Hallo Marion,
Statt nur auf die Höhe der Sozialleistungen abzustellen,
könnte man sich auch die Frage stellen. Sind die
Lebenshaltungskosten (insbes. Mieten) zu hoch, sind die
Löhne/Gehälter zu niedrig?
Sowas regelt der Markt. Wenn keiner 100 Euro für einen Friseur
ausgeben will
Das Geiz ist geil Problem spach ich ja schon an.
Wer wenig verdient, KANN nicht viel zahlen.
lieber billige Klamotten kaufen, die in China mit heißer Nadel
zusammengenäht werden, dann ist die Textilindustrie in Europa
tod.
Richtig, aber die Firmen bauen hier Arbeitplätze ab, schaffen sie in Billiglohnländern, weil sie das wegen der Globalisierung „müssen“
Hier haben gewissermaßen wir ein Henne-Ei Problem. Die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen Gegebenheiten sind eben wie sie sind. Darum plädiere ich dafür, auf den Ist-Zustand abzustellen.
D.h.: Die zu erzielende Löhne sind zunehmend so gering, dass sie teilweise nur geringfügig über dem Existenzminimum liegen.
Um den Unterschied zw. „zur verfügung stehendem Geld fürs nicht arbeiten“ und „Geld durch Arbeit“, muss die Bezahlung der Arbeit höher gesetzt werden, da man am Existenzminimum eben nichts mehr nach unten drehen kann. Dies reguliert aber gewissermaßen der Finanzmarkt. Und der strebt Renditeerhöhung und Gewinnmaximierung „um jeden Preis“ an. Das liegt in der „Natur“ der Dinge.
Die Frage ist nicht, was einer gerne verdienen möchte, sondern
was ein anderer ihm auch dafür zu geben bereit ist.
Eben! Und wenn die Arbeitgeber nicht mehr geben können oder wollen, sind wir da, wo wir jetzt sind. Arbeit „lohnt“ sich nicht mehr, ich habe kein/kaum Geld zum Ausgeben übrig, den Rest kennen wir ja 
Und wenn man sich dann anschaut, wieviel z.B. bei einem in
Rechnung gestellten Stundenlohn noch beim Arbeitenden ankommt,
dann weiß man, dass der Großteil dafür draufgeht, diesen Staat
mit seinen ganzen Leistungen zu finanzieren.
Wer ist dafür verantwortlich? Die Politik?, das Kapital?, die Konzerne/Arbeitgeber?, die Aktionäre?, die Arbeitnehmer?, die Arbeitslosen, die Globalisierung?
Man könnte daher genauso die Renditewut und Geldgier, für die
allzu gerne die Globalisierung als Grund herangezogen wird,
anprangern.
Hm…ich hab bei meiner Friseuse noch keine Renditewut,
Geldgier oder Globalisierungsbestrebungen festgestellt. Es
werden hier zwar immer die großen Konzerne gerne an den
Pranger gezerrt, aber letztendlich ermöglicht es deren
Kostenplanung, dass sich z.B. sehr viele Leute in D ein Auto
leisten können. Was meinst du, wenn z.B. sämtliche
Automobilteile in D zu in D üblichen Stundenlöhnen produziert
würden ? Ein Auto wäre dermaßen teuer, dass es absolutet
Luxusartikel wäre.
Wenn dafür aber in D Arbeitsplätze wegfallen, haben die Leute auch nicht mehr die Kohle in der Tasche um sich die anderswo billiger hergestellten Autos zu kaufen. Dann müssen die Autos noch billiger werden und noch billiger produziert werden. Merkst du was?
Ansatzweise hast du da sicher recht, und auch wieder nicht.
Grade in Großbetrieben hab ich z.B. häufig eine soziale
Verantwortung gegenüber den eigenen Arbeitern erlebt, wie sie
sich der Mittelstand gar nicht leisten kann.
Sicher leisteten weltweit operierende Konzerne stattliche zusatzleistungen. Die Zeiten sind aber eher vorbei, es wird doch ständig gekürzt und gestrichen. Oder welches Unternehmen meinst du konkret? Ein Link vielleicht?
Frag doch mal wo
jemand lieber anfängt zu arbeiten, bei einem Weltkonzern oder
bei einem Kleinstbetrieb mit 5 Mitarbeitern. Die meisten
würden sich vermutlich für den Weltkonzern entscheiden.
Das weiß ich als Kleinunternehmer nur zu gut. Wir zahlen z. T. mehr als große Firmen, da wir sonst kaum AN bekommen. Inzwischen dürfte es aber durchgedrungen sein, dass die Größe eines Unternehmens keine Arbeitsplatzgarantie, sondern inzw. sogar ein Arbeitsplatzrisiko darstellt.
Andererseits gibt es auch in fast allen Branchen
Kleinbetriebe, die sich in Nischen gegenüber der Konkurrenz
der Großen am Leben erhalten. Auch dies Regelt die Nachfrage
und der Markt. Wenn z.B. Frauen statt sich pro Jahr 3 Paar
Schuhe made in China zu kaufen, alle 2 Jahre in Paar vom
deutschen Schuhmacher machen ließen, dann käm das auch nicht
teurer, die Frauen hätten endlich wieder qualitativ
hochwertiges Schuhwerk an den Füßen und es würde einen
ungehnten Boom und Arbeitsplätze für die Schuhmacherbranche in
D geben. Nur kaufen die Leute eben lieber Billigschrott. Wie
willst du ihnen das verbieten ?
Wenn die Leute das Geld haben, geben sie es auch gerne aus! Dann muss ich nichts verbieten! Dann ziehen Werbun, wie Geiz ist geil auch nicht mehr sooo stark.
Es gibt Stützeempfänger bereits in der 3. Generation. In D hat
sich ein Anspruchsdenken gegenüber dem Staat und der
Allgemeinheit breitgemacht, bei dem man nur noch die Ohren
anlegen kann. Es scheint tatsächlich große Bevölkerungsgruppen
zu geben, die meinen, in erster Linie habe der Staat, also die
Steuerzahler für ihr Leben zu sorgen, und nicht sie selbst.
Das bestreitet ja niemand. Aber hast du Daten, Zahlen, Fakten sodass man den %tualen Anteil derer in Relation setzen könnte?
Ich suchte schon häufiger danach, habe bisher aber leider nichts gefunden. Vielleicht hast du ja mehr Glück, bzw. bist besser im richtig Suchen.
Für mich ist das entscheidende Kriterium immer, wieviel
Erntehelfer aus dem Ausland angeworben werden müssen, um in D
die Spargelernte oder was auch immer einzufahren, und wievie
ungelernte Arbeitslose dem gegenüber stehen. Solange es noch
Arbeitslose gibt, die obwohl sie nichts brauchbares gelernt
haben, sich zu fein zum Spargel ernten sind, stimmt irgendwas
nicht in diesem Land.
Das ist ein schlagkräftiges Argument! Da hast du recht!
Ich dachte eigentlich an eine reelle Ausbildung und nicht so
einen Pillepalle.
Wer soll das bezahlen? 
Und hier sind wir uns ja einig. Jemand, der
eine berufliche Ausbildung macht sollte nicht wie bislang aus
der Förderung rausfallen. Wenn du dir die Lebensläufe von
Langzeitarbeitslosen anschaust, dann wird schnell klar, warum
viele keinen Job finden. Bist du erstmal ein paar Jahre raus
aus deinem Job, hinkst du mit deinen Fähigkeiten im
Allgemeinen unaufholbar hinterher. Man sollte Arbeitslose
nicht nur ermutigen, sich weiterzubilden, sondern es sollte
Pflicht sein.
Wer soll das bezahlen?
Hast du mal mit Leuten geredet, die 1-Euro-extra-Jobs anbieten
und was ihnen dort teilweise geschickt wird ?
Ich bin fast täglich im Jugendzentrum. Dort arbeiten auch 1 € Jobber. Natürlich taugt da nicht jeder, aber das hat man im normalen Berufsleben auch.
Wie kommst du darauf, dass ich irgendwen verantwortlich mache
? Lohn regelt sich über den Markt.
Wir haben momentan einen Arbeitgebermarkt und der drückt momentan die Löhne. Mangelt es an Arbeitnehmern, gehen die Löhne wieder hoch = Arbeitnehmermarkt. (der wird künftig wohl für ne lange Zeit Geschichte bleiben)
Wenn kein Mensch mehr einem
Tankwart seine paar Piepen bezahlen möchte, dann gibt es eben
keine Tankwarte mehr, und wenn Leute Kassiererinnen ihren
mageren Lohn nicht mehr gönnen, sondern lieber darauf schauen,
Stopp hier verwechselt du Verbraucher und AG. Der AG will dem Tankwart und der Kassiererin keine Piepen mehr geben!
wos die Butter noch 2 Cent billiger gibt, dann gibt es bald
nur noch vollautomatische Selbstbedienungskassen.
Das tun sie, weil der Tankwart und die Kassiererin keinen Job mehr haben, weil der AG ihm die Piepen nicht mehr zahlen will, bzw. nicht kann, weil es so viele Arbeitslose gibt, die kein Geld mehr haben und nicht mehr konsumieren können. Mensch das ist doch eine Kausalitätskette!
Was soll :bitte die Wirtschaft an diesem Konsumentenverhalten ändern ?
Du kannst nur dann Löhne hochsetzen, wenn es auch Käufer gibt,
die bereit sind, diesen Mehrbetrag zu zahlen.
Dreh das mal um, vielleicht verstehen wir uns dann 
Das ist aber ein Thema fürs Brett Finanz- und Wirtschaftspolitik
Wer/womit hat es angefangen? Wer war zuerst da die Henne oder das Ei?
Soll ich jetzt daraus schließen, dass du noch nie ehrenamtlich
gearbeitet hast ? *g*. Nun denn, ich schon.
Tut mit leid, ich war bis vor 2 Jahren sogar im Vorstand eines Vereins. Falls Elternbeirat und Engagement für die Schule auch als ehrenamt gelten, übe ich aktiv eines aus. Demnächst werde ich sogar eine AG in einer Schule anbieten.
Vielleicht wird man so, wenn man zu viele Menschen kennt, die
Jobs im eher niedrigen Lohnsektor anbieten, wie Arzthelferin
oder Tagesmutter, und dann erlebt, dass sich niemand für diese
Jobs interessiert, obwohl es doch angeblich soooooo viele
Arbeitslose in D gibt, die alle unbedingt arbeiten wollen.
Darum schadet es nicht, die eigene Meinung und Erfahrung hin und wieder neu zu beleuchten und zu hinterfragen, evtl. neuen Gegebenheiten anzupassen. Ich mach mich da nicht frei davon. auch ich musss mir das immer wieder ins Bewusstsein rufen. WWW hilft mir dabei!
Wenn es nur eine gwisse Anzahl an Arbeitsplätzen gibt, können auch nur diese besetzt werden. z. b. 350.000 freie Stellen 5 mio. Arbeitlose, bleiben 4,65 Mio übrig.
Eine Qualifikation ist nur soviel wert, wie sie nachgefragt
ist. Wenn du Professor für Trudelistik bist, und keiner stellt
dich ein, dann nützt dir deine Qualifikation überhaupt nichts.
Genau und plötzlich ist der Herr Professor dann ein arbeitschscheuer Schmarotzer.SCNR
Du bis dann für den Arbeitmarkt so wertvoll wie ein
Ungelernter. Das diese Erkenntnis für viele Leute hart kommt,
mag sein, aber wer hat denn schon bei seiner Geburt ins Ohr
geflüstert bekommen, dass es immer gute Jobs haben wird ? Ich
hab schon als fertige Dipl.-Betriebswirtin im Lager eines
Großhandels gearbeitet und ich kenne jede Menge Akademiker,
die Taxi fahren. Geschadet hat es meines Wissens weder mir
noch einem der anderen.
Es sind und bleiben zuuu wenig Jobs da. Es würde krass gesagt auch nicht viel ändern, wenn jeder arbeiten wollte, da nicht für jeden ein job da ist.
Diphda, vorerst gesättigt von diesem Thema