Hallo,
deine Fragen kann man eigentlich nicht in kurzen Worten beantworten, aber ich versuch´s mal:
1.Wer wollte welchen Frieden?
USA: Präsident Wilson richtete im Januar 1918 an den Kongress eine Botschaft (Vierzehn Punkte), in der er die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden bekanntgab. Eine Verständigung unter den Völkern schien ihm nur möglich, wenn überall die Demokratie verwirklicht wäre. Neben konkreten Forderungen für einen künftigen Friedensvertrag – z.B. die Wiederherstellung Belgiens, die Abtretung Elsass-Lothringens, die Räumung Russlands usw. - entwickelte Wilson auch grundsätzliche Vorstellungen, nach denen die bessere Welt aufgebaut werden sollte (diese Idee mündete in der späteren Gründung des Völkerbundes mit Sitz in Genf).
Frankreich: Clemenceau misstraute dem Reich und wollte vor allem jede nur mögliche Sicherheitsgarantie durchsetzen. Elsass-Lothringen sollte wieder an Frankreich fallen, Eupen und Malmedy an das neue-alte Belgien, das Saargebiet sollte neutralisiert oder entmilitarisiert werden (es wurde im VV für 15 Jahre der Völkerbundsverwaltung unterstellt, nach Ablauf dieser Frist sollte sich die Bevölkerung entscheiden, ob sie zu D oder F gehören oder international bleiben will). Rechtsrheinisch sollte eine 50 km breite entmilitarisierte Zone bleiben und alle Stellungen entfestigt werden. Die Stärke von deutschem Heer und Marine sollte begrenzt, Luftwaffe und schwere Artillerie verboten werden.
GB: Lloyd George hatte seltsamerweise keine Linie, oder man konnte sie nicht deutlich erkennen, oft entschied er spontan für oder gegen einen Vorschlag. Daher von mir keine konkrete Antwort.
Russland: hatte im Frieden von Brest-Litowsk unter sehr harten Bedingungen gelitten. Polen und die baltischen Provinzen waren verloren, Finnland und die Ukraine mussten als unabhängige Staaten anerkannt werden. Die Türken erhielten alle besetzten Gebiete in Transkaukasien. Die Armee war demobilisiert, das Reich erhielt einen Handelsvertrag, mit dem es Russland ausplündern und die für die Kriegführung dringend benötigten Rohstoffe und Lebensmittel gewinnen konnte. Russland sollte 6 Millarden Goldmark an Reparationen beibringen. Diese Bedingungen wurden durch den VV im wesentlichen revidiert (z.B. wurde die Türkei im Frieden von Sevres 1920 zusätzlich belastet). Polen wurde in neuer Form gegründet, indem fast ganz Posen und Westpreußen sowie ein Teil von Hinterpommern dazukam, Danzig wurde Freistaat unter Verwaltung des Völkerbundes, Ostpreußen nördlich der Memel den Alliierten unterstellt.
Wegen der deutschen Kolonien wollte man keinen Streit unter den Alliierten anfangen. Sie wurden dem Völkerbund übergeben, der sie dann weiter an Interessenten abtrat.
2.Die Reaktionen Deutschlands auf VV?
Waren negativ. Vor allem der Kriegsschuldartikel 231 des VV wurde als Schmach schlechtin angesehen. Ich empfehle dir, dich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Rolle der VV beim Entstehen des Dritten Reiches gespielt hat.
3.leider Fehlanzeige
schöne Grüße
Kira
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