Hallo,
angenommen zwei Kinder kennen sich aus der Kindergartenzeit und kommen dann zusammen in eine, die erste Klasse. Dort kennen sie die anderen Kinder noch nicht.
Vom Charakter ist das eine Kind so, dass es Aufträge oder Ansagen in der Schule wie auch zuhause schlecht annimmt. Es träumt viel und ist bei vielen Tätigkeiten sehr langsam, macht Unsinn bzw das was es in der Gruppe eben gerade nicht tun soll. Es wird ADHS vermutet.
Das andere Kind hört zwar gut, wenn was gesagt wird, ist aber leicht ablenkbar und lässt sich gern „mitreißen“, was in der schulischen Umgebung nicht gut ist. Es hat nicht genug Selbstwertgefühl und reagiert bspw auch nicht auf Äußerungen des erstgenannten Kindes, welches ihn schon gern mal „beleidigt“ bzw heruntermacht, außer dass er eben beleidigt/traurig ist und das abends zuhause erzählt.
Nun ist es aber so, dass dieses Kind sich nicht getraut (unzureichendes Selbstwertgefühl?) zum einen, sich auch andere Freunde zu suchen bzw auch mal auf andere zuzugehen, zum anderen dem erstgenannten Kind auch mal zu sagen, dass er etwas anderes tun oder mit jemand anderem spielen möchte (einmal sagte er dass erstgenanntes Kind das nicht wollte und er lieber mit ihm statt mit anderen spielen sollte). Er „pariert“ also, wie erstgenanntes Kind das möchte.
Erstgenanntes Kind ist zwar sehr offen und unerschrocken und geht zwar auch auf andere Kinder zu, kommt dort aber durch seine Art nicht so gut an.
Die zwei genannten Kinder hocken also ständig „aufeinander“ und verpassen dadurch eigentlich beide viel. 1. Neue Freunde und 2. durch die gegenseitige Ablenkung (tun sich beide nicht so gut!) bekommen sie einiges nicht mit - ob das im Sportunterricht ist oder auf sonstigen schulischen Feld. Sie können beide nicht sinnvoll miteinander spielen als nur sinnlos durch die Gegend zu rennen, herumzualbern und Unsinn machen. Ist zweitgenanntes Kind jedoch mal mit einem anderen Kind zusammen, klappt das auch mit dem gemeinsamen, sinnvollen Spiel, was eben mit erstgenanntem Kind nicht so geht.
Nun ist die Überlegung, ob man den Umgang erstmal unterbindet, damit beide sich auch freier entfalten können, neue Freunde finden können bzw offener dafür sind und sich erstmal etwas „entkletten“ (denn sie hängen sonst zusammen wie zwei Kletten obwohl die o.g. Probleme)
Das Problem dabei - wir Erwachsene mögen uns eigentlich, haben nur völlig unterschiedliche Ansichten erstens in Sachen Erziehung (100prozentig verschieden), zweitens was das Thema „die beiden Kinder im Umgang miteinander“ betrifft. Von daher wird überlegt, den Kontakt erstmal ruhen zu lassen. Wäre das eine Lösung. Oder wie sollte man als Erwachsene unterstützen bzw einwirken?
Wie kann man das zweitgenannte Kind dazu bringen, dass es sich bei erstgenanntem Kind besser durchsetzen sollte und dass es in der Schule eben auch andere Kinder zum Spielen gibt und auf diese dann offen zuzugehen?
Danke für Eure Anregungen!
LG
Tigerin