1-Euro-Jobs und keiner geht auf die Strasse

warum sollte ich das tun?
ich kann arbeiten. und tue es auch.
es ist ein schönes gefühl, für sich selbst verantwortlich zu sein und etwas zu schaffen, auf das frau vielleicht sogar stolz sein kann. probiers doch auch mal!

es liegt ja auch vielleicht nicht jedem/r, auf kosten der allgemeinheit zu schmarotzen. das mußt du auch mal akzeptieren.

und geld ist da nicht vorrangig. oder sagen wir besser: meine freiheit und selbständigkeit ist mir das wert.

ann

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also junger freund - mal langsam hier mit die jungen pferde…

Hallo !
Wenn es so gut ist,arbeitslos zu sein,warum meldest Du dich
dann nicht auch beim Arbeitsamt,wenn Du dann mehr verdienst ?
Dort bekommst Du doch dann mehr,als Du jetzt schon hast ? Von
dem einen Euro zusätzlich kannst Du ja in die Südsee reisen
oder nach Mallorca !!
PS: Mir geht das rumgehacke auf den meisten Arbeitslosen
langsam auf den Keks!!Versorge denen doch Arbeit !!! Das nenne
ich Hilfe !!

a) hat hier keiner gehackt, und schon garnicht Ann.
Da ist Dein ‚spitz formulierter‘ Beitrag total daneben.
b) wer Arbeit braucht, der sucht sich in erster Linie mal gefälligst selber welche.
Wir wollen hier mal nicht Ursache und Wirkung verdrehen.
Wem ich die Arbeit hinterhertragen muüsste, den möchte ich in meinem Betrieb erst garnicht sehen.
Auch in diesem Punkt sehe ich Dein Posting als sehr daneben an.

Alles klar jetzt?
Gruß & Druschba - digi

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Hallo !
Ich habe Arbeit. Ok,ich geb Dir Recht,5 Millionen Schmarotzer ab in den Steinbruch. Bei Wasser und Brot !
Und,pardon,wenn ich etwas zu hart war in meinem vorigen Posting.
mfG Steffen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Zahl der Stunden pro Woche
Hallo Luxi,

so weit ich weiß, dürfen die Arbeitsgelegenheiten (auch 1-Euro-Job genannt) nur 15 - 20 h pro Woche umfassen. Wie sieht das bei Dir aus?

Grüsse aus Lüneburg
Heiner Gierling

Ganz im Gegenteil, ich bin jemand, der noch nie einen Job
abgelehnt hat, und sei er noch so mies bezahlt gewesen. Die
Schmarozer, die sich aushalten lassen, sind wohl eher
diejenigen, die rumjaulen, wenn sie für ihr Harz-IV Geld auch
noch was tun sollen. Der einige, der sich hier aushalten
lässt, ist unser Ausgangsposter „luxi“.

Die „Schmarozer die sich aushalten lassen“? „Rumjaulen“? Das klingt ja fast wie das Angstbeissen der Ratten beim Rennen zur Luke im sinkenden Schiff.

Jaja, die Zeiten werden härter, bald ist womöglich der eigene Arbeitsplatz dran, da muss natürlich getreten werden und gebissen gegen die, die schon unten sind.

Kläffkläff
Schorsch

Kläffkläff
Schorsch

Ja Schorschi, mach brav Sitz und nimm deine Medikamente.

Gruß
Marion, die sich hier über gar nichts mehr wundert.

Moin,

So genau kenne ich deren Lohngefüge nicht. Aber:
Können denn die Alos etwas dafür, dass das Existenzminimum
nahe der Grenze eines Verdienstes für einen Ganztagsjob liegt?

Nein, aber ich finde es den Arbeitenden gegenüber, die durch ihre Abgaben Hartz IV auch noch finanzieren, reichlich vermessen, dann auch noch rumzujammern.

Statt nur auf die Höhe der Sozialleistungen abzustellen,
könnte man sich auch die Frage stellen. Sind die
Lebenshaltungskosten (insbes. Mieten) zu hoch, sind die
Löhne/Gehälter zu niedrig?

Sowas regelt der Markt. Wenn keiner 100 Euro für einen Friseur ausgeben will sondern alle lieber zu Nadja an der Ecke gehen, die im 15 Minuten Takt für 20 Euro schneidet, dann wird es bald keinen gut verdienenden Friseur mehr geben und wenn alle lieber billige Klamotten kaufen, die in China mit heißer Nadel zusammengenäht werden, dann ist die Textilindustrie in Europa tod.

Die Frage ist nicht, was einer gerne verdienen möchte, sondern was ein anderer ihm auch dafür zu geben bereit ist.

Und wenn man sich dann anschaut, wieviel z.B. bei einem in Rechnung gestellten Stundenlohn noch beim Arbeitenden ankommt, dann weiß man, dass der Großteil dafür draufgeht, diesen Staat mit seinen ganzen Leistungen zu finanzieren.

Man könnte daher genauso die Renditewut und Geldgier, für die
allzu gerne die Globalisierung als Grund herangezogen wird,
anprangern.

Hm…ich hab bei meiner Friseuse noch keine Renditewut, Geldgier oder Globalisierungsbestrebungen festgestellt. Es werden hier zwar immer die großen Konzerne gerne an den Pranger gezerrt, aber letztendlich ermöglicht es deren Kostenplanung, dass sich z.B. sehr viele Leute in D ein Auto leisten können. Was meinst du, wenn z.B. sämtliche Automobilteile in D zu in D üblichen Stundenlöhnen produziert würden ? Ein Auto wäre dermaßen teuer, dass es absolutet Luxusartikel wäre.

Komischerweise sieht niemand die reichen Geldsäcke als
Sozialschmarotzer, obwohl sie z. B. überteuerte Mieten
verlangen, oder gnadenlos aus reiner Gewinnmaximierung über
menschliche Schicksale entscheiden. Es täte einigen Firmen und
Großaktionären nicht weh, auf die eine oder andere zusätzliche
Million zu verzichten, oder angemessene Steuern zu zahlen,
Arbeitsplätze zu erhalten, wie es der Mittelstand ja auch tut.
Steuern zahlen die doch verhältnismäßig wenig, auch wenn gerne
das Gegenteil behauptet wird. Da steckt eben ne riesen Lobby
und Ministerarbeitplätze und Aufsichtsratspöstchen von Leuten
mit politischem Einfluss dahinter. Ist doch alles ein
abgekartertes Speiel.

Ansatzweise hast du da sicher recht, und auch wieder nicht. Grade in Großbetrieben hab ich z.B. häufig eine soziale Verantwortung gegenüber den eigenen Arbeitern erlebt, wie sie sich der Mittelstand gar nicht leisten kann. Frag doch mal wo jemand lieber anfängt zu arbeiten, bei einem Weltkonzern oder bei einem Kleinstbetrieb mit 5 Mitarbeitern. Die meisten würden sich vermutlich für den Weltkonzern entscheiden.

Andererseits gibt es auch in fast allen Branchen Kleinbetriebe, die sich in Nischen gegenüber der Konkurrenz der Großen am Leben erhalten. Auch dies Regelt die Nachfrage und der Markt. Wenn z.B. Frauen statt sich pro Jahr 3 Paar Schuhe made in China zu kaufen, alle 2 Jahre in Paar vom deutschen Schuhmacher machen ließen, dann käm das auch nicht teurer, die Frauen hätten endlich wieder qualitativ hochwertiges Schuhwerk an den Füßen und es würde einen ungehnten Boom und Arbeitsplätze für die Schuhmacherbranche in D geben. Nur kaufen die Leute eben lieber Billigschrott. Wie willst du ihnen das verbieten ?

Das System ist nunmal so. Ich gehe nicht davon aus, dass sich
die Mehrzahl der Stützeempfänger dabei sonderlich wohl fühlen.

Es gibt Stützeempfänger bereits in der 3. Generation. In D hat sich ein Anspruchsdenken gegenüber dem Staat und der Allgemeinheit breitgemacht, bei dem man nur noch die Ohren anlegen kann. Es scheint tatsächlich große Bevölkerungsgruppen zu geben, die meinen, in erster Linie habe der Staat, also die Steuerzahler für ihr Leben zu sorgen, und nicht sie selbst.

Für mich ist das entscheidende Kriterium immer, wieviel Erntehelfer aus dem Ausland angeworben werden müssen, um in D die Spargelernte oder was auch immer einzufahren, und wievie ungelernte Arbeitslose dem gegenüber stehen. Solange es noch Arbeitslose gibt, die obwohl sie nichts brauchbares gelernt haben, sich zu fein zum Spargel ernten sind, stimmt irgendwas nicht in diesem Land.

Die psychischen Auswirkungen sind enorm. Nach gewisser Zeit
verlieren die Leute Selbstsicherheit und Selbstvertrauen. Das
strahlen sie dann aus und punkten bei Vorstellungsgesprächen
dadurch auch nicht.

Gerade hier können die 1-Euro-extra Jobs IMHO einen wertvollen Beitrag leisten. Zum einen werden hier bei weitem nicht die Anforderungen gestellt, die ein „normaler“ Job an den Arbeitnehmer stellen würde, zum anderen gibt so ein Job vielleicht auch wieder Selbstvertrauen und Stolz, etwas zu „leisten“ UND es wird auch noch extra bezahlt. Aber genau hier unterscheidet sich IMHO auch die Spreu vom Weizen. Die einen ergreifen gerne die Gelegenheit zum 1-Euro-extra Job und sehen durchaus die Chancen, die anderen fühlen sich als „Opfer“, weil sie tatsächlich mal etwas leisten sollen.

Fortbildung ist nur autodidaktisch möglich. Fernstudium und
VHS-Gebühren übersteigen die finanziellen Möglichkeiten.

Ich dachte eigentlich an eine reelle Ausbildung und nicht so einen Pillepalle. Und hier sind wir uns ja einig. Jemand, der eine berufliche Ausbildung macht sollte nicht wie bislang aus der Förderung rausfallen. Wenn du dir die Lebensläufe von Langzeitarbeitslosen anschaust, dann wird schnell klar, warum viele keinen Job finden. Bist du erstmal ein paar Jahre raus aus deinem Job, hinkst du mit deinen Fähigkeiten im Allgemeinen unaufholbar hinterher. Man sollte Arbeitslose nicht nur ermutigen, sich weiterzubilden, sondern es sollte Pflicht sein.

Ich denke er sieht es ein, und suchte sich einen Job. Diese
Jobs sind ja auch nur halbherzig und dienen in erster Linie
dazu, die Ausgebeuteten (das gemeine Volk) zu beruhigen und
die Finanzlöcher der Gemeinden zu stopfen, die größtenteil
durch die Misswirtschaft der Politik entstanden.

Hast du mal mit Leuten geredet, die 1-Euro-extra-Jobs anbieten und was ihnen dort teilweise geschickt wird ? Solche Leute sind häufig nicht mal mehr in der Lage, jeden morgen aufzustehen und pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Für viele ist es eine riesige Resozialisierungsmaßnahme und ich rechne es den gemeinnützigen Einrichtungen hoch an, dass sie dies Leisten.

Der Kleine
ist doch immer der dumme, während sich die Großen die Taschen
stopfen, Moral und Ehrlichkeit predigen, während sie selbst
doch auch alles mitnehmen und bescheißen wo es geht.

Ehrlichkeit und Beschiss gibt es sowohl bei den Kleinen, wie auch bei den Großen. Das ist keine Frage des Einkommens sonder der persönlichen Ethik.

Wieso machst du im Gegenzug die Leute ohne Arbeit dafür
verantwortlich, dass mancher/viele/die Meisten? für einen
Lohn, der unmarginal über der Armutsgrenze leigt, 40 Std. die
Woche hart arbeiten muss?

Wie kommst du darauf, dass ich irgendwen verantwortlich mache ? Lohn regelt sich über den Markt. Wenn kein Mensch mehr einem Tankwart seine paar Piepen bezahlen möchte, dann gibt es eben keine Tankwarte mehr, und wenn Leute Kassiererinnen ihren mageren Lohn nicht mehr gönnen, sondern lieber darauf schauen, wos die Butter noch 2 Cent billiger gibt, dann gibt es bald nur noch vollautomatische Selbstbedienungskassen. Was soll bitte die Wirtschaft an diesem Konsumentenverhalten ändern ? Du kannst nur dann Löhne hochsetzen, wenn es auch Käufer gibt, die bereit sind, diesen Mehrbetrag zu zahlen.

Arbeit gibt es genug. Jede Hilfsorganisation oder Initiative
von Freiwilligen ist für jede Art der Unterstützung dankbar.
Nur dort arbeiten dann meistens noch die Arbeitnehmer nach
Feierabend, während die armen Harz-IV Leutchen sich den
Hintern auf dem Sofa plattdrücken.

Das kann man so behaupten, aber ich muss es ja nicht glauben
:wink:

Soll ich jetzt daraus schließen, dass du noch nie ehrenamtlich gearbeitet hast ? *g*. Nun denn, ich schon.

Wer vorher ehernamtlich tätig war, wird dies auch als Hartz 4
empfänger tun. Wer nicht, vielleicht eher als vorher, da er
wieder eine Aufgabe möchte. Das kann ich so behaupten, du
musst es ja nicht glauben. Diese Argumentation ist also ne
Nullrunde :wink:

Und sich dann noch hier herstellen und rumjammern, dass er für diese quasi ehrenamtliche Taätigkeit auch noch einen Euro extra zu seinen bisherigen Bezügen erhalten soll ? Hier hängt was schief, oder meinst du nicht ?

Merkst du jetzt, dass du eher dazu neigst grundsätzlich das
Negative in die Leute zu asoziieren? Das ist der Punkt den ich
meine und dir unterstellte. Deine Grundtendenz hört sich so
an: Die Meisten sind faul, die Wenigsten sind zu bedauern und
wollen wirklich arbeiten.

Vielleicht wird man so, wenn man zu viele Menschen kennt, die Jobs im eher niedrigen Lohnsektor anbieten, wie Arzthelferin oder Tagesmutter, und dann erlebt, dass sich niemand für diese Jobs interessiert, obwohl es doch angeblich soooooo viele Arbeitslose in D gibt, die alle unbedingt arbeiten wollen.

Ich bin keineswegs pauschal. Ich habe Arbeitslose gekannt, die
sich schon voll ehrenamtlich engagierten, als es dafür noch
kein Geld extra gab. Meistens waren das aber auch die gleichen
Leute, die am ehesten wieder Arbeit hatten.

Vor wievielen Jahren war das?

Aktuell dieses Jahr im näheren Bekanntenkreis erlebt.

Ich höre die Leute heute noch
sagen: Wer einen Job will bekommt auch einen. Ob dieser
Universalspruch heute noch so zutreffend ist, wage ich sehr
stark zu bezweifeln. „Zauberwort“ Überqualifiziert!

Eine Qualifikation ist nur soviel wert, wie sie nachgefragt ist. Wenn du Professor für Trudelistik bist, und keiner stellt dich ein, dann nützt dir deine Qualifikation überhaupt nichts. Du bis dann für den Arbeitmarkt so wertvoll wie ein Ungelernter. Das diese Erkenntnis für viele Leute hart kommt, mag sein, aber wer hat denn schon bei seiner Geburt ins Ohr geflüstert bekommen, dass es immer gute Jobs haben wird ? Ich hab schon als fertige Dipl.-Betriebswirtin im Lager eines Großhandels gearbeitet und ich kenne jede Menge Akademiker, die Taxi fahren. Geschadet hat es meines Wissens weder mir noch einem der anderen.

Gruß
Marion

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Mojn Mojn Marion…
Du hast einen hervorragenden Beitrag hier eingestellt,
Danke dafür!

Ergänzend hinzufügen muss ich allerdings noch,
daß ich immer öfter feststelle, daß Leute
hervorragend ‚daddeln‘ können, aber keinen Fatzen Ahnung
von interessanten, lohnenswerten Aufgaben haben.
Jeden Tag nur zwei Stunden gezielte (Selbst-)Ausbildung ergeben in
einigen Jahren eine hervorragende Qualifikation.
Das gilt sicher für Informationstechnik -mein Metier-
und für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, … ganz besonders.
Aber man muß es selber machen!. Und nicht ‚der Staat‘.
Es ist nicht damit getan, von 8-5 am Arbeitsplatz zu erscheinen;
die Zeiten sind vorbei, Die sind seit 30 Jahren vorbei.
Und mittlerweile sollte das jeder gemerkt haben.
Daddeln oder Pinguine kloppen oder Schiffe versenken oder …
sind im Beruf eher selten gefragt.
Diese verplemperte Zeit kommt nie wieder;
und danach geht das Große Jammern los.

Ich versteh das einfach nicht.
Warum stehen bei mir Leute Schlange, damit
ich denen was programmiere? Als Rentner.
Für ein Schweinegeld - wovon einer mit 8-5 nur träumt / jammert.
Und Junge Hirsche kloppen Pinguine.
Da faßt man sich doch an den Kopp.

Gruß mit immer heftigerem Kopfschütteln - digi

Hallo Ann,

wenn man die „stütze“ (+ miete + wasweißichnoch) auf den
sogenannten 1€-job umlegt, hat so mancher dieser jobber einen
traumhaften stundenlohn. ich komme als freiberufler mit
12 - 15/tag nicht auf solche sätze.

345 Regelbeitrag + z. B. 300 e Miete+NK für allein stehenden (Miete+NK sind glaub ich sogar niedriger) = 645 €
8 Std./Tag = 174 Std./Mon. 819 € inc. 1 €-Job.

Das enstpricht in Kl. I und bei 14,5 % KV einem Bruttoverdienst von 1076,11 €
http://www.steuern-online.de/rechner/lohn05/lohn_sta…

1076,11 / 174 Std. = 6, 18 € Bruttostundenlohn.

Ich finde das nicht traumhaft!!

Diphda

Hallo Marion,

Statt nur auf die Höhe der Sozialleistungen abzustellen,
könnte man sich auch die Frage stellen. Sind die
Lebenshaltungskosten (insbes. Mieten) zu hoch, sind die
Löhne/Gehälter zu niedrig?

Sowas regelt der Markt. Wenn keiner 100 Euro für einen Friseur
ausgeben will

Das Geiz ist geil Problem spach ich ja schon an.
Wer wenig verdient, KANN nicht viel zahlen.

lieber billige Klamotten kaufen, die in China mit heißer Nadel
zusammengenäht werden, dann ist die Textilindustrie in Europa
tod.

Richtig, aber die Firmen bauen hier Arbeitplätze ab, schaffen sie in Billiglohnländern, weil sie das wegen der Globalisierung „müssen“
Hier haben gewissermaßen wir ein Henne-Ei Problem. Die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen Gegebenheiten sind eben wie sie sind. Darum plädiere ich dafür, auf den Ist-Zustand abzustellen.

D.h.: Die zu erzielende Löhne sind zunehmend so gering, dass sie teilweise nur geringfügig über dem Existenzminimum liegen.
Um den Unterschied zw. „zur verfügung stehendem Geld fürs nicht arbeiten“ und „Geld durch Arbeit“, muss die Bezahlung der Arbeit höher gesetzt werden, da man am Existenzminimum eben nichts mehr nach unten drehen kann. Dies reguliert aber gewissermaßen der Finanzmarkt. Und der strebt Renditeerhöhung und Gewinnmaximierung „um jeden Preis“ an. Das liegt in der „Natur“ der Dinge.

Die Frage ist nicht, was einer gerne verdienen möchte, sondern
was ein anderer ihm auch dafür zu geben bereit ist.

Eben! Und wenn die Arbeitgeber nicht mehr geben können oder wollen, sind wir da, wo wir jetzt sind. Arbeit „lohnt“ sich nicht mehr, ich habe kein/kaum Geld zum Ausgeben übrig, den Rest kennen wir ja :frowning:

Und wenn man sich dann anschaut, wieviel z.B. bei einem in
Rechnung gestellten Stundenlohn noch beim Arbeitenden ankommt,
dann weiß man, dass der Großteil dafür draufgeht, diesen Staat
mit seinen ganzen Leistungen zu finanzieren.

Wer ist dafür verantwortlich? Die Politik?, das Kapital?, die Konzerne/Arbeitgeber?, die Aktionäre?, die Arbeitnehmer?, die Arbeitslosen, die Globalisierung?

Man könnte daher genauso die Renditewut und Geldgier, für die
allzu gerne die Globalisierung als Grund herangezogen wird,
anprangern.

Hm…ich hab bei meiner Friseuse noch keine Renditewut,
Geldgier oder Globalisierungsbestrebungen festgestellt. Es
werden hier zwar immer die großen Konzerne gerne an den
Pranger gezerrt, aber letztendlich ermöglicht es deren
Kostenplanung, dass sich z.B. sehr viele Leute in D ein Auto
leisten können. Was meinst du, wenn z.B. sämtliche
Automobilteile in D zu in D üblichen Stundenlöhnen produziert
würden ? Ein Auto wäre dermaßen teuer, dass es absolutet
Luxusartikel wäre.

Wenn dafür aber in D Arbeitsplätze wegfallen, haben die Leute auch nicht mehr die Kohle in der Tasche um sich die anderswo billiger hergestellten Autos zu kaufen. Dann müssen die Autos noch billiger werden und noch billiger produziert werden. Merkst du was?

Ansatzweise hast du da sicher recht, und auch wieder nicht.
Grade in Großbetrieben hab ich z.B. häufig eine soziale
Verantwortung gegenüber den eigenen Arbeitern erlebt, wie sie
sich der Mittelstand gar nicht leisten kann.

Sicher leisteten weltweit operierende Konzerne stattliche zusatzleistungen. Die Zeiten sind aber eher vorbei, es wird doch ständig gekürzt und gestrichen. Oder welches Unternehmen meinst du konkret? Ein Link vielleicht?

Frag doch mal wo
jemand lieber anfängt zu arbeiten, bei einem Weltkonzern oder
bei einem Kleinstbetrieb mit 5 Mitarbeitern. Die meisten
würden sich vermutlich für den Weltkonzern entscheiden.

Das weiß ich als Kleinunternehmer nur zu gut. Wir zahlen z. T. mehr als große Firmen, da wir sonst kaum AN bekommen. Inzwischen dürfte es aber durchgedrungen sein, dass die Größe eines Unternehmens keine Arbeitsplatzgarantie, sondern inzw. sogar ein Arbeitsplatzrisiko darstellt.

Andererseits gibt es auch in fast allen Branchen
Kleinbetriebe, die sich in Nischen gegenüber der Konkurrenz
der Großen am Leben erhalten. Auch dies Regelt die Nachfrage
und der Markt. Wenn z.B. Frauen statt sich pro Jahr 3 Paar
Schuhe made in China zu kaufen, alle 2 Jahre in Paar vom
deutschen Schuhmacher machen ließen, dann käm das auch nicht
teurer, die Frauen hätten endlich wieder qualitativ
hochwertiges Schuhwerk an den Füßen und es würde einen
ungehnten Boom und Arbeitsplätze für die Schuhmacherbranche in
D geben. Nur kaufen die Leute eben lieber Billigschrott. Wie
willst du ihnen das verbieten ?

Wenn die Leute das Geld haben, geben sie es auch gerne aus! Dann muss ich nichts verbieten! Dann ziehen Werbun, wie Geiz ist geil auch nicht mehr sooo stark.

Es gibt Stützeempfänger bereits in der 3. Generation. In D hat
sich ein Anspruchsdenken gegenüber dem Staat und der
Allgemeinheit breitgemacht, bei dem man nur noch die Ohren
anlegen kann. Es scheint tatsächlich große Bevölkerungsgruppen
zu geben, die meinen, in erster Linie habe der Staat, also die
Steuerzahler für ihr Leben zu sorgen, und nicht sie selbst.

Das bestreitet ja niemand. Aber hast du Daten, Zahlen, Fakten sodass man den %tualen Anteil derer in Relation setzen könnte?
Ich suchte schon häufiger danach, habe bisher aber leider nichts gefunden. Vielleicht hast du ja mehr Glück, bzw. bist besser im richtig Suchen.

Für mich ist das entscheidende Kriterium immer, wieviel
Erntehelfer aus dem Ausland angeworben werden müssen, um in D
die Spargelernte oder was auch immer einzufahren, und wievie
ungelernte Arbeitslose dem gegenüber stehen. Solange es noch
Arbeitslose gibt, die obwohl sie nichts brauchbares gelernt
haben, sich zu fein zum Spargel ernten sind, stimmt irgendwas
nicht in diesem Land.

Das ist ein schlagkräftiges Argument! Da hast du recht!

Ich dachte eigentlich an eine reelle Ausbildung und nicht so
einen Pillepalle.

Wer soll das bezahlen? :wink:

Und hier sind wir uns ja einig. Jemand, der
eine berufliche Ausbildung macht sollte nicht wie bislang aus
der Förderung rausfallen. Wenn du dir die Lebensläufe von
Langzeitarbeitslosen anschaust, dann wird schnell klar, warum
viele keinen Job finden. Bist du erstmal ein paar Jahre raus
aus deinem Job, hinkst du mit deinen Fähigkeiten im
Allgemeinen unaufholbar hinterher. Man sollte Arbeitslose
nicht nur ermutigen, sich weiterzubilden, sondern es sollte
Pflicht sein.

Wer soll das bezahlen?

Hast du mal mit Leuten geredet, die 1-Euro-extra-Jobs anbieten
und was ihnen dort teilweise geschickt wird ?

Ich bin fast täglich im Jugendzentrum. Dort arbeiten auch 1 € Jobber. Natürlich taugt da nicht jeder, aber das hat man im normalen Berufsleben auch.

Wie kommst du darauf, dass ich irgendwen verantwortlich mache
? Lohn regelt sich über den Markt.

Wir haben momentan einen Arbeitgebermarkt und der drückt momentan die Löhne. Mangelt es an Arbeitnehmern, gehen die Löhne wieder hoch = Arbeitnehmermarkt. (der wird künftig wohl für ne lange Zeit Geschichte bleiben)

Wenn kein Mensch mehr einem
Tankwart seine paar Piepen bezahlen möchte, dann gibt es eben
keine Tankwarte mehr, und wenn Leute Kassiererinnen ihren
mageren Lohn nicht mehr gönnen, sondern lieber darauf schauen,

Stopp hier verwechselt du Verbraucher und AG. Der AG will dem Tankwart und der Kassiererin keine Piepen mehr geben!

wos die Butter noch 2 Cent billiger gibt, dann gibt es bald
nur noch vollautomatische Selbstbedienungskassen.

Das tun sie, weil der Tankwart und die Kassiererin keinen Job mehr haben, weil der AG ihm die Piepen nicht mehr zahlen will, bzw. nicht kann, weil es so viele Arbeitslose gibt, die kein Geld mehr haben und nicht mehr konsumieren können. Mensch das ist doch eine Kausalitätskette!

Was soll :bitte die Wirtschaft an diesem Konsumentenverhalten ändern ?
Du kannst nur dann Löhne hochsetzen, wenn es auch Käufer gibt,
die bereit sind, diesen Mehrbetrag zu zahlen.

Dreh das mal um, vielleicht verstehen wir uns dann :wink:
Das ist aber ein Thema fürs Brett Finanz- und Wirtschaftspolitik

Wer/womit hat es angefangen? Wer war zuerst da die Henne oder das Ei?

Soll ich jetzt daraus schließen, dass du noch nie ehrenamtlich
gearbeitet hast ? *g*. Nun denn, ich schon.

Tut mit leid, ich war bis vor 2 Jahren sogar im Vorstand eines Vereins. Falls Elternbeirat und Engagement für die Schule auch als ehrenamt gelten, übe ich aktiv eines aus. Demnächst werde ich sogar eine AG in einer Schule anbieten.

Vielleicht wird man so, wenn man zu viele Menschen kennt, die
Jobs im eher niedrigen Lohnsektor anbieten, wie Arzthelferin
oder Tagesmutter, und dann erlebt, dass sich niemand für diese
Jobs interessiert, obwohl es doch angeblich soooooo viele
Arbeitslose in D gibt, die alle unbedingt arbeiten wollen.

Darum schadet es nicht, die eigene Meinung und Erfahrung hin und wieder neu zu beleuchten und zu hinterfragen, evtl. neuen Gegebenheiten anzupassen. Ich mach mich da nicht frei davon. auch ich musss mir das immer wieder ins Bewusstsein rufen. WWW hilft mir dabei!

Wenn es nur eine gwisse Anzahl an Arbeitsplätzen gibt, können auch nur diese besetzt werden. z. b. 350.000 freie Stellen 5 mio. Arbeitlose, bleiben 4,65 Mio übrig.

Eine Qualifikation ist nur soviel wert, wie sie nachgefragt
ist. Wenn du Professor für Trudelistik bist, und keiner stellt
dich ein, dann nützt dir deine Qualifikation überhaupt nichts.

Genau und plötzlich ist der Herr Professor dann ein arbeitschscheuer Schmarotzer.SCNR

Du bis dann für den Arbeitmarkt so wertvoll wie ein
Ungelernter. Das diese Erkenntnis für viele Leute hart kommt,
mag sein, aber wer hat denn schon bei seiner Geburt ins Ohr
geflüstert bekommen, dass es immer gute Jobs haben wird ? Ich
hab schon als fertige Dipl.-Betriebswirtin im Lager eines
Großhandels gearbeitet und ich kenne jede Menge Akademiker,
die Taxi fahren. Geschadet hat es meines Wissens weder mir
noch einem der anderen.

Es sind und bleiben zuuu wenig Jobs da. Es würde krass gesagt auch nicht viel ändern, wenn jeder arbeiten wollte, da nicht für jeden ein job da ist.

Diphda, vorerst gesättigt von diesem Thema

Moin,

1076,11 / 174 Std. = 6, 18 € Bruttostundenlohn.

Ich finde das nicht traumhaft!!

Ich auch nicht, aber unzählige Leute arbeiten in realen Jobs für weniger.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/…

Gruß
Marion

jetzt muß ich aber mal fragen…
hallo diphta,

1076,11 / 174 Std. = 6, 18 € Bruttostundenlohn.

Ich finde das nicht traumhaft!!

ach ja, sorry. dann muß ich wohl was falsch verstanden haben.
ich wußte bisher nicht, daß es aufgabe der allgemeinheit ist, arbeitslosen traumhafte stundenlöhne zu garantieren.
in meiner grenzenlosen naivität dachte ich immer, arbeit solle gefördert werden, nicht ~losigkeit.

und was heißt denn brutto stundenlohn? wieviel steuern und sozialabgaben zahlt denn deiner meinung ein 1€- extra.jobber? na?

so und jetzt sage den satz nochmal, nur diesmal mit netto:
„1076,11 / 174 Std. = 6, 18 € Brutto netto stundenlohn.
Ich finde das nicht traumhaft!!“

gruß
ann

Hallo Ann,

1076,11 / 174 Std. = 6, 18 € Bruttostundenlohn.

Ich finde das nicht traumhaft!!

ach ja, sorry. dann muß ich wohl was falsch verstanden haben.
ich wußte bisher nicht, daß es aufgabe der allgemeinheit ist,
arbeitslosen traumhafte stundenlöhne zu garantieren.
in meiner grenzenlosen naivität dachte ich immer,
arbeit solle gefördert werden, nicht ~losigkeit.

Ich wollte nur diese Äußerung von dir in Frage stellen:

wenn man die „stütze“ (+ miete + wasweißichnoch) auf den sogenannten
1€-job umlegt, hat so mancher dieser jobber einen traumhaften
stundenlohn. ich komme als freiberufler mit 12 - 15/tag nicht auf
solche sätze.

und was heißt denn brutto stundenlohn? wieviel steuern
und sozialabgaben zahlt denn deiner meinung ein
1€- extra.jobber? na?

Ein Abeitsloser zahlt (man beachte!)„gewissermaßen“ Sozialabgaben. Von seiner Bemessungsgrundlage werden pauschale Abzüge für RV, KV und Kist abgezogen. Bei PV und AV bin ich mir nicht sicher.

Du hast doch so angesetzt, dass ein Nichtstuer ein traumhafteres Einkommen hat, als ein AN.
AN bekommen i.d.R. Bruttolöhne und diese werden auch meist als Vergleichsbasis herangezogen. Darum habe ich das Netto des Arbeitslosen auf einen Bruttoverdienst hochgerechnet. Nur damit du es einfacher hast zu sehen, wie hoch das angeblich traumhafte Einkommen eines Arbeitslosen ist :wink:

so und jetzt sage den satz nochmal, nur diesmal mit netto:
„1076,11 / 174 Std. = 6, 18 €
Brutto netto stundenlohn.
Ich finde das nicht traumhaft!!“

OK:
1076,11 Brutto / 174 Std. = natürlich auch 6,18 € Bruttostundenlohn, da ja der Bruttolohn durch die Stundenanzahl geteilt wurde.

Ein Bruttogehalt von 1076,11 € entspricht ca. 819 € Nettolohn.
819 € / 174 Std. entsprechen dann einem Netto-Stundenlohn von 4,71 €

Nun alles klar?

Gruß Diphda

Der Faden wurde wohl lang und hitzig…
deshalb mal hier ein paar Ideen, Sprichworte
(decken sich mit meinen Erfahrungen)
aus ‚Wirtschaftsrevolution‘ von Karl Pilsl:
ISBN 3-935760-01-9 Buch anschauen

dazu habe ich einen neuen Beitrag erstellt. >> Ideen zur Krise.

Gruss - digi

einlenkung
hi diphda,

Nun alles klar?

sorry, ich habe falsch gerechnet bwz. gar nicht.
meine kernaussage lasse ich jedoch unvermindert stehen: die allgemeinheit ist nicht dazu da, arbeitslosen ein gesichertes einkommen zu garantieren - erst recht nicht, wenn manche friseuse in meck-pomm (oder kassiererin in NRW - egal!) für solch ein einkommen bis zum umfallen rackern muß.

gruß
ann

Hallo ANNohneja,


sorry, ich habe falsch gerechnet bwz. gar nicht.


Kein Prob.

meine kernaussage lasse ich jedoch unvermindert stehen: die
allgemeinheit ist nicht dazu da, arbeitslosen ein gesichertes
einkommen zu garantieren


Das bleibt dir unbenommen. Das Problem ist nur:

1. Das Grundgesetz, insbes Art. 6
2. Welche Alternativen gibt es?

Den Leuten kein Geld oder so wenig Geld geben, dass sie nicht mehr „überleben“ können? (Wohnung, Essen, Kleidung)

Arbeit aus den Rippen schneiden, bzw. Aufgaben erfinden und alle Gemeinschaftsarbeiten verrichten lassen, damit sie Geld bekommen?

Das muss dann aber auch bezahlt werden und füllt nicht die Staatskassen. Die finanzielle Entlastung durch diese erbrachten Arbeiten wird wohl auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein.

Mir fällt keine andere Alternative ein, als die Leute „auszuhalten“.
Über die Höhe der Zuwendungen kann man sich streiten. Ich denke jedoch nicht, dass da nach unten noch viel Luft ist.

Die Kinderarmut nimmt zu. Es gibt in D Straßenkinder. Auch diese Zahl steigt. Das wird nur gerne unter den Tisch gekehrt. Schickt sich halt nicht für ein so reiches Land wie die BRD.

- erst recht nicht, wenn manche

friseuse in meck-pomm (oder kassiererin in NRW - egal!) für
solch ein einkommen bis zum umfallen rackern muß.


Das ist ein Problem! Aber das kann die Politik nur in gerigem Umfang beinflussen, indem sie die Rahmenbedingungen ändert.

Prinzipiell unterliegt dieses Problem schlicht den Kapital- bzw. Finanzmärkten.

Diphda, dennoch der Meinung du solltest dies globaler betrachten und nicht nur aus der Opferrolle des „Steuerzahlers der Nation“ (was ich übrigens auch bin)