Hi!
Ja, meistens guckt er kurz „irre“, und dann gehen die Krämpfe
auch schon los. Er ist dann nicht ansprechbar. Meistens fängt
er auch ein wenig an zu sabbern, oder hat seinen „Schnupfen“
nicht mehr unter Kontrolle. Irgendwann hört es dann auf, aber
dann ist er eine ganze Weile nicht ansprechbar. Wenn er dann
wieder zu sich gekommen ist, macht er manchmal wirre Dinge,
wie z.B. Eier ins Badezimmer bringen. Dann wird er wieder klar
und wird furchtbar müde. Meistens schläft er dann einige
Stunden ganz fest.
Irgendwie ist mir noch immer nicht klar, ob es sich dabei um einen großen Krampfanfall handelt oder eine der kleineren Formen…
Der Unterschied nochmal:
Beim großen („Grand mal“) fällt derjenige praktisch immer auf den Boden, zuckt und krampft heftig mit Armen und Beinen, teilweise kommt es zu Atemaussetzern.
Die kleineren zeigen eine große Spannbreite an Symptomen, dazu hören z.b. kurze Absencen (2-3 Sekunden, bei Kindern v.a.), Blickkrämpfe oder seltsame Dinge machen wie „Eier ins Badezimmer bringen“ oder anderes.
Entweder hat dein Freund beide Arten von Anfällen oder er ist nach dem großen Krampfanfall so daneben, daß er dann merkwürdig handelt…
Aber ob nun großer oder kleiner Anfall: Erste Regel lautet: für Sicherheit sorgen!
Zum großen Anfall schrieb ich ja schon einiges, beim kleinen gilt dasselbe, da die Personen z.b. plötzlich auf die Straße laufen können oder ähnliches - also niemals denjenigen während und nach dem Krampf alleine lassen!
Es stimmt, was dein Freund sagte, du kannst wirklich nicht
viel mehr tun.
Das finde ich sehr erschreckend!
Hm, ja, aber Ärzte können auch nicht viel tun…
Aber da der Anfall nicht lebensbedrohlich ist, MUSS man auch nicht unbedingt was tun. Für Sicherheit sorgen, nicht alleine lassen und das Ende des Krampfes abwarten ist das was man macht.
Welche Lage ist denn für den Krampfenden am ungefährlichsten?
Sitzen oder liegen ?
Wenn er anfängt zu krampfen, landet er auf dem Boden. Wenn er heftig zuckt wird er wohl kaum auf dem Stuhl sitzen bleiben und sich beim Sturz ev. Verletzungen zufügen…
Also: vorher auf den Boden legen!
Bett ist zwar weicher, aber auch vom (schmalen) Bett kann man fallen… 
und noch ein Sicherheitstipp: vor/während dem Anfall Brille, brennende Zigarette o.ä. Gegenstände (Gabel/Messer beim Essen) abnehmen 
Wichtig ist auch die Betreuung nach dem Krampf, weil es dann
zu einer allgemeinen Erschlaffung der Muskulatur kommt. Dabei
kann z.b. die Zunge nach hinten fallen.
Achso, ich dachte das würde während des Anfalles evtl.
passieren.
Nein, während des Anfalls bekommt derjenige wegen der Verkrampfung keine Luft, das hat nichts mit dem Zurückfallen der Zunge zu tun.
Das ist aber nicht weiter schlimm, solange der Krampfanfall nicht in den Status epilepticus übergeht. Warum das nicht schlimm ist, kopiere ich mal von einer Internetseite:
„Bei einem nach 3 Minuten endenden Grand mal ist dies nicht weiter dramatisch, der Betroffene nimmt keinen Schaden, auch wenn er während der Verkrampfungsphase bedrohlich blau (zyanotisch) im Gesicht wird. Gerade dieser Sauerstoffmangel ist es in der Regel, der die Nervenzellen dazu bringt, nicht länger überaktiv zu arbeiten, da ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „die Luft ausgeht“. Auf diese Weise beendet sich der Anfall meist selber. Ist dies aber ausnahmsweise einmal nicht der Fall, muß umgehend ein Notarzt gerufen werden!“
Der Griff sieht aber so aus, als könnte da die Zunge erst
recht nach hinten fallen.
Nein, er verhindert das im Gegenteil 
Aber wenn man unsicher ist und den Griff nicht richtig beherrscht, dann würde ich das lieber sein lassen - dreh ihn einfach auf die Seite, das reicht auch und du kannst - anders als beim Griff - nichts damit falsch machen! 
Leider wird er meistens von den Anfällen überrascht. Und ich
habe gehört, dass ein Beißkeil auch nicht ungefährlich sein
soll ?
Ihn VORHER reinzutun ist ok und durchaus empfehlenswert. Aber während des Krampfes sein lassen! Dann bringts eh nichts mehr und ist fast unmöglich ihn reinzubekommen ohne Verletzungen…
Genau, wie sieht ein großer denn aus ???
Läßt sich schwer beschreiben, ich hab ein kleines Video gefunden, auf dem ein kurzer Anfall zu sehen ist und auch wie die Angehörigen erste Hilfe leisten:
(Du mußt auf „tonisch-clonische aanval“ klicken und dann auswählen, welche Qualität (kannst ruhig gute Qualität wählen, lädt sehr schnell). Die drei Links davor zeigen Videos von den kleinen Anfällen)
Der große Anfall auf dem Video ist zwar ein harmloser, weil sehr kurz und nur mäßige Krämpfe, aber was besseres hab ich leider nicht gefunden und vielleicht kannst du dir auch davon schon ein Bild machen 
http://www.epilepsie.nl/index.php3?forcedoc=%2Fboek…
Bei diesem Anfall auf dem Video wäre ein Notarzt nicht nötig (bedenke, es war ein großer Anfall) - weil nur kurz gekrampft und auch nicht so heftig.
Sieht es schlimmer aus und dauert lange (>3-5 Minuten) rufst du besser einen Arzt!
Vielleicht hilft das zur Orientierung 
Ist aber nicht witzig mit anzusehen . Man hat ja Angst, dass
er erstickt! Die Hilflosigkeit ist dann das Schlimmste!
Normalerweise hat er die Anfälle auch immer nur Zuhause. Vor
einem Jahr allerdings, habe ich völlig unerwartet auch
außerhalb einen mitbekommen.Seitdem mag ich gar nicht mehr
gerne mit ihm irgendwo hingehen. Schon gar nicht mehr dahin,
wo der Krampf stattfand!
Ich kann zwar sehr gut nachvollziehen, daß du unsicher bist und Angst hast, aber bedenke bitte folgendes: das Leben mit der Erkrankung ist für den Betroffenen nicht einfach und selbst wenn er „nur“ unter den kleinen Anfällen leidet, so ist das doch eine Art Stigmatisierung und Beeinträchtigung des sozialen Lebens!
Da ist es nicht gerade die feine Art, mit demjenigen nichts mehr zu unternehmen.
Rede am besten mit deinem Freund nochmal über deine Ängste, aber grenze ihn nicht aus!
Vielleicht kannst du dich auch mit seinen Eltern und Verwandten unterhalten, wie sie reagieren auf seine Anfälle, was sie tun. Vielleicht hilft dir das weiter 
Und zu guter letzt noch ein Link zum nachlesen:
http://www.epilepsie.sh/Ersthelfer.37.0.html
Gruß,
Sharon