Macht euch die Erde untertan

Hallo!
in 1. Mose1, 28 heisst es (http://www.bibel-online.net):
Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
Ich habe gehört, dass es ursprünglich „bewahren“ statt „untertan machen“
heissen soll. Ist da was dran? Literatur?

viele Grüsse,
Stefan

hi,

Ich habe gehört, dass es ursprünglich „bewahren“ statt
„untertan machen“

davon kann ich nichts sehen. vchiwschuha urdu … heißt so ziemlich genau das was du oben sagtest ("… macht sie euch untertan (oder erobert sie)… bewältigt…")

gruß datafox

Hallo!

davon kann ich nichts sehen. vchiwschuha urdu … heißt so
ziemlich genau das was du oben sagtest ("… macht sie euch
untertan (oder erobert sie)… bewältigt…")

Meist werden diese Begriffe sehr „gewaltsam“ interpretiert und sind eer negativ belegt. Man -kann- sie aber auch positiv sehen:

Ich „bewältge“ eine Aufgabe,
ich „erobere“ mir neues Wissen,
ich herrsche mit Herz Verstand, besorgt und verantwortlich für meine Untertanen/Schutzbefolenen,
usw.

Ganz anderes Beispiel:
Ich bekomme ein Auto geschenkt und gesagt „mache dir das Auto untertan“. Wenn ich nun hergehe, und laut Befehl das Auto trete und verheize (darf, mein muss! ich ja), dann abe ich sicher nicht lange Spaß dran. Ich denke, die Aussage ist nur so zu verstehen: „Lerne Fahren, lerne, Dich und das Auto zu beherrschen und nutze es in einer Weise, dass du nachhaltig viel Freude daran haben wirst.“

Jochen

…und nutze es in einer Weise, dass du nachhaltig
viel Freude daran haben wirst."

hi,

ich verstehe die magenkrämpfe und windungen nicht, mit denen manche versuchen diese eindeutigen aussagen politisch korrekt an das geschwätz von ökos, tierrechtlern und globalisierungsgegnern anzupassen. im gegenteil, der satz sagt ehrlich genau das aus, was die menschheit seit jahrtausenden erlebt: die kultur ist ihres zeichen der kampf gegen die natur. der mensch kann nur (über)leben, wenn er sich die natur untertan macht. das beste beispiel ist dafür die medizin und naturwissenschaft. das ganze trachten der menschheit ist seit anbeginn der kultur nach überleben und chancenmaximierung ausgerichtet. die natur steht uns im weg und quält uns mit unwettern, wirbelstürmen, hungersnöten, trockenheiten, überschwemmungen, ungeziefern, wilden tieren und nicht zuletzt mit krankheiten! dasselbe bild findet sich in allen kulturen. der medizinmann der ach so in einheit mit der natur lebenden indianer tut natürlich genau dasselbe: sich untertanmachen der kräfte der natur und kunstvoll krankheiten heilen (die haben ganz schön was drauf, diese medizinmänner, sollte man nicht unterschätzen). klar, daß das untertanmachen immer wieder in die hose geht, nämlich dann wenn die methoden falsch sind und im endeffekt mehr schaden als nutzen dabei rauskommt (zb. atomkraft). der ganze naturschutz ist eine aparte modeerscheinung, weiter nichts. „die natur“ braucht man nicht zu schützen, denn sie ist stärker als der mensch! es wundert nicht, daß dieser grundlegende gedanke schon in der bibel steht. lustig finde ich, wie so manche damit ihre probleme haben und hier zwanghaft umdeuten müssen wo es nichts zu deuten gibt: mach dir die natur untertan und überlebe oder tue nichts und stirb.

gruß datafox

ps die harten worte sind natürlich absicht. ohne sie kann man keine interessanten antworten provozieren!! so jetzt warte ich mal gespannt ab und wünsche ein schönes wochenende.

Na aber hallo,

ich verstehe die magenkrämpfe und windungen nicht, mit denen
manche versuchen diese eindeutigen aussagen politisch korrekt
an das geschwätz von ökos, tierrechtlern und
globalisierungsgegnern anzupassen.

da macht es sich die Kollegin ja ganz schön einfach :smile:

das ganze trachten der menschheit ist seit
anbeginn der kultur nach überleben und chancenmaximierung
ausgerichtet. die natur steht uns im weg und quält uns mit
unwettern, wirbelstürmen, hungersnöten, trockenheiten,
überschwemmungen, ungeziefern, wilden tieren und nicht zuletzt
mit krankheiten!

gehen wir einmal davon aus, dass das Phänomen der Religion weit in die Frühgeschichte der Menschheit zurückreicht, und zwar bis in seine Existenz als Jäger und Sammler. Dann müssen wir zumindest die Erfahrung in Rechnung stellen, dass „die Natur“ den Menschen nicht nur bedroht, sondern auch ernährt, ihn am Leben erhält. Weiters kommt die verwirrende Erfahrung hinzu, dass (wenn Fleisch, dass nur durch Jagd gewonnen werden kann, die hauptsächliche Proteinquelle darstellt) damit das gewaltsame (mit Stöcken und Steinen sehr gewaltsame) Töten eines Lebewesens Teil dieses Prozesses ist. Die frühesten Zeugnisse menschlichen Geistes, wie die Höhlenmalereien, zeigen, wie sich an diesem Dilemma die Frage nach dem Religiösen entzündet hat.

Gruss

Täubchen

1 Like

Hi,

ps die harten worte sind natürlich absicht. ohne sie kann man
keine interessanten antworten provozieren!! so jetzt warte ich
mal gespannt ab und wünsche ein schönes wochenende.

…hmm, sehr harte Worte waren das… aber sie provozieren nicht sonderlich, da eine gute Argumentation fehlt.

Trotzdem - um Mißverständnisse zu ermeiden:
Ich bin KEIN Öko und kein Tierrechtler. Ok, ich stehe der Globalisierung skeptisch gegenüber, aber nicht prinzipiell.
Soweit dazu.

Es geht ums Überleben. Ich habe nicht in Frage gestellt, dass wir, um das zu erreichen, die Natur beherrschen MÜSSEN. Nicht das OB ist die Frage, sondern das WIE. Und hier ist eigentlich nur eine zentrales ethisches Konzept entscheidend:
Erachten wir es für erstrebenswert (aus welchen Gründen auch immer), unseren Nachkommen möglichst gute Überlebenschancen zu bieten ? Oder leben wir nach dem Motto „Nach mir die Sinntflut“ ? Beide Einstellung sind hier weder als gut noch als böse zu werten!! Da es ethische Grundsätze sind (die nicht weiter begründbar sind bzw. sein müssen), ergeben sich daraus ja erst die Definitionen für gut und böse.

Unser Verhalten passt zu „Nach mir die Sinntflut“. So verhalten sich wohl alle Arten, nicht nur der Mensch! Das ging auch gut. Arten, bei denen das irgendwann mal nicht mehr gut ging, haben nicht überlebt, also sehen wir natürlich überwiegend rezente Arten, bei denen es gut geht. Das war und ist das Spiel der Evolution. Nochmal: das ist weder gut noch böse - es ist einfach so.

Fähigkeiten zur Planung, Abstraktion und Kommunikation sind bei einigen Tierarten entwickelt. Planung ist wichtig; sie setzt eine gewisse Einsicht in das eigene Verhalten vorraus. Der Mensch hat diese Fähigkeiten soweit optimiert, dass daraus ein wirklich deutlich größerer Spielraum erwächst, die Umwelt zu verändern. Und auch, über den eigenen Reproduktionserfolg (!) nachzudenken. Mehr noch: Planungen können sich über die Grenzen von Individuen - räumlich UND zeitlich! - ausdehnen. Und heute habe wir die Macht (Achtung: wertneutral!), die Umwelt nachhaltig zu verändern. Also stellt sich die Frage: Wie leben unsere Kinder? Und deren Kinder?.. Wir haben die Fähigkeit der Einsicht, dass unser Verhalten heute die Zukunft unserer Enkel beeinflussen wird.

Das ist die menschliche Perspektive. Aus der Perspektive der Natur ist es absolut egal, was der Mensch macht. Wie auch immer der Mensch die Welt verändern wird, zwei Dinge stehen (mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit) fest:

  1. Größere Veränderungen in der Biosphäre werden die Menschheit in ihrem jetzigen Kenntnisstand vernichten. Sollten wir mal in der Lage sein, unerschöpflich Energie zu haben und Nahrung, Wasser und Rohstoffe beliebig recyclen zu können oder im Weltall ständig neue Energie-, Nahrungs- und Rohstoffresourcen aufzutun, bevor wir hier verenden, kann die Menschheit als Art wohl überleben (oder sich weiterentwickeln).

  2. Das „Leben“ wird weitergehen, im ewigen Eis, im nuklearen Winter, in kochendem Wasser, in einer reduzierenden Atmosphäre, was auch immer. In einigen zig-Millionen Jahren werden alle antropogenen Spuren in der Welt zerfallen sein, und wenn, vielleicht nach weiteren ein bis zwei Milliarden Jahren, eine neue „intelligente“ Spezies die Erde erobert, wird sie Schwierigkeiten haben, nachzuweisen, das in grauer Vorzeit bereits „intelligentes“ Leben auf der Erde gegeben hat (vielleicht finden sich bei Augrabungen ja Diamantkettchen).

natur. der mensch kann nur (über)leben, wenn er sich die natur
untertan macht. das beste beispiel ist dafür die medizin und
naturwissenschaft.

Die größten Erfolge sind immer dort erreicht worden, wo man geschickt die Kräfte und Wirkungsweisen der Natur ausgenutzt hat, und eben NICHT wo man GEGEN sie gearbeitet hat oder sie einfach ignoriert hat. Etwa nach dem Motto: „Wenn du einen Feind nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihm“. Wir können die Natur nicht besiegen, also ist ein Bündnis die bessere Strategie.

der ganze naturschutz ist eine aparte
modeerscheinung, weiter nichts.

Da stimme ich dir zu! Eigentlich müßten wir uns als Teil der Natur begreifen und von unserem Sockel runterkommen.

„die natur“ braucht man nicht
zu schützen, denn sie ist stärker als der mensch! es wundert
nicht, daß dieser grundlegende gedanke schon in der bibel
steht. lustig finde ich, wie so manche damit ihre probleme
haben und hier zwanghaft umdeuten müssen wo es nichts zu
deuten gibt: mach dir die natur untertan und überlebe oder tue
nichts und stirb.

Ja, wenn die Natur stärker ist als der Mensch, dann KANN der Mensch sie sich in deinem Sinne garnicht untertan machen. Er kann sie höchstens nutzen.

Gruß
Jochen