Hallo Marion,
da bin ich wieder, ich habe dich nicht vergessen 
das hätte ich nie von Dir angenommen 
Der Buddhismus
war von Anfang an nichts anderes als die Lehre eines Menschen.
Aber Menschen könne doch irren, oder?
Nun ja, wir kommt man auf etwas grundlegend Neues ? Buddhas
Ziel war die Ergründung und Aufhebung des Leids. Vor seiner
Erleuchtung war er Mitglied unterschiedlichster religiöser
Gruppierungen, um ihre Möglichkeiten, sein Ziel zu erreichen
zu testen. Mit keiner war er restlos zufrieden. Also
begründetet er eine neue Lehre. Im Prinzip spiegelt seine
Lehre also nichts anderes wieder, als seine persönliche
Erfahrung.
Ein Vorgang, der sich bei vielen Religionsgründern wiederholt hat.
Meine Erkenntnis sagt mir, dass alle Menschen Fehler machen, nur Gott macht keine Fehler.
Ich habe auch als Jugendlicher das Christentum abgelehnt, weil ich es an den Mitgliedern gemessen habe. Ich bin Christ geworden, als ich die Lehre Jesu und die Liebe Gottes erkannte.
Und warum weißt Du, das das richtig ist?
Weil ich als Mensch die Möglichkeit habe, diese persönlichen
Erfahrungen selbst zu machen und damit zu verifizieren. Wenn
mir jemand sagt, ich soll nicht auf eine Herdplatte fassen,
weil diese heiss ist, kann ich das glauben oder nicht. Ob
diese Behauptung tatsächlich richtig ist, kann ich aber nur
dann feststellen, wenn ich mich vorsichtig mit der Hand dieser
Herdplatte nähere.
Diese Möglichkeiten habe ich im Christentum auch.
Aber es ist einfacher, die Vorbilder (besonders die negativen) zu betrachten und zu analysieren. Ich muß nicht selber morden, um festzustellen, welche negativen Auswirkungen das auf meinen Gemütszustand hat.
Genau so verhält es sich mit der
buddhistischen Lehre. Kein Mensch verlangt dort von mir, dass
ich irgend etwas glaube.
Ich würde das auch nie von Dir verlangen. Ich würde sagen, lies die Bibel, denk drüber nach, stelle Fragen, und dann mache Dir ein Bild davon, ob es richtig ist.
Jeder sagt: Geh hin und sie selbst.
genau
Und kein Aspekt der Lehre wäre so „entrückt“, dass ein Mensch
diese Erfahrung nicht machen könnte.
Also die Lehre von der Wiedergeburt kann ich nicht so einfach nachvollziehen. Und die Behauptung, dass es im Jenseits keinen Gott gibt, läßt sich von hier aus auch schwer nachprüfen.
Wenn mir jemand z.B.
erzählt, auf dem Mars gibt es Gänseblümchen, kann ich das
ebenfalls glauben oder nicht, hab aber kaum die Möglichkeit,
dass nachzuprüfen. So etwas gibt es in der Buddhistischen
Lehre nicht.
Wenn mir jemand sagt, auf dem Mond gibt es Eis, kann ich es auch nicht nachprüfen. Und trotzden glauben viele Wissenschaftler daran.
Aber solche Theorien haben für mich als Mensch und für mich als Christ keinen Einfluß auf mein Verhalten.
Und wer legt fest, was die Botschaft Gottes ist und was nicht
? Doch wiederum Menschen. Und wer sagt mir, dass diese
menschlichen Überlegungen, was nun wirklich Botschaft Gottes
ist und was nicht, nicht irregeleitet sind ?
Dazu gibt es den Heiligen Geist.
Jeder Christ kann Gott persönlich fragen. Und Gott antwortet.
Naja, es ist aber doch ein Unterschied zu sagen: wenn du
Brandschutzmaßnahmen nicht einhältst, riskierst du ein Unglück
(diese Erfahrung kann schließlich jeder nachvollziehen) oder
ob du sagt, wenn du die Lehre Jesu nicht annimmst, ristkierst
du ein Unglück. Schließlich gibt und gab es Millionen von
Menschen auf der Welt, die das Christentum nicht einmal kennen
oder kannten. Sind die jetzt alle verdammt ?
Da sind wir an einen Punkt gekommen, der vielfach mißverstanden wird.
Die Lehre Jesu sagt Dir, wie Du ein glückliches Leben führen kannst. Handelst Du anders, bist Du an einem eventuell auftretenden Unglück selber Schuld.
Jesus bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit, die Ewigkeit (nach dem Tod) bei Gott (seinem Vater) zu verbringen. Lehnst Du diese Angebot ab, entscheidest Du Dich dafür, die Ewigkeit woanders (?) zu verbringen.
Wenn Du davon überzeugt bist, dass es das Himmelreich Gottes gar nicht gibt, hast Du natürlich keine Veranlassung, der Lehre Jesu zu folgen.
Für all jene, die nichts von der Lehre Jesu gehört haben, gilt nach christlicher Auffassung, dass sie von Gott persönlich beurteilt werden, ob ihr Leben seinen Anforderungen genügt hat.
Darüber hat kein Mensch zu urteilen.
Die Frage ist nicht, ob Du Christ sein kannst, sondern ob Du
Christ sein willst. Wenn Du einzelne Punkte der christlichen
Lehre anzweifelst, muß ja nicht das ganze Christentum falsch
sein.
Das stimmt. Aber das kann auch recht haarig werden. Wenn ich
z.B. die Lehre Jesu also wahr und gut anerkenne, und mich
bemühe, danach zu leben, einfach weil ich sie für gut und
richtig halte, aber nicht glauben kann, dass Jesus der Sohn
Gottes ist, bin ich dann noch Christ oder nicht ?
Wenn Du glaubst, dass seine Lehre wahr ist, warum kannst Du nicht glauben, dass er Gottes Sohn ist? Das ist doch ein Teil seiner Lehre. Ist sie nun wahr oder nicht?
Verzeih bitte, wogegen sollen die Christen protestieren??
*denSatznichtverstandenhab*
Nun ja, du hast es ja gesehen. Einer hat sich ja schon
gemeldet, der vom christlichen Standpunkt aus der Ansicht ist,
dass ein Soldat, der im Krieg tötet, nicht unter dieses Gebot
fällt.
Na gut, es fällt nicht unter dieses Gebot („Du sollst nicht töten/morden“).
Aber es fällt unter das Gebot „Liebet eure Feinde“.
Keiner kann mir sagen, dass er denjenigen erschießen will, den er liebt.
Das ist es, was mich an euch Christen immer so rasend
macht. Da unterhält man sich mit einem von euch, und glaubt,
dass Christentum endlich ein bisschen besser zu verstehen, und
dann kommt der nächste Christ des Weges und bläst das alles
wieder um, mit gleichermaßen überzeugenden Argumenten.
Deshalb sollst Du ja selber prüfen, was recht ist.
Alle Erkenntnis ist Stückwerk!!
Nicht jeder versteht alles. Aber das ist auch nicht wichtig. Gott fragt den Christen nur danach, ob er sich so verhalten hat, wie er erkannt hat, dass er sich verhalten soll.
Die wirkliche „Sünde“ besteht darin, zu sagen, ich weiss, dass es falsch ist, aber ich tue es dennoch.
Wenn ich aber mein Ziel vielleicht doch nicht erreiche, fang
ich lieber erst gar nicht an.
Das wäre aber ziemlich unsinnig 
Wenn es dein größter Wunsch ist, mal nach Indonesien zu
kommen, machst du dann nie einen Spaziergang im Park weil du
weist, bis Indonesien kommst du eh nicht ? Nein, du machst
deinen Spaziergang und freust dich an den Blumen, den Bäumen
und der der Sonne. Das mag dann zwar nicht Indonesien sein,
aber vielleicht auch ganz nett 
OK 
Aber wenn jemand sagen würde, „ich habe ein Flugzeug, ich bring dich hin“, würdest Du mitgehen? Oder würdest Du sagen „ich weiss nicht, ob das wahr ist, ich bleib lieber zuhause“?
Das erinnert mich irgendwie an „macht euch die Erde untertan“.
Wieder so eine Vorstellung, die dem Buddhisten völlig fremd
ist.
Aber in der Praxis tut er es doch, oder?
Es gibt doch buddhistische Bauern, Bergleute,
Industriearbeiter,…
Klar. Ein Buddhist sollte sich nur bemühen, durch seinen Beruf
keinem Lebenwesen Leid zuzufügen. Wie weit er dabei gehen
will, muss jeder Buddhist selbst entscheiden. Für den einen
mag es z.B. ok sein, Tiere zur Milch-, Woll- oder
Eigergewinnung zu halten oder die Natur dermaßen
umzugestalten, dass der Lebenraum vieler Lebewesen dabei
verloren geht, für den anderen schon nicht mehr.
Schön. Und was ist dann an dem Zitat „macht euch die Erde untertan“ falsch?
*seufz*
manchmal bezweifel ich, ob es auf dieser Welt überhaupt
irgendeinem Menschen gibt, der mir verbindlich erklären kann,
was christliche Lehre ist und was nicht.
Ganz richtig. Kein Mensch kann die ganze Lehre erfassen, weil sie von Gott kommt. Jeder ist aber nur an das gebunden, das er erkannt hat.
Ich sagte ja schon, nicht vordenken lassen, selber denken.
Ich meinte mit erfolgreich eigentlich sowas wie: relativ weit
verbreit, viele Anhänger etc. Aber du hast natürlich recht.
Ja ja, nicht die Quantität sondern die Qualität entscheidet.
Es muß ja nicht jeder Mensch das Rad neu erfinden.
Man baut eben auf den Erfahrungen anderer auf.
Im Buddhismus schon. Was nicht auf eigenen Erfahrungen beruht,
hat dort keinen Wert. Vielleicht kann man es damit
vergleichen: Der Buddhismus sagt dir: Es gibt sowas wie ein
Rad und erklärt grob, was damit gemeint ist. Buddhist sein
bedeutet, zu versuchen, dieses Rad dann tatsächlich zu bauen.
Sich nur zu sagen, ja, ich glaube, dass es sowas wie ein Rad
ergibt, weil Buddha das gesagt hat, reicht nicht 
Sollte eigentlich im Christentum auch so sein.
Nur von der Liebe Gottes reden reicht auch nicht. Man sollte schon auch diese Liebe ausüben. Die Bibel sagt dazu: „Der Glaube ohne Werke ist wertlos.“
Und hier bin ich wieder bei der ersten Frage:
Woher stammt die Idee der buddhistischen Lehre ?
Ist die jetzt habwegs hinreichend beantwortet ?
Ja danke, siehe oben 
Gruss Harald