Hallo,
es ist zwar nahezu sinnlos, aber noch einmal:
Kann es sein, dass der Person nicht klar ist, dass sie mit dem
Erhalt von AlgII auch bestimmte Verpflichtungen eingeht?
Kann es sein, dass Du derart in Deinen Vorurteilen gefangen bist, dass Du es nicht mehr für nötig hältst, irgendeine der Informationen des Ausgangspostings zu berücksichtigen?
Um dies beurteilen zu können hat die Frau also schon eine
nennenswerte Anzahl an Bewerbungen geschrieben,
Vorstellungsgespäche absolviert und die Jobaufnahme ist
letztendlich an der fehlenden Fortbildungsmaßnahme
gescheitert? Dann sollte sie diese entsprechend begründeten
Absagen dem ARGE-Sachbearbeiter vorlegen.
Wie Du dem Ausgangsposting hättest entnehmen können, so Du gewillt gewesen wärst, ist die Frau nicht aus dem Blauen heraus auf die Idee verfallen, eine Fortbildungsmassnahme zu machen. Dies war allerdings im Rahmen der hier gestellten Fragen aber ohnehin irrelevant - es ging im Wesentlichen um die Rahmenbedingungen des 1-Euro-Jobs, nur am Rande um die Maßnahme als solche.
Wenn der Kunde ihre Leistung hingegen nicht in Anspruch nehmen will
mit der Begründung, dass ihr diese spezielle Weiterbildung
fehlt, dann kan sie dies dem ARGE-Mitarbeiter vorlegen. Dann
hat sie zwar immer noch keinen Kunden, aber ein stichhaltiges
Argument für die Weiterbildung.
Und sie hat einen potentiellen Kunden äußerst verärgert - so etwas spricht sich ja überhaupt nicht herum, so etwas macht sich doch hervorragend!
Potentielle
Arbeitgeber wollen vor allem sehen, dass jemand auch arbeiten
will. Am besten zeigt man dies, indem man arbeitet, und sei es
in einem 1-Euro-Job.
Verstehe ich Dich richtig - potentielle Arbeitgeber gehen, wenn Sie eine Bewerbung auf ein Stellenangebot ihrerseits erhalten, davon aus, dass der Bewerber nicht arbeiten will?
Und was die 1-Euro-Jobber in diesem Zusammenhang angeht: ich kenne einige dieser Arbeitgeber (zwar in kleinerem Rahmen, aber trotzdem Arbeitgeber), und bei diesen gelten Leute, die einen 1-Euro-Job machen, in der Regel nicht viel - wenn schon jemand für so wenig Geld den letzten Dreck macht, dann kann er selbst a) nicht qualifiziert für sonst irgendetwas sein und b) braucht man ihm selbst auch keine angemessene Bezahlung zu bieten.
Das mag ja sein, nur geht es jetzt darum, die Frau möglichst
schnell auf eigenständige finanzielle Füße zu stellen.
Und es geht in diesem Zusammenhang auch darum, dass dabei das kleine Kind nicht auf der Strecke bleibt - Geld ist doch nicht alles!
Da die Frau den Wohnraum, in dem sie jetzt wohnt, auch nicht
selbst bezahlen kann, finde ich dieses „Argument“ etwas
verfehlt.
Wenn Du über irgendein Faktenwissen zu diesem Thema verfügen würdest, dann wüsstest Du, dass die Mietkosten von den ARGEn nur bis zu einer bestimmten Höhe übernommen werden; es ist also nicht möglich nach Gutdünken irgendeine Wohnung anzumieten. Abgesehen davon gilt, wie ich inzwischen erfahren habe, die Freizügigkeit für ALG2-Empfänger nur in eingeschränktem Maße - ein Umzug ist nur und ausschließlich nach vorheriger Bewilligung möglich, da andernfalls nicht nur der Umzug nicht bezahlt wird , sondern auch u.U. die ALG2-Zahlungen eingestellt werden. In dem geschilderten Fall wurde der Frau, wie ich nunmehr weiß, die Frage nach einem möglichen Umzug negativ beschieden - der Wohnort ist ja ans ÖPNV-Netz angeschlossen.
Niemand stellt dir „irgendwas gleich bereit“, weder eine
Arbeit, noch einen Wohnraum, noch irgendwas anderes im Leben.
Willkommen in der Realität.
Ich glaube nicht, dass Deine ‚Realität‘ irgendetwas mit der Realität der meisten Menschen in diesem Land zu tun hat.
Du warst schließlich diejenige, die vorgeschlagen hat, die Frau solle sich sonstwo bewerben, und wenn sie dann sonstwo eine Stelle hätte, würde ihr auch die ARGE den Umzug genehmigen - das impliziert doch, dass sie zeitgleich eine Wohnung an diesem Ort findet. In welcher Welt lebst Du eigentlich?
Und von wann bis wann soll der 1-Euro-Job gehen?
Man merkt, dass Du das Ausgangsposting nicht gelesen oder vielleicht nicht verstanden hast: Es geht konkret darum, dass mit dem derzeitigen Arbeitsbeginn (ja, die Frau ist bereits bei Eis und Schnee unterwegs!) die Nutzung von ÖPNV nicht möglich ist; bei einem nur eine halbe Stunde späteren Arbeitsbeginn wäre dies aber der Fall. Identisches gilt für das Arbeitsende.
Nein, sie hat nur die Pflicht diesen Zustand schnellstmöglich
zu ändern. Für viele Menschen ist Arbeiten und die damit
verbundenen Umstände nicht unbedingt etwas, was sie machen
würden, wenn sie es nicht müssten. Mein Mitgefühl gilt den
Leuten, die sich anstrengen ohne Ende, Bewerbungen schreiben,
1-Euro-Jobs machen, jede Gelegenheit nutzen und keine Mühe
scheuen, doch noch irgendwie irgend einen Job zu ergattern,
und dann doch nichts finden. Zumindest in deinen Schilderungen
hier vermisse ich solche Anstrengungen.
Meine Schilderungen bezogen sich ja auch auf die äußeren Umstände der Maßnahme; eine Beschreibung der vorher erfolgten Bemühungen hätten in keinerlei Zusammenhang damit gestanden und sind daher gänzlich überflüssig gewesen. Allerdings habe ich in dem Ausgangsposting betont, dass die Frau mehr als willens ist - aber das hast Du vielleicht mit Deinen Scheuklappen nicht sehen können… Ich finde es auf jeden Fall äußerst faszinierend, aufgrund welch geringer Informationen Du Dir eine Meinung über eine Dir völlig unbekannte Person bilden kannst.
Ein Notfall ist erstmal etwas, was jemand nicht selbst zu
verantworten hat. Jemand, der nicht wirklich aktiv erkennen
lässt, dass er bereit ist, seine Umständige zu verbessern, ist
für mich kein Notfall.
Du schließt, dass die Frau nicht bereit ist, ihre Umstände zu verbessern, daraus, dass sie - bzw. sehr viel mehr ihr Umfeld - sich fragt, ob es wirklich zumutbar ist, dass sie stundenlang durch Eis und Schnee laufen muss, auf einsamsten Wegen, wo sie vermutlich geraume Zeit nicht gefunden würde, sollte sie stürzen, oder wo ihr auch sonstwas widerfahren könnte (in der Gegend gab es in den letzten Jahren mehrere ungeklärte Frauenmorde)? Und das, obwohl sie ja nur eine halbe Stunde später durchaus ÖPNV nutzen könnte, und es vom Arbeitsablauf her möglich wäre? Du glaubst aber schon, dass irgendwo tief in Dir drin noch ein Funken menschlichen Mitgefühls schlummert?
Vermutlich hat dieser „Geisteswissenschaftliche
Bekanntenkreis“ wenig Fertigkeiten erworben, mit denen man
eine bezahlte Arbeit findet. Allerdings bin ich mit sicher,
dass man selbst als „Geisteswissenschaftler“ dazu fähig ist,
z.B. Büros zu putzen, Taxi zu fahren, in der Gastronomie zu
arbeiten etc. Oder sind „Geisteswissenschaftler“ deiner
Meinung nach aus irgend welchen Gründen davon befreit, für
ihren eigenen Unterhalt zu sorgen?
Du kennst nicht viele Arbeitslose persönlich, oder? Sonst wüsstest Du, dass es gerade für Akademiker schwierig werden kann, sobald sie sich auf Stellen der Art bewerben, wie Du sie vorschlägst - in der Regel werden sie als überqualifiziert abgelehnt. Richtig lustig wird es dann bei Leuten die - aus welchen Gründen auch immer - ihr Studium abbrechen mussten - die sind dann gleichzeitig unter-, über- und unqualifiziert!
Abgesehen davon ist da immer noch die Sache mit der Arbeitslosenquote - auch wenn Du es wohl nicht verstehen willst, so ist es doch schlicht und ergreifend so, dass es derzeit nicht genügend freie Stellen gibt. Noch nicht einmal als Taxifahrer oder Bedienung.
Allerdings hatte ich immer die Einstellung, dass
Arbeiten keine Schande ist, sondern dass es eine
Grundvoraussetzung ist, ein selbständiges und selbstbestimmtes
Leben zu führen.
Du weißt nichts über diese Frau, was Dir erlauben würde, anzunehmen, dass sie in irgendeiner Art und Weise arbeitsscheu wäre. Wie gesagt - sie trabt derzeit täglich durch den verschneiten Schwarzwald, und es ist sehr viel mehr ihr soziales Umfeld, dass sich darüber empört, wie sie von der ARGE behandelt wird.
Ich selbst kenne nun sehr viele Arbeitslose, auch und gerade Alleinerziehende, und ich finde es immer wieder unglaublich, wie teilweise mit Menschen umgegangen wird. Und welches Bild von arbeitslosen Menschen vor allem in den Medien (welche ganz offenkundig auch bei Dir meinungsbildend gewirkt haben) geschürt wird - solche Leute wie in gewissen Berichten habe ich auf jeden Fall im wirklichen Leben noch nie getroffen.
Hochgradig irritierend finde ich auch, dass der Wert eines Menschen nur daran festgemacht wird, ob er eine Arbeitsstelle hat oder nicht. Die erwähnte Frau ist ehrenamtlich in ihrer Kirchengemeinde tätig (in einer Art, die sogar ich als alte Ungläubige nur bewundern kann), ist unglaublich kreativ und widmet sich liebevoll der Erziehung ihres Kindes - und das zählt alles nichts, nur weil es ihr nicht gelingt, innerhalb kürzester Zeit eine Stelle zu bekommen?
Und nachgerade erschütternd finde ich die Obrigkeitsgläubigkeit, die auch durch Deine Zeilen hindurchschimmert - wenn irgendein Sachbearbeiter bei irgendeinem Amt etwas entschieden hat, wird das schon seine Richtigkeit haben… Dabei sitzen auch dort nur Menschen, und unter Menschen gibt es solche und solche - tatsächlich wohl etwas mehr von den weniger freundlichen, da eine gewisse Haltung den ‚Kunden‘ gegenüber systemimmanent ist (wie mir von zwei Bekannten berichtet wurde, die in Sozialämtern in NRW bzw. Hamburg tätig waren, bis sie es nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten). Sprich: es kann Fehlentscheidungen geben, und auch ALG2-Emfänger haben das Recht, sie betreffende Entscheidungen zu hinterfragen. Auch ALG2-Empfänger sind gleichberechtigte Bürger dieses Landes!
Solltest du in Erwägung ziehen, einen mies
bezahlten Job in einer Gärtnerrei, der Gastronomie, einem Call
Center, einem Auslieferungslager oder Ähnliches anzutreten,
kannst du mich gerne nach meinen Erfahrungen in diesen
Bereichen fragen.
Nein danke, während des Studiums habe ich genügend einschlägige Erfahrungen gesammelt, und inzwischen habe ich mein(e) Beruf(ung) gefunden.
Oder wolltest Du damit sagen, Du hast ein Sch***leben, und alle anderen sollten auf Dein Niveau kommen?
Wie dem aber auch sei, Du hast ja offenkundig keinerlei sachdienlichen Informationen, darum beende ich nun diesen Thread - wenn Dir das Thema so sehr am Herzen liegt, dass Du Dich auch ohne selbige bei konkreten Fragen an Diskussionen zu beteiligen bemüßigst fühlst, schlage ich vor, Du bringst Dich damit bei einem geeigneteren Brett ein (z.B. bei Innenpolitik - auch dort werden Diskussionen, wie ich beobachtet habe, öfter auf dem Niveau der Zeitung mit den vier großen Buchstaben geführt).
Grüße
=^…^=
Katze
Einige überflüssige Zitate der Zitate gelöscht [Mod X.]