Liebe Elisabeth,
so eine Entscheidung will gut überlegt sein, aber das ist Dir offenbar klar. Bedenke, wie lange so ein Hund lebt, und ob Du in Zukunft auch bereit bist, hier und da Einschränkungen zu machen, falls Deine Lebenssituation sich ändert. z.B. findet man mit Hund schwieriger eine Wohnung, denn viele Vermieter haben was dagegen. Vielleicht hast Du auch nicht immer einen Job, der eine angemessene Mittagspause anbietet. Junge Hunde stundenlang alleine zu lassen ist schon mal total daneben, sie wollen beschäftigt werden und richten allerhand Unsinn an, wenn sie sich vernachlässigt fühlen. Von der mangelnden Bewegung mal ganz abgesehen, denn nur mit „nach ihm gucken“ ist es noch lange nicht getan. Das gilt auch für Regentage!!!
Als meine Familie sich einen Hund anschaffte, waren wir eine ganz normale 4köpfige Familie. Dann, 4 Jahre später: Scheidung meiner Eltern, Verstreuung der Familie in verschiedene Städte und dann die Frage „Wer nimmt den Hund?“. Deine Beziehung und auch die WG kann sich schneller auflösen als Du denkst. Zum Thema Island: bist Du informiert, ob es da nicht vielleicht scharfe Einreisekriterien für Hunde gibt (z.B. monatelange Sicherheits-Quarantäne, Impfung mindestens soundsolange her…)? Trotz EU sind viele Länder da noch sehr strikt. Soviel schon mal zum Thema Urlaubsplanung für die nächsten 15 Jahre. Und Campingplätze und Ferienhäuser stellen sich da auch oft an, von Hotels mal ganz abgesehen.
Zur Krankenversicherung: die gibt es auf jeden Fall. Nur kann ich Dir leider nicht sagen, wo, vielleicht einfach mal bei google gucken. Kann aber sein, daß Dinge wie Kastration nicht übernommen werden, und die ist schon mal teuer. Man sagt auch, daß Rassehunde öfter krank werden als Mischlinge, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.
Zur Geschlechtswahl: Wenn man die Hunde zusammenbringt, stellt sich nach meiner Erfahrung bald eine gewisse Rangordnung heraus, die natürlich erstmal ausgefochten werden muß. Meist ist das „Rudel“ danach aber hergestellt, und die Rangfolge wird nur noch selten auf die Probe gestellt (vorausgesetzt, die Hunde haben ein gesundes Sozialverhalten und sind den Umgang mit anderen Hunden gewöhnt). Das kann auch passieren, wenn Du Dich für eine Hündin entscheidest, aber ich denke, die Aussicht auf Frieden ist dabei schon größer. (Vorsicht, Babygefahr! Hündinnen sollte man erst kastrieren lassen, wenn sie zuvor wenigstens einmal läufig waren. Und dann ist in Eurer WG die Hölle los…!) Überleg Dir bei einer Hündin also, ob Du sie ständig von den liebestollen Rüden fernhalten willst (viel Spaß) oder ob Du sie kastrierst und dann eben niemals Nachwuchs produzieren kannst (ich meine natürlich den Hund
)
Zu den Futterkosten: einen kleinen Hund kann man schon für ca. 15 Euro im Monat satt kriegen (einschließlich Hundekekse. Trockenfutter ist übrigens billiger als Dosenfutter), ein großer braucht schon mal locker das 6-fache, kommt natürlich auf die Wahl des Futters an. Und falls er mal eine Allergie entwickelt, darf es auch mal das extra aus Holland importierte Lamm-Reis-Futter sein (jaja, gibt´s auch hier, aber nur als Beispiel).
Und damit sind wir auch schon bei der Hunderasse bzw. Größe:
Kleine Hunde haben den Vorteil, daß sie natürlich in jedes Auto passen und in öffentlichen Ferkehrsmitteln (so sie da denn keine Krise kriegen) wenig Platz wegnehmen. Außerdem muß man bei ihnen nicht alles freßbare in einer Höhe von über 1,50 m lagern und nicht die chinesische Vase wegstellen. Und man kann sie bei Gedränge oder wenn der Hund mal nicht mehr Treppen laufen kann easy auf den Arm nehmen. Dafür haben kleine Hunde natürlich auf Radtouren schneller mal Probleme, mitzuhalten… ist eine Frage des Lifestyles, würde ich sagen. Ein großer Hund braucht schon mal den ganzen hinteren Teil des Kombis inklusive Fanggitter. Der tägliche Auslauf variiert auch stark zwischen den Hundegrößen und Rassen.
Falls Du Dich für einen erwachsenen Hund (z.B. aus dem Tierheim) entschließt, frag nach seinen Eigenarten, Hundeverträglichkeit, vorangegangene Krankheiten, Männerproblem (gibts auch bei Hunden!
), und vor allem nach seiner ERZIEHUNG, denn die ist sehr wichtig, um viel Spaß mit dem 4-Beiner zu haben. Es gibt für Mensch UND Tier nichts anstrengenderes, als wenn ein Hund überhaupt nicht hört, sich und andere in Gefahr bringt, Schuhe zerpflückt, laut vor dem Supermarkt kläfft und wegläuft wann immer er Bock hat. Falls es also ein junger Hund sein soll, kümmer Dich (monatelang! eigentlich ewig) um seine Erziehung, bring ihm Regeln bei und spiel und schmuse natürlich auch viel mit ihm. Wende Dich an Hundeexperten, die im Idealfall Dich UND den Hund kennen und geh ggf. mit ihm zur Hundeschule. Damit macht man allen beteiligten das Leben leichter. Auch dem Hund, denn er will schließlich nur wissen, woran er ist.
Kleiner Tip zum Schluß: ist natürlich eine Geschmacksfrage, aber ich würde mir nur noch kurzhaarige Hunde anschaffen. Kein Bürsten, weniger Dreck in der Wohnung, und Du findest Flöhe und Zecken besser (das werden jetzt Deine ständigen Begleiter sein).
Ich hoffe, Dir Deine Fragen einigermaßen beantwortet zu haben, sonst frag gerne nochmal nach! 
Liebe Grüße, Birte