht. Sicherlich wird er Deine Angehörigen auch in den therapeutischen Prozess mit einbeziehen.

    Viele Grüße und gute Besserung,
    Sam [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 6 Stunden 4 hilfreich
    Re: Borderline-Syndrom

    Hallo Bea
    Wie auch Tychi schon andeutet: Was und wieviel nützt es Dir wirklich, wenn sich Dein Freund tiefer in die Borderline-Psychopathologie "einliest" oder "einhört" ?!
    Wenn ein Alkoholiker seinem Co-abhängigen Partner jeden zweiten Abend etwas über die Alkoholkrankheit erzählt, wird die Geschichte nioch lange nicht bersser.
    Es kommt sowieso oft etwas zwiespältig bei mir an, was die Leute hier als "Borderliner" so posten. Eine Zeitlang wurden wir ja regelrecht überschwemmt damit. Man kann sich mit einer eingeschliffenen Diagnose auch ganz schön den Weg freihalten.
    Insgesamt gesehen, würde ich Dir vor allem raten, eine Psychotherapie zu machen. Als gerechten Ausgleich zu der etwas einseitigen Empfehlung von Sam empfehle ich Dir natürlich einen ärztlichen Psychotherapeuten statt des psychologischen Psychotherapeuten. ;-)
    Gruß,
    Branden

    • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Borderline-Syndrom

      Hallo lieber Branden,
      danke für deine Antwort.Womit du völlig recht hast,ist:Borderline war vor einiger Zeit echt eine Art "Mode-Erscheinung". Ich leide aber seit über 29 Jahren darunter (bin heute 40 ),was mir aber erst seit knapp vier Jahren bewußt ist.Ich wußte immer:Irgendwie bin ich anders,als alle anderen und nun habe ich etwas,woran ich mich festhalten kann.Ich ruhe mich bestimmt nicht darauf aus,aber meiner Störung einen Namen zu geben,bedeutet für mich ein bißchen Halt.Ungewißheit finde ich viel schlimmer.Therapeuten mögen übrigens keine Borderliner,deswegen blocken sie Therapien gerne und schnell ab.Was ich übrigens auch oft tue.Ich habe den Eindruck gewonnen,dass sie Angst vor Borderlinern haben,weil diese oft das "Ganz oder gar nicht" suchen.Einmal hat mir jemand gesagt,dass ich nur eine Therapie anfangen soll,wenn der Therapeut auch Borderline-erfahren ist.Das war echt interessant,denn niemand war erfahren,aber jeder wollte sich darauf einlassen.Ich habe alles nur teuer bezahlen müssen,aber geholfen hat mir keiner Letzte Psychologin,der ich wirklich vertraute,sagte zu mir:"Ich halte sie durchaus für in der Lage,Ihre Problematik selber zu reflektieren,ich möchte meine Kapazität gerne für schwierigere Fälle frei halten." Das ist nun zwei Jahre her,seitdem vertraue ich keinem mehr.Irgendwie möchte ich das Problem selber lösen,weiß aber nicht wie.Bin gerade auf dem Weg mich selber zu zerstören (gesundheitlich )weil ich denke,dass ich gegen Windmühlen kämpfe.Es hört sich dramatisch an,aber ich falle,seit ich mit meinem Freund zusammen bin und ich will gar nicht fallen.Ich habe Angst vor seiner Liebe,brauche sie aber.Ich habe Angst,wenn er mit mir schlafen will,will es aber auch,ich habe Angst,wenn er mir eine Liebeserklärung macht-weil ich es nicht zurückgeben kann,ich bin voller Zweifel und möchte ihm gerne helfen,damit er mir helfen kann,egal,was man über Borderline denkt.Ich habe Angst,dass ich unbedacht etwas tue,was ihm schadet und doch spiele ich ständig mit dem Gedanken,ihn vor mir zu schützen.Sorry,für dieses durcheinander in meinen Zeilen,Gruß Bea

  4. Antwort von nach 9 Stunden 5 hilfreich
    Borderline-Beziehungen

    Hi Bea,

    auch deine Selbstbeschreibung zeigt das hochentwickelte Vermögen zur Selbstreflexion und die virtuosen Versuche des Selbstmanagements, die man bei Borderline-Persönlichkeiten so häufig findet. Ein famoses autobiografisches Beispiel hatte uns vor einiger Zeit einmal eine Userin hier geboten:
    http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv...
    und dort auch ein Kommentar zum Beziehungsproblem
    http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv... ... gefährlich wird es nur,wenn ich einen Menschen sehr mag,oder gar liebe.Dann teste ich bis zum Erbrechen seine Grenzen aus ...
    Yepp, das ist das Drama, durch das jeder durch muß, der mit einer solchen Persönlichkeit zusammenleben will, und gerade wenn es im besten Sinne "der Richtige" ist, wird für ihn dieser permanente "Test" umso krasser, extremer ausfallen. Der Test hat das Thema (und du wirst sagen können, ob das auch bei dir so ist): "Ich mute dir das Unterträglichste zu und (auch) du wirst es nicht aushalten ... aber wehe, wenn du schlapp machst, dann ist die Beziehung schlagartig zu Ende [wenigstens für ein paar Tage] und ich lasse dich fallen wie eine heiße Kartoffel - und gleichzeitig wünsche ich mir mir nichts sehnlicher, als jemanden, der nicht nachgibt und nicht aufgibt ...". Verletzende Reaktionen des Partners werden mit Perfektion (und einem hohen Maß an Menschkenntnis) provoziert, aber nicht die geringste Kleinigkeit an Fehlverhalten des Partners wird je vergessen und bei Gelegenheit als Handgranate in den Diskurs eingebracht.

    Auf soetwas muß ein Partner vorbereitet sein, er muß wissen, daß er vernichtende Urteile auszuhalten hat, er muß lernen, damit zu rechnen, daß eine geringste Abweichung von einem (ganz willkürlich ad hoc vorgegebenen) Soll bei ihr die heftigsten zerstörerischen Reaktionen auslösen kann. und um es kurz zu machen:Daran ist bisher jede Beziehung gescheitert.
    Ja, eines der charakteristischen Merkmale einer Borderline-Biografie.

    Aber auch der, der darauf vorbereitet ist, wird Ehrgeiz entwickeln "Niemand hats geschafft bei ihr, ich werde es schaffen", aber nur selten begegnet man einer solchen Beziehung, die mehr als ein paar Jahre überstanden hat. Denn - du wirst es ja wissen - es geht ja nicht nur darum, ob der Partner genügend Durchhaltevermögen hat, sondern ob ihr selbst die Beziehung auf Dauer genügend starken (meist erotischen, auf jeden Fall aber kämpferischen) Reiz bietet: Die meisten Borderlinerbeziehungen werden immerhin vom Borderliner-Partner gekündigt! Mittlerweile bin ich-rein aus Selbstschutz-dazu
    übergegangen,keine Gefühle mehr zuzulassen,also weder mich
    richtig zu verlieben,noch Zuneigung anzunehmen.
    Auch solche Phasen sind sozusagen Standard in einer Borderline-Biographie. Nun ja, du wirst es nicht zum ertsne Mal tun: Es dauert eine Weile und dann läßt du diese emotionale Abstinenz wieder. Nichts unerträglicher als emotional reizloses Leben. Noch führen wir eine Wochenendbeziehung,noch habe ich das Kribbeln in
    meinem Bauch weitgehend unterdrückt ...
    Wenn man dir nur einen sinnvollen Rat geben kann: Unterdrücke es nicht. Gib ihm die Chance, diese Capriccios, die ihn eh erwarten, einmal in Reinfrom zu erleben. Es erfordert die Fairness, daß du ihn nicht erst nach dem Zusammenziehen ins offene Messer laufen läßt. Egal was er tut-er macht es -aus meiner Sicht-falsch.Ich gebe nicht nach,weiß,wie verletzend ich bin ...
    Nicht unwichtig wäre ja nun zu wissen, wie er denn darauf reagiert? Nach deiner kurzen, aber prägnanten Selbstdarstellung brauch ich dir die Kriterien deiner "Tests" nicht zu erzählen: Gibt er devot nach? Läuft er - bildlich gesagt - winselnd und jammernd von dannen (und kommt selbstverständlich zurück)? Wird er aggressiv? Macht er Vorwärtsverteidigung? Kontert er mit "wie du mir, so ich dir"-Taktiken? Agiert er - im Falle einer Explosion - eskalierend oder deeskalierend? Ist er imstande, dich in einer solchen Phase "herunterzuholen"? Wenigstens ab und zu einmal? Denn das scheint mir die wichtigste Eigenschaft zu sein, die ein BL-Partner mitbringen muß: Das allein wäre eine dauerhafte Mitgift, die es dir ermöglicht, Hochachtung zu erhalten, denn - darüber brauchen wir kaum zu diskutieren - ein Mittelding zwischen Hochachtung und Verachtung wird es kaum geben. vor Allem aber würde ich mich gerne mal entschuldigen.
    Probier es aus, es wird dir ein vorübergehend angenehmes Gefühl sein, auch wenn es dich unvorstellbare Mühen kostet. Es bringt dem Partner die Möglichkeit, im Falle einer Eskalation genügend innere Distanz zu erhalten. Meist tut er das,obwohl er es gar nicht mal müsste !!
    Ich ahne (im zweiten Teil des Satzes) den ersten Anflug aus der Richtung "Verachtung" ... er müßte schnellstens lernen, das zu lassen, aber umgekehrt: wenn er es MIT triftigem Anlaß tut, schneide dir davon eine Scheibe ab und tu es ihm gleich! Ich liebe diesen Mann-keine Frage
    Das ist auch nicht die Frage. Die Frage für dich selbst wäre vielmehr: WAS liebst du an ihm! Ich habe fast alles über das Borderline-Syndrom gelesen,
    Ok, dann ist dir
    ISBN 3466303265 [Buch anschauen]
    natürlich längst bekannt. Es wäre für ihn übrigens eine höchst sinnvolle Lektüre, nachdem du ihm wohldosiert ein wenig über dich erzählt hast. Denn das, daß du ihm über dich erzählst, bevor du zu härteren Dosierungen übergehst, halte ich für sehr sinnvoll, ja für notwendig. Es ist besser, daß er bereits etwas weiß über das, was er erlebt, wenn er es denn aktuell erlebt. aber er liest nicht gerne,deswegen wäre er mit einem Buch wohl völlig überfordert.
    Bea - mal ganz offen gesprochen: Bist du dir klar darüber, daß mindestens genau das eine Eigenschaft sein wird, wegen der du diesem Mann in absehnbarer Zeit bei dir keine Chance mehr geben wirst? Reden kann ich auch nicht so gut darüber,
    Brauchst du ja nicht, laß es ihn erleben! Aber: Hinterher wäre eine gute Gelegenheit, ihm etwas daürber zu erzählen ... Am Wichtigsten ist mir,dass er Verhaltensregeln lernt,die
    weder ihm,noch mir schaden.
    Das IST doch gerade die Paradoxie: Wenn er Verhaltensmuster gelernt haben würde, wie er die Eigenschaften der Borderline-Partnerin erträgt und weiterhin deeskalierend mit ihr umgehen kann, dann wird sie wissen, daß er sich ihr gefügig angepaßt hat, und niemand hat weniger Chance dazu, auf Dauer ihr Objekt der Hochachtung zu bleiben, als einer, der sich ihr anpaßt. Ohne Widerstand ist eine Beziehung für die Borderlinerin reizlos, und Reizloses findet ihre herzlichste Verachtung. Dies nur als generelle Typusbeschreibung. Ob es bei dir auch so ist, kannst nur du selbst wissen. Z.B.drohe ich ihm oft mit Selbstmord-was ich,wenn noch Depressionen
    dabei sind,auch nicht 100%-ig ausschließen möchte.Meistens aber will
    ich damit nur seine Aufmerksamkeit erzwingen !
    Klar. Depressive Phasen und Suizidthema gehören zum Menu, das die BL-Persönlichkeit zu bieten hat. Damit BL-adäquat umzugehen ist eine Kunst. Wenn er nicht über soetwas dialogisch mit dir reflektieren kann (bzw nicht mag), und sich dazu nicht von sich aus Erfahrungsextrakt besorgt - z.B. aus Literaturen oder durch einschlägig(!!!) sachkundige psychologische Psychotherapeuten - dann weißt du doch selbst aus deiner eigenen Erfahrung, wie das mit euch ausgehen wird. Wie soll er sich dann verhalten,ohne mich dabei zu ignorieren,oder abzulehnen?
    Ja, sicher deine größte Angst (weil Hauptstück beim Ursprung dieser Persönlichkeitsentwicklung). Und zugleich bist du es selbst, die das hier sagt und tut: Ich kündige hin und wieder an,die Beziehung zu beenden,obwohl ich
    das auf keinen Fall will,deswegen habe ich Angst,dass er
    mal:"Na und,mach doch",antwortet.
    Eben! Und genau auf diese Standfestigkeit mußt du ihn "prüfen" ... schade, daß du nicht gleich etwas über deine bisherigen Erfahrungen mit ihm geschrieben hast ... Ich bin super anstrengend,weiß auch,dass ich mir dringend therapeutische Hilfe suchen muß
    Dazu hat Sam dir alles nötige geschrieben. aber in erster Linie möchte ich wissen,wie
    ich ihm meine Krankheit nahe bringen kann,ohne ihn zu
    überfordern (soll ich überhaupt nach so langer Zeit noch was
    sagen ?)
    Du solltest es vor allem nicht "Krankheit" nennen, denn diese Eigenschaften nennt man schon lange nicht mehr so - aus gutem Grund. Außerdem ist es sinnvoll, die "Borderline-Persönlichkeit" (als Typus) zu unterscheiden von der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ob das zweite auf dich zutrifft, kann dir nur ein darauf spezialisierter psychologischer Psychotherapeut sagen, nachdem er dich gründlich kennengelernt hat ... und welche Regeln es gibt,damit er sich ebenfalls schützen kann.
    Es gibt vor allem eine Regel, die ihm den Untergang bescheren wird: Wie oben gesagt ... Hat die Beziehung überhaupt einen Sinn ?
    Ja. Du hast es (wie du selbst sagst) immer wieder versucht, also versuche es immer wieder ... auch wenn du eines Tages sehen solltest, daß genau das, das versuchen, dein way of life ist.

    Grüße

    Metapher

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re: Borderline-Beziehungen

      Hallo,Metaapher,
      deine Antwort ist so zuireffend,dass ich erst mal `ne Runde heulen mußte.Antworte dir morgen-bin am Ende.Trotzdem Danke

  5. Antwort von nach 10 Stunden 5 hilfreich
    Re: Angehörigengruppen

    Hallo Bea,

    es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit psychischen Störungen. Sie sind entweder an psychiatrische Institutionen gebunden oder haben sich unabhängig von solchen etabliert. Dort können Angehörige Informationen erhalten und Rat einholen. Günstig sind Gruppen, in denen die Mitglieder Angehörige von Menschen mit den gleichen oder ähnlichen Störungen sind. Schau doch einmal in Deiner Nähe, ob und wo es eine solche Gruppe gibt.

    Mir haben sich beim Lesen Deines Postings ein paar Fragen gestellt. Du mußt sie nicht beantworten, aber es würde mich freuen, weil ich dann Deine Situation vielleicht noch ein Stück besser verstehen kann, als ich es jetzt schon versuche:

    Wie und woher hast Du erfahren, daß Du am Borderline-Syndrom leidest?

    Du schreibst vor allem von Beziehungsschwierigkeiten. Gibt es auch andere Bereiche Deines Lebens, in dem Du Auswirkungen des Borderline-Syndroms bemerkst? Wenn ja, wie äußern sich diese konkret? Zum Beispiel in Deinem Berufsleben als gelernte Erzieherin und jetzige Altentherapeutin? Wie wirkt sich das Borderline-Syndrom in diesem Bereich aus?

    Hat sich Dein Borderline-Syndrom über die Jahre hinweg verändert?

    Warum hast Du bis jetzt keine Therapie versucht?

    Ich habe jetzt auch Deine Antwort an Schmidt-Branden gelesen. Mit Deiner Meinung, daß Borderliner vielen Psychiatern und Psychotherapeuten als schwierig, vielleicht für manche als zu schwierig gelten, hast Du Recht. Seit einigen Jahren hat sich jedoch in der Psychotherapie ein neues, anderes Verständnis auf die Borderline-Störung entwickelt, das die Basis für eine recht erfolgreiche neuere Therapie ist: die Dialektisch-Behaviorale Therapie. Im Universitätsnervenklinikum Kiel wird diese Therapie in einer eigenen Station angeboten. Ich hatte die Gelegenheit, Patientinnen dazu zu hören. Ihre Berichte waren recht ermunternd.

    Danke.

    Beste Grüße,

    Dr. Oliver Walter
    Diplom-Psychologe, Kiel

    • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Angehörigengruppen

      Hallo,
      danke für die für mich einfühlsame Antwort.Die Fragen beantworte ich gerne,weil ich erhoffe,dass ich anderen Betroffenen Mut mache,sich zu outen.Im Berufsleben und im Kontakt mit anderen,bin ich nach außen hin perfekt.(Nur um es kurz zu machen)Ich bin die Selbstbewußte,die Intelligente und die,die für alle Probleme ein offenes Ohr hat und sich bis hin zur Selbstaufgabe,in die Probleme Anderer hineinversetzen kann.(Helfersyndrom ?? Projektion ??) Als Gesamtes gesehen,habe ich das Borderlining gut im Griff-was mich mal mehr,mal weniger Energie kostet.Eine große Gefahr sehe ich aber in der Beziehung,die diesmal völlig anders und neu für mich ist.Dieser Mann ist wirklich bereit,mit mir durch die Hölle zu gehen,aber er ist halt auch nur ein Mensch mit Gefühlen und eigenen Problemen.Ich will ihn nicht überfordern oder verletzen,was ich aber unbewußt ständig tue.Reagiert er nicht so,wie ich es mir ausgedacht habe,dann ist Terror angesagt,das möchte ich ihm gerne ersparen.Wie oft muß ich unsere Beziehung eigentlich beenden,bis er begreift,dass ich mit ihm zusammenbleiben will ??!!

      • Antwort von nach einem Tag 4 hilfreich
        Re^3: Angehörigengruppen

        Hallo Bea,

        danke für die Antwort. Ich fasse zusammen, was ich bisher von Dir über Dein Borderline gelesen habe: Seit Deinem 11. Lebensjahr hast Du Dein Borderline, obwohl Du es erst seit vier Jahren weißt. Es betrifft nur Deine Partnerschaften und hat sonst keine Auswirkungen auf Dein Leben. Du kannst sogar einen sozialen Beruf erlernen und bist bis heute ohne Probleme in einem solchen tätig. Dein Borderline bleibt auch bis zum 40. Lebensjahr unverändert so bestehen.

        Dein Borderline ist wirklich bemerkenswert.

        Grüße,

        Oliver Walter



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