1. Weltkrieg

Was war der Grund, dass Deutschland und Österreich den 1. Weltkrieg verloren haben?

Danke.

Gruß

josch

Hiho,
über die Antwort zu deiner Frage lässt sich nur spekulieren…

vllt lag es daran, dass Russland länger standgehalten hatte als geplant. Dadurch fehlten (vllt zuviele) Soldaten/Armeen an der Westfront…

vllt lag es daran, dass der Schlieffenplan nicht funktionierte, sprich der Widerstand an der Westfront einfach stärker war als erwartet und der als „kurzer Ausflug nach Paris“ propagierte Krieg doch seine 5 Jährchen gedauert hat…

vllt lag es daran, dass der Schlieffenplan „zu alt“ war und es keinen alternativen PLan zu Kriegsausbruch gab…

vllt lag es daran, dass das Geld für die „Flotte“ und die Flottenaufrüstung vllt besser in das Heer geflossen wären. ( die Flotte war für den Kriegsausgang unentscheidend) …

vllt lag es daran, dass sich Amerika noch in den Krieg eingeschaltet hatte und so die Westfront (vllt entscheidend) gestärkt hat…

vllt lag es daran, dass „das Menschenmaterial“ vom Deutschen Kaisereich und Österreich-Ungarn am Ende nicht mehr ausreichte…

Das fällt mir nun spontan ein :wink:

ciao Jochen

p.s. Hier noch ein interessanter Link für dich über den 1. WK http://www.dhm.de/lemo/objekte/karten/1914/

Was war der Grund, dass Deutschland und Österreich den 1.
Weltkrieg verloren haben?

Masse gegen Dummheit und Arroganz!

mfgConrad

Was war der Grund, dass Deutschland und Österreich den 1.
Weltkrieg verloren haben?

Meinst Du jetzt, was damals war, oder was wir heute glauben sollen? Letzteres ist nicht schwierig herauszufinden, ersteres schon.

Gruß

Pavel

Die personelle und materielle Überlegenheit der Entente, die sich mit einsetzen des Stellungskrieges auf Dauer zwangsläufig zum Ungunsten der Mittelmächte entwickeln mußte. So hatten Dtl. und seine Verbündeten praktisch seit dem „Wunder an der Marne“ den Krieg verloren.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Besser hätte man es nicht formulieren können!

Gruß

Frank

vllt lag es daran, dass der Schlieffenplan nicht
funktionierte, sprich der Widerstand an der Westfront einfach
stärker war als erwartet und der als „kurzer Ausflug nach
Paris“ propagierte Krieg doch seine 5 Jährchen gedauert hat…

Der Schlieffenplan wurde garnicht so um gesetzt, wie es der alte Schlieffen wollte. Nicht umsonst soll er auf dem Sterbebett gesagt haben „Macht mir den rechten Flügel stark“. Genau das ist aber nicht erfolgt.

vllt lag es daran, dass der Schlieffenplan „zu alt“ war und es
keinen alternativen PLan zu Kriegsausbruch gab…

Diese Theorie hört sich gut an. Die Bündnispolitik hatte sich einfach verändert. Und die logistischen Gegebenheiten der Kriegsgegner, besondes in Russland. Man war mehr als erstaunt, daß in Russland so schnell mobil gemacht wurde und die russischen Truppen in Ostpreussen standen.

vllt lag es daran, dass das Geld für die „Flotte“ und die
Flottenaufrüstung vllt besser in das Heer geflossen wären. (
die Flotte war für den Kriegsausgang unentscheidend) …

Die Flotte wurde ja, außer zu Kriegsbeginn, nicht eingesetzt. Das eine Flotte für den Kriegsverlauf entscheidend sein kann, zeigt die britsche Flotte, ohne die ein Sieg der Entente nicht möglich gewesen wäre.

vllt lag es daran, dass sich Amerika noch in den Krieg
eingeschaltet hatte und so die Westfront (vllt entscheidend)
gestärkt hat…

vllt lag es daran, dass „das Menschenmaterial“ vom Deutschen
Kaisereich und Österreich-Ungarn am Ende nicht mehr
ausreichte…

Die gleiche Entwicklung machten auch die anderen Armeen durch und hatten die gleichen Schwierigkeiten. ausgenommen Russland, wo es einfach eine viel größere Bevölkerung gab und die USA, die später in den Krieg eingetretten ist.

Der Krieg ging für Deutschland und Östereich deswegen verloren, weil sie durch die ihr Position mitten in Europa von allen Seiten angreifbar waren. Es ist nicht gelungen den 2 Frontenkrieg zu verhindern, oder einen der Gegner im frühen Stadium des Krieges entscheiden zu schlagen. Dazu wurde der Gegner sträflich unterschätzt, was wiederum auf den Sieg gegen Frankreich 1870/71 zurück zuführen ist, der, gerade beim deutschen Heer, eine gewisse Arroganz hat aufkommen lassen.

Gruß

Frank

Was war der Grund, dass Deutschland und Österreich den 1.
Weltkrieg verloren haben?

Hi Josch,

vermutlich wird es die nächsten Jahre über keine schnelle Antwort auf diese einfache Frage geben. Während der II.WK noch nicht so lange zurückliegt und zur Zeit der neueren Geschichtsforschung noch zahlreiche Zeitzeugen existieren oder existiert haben, liegen beim I.WK die Fakten etwas unklarer, weil er sehr lange zurückliegt.

Hätte man während in den 20er-,30er- und 40er-Jahren die Zeit und Muße gefunden, die geschichtlichen Zusammenhänge NÜCHTERN und objektiv zu analysieren, wäre man heute wahrscheinlich schon sehr viel weiter.

In erster Linie würde ich aber anführen, daß Deutschland und Österreich völlig planlos und ohne klares Kriegsziel in den Krieg gezogen sind. Dazu kam noch eine Einstellung der Art „da werden wir wie 70/71 wieder gewinnen, egal wie’s läuft“, eine ziemliche Überheblichkeit also. Daß der Ostkrieg gegen Rußland überhaupt gewonnen werden konnte, ist wohl dem „glücklichen“ Umstand der russischen Revolution zuzuschreiben.

Schließlich muß man wohl sagen, daß mit dem Eintritt der USA in den Krieg die Sache notgedrungen so laufen mußte, wie sie kam. Gegen diese Übermacht frischer und gut ausgerüsteter Soldaten konnte die Deutsche Armee nichts mehr entgegensetzen.

Gruß

Oliver

Was war der Grund, dass Deutschland und Österreich den 1.
Weltkrieg verloren haben?

Kurze, aber schwierige Frage
Die ursprünglichen Kriegsplanungen gingen von „Blitzkriegen“ aus, Kriegen von wenigen Monaten Dauer, bei denen weniger die Wirtschaftskraft, sondern die unmittelbar mobilisierbare Truppen- und Heeresstärke entscheidend sein würde.

Dies erwies sich mit dem Scheitern des Schlieffenplanes (Deutsch) des Planes 18 (französisch) und der Russischen Invasion in Ostpreussen als falsch.
Nun kam es darauf an, die jeweiligen Wirtschaften optimal für den Krieg einzurichten, was allen mehr oder weniger gut gelang.
Danach begann ein Abnutzungskrieg, Unterbrochen von „Offensiven“ der Nutzwert im Westen gleich Null war, im Osten jedoch zu entscheidenden Ereignissen führte.
Die wechselhaften Kämpfe führten dort zum Zusammenbruch Russlands und dazu, dass Österreich-Ungarn nur noch als „Anhängsel Deutschlands“ weiterkämpfen konnte.
Die Entente hatte mit Italien allerdings auch einen gewaltigen Klotz am Bein.

Die Vorteile der Mittelmächte war, dass sie meist auf fremden Boden kämpften, grosse Feindgebiete unter Kontrolle hatten und ausbeuten konnten und die Innere Linie.
Die Entente hatte den Vorteil der vollständigen Seeherrschaft, was Importe aus den Kolonien, den Dominions u.a, insbesondere den USA ermöglichte.

Die Entscheidung fiel mit dem Kriegseintritt der USA. (Der grosse Fehler von D war also der uneingeschränkte U-Boot Krieg und die Zimmermann-Depesche, mit dem hirnverbrannten Plan, Mexico gegen die USA auszuspielen und einen Krieg anzuzetteln)

Anfang 1918 gingen sowohl der Entente als auch den Deutschen schlichtwegs die Truppen aus. In D wurden jetzt buchstäblich alles, was laufen konnte, eingezogen, was zu einem Beinahezusammenbruch in der Landwirtschaft und damit der Nahrungsversorgung führte. Frankrich und GB machten das zwar auch, aber diese Staaten konnten die Ausfälle durch Importe decken.

Frühjahr 1918 beginnt (angeregt durch Ludendorff - ein Fachidiot erster Klasse) die letzte grosse Deutsche Offensive, ein alles oder nichts Spiel. Die Offensiven scheitern an improvisierten Abwehrlinien und den ersten US-Truppen, die in die entstandenen Löcher gestopft und mehr oder weniger verheizt wurden.

Nun wurden die US-Truppen nach Europa geschickt, und diese Überlegenheit, zusammen mit modernen Kriegsmitteln (Panzer!) führten am 8 August 1918 zum Durchbruch durch die schwer befestigten Deutschen Linien und erzwangen den allgemeinen Rückzug… Bereits wenige Tage später stellte Hindenburg fest, dass der Krieg mit militärischen Mitteln nicht mehr zu gewinnen sein…

Ist vermutlich unvollständig

Literatur
John Keegan
Der 1. Weltkrieg
ISBN: 3499611945 Buch anschauen

Gruß
Mike

Die Entscheidung fiel mit dem Kriegseintritt der USA. (Der
grosse Fehler von D war also der uneingeschränkte U-Boot Krieg
und die Zimmermann-Depesche, mit dem hirnverbrannten Plan,
Mexico gegen die USA auszuspielen und einen Krieg anzuzetteln)

Es ist ja überhaupt interessant, dass - schon bei Beginn des Krieges - die USA so gut wie überhaupt nicht in den Planungen der deutschen Militärs vorkam.

Eine grandiose Fehlleistung der deutschen Politik war es wohl auch, Frankreich und England zusammenzuschweißen. Die beiden, die sich in den Jahrhunderten vorher regelmäßig bekämpft hatten, an allen Ecken der Welt miteinander im Clinch lagen.

So isses!
Gruß, Stucki