Kapitalismus

Von: , Frage gestellt am Di, 22. Dez 2009

Hallo,

nachdem der real existierende Sozialismus-Kommunismus
untergegangen ist, ereilt den Kapitalismus nun
dasselbe Schicksal?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,668324,00.html

Was glaubt ihr?

Was würde folgen, hypothetisch gesehen?

Gruß
Powenz

24 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Re: Kapitalismus

    Servus,

    das ist ja nicht das erste mal, dass der Kapitalismus am abgrund steht(siehe schwarzer Freitag, Weberaufstand ...). Nur leider ist das blöde, dass die Schwachen Vielen nicht verstehen, dass der Kapitalismus halt blöd ist(siehe jetztige Wirtschaftslage^^).

    Der Kapitalismus wird weiter gehen, die Welt entweder gerettet oder die Welt verarmt und der Mensch erkennt, dass Geld nicht alles ist im Leben.

    mfg,

    Hanzo

    • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
      Re^2: Kapitalismus

      Hi Hanzo, Der Kapitalismus wird weiter gehen, die Welt entweder gerettet
      oder die Welt verarmt und der Mensch erkennt, dass Geld nicht
      alles ist im Leben.
      was immerhin, philosophisch betrachtet, ein Fortschritt wäre. :-)

      Gruß
      Powenz

  2. Antwort von nach 19 Stunden hilfreich
    Re: Kapitalismus

    nachdem der real existierende Sozialismus-Kommunismus
    untergegangen ist, ereilt den Kapitalismus nun
    dasselbe Schicksal?
    Hier müsste man, lieber Powenz, zunächst das ansatzweise definieren, worüber gesprochen werden soll.
    Wenn man den Kapitalismus der Tradition entsprechend als eine bestimmte historisch spezifische Produktionsweise (freies Kapital, freie Arbeitskraft, Produktionsmittel in privater Hand, Ausrichtung auf Mehrwerterzielung zur Kapitalakkumulation) definieren mag, dann wird diese Produktionssphäre durch mögliche größere Paradigmenwechsel in der Finanzwirtschaft vermutlich wenig tangiert werden. Was glaubt ihr?

    Was würde folgen, hypothetisch gesehen?
    Ich glaube, dass der "(neo)liberalen" Phase des Kapitalismus der letzten 30 Jahre eine neue "staatskapitalische" Phase folgen wird, in der nicht das kapitalistische System selbst Veränderungen erfährt, sondern lediglich das Verhältnis der globalen Ökonomie zum noch nicht ganz so globalen Staatensystem.
    Dieses Globalisierungsdefizit des Staatensystems im Verhältnis zur Ökonomie wird sich m.E. in erster Linie massiv verringern - als Voraussetzung für eine wohl erwartbare Engführung des Verhältnis von Staatensystem und Ökonomie.
    Das sind ja auch die Schlagworte derzeit: "globale soziale Marktwirtschaft", "der Wirtschaft Pflöcke einschlagen", "überall geltende Spielregeln" usw.

    Zusammengefasst: Staat und Staatsideologie werden noch weiter von "Reparatur" auf "Prävention" umstellen, die Finanzwirtschaft wird vielleicht vorübergehend ihr Casino ins Hinterzimmer verlegen müssen, aber für die Produktionssphäre sehe ich keinerlei grundsätzliche Veränderung anstehen.



    ℂ Λ ℕ Ð I Ð €

    • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
      Re^2: Kapitalismus

      Hi Candide, Hier müsste man, lieber Powenz, zunächst das ansatzweise
      definieren, worüber gesprochen werden soll.
      Klar, nur ist die Thematik so komplex, dass ich das
      in so einem kleinen thread nicht ausgeführt habe,
      was du mit "ansatzsweise" relativieren willst.
      Also ganz schlicht, um das Thema nicht zu zerreden:
      Kapitalismus: "Macht des Kapitals".
      Wenn es zum Supergau kommt und Geld nichts mehr
      wert wäre. Der Mensch hat verlernt für sich selbst
      zu sorgen, man delegiert ans Geld. Das sind ja auch die Schlagworte derzeit: "globale soziale
      Marktwirtschaft", "der Wirtschaft Pflöcke einschlagen",
      "überall geltende Spielregeln" usw.
      Wie du selbst angesprochen hast, ohne "Global Governance"?
      Ich denke jetzt extrem dialektisch und erinnere an den
      Weltklimagipfel. Noch nicht einmal wenn es um den eigenen
      Arsch geht, sind bestimmte Gruppen in der Lage, rational
      zu handeln oder denken! Zusammengefasst: Staat und Staatsideologie werden noch weiter
      von "Reparatur" auf "Prävention" umstellen, die
      Finanzwirtschaft wird vielleicht vorübergehend ihr Casino ins
      Hinterzimmer verlegen müssen, aber für die Produktionssphäre
      sehe ich keinerlei grundsätzliche Veränderung anstehen.
      Der Spiegelartikel sieht die politisch Mächtigen
      machtlos, glaubst du er übertreibt?

      Gruß
      Powenz

      • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
        Umbau des Finanzsektors

        Hallo, Der Spiegelartikel sieht die politisch Mächtigen
        machtlos, glaubst du er übertreibt?
        das Problem ist wie so oft, daß es am Willen und/oder der Fähigkeit fehlt, Systembrüche ins Kalkül zu ziehen. Stattdessen nimmt man das vorhandene/bekannte Instrumentarium und dreht ein bißchen an den Stellschrauben.

        Die Risiken kann man jedoch nur durch grundsätzliche, fundamentale Änderungen begrenzen. Als da wären:
        <ul

      • Privatwirtschaftliche Kreditinstitute dürfen nur noch in Rechtsformen geführt werden, die eine persönliche Haftung der Geschäftsleiter mit sich bringen, also KG, KGaA, oHG.

      • Begrenzung des Geschäftsvolumen (also Bilanzsumme und außerbilanzielle Geschäfte) auf einen Betrag, der sich von der Wirtschaftskraft des Sitzlandes ableitet (z.B. 3% des BIP, d.h. für Deutschland rd. 60 Mrd.

      • Konzentration auf das originäre Einlagen- und Kreditgeschäft

      • Verbot staatlicher Stützungsmaßnahmen, lediglich Beibehaltung der Einlagensicherung für private Anleger

      • maximal drei Hierarchiestufen

      • Verbot von an Aktienkurse geknüpfter Gehaltsbestandteile (natürlich nicht nur für Kreditinstitute)

      • erfolgsabhängige Bestandteile für Führungskräfte werden frühestens nach fünf Jahren ausgezahlt und auch nur, wenn der Erfolg angehalten hat

      • persönliche Haftung (im Sinne der Strafbarkeit) von Mitarbeitern bei Verstößen gegen aufsichtsrechtliche Vorgaben und Bilanzierungsvorschriften

      • Begrenzung jeglicher Art des Risikotransfers aus Transaktionen auf Dritte auf maximal 50%

      • Eigenkapitalquote mindestens 15%



      Das wars erst einmal für den Anfang.

      Gruß
      Christian

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: Umbau des Finanzsektors

        Hallo,
        gute Vorsaetze, wahrscheinlich, kann es nicht im Detail beurteilen.
        Aber
        wer damit anfaengt, geht zuerst pleite.
        Wenn Angela das hier durchsetzt, machen nur noch auslaendische Banken das Geschaeft. Und die Deutsche Bank verlagert ihren Hauptsitz nach London.
        Wenn das viele Industrienationen durchsetzen, muessen alle grossen Banken nach Cayman Islands oder wo sonst die letzten Ausnahmen moeglich sind.

        Gruss Helmut

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^2: Umbau des Finanzsektors

          Hallo, wer damit anfaengt, geht zuerst pleite.
          Wenn Angela das hier durchsetzt, machen nur noch auslaendische
          Banken das Geschaeft. Und die Deutsche Bank verlagert ihren
          Hauptsitz nach London.
          daß das nicht im Alleingang geht, ist offensichtlich.

          Gruß
          C.

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: Umbau des Finanzsektors

        guten morgen,

        ist das alles nicht ein wenig zuviel der regulierung?
        an anderer stelle nennst du eben diese selektiven eingriffe als die wurzel des übels.

        vielleicht sollte man noch einmal ein paar schritte zurückgehen:
        was war denn eigentlich wirklich der auslöser der krise?
        die gehälter der bankmanager oder händler?
        die kreditvergabe unserer banken?
        der erfindergeist der finanzindustrie?
        die plötzliche spekulationslust von bisher konservativen anlegern?

        ich vermute, jeder dieser punkte ist ein baustein des ganzen.
        und so finde ich nun ein einseitiges prügeln auf die bankmanager nicht korrekt und vorallem kontraproduktiv.
        die nachfrage regelt das angebot.wir hatten in der letzten dekade ein reges nachfragen nach hochrentablen anlagemöglichkeiten für die generation der erben.d.h. nach immobilien, beteiligungen und sonstigen produkten.jede noch so bizarre "innovation" wurde gerne genommen.fiskalisch wurde begleitend ein nicht geringes mass an steueranreizen gesetzt, diese befeuerten die nachfrage noch zusätzlich.

        ich erinnere auch an den börsengang der dt. post/telekom.mit medialer unterstützung sollte ein volk von sparbuchbesitzern über nacht zu aktionären modelliert werden.auch das trug zur lust am neuen bei, ohne sich aber die risiken zu vergegenwärtigen.
        selbstverständlich sollen die verantwortlichen in den führungsstäben keinen freibrief erhalten.verstöße gegen gesetze müssen folgen haben.
        mit weitaus mehr elan als dies bisher von der politik gezeigt wird.

        aber erstens, können wir uns als nation nicht gegen den strom stemmen und z.b. sagen, unsere manager erhalten nur gedeckelte gehälter bei maximalen unternehmerischen risiko.das bringt uns ins hintertreffen.
        zweitens würden wir auch bankern, die gute leistung zum wohle aller erbringen ,durch begrenzte monetäre anerkennung keinen respekt zollen.

        ich finde, dass mehr bildung in finanzwirtschaftlichen zusammenhängen
        ,schon in der basisausbildung, ein großer schritt in die richtige richtung sein kann.

        bartholomäus

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Re^2: Umbau des Finanzsektors

          Hallo, ist das alles nicht ein wenig zuviel der regulierung?
          alles eine Frage der Abwägung von Ziel und Mittel. an anderer stelle nennst du eben diese selektiven eingriffe
          als die wurzel des übels.
          "eben diese"? Mir geht es um genau das Gegenteil dessen, was bisher passierte. Bisher hat man die Kreditinstitute mit billigem Geld überhäuft, sie gebeten, damit keinen Unsinn zu machen und ihnen gleichzeitig zugesichert, daß man ihnen schon helfen wird, wenn sie sich verzocken. Das hat mit meinen Maßnahmen genau nichts zu tun. was war denn eigentlich wirklich der auslöser der krise?
          die gehälter der bankmanager oder händler?
          die kreditvergabe unserer banken?
          der erfindergeist der finanzindustrie?
          die plötzliche spekulationslust von bisher konservativen
          anlegern?
          All das hat es früher auch schon gegeben. Neu sind die implizite Staatsgarantie für US-amerikanische Kreditinstitute (seit den 70ern) und die Unmengen an billiger Liquidität (seit 2000/2001). ich vermute, jeder dieser punkte ist ein baustein des ganzen.
          und so finde ich nun ein einseitiges prügeln auf die
          bankmanager nicht korrekt und vorallem kontraproduktiv.
          die nachfrage regelt das angebot.wir hatten in der letzten
          dekade ein reges nachfragen nach hochrentablen
          anlagemöglichkeiten für die generation der erben.
          Die Anlagen in US-Immobilien waren nicht hochrentabel. Die Margen für die AAA-Tranchen lagen bei ca. 0,5%-1%; damit zwar höher als andere AAA-Anlagen aber immer noch zu günstig, um damit unter normalen Umständen Geld verdienen zu können. Das war nur möglich, weil die KI das Geld noch günstiger über die Notenbanken und den Kapitalmarkt bekommen konnten. Privatkunden haben von diesen Papieren sowieso praktisch nichts mitbekommen. Die landeten bei anderen institutionellen Anlegern. d.h. nach
          immobilien, beteiligungen und sonstigen produkten.jede noch so
          bizarre "innovation" wurde gerne genommen.fiskalisch wurde
          begleitend ein nicht geringes mass an steueranreizen gesetzt,
          diese befeuerten die nachfrage noch zusätzlich.
          Das hat alles nichts mit unseren Problemen zu tun. ich erinnere auch an den börsengang der dt. post/telekom.mit
          medialer unterstützung sollte ein volk von sparbuchbesitzern
          über nacht zu aktionären modelliert werden.auch das trug zur
          lust am neuen bei, ohne sich aber die risiken zu
          vergegenwärtigen.
          Ach ja, der Mythos von der Abzocke der T-Aktionäre. Die Aktie kam damals für 28 DM an die Börse und erreichte in der Folge um die 95 Euro, also in etwa das sechsfache. Wer mit dem Papier keinen Gewinn gemacht hat, war entweder zu doof oder zu gierig. aber erstens, können wir uns als nation nicht gegen den strom
          stemmen und z.b. sagen, unsere manager erhalten nur gedeckelte
          gehälter bei maximalen unternehmerischen risiko.das bringt uns
          ins hintertreffen.
          zweitens würden wir auch bankern, die gute leistung zum wohle
          aller erbringen ,durch begrenzte monetäre anerkennung keinen
          respekt zollen.
          Ich habe nie etwas anderes geschrieben und wenn Du genau hinschaust, ist eine Begrenzung der Gehälter nicht in meinem weiter unten zu findenden Maßnahmenkatalog. ich finde, dass mehr bildung in finanzwirtschaftlichen
          zusammenhängen
          ,schon in der basisausbildung, ein großer schritt in die
          richtige richtung sein kann.
          Auch das schreibe ich immer wieder, wie zuletzt in Kredite, Wertpapierhandel & Geldanlage. Das hätte aber unsere Krise weder verhindert noch hat es damit zu tun.

          Ansonsten: bitte verwende Groß- und Kleinschreibung. So ist mir das zu anstrengend zu lesen.

          Gruß
          C.



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