10 Gebote des Buddhismus

Hallo Marion,

Naja, aber die Realität sieht doch anders aus, oder ? Muss man
sich denn nicht automatisch fragen, ob ein Land, dass die
Todesstrafe ausführt, sich noch christlich nennen kann ? Und
was ist mit christlichen Soldaten ? Soweit ich weiss, gibt es
bei dem Gebot: „Du sollst nicht töten“ keine Ausnahmen oder
ein „naja, in bestimmten Situationen vielleicht doch“.

Im Text steht: „Du sollst nicht morden“ und nicht: Du sollst nicht töten. Ex 20, 13. (Für Protestanten: Dtn. 5,17) Direkt im Anschluss (ab 21,12) stehen jede Menge Gründe für die Todesstrafe, welche auch noch öfter wiederholt werden. Es gibt also genug Aussnahmen. Bzw. doch nicht, weil es eben den Unterschied zwischen MORDEN und TÖTEN gibt.

Viele Grüsse,
Philipp

P.S.: Trotz dieser biblischen Aussage ist die katholische Kirche gegen die Todesstrafe.

Hallo Marion,

Der Buddhismus kennt keinen Gott, der Gesetze erläßt.

Das hab ich verstanden. Aber wer hat die „Regeln“ aufgestellt,
die zu erfüllen er sich bemüht?

Eigentlich niemand so richtig. Ein zentrales Thema im
Buddhismus ist das Leid. Dieses, und den ewigen Kreislauf des
Lebens gilt es zu überwinden. Dies kann aber nur durch
persönliche Erfahrung und Einsicht durch Erkenntnis geschehen.
Im Grunde genommen ließe die buddhistische Lehre sich sich auf
einer halben DIN A 4 Seite zusammenfassen. Alles andere sind
in wesentlichen nur Hilfestellungen, wie eben auch die
„Regeln“.

Ich will Dir ja nicht auf die Nerven gehen, aber irgendwo muß doch diese Idee ihren Ursprung haben.
Hat Buddha diese „halbe DIN-A-4 Seite“ selber erfunden?
Wie ist er darauf gekommen?
Und warum weißt Du, das das richtig ist?

Auch im Christentum funktioniert nur das, was auf persönlicher
Erfahrung des Einzelnen beruht. Alles Andere ist nur
Brauchtum.

Wenn dem so ist, wozu braucht es dann Gebote ?

Weil eine Gesellschaft nur durch Regeln funktionieren kann.
Entweder sie sind vorgegeben (Gesetze) oder man stellt sie selber auf (Hausordnung).

Naja, aber ich finde es ist schon ein Unterschied, ob man
lediglich seine Lehre weitersagt, oder ob dies mit dem Zusatz
geschieht, dass jemand verdammt, verloren, was auch immer ist,
der diese nicht annehmen will.

Das ist leider wahr.
Diese Zusätze stammen aber meist aus menschlichen Überlegungen, sind also nicht Teil der Botschaft Gottes.

Allerdings finden wir nichts dabei, wenn bei einem Brandverhütungskurs über die Folgen unsachgemäßer Hantierung mit Feuer gesprochen wird. Wird aber auf die Folgen von „unsachgemäßer“ Lebensweise hingewiesen, lehnen die Menschen diese Hinweise ab.

Im Gegenteil. Der Zweifel kann eine entscheidende
Entwicklungsstufe sein. Egal wie ich mich entscheide, solange
ich aus dem Resultat lernen kann, bin ich auf dem richtigen
Weg. Manchmal ist es eben ein Lernen am Mißerfolg.

Und wenn das Resultat ist, dass ich die christliche Lehre in
Frage stelle ? Dann kann ich doch wohl kein Christ mehr sein,
oder ?

Die Frage ist nicht, ob Du Christ sein kannst, sondern ob Du Christ sein willst. Wenn Du einzelne Punkte der christlichen Lehre anzweifelst, muß ja nicht das ganze Christentum falsch sein.

Naja, Theorie und Praxis halt.

Das Problem das ich beim Christentum sehe ist nur, dass es die
Praxis wie du sie oben beschreibst anscheinend gar nicht gibt.
Sollte eine Religion denn nicht auch die Chance bieten, ihre
Lehre auch in die Praxis umzusetzen ?

Die Praxis funktioniert ja auch. Aber die Masse ist zu träge, die Theorie in die Praxis umzusetzen.
Ich weiß auch theoretisch, dass es gesund wäre, mehr Bewegung zu machen, aber ich bin einfach zu faul dazu. :wink:

Jesus sagt: „Wer zum Schwert greift, wird durchs Schwert
umkommen.“
Also gibt es keine christlichen Soldaten. (Außer vielleicht
bei der Heilsarmee)

Das ist starker Tobak. Ich wunder mich nur, dass hier noch
keiner der anderen Christen seinen Protest angeführt hat. Oder
ist das wieder so ein Fall, wo Theorie und Praxis unendlich
weit auseinanderklaffen ?

Verzeih bitte, wogegen sollen die Christen protestieren??
*denSatznichtverstandenhab*

Der Buddhismus gibt dir auch kein
Versprechen, dass du dein Ziel wirklich erreichen wirst. Aber
wenn du dich bemühst, wirst du voran kommen. Also schauen wir
einfach mal, wohin und wie weit die Reise geht :smile:

Wenn ich aber mein Ziel vielleicht doch nicht erreiche, fang ich lieber erst gar nicht an.

Das erinnert mich irgendwie an „macht euch die Erde untertan“.
Wieder so eine Vorstellung, die dem Buddhisten völlig fremd
ist.

Aber in der Praxis tut er es doch, oder?
Es gibt doch buddhistische Bauern, Bergleute, Industriearbeiter,…

Naja, es gibt natürlich einen Freiraum zur Interpretation.
Aber sie darf nicht anderen Regeln widersprechen.

Und wer legt fest, wie weit die christlichen Gebote
interpretierbar sind ?

Ich kann solange interpretieren, wie ich keine andere Regel Gottes verletze.

Das klingt nett. Warum werden von den Kirchenoberen blos immer
die Frauen unterdrückenden Bibelstellen angeführt ?

Weil sich jeder nur die Rosinen aus dem Kuchen klaubt.
Die Kirchenoberen waren immer schon gute Unterdrücker.

sondern eher: Sex dient
ausschließlich der Zeugung von Kindern und mit Lust hat das
gar nichts zu tun :smile:

Das hab ich aber gar nicht in der Bibel gefunden!

Anscheinend wieder so ein Fall, wo Theorie (die Bibel) und
Praxis (einger chrislicher Lehren) auseinanderdriften :smile:

Dazu kommt, dass oft noch andere Theorien dazugemischt werden :frowning:

Es ist halt einfacher, andere zu fragen, als selber zu denken.

Ist das vielleicht mit ein Grund, wieso das Christentum so
relativ erfolgreich ist ?

Was meinst Du mit erfolgreich ?
Erfolg hätte das Christentum, wenn alle Christen mit ganzem Einsatz bei der Sache wären. Wenn die Lehre nicht bloß auf dem Papier stünde, sondern auch gelebt würde.

Aber vermutlich kommt auch ein Buddhist nicht ganz ohne
Entscheidungshilfe aus. Und ob es sich da um Erfahrungen der
Väter oder um Offenbarungen Gottes handelt, ändert am
Denkprozeß wenig. Nur dass ich der Meinung bin, dass unsere
Väter geirrt haben könnten, aber Gott irrt nicht.

Unsere Väter ? wie meinst du das jetzt ? Hat die buddhistische
Lehre für dich irgendwas mit den Erfahrungen unserer Vätern zu
tun ?

Also Väter im übertragenen Sinn meinte ich.
Es muß ja nicht jeder Mensch das Rad neu erfinden.
Man baut eben auf den Erfahrungen anderer auf.

Und hier bin ich wieder bei der ersten Frage:
Woher stammt die Idee der buddhistischen Lehre ?

Gruss Harald

Hallo Harald

Antwort kommt Montag. Muss jetzt verreisen :smile:
Gruss
Marion

Hallo Harald

da bin ich wieder, ich habe dich nicht vergessen :smile:

Ich will Dir ja nicht auf die Nerven gehen, aber irgendwo muß
doch diese Idee ihren Ursprung haben.
Hat Buddha diese „halbe DIN-A-4 Seite“ selber erfunden?

*lach*, ja, im Prinzip schon. Er hat jedenfalls nie behauptet, dass ihn irgendein Gott darauf gebracht hätte. Der Buddhismus war von Anfang an nichts anderes als die Lehre eines Menschen.

Wie ist er darauf gekommen?

Nun ja, wir kommt man auf etwas grundlegend Neues ? Buddhas Ziel war die Ergründung und Aufhebung des Leids. Vor seiner Erleuchtung war er Mitglied unterschiedlichster religiöser Gruppierungen, um ihre Möglichkeiten, sein Ziel zu erreichen zu testen. Mit keiner war er restlos zufrieden. Also begründetet er eine neue Lehre. Im Prinzip spiegelt seine Lehre also nichts anderes wieder, als seine persönliche Erfahrung.

Und warum weißt Du, das das richtig ist?

Weil ich als Mensch die Möglichkeit habe, diese persönlichen Erfahrungen selbst zu machen und damit zu verifizieren. Wenn mir jemand sagt, ich soll nicht auf eine Herdplatte fassen, weil diese heiss ist, kann ich das glauben oder nicht. Ob diese Behauptung tatsächlich richtig ist, kann ich aber nur dann feststellen, wenn ich mich vorsichtig mit der Hand dieser Herdplatte nähere. Genau so verhält es sich mit der buddhistischen Lehre. Kein Mensch verlangt dort von mir, dass ich irgend etwas glaube. Jeder sagt: Geh hin und sie selbst. Und kein Aspekt der Lehre wäre so „entrückt“, dass ein Mensch diese Erfahrung nicht machen könnte. Wenn mir jemand z.B. erzählt, auf dem Mars gibt es Gänseblümchen, kann ich das ebenfalls glauben oder nicht, hab aber kaum die Möglichkeit, dass nachzuprüfen. So etwas gibt es in der Buddhistischen Lehre nicht.

Naja, aber ich finde es ist schon ein Unterschied, ob man
lediglich seine Lehre weitersagt, oder ob dies mit dem Zusatz
geschieht, dass jemand verdammt, verloren, was auch immer ist,
der diese nicht annehmen will.

Das ist leider wahr.
Diese Zusätze stammen aber meist aus menschlichen
Überlegungen, sind also nicht Teil der Botschaft Gottes.

Und wer legt fest, was die Botschaft Gottes ist und was nicht ? Doch wiederum Menschen. Und wer sagt mir, dass diese menschlichen Überlegungen, was nun wirklich Botschaft Gottes ist und was nicht, nicht irregeleitet sind ?

Allerdings finden wir nichts dabei, wenn bei einem
Brandverhütungskurs über die Folgen unsachgemäßer Hantierung
mit Feuer gesprochen wird. Wird aber auf die Folgen von
„unsachgemäßer“ Lebensweise hingewiesen, lehnen die Menschen
diese Hinweise ab.

Naja, es ist aber doch ein Unterschied zu sagen: wenn du Brandschutzmaßnahmen nicht einhältst, riskierst du ein Unglück (diese Erfahrung kann schließlich jeder nachvollziehen) oder ob du sagt, wenn du die Lehre Jesu nicht annimmst, ristkierst du ein Unglück. Schließlich gibt und gab es Millionen von Menschen auf der Welt, die das Christentum nicht einmal kennen oder kannten. Sind die jetzt alle verdammt ?

Die Frage ist nicht, ob Du Christ sein kannst, sondern ob Du
Christ sein willst. Wenn Du einzelne Punkte der christlichen
Lehre anzweifelst, muß ja nicht das ganze Christentum falsch
sein.

Das stimmt. Aber das kann auch recht haarig werden. Wenn ich z.B. die Lehre Jesu also wahr und gut anerkenne, und mich bemühe, danach zu leben, einfach weil ich sie für gut und richtig halte, aber nicht glauben kann, dass Jesus der Sohn Gottes ist, bin ich dann noch Christ oder nicht ?

Die Praxis funktioniert ja auch. Aber die Masse ist zu träge,
die Theorie in die Praxis umzusetzen.
Ich weiß auch theoretisch, dass es gesund wäre, mehr Bewegung
zu machen, aber ich bin einfach zu faul dazu. :wink:

*g* kommt mir irgendwie bekannt vor :smile:

Das ist starker Tobak. Ich wunder mich nur, dass hier noch
keiner der anderen Christen seinen Protest angeführt hat. Oder
ist das wieder so ein Fall, wo Theorie und Praxis unendlich
weit auseinanderklaffen ?

Verzeih bitte, wogegen sollen die Christen protestieren??
*denSatznichtverstandenhab*

Nun ja, du hast es ja gesehen. Einer hat sich ja schon gemeldet, der vom christlichen Standpunkt aus der Ansicht ist, dass ein Soldat, der im Krieg tötet, nicht unter dieses Gebot fällt. Das ist es, was mich an euch Christen immer so rasend macht. Da unterhält man sich mit einem von euch, und glaubt, dass Christentum endlich ein bisschen besser zu verstehen, und dann kommt der nächste Christ des Weges und bläst das alles wieder um, mit gleichermaßen überzeugenden Argumenten.

Der Buddhismus gibt dir auch kein
Versprechen, dass du dein Ziel wirklich erreichen wirst. Aber
wenn du dich bemühst, wirst du voran kommen. Also schauen wir
einfach mal, wohin und wie weit die Reise geht :smile:

Wenn ich aber mein Ziel vielleicht doch nicht erreiche, fang
ich lieber erst gar nicht an.

Das wäre aber ziemlich unsinnig :smile:
Wenn es dein größter Wunsch ist, mal nach Indonesien zu kommen, machst du dann nie einen Spaziergang im Park weil du weist, bis Indonesien kommst du eh nicht ? Nein, du machst deinen Spaziergang und freust dich an den Blumen, den Bäumen und der der Sonne. Das mag dann zwar nicht Indonesien sein, aber vielleicht auch ganz nett :smile:

Das erinnert mich irgendwie an „macht euch die Erde untertan“.
Wieder so eine Vorstellung, die dem Buddhisten völlig fremd
ist.

Aber in der Praxis tut er es doch, oder?
Es gibt doch buddhistische Bauern, Bergleute,
Industriearbeiter,…

Klar. Ein Buddhist sollte sich nur bemühen, durch seinen Beruf keinem Lebenwesen Leid zuzufügen. Wie weit er dabei gehen will, muss jeder Buddhist selbst entscheiden. Für den einen mag es z.B. ok sein, Tiere zur Milch-, Woll- oder Eigergewinnung zu halten oder die Natur dermaßen umzugestalten, dass der Lebenraum vieler Lebewesen dabei verloren geht, für den anderen schon nicht mehr.

Anscheinend wieder so ein Fall, wo Theorie (die Bibel) und
Praxis (einger chrislicher Lehren) auseinanderdriften :smile:

Dazu kommt, dass oft noch andere Theorien dazugemischt werden

-(

*seufz*
manchmal bezweifel ich, ob es auf dieser Welt überhaupt irgendeinem Menschen gibt, der mir verbindlich erklären kann, was christliche Lehre ist und was nicht.

Ist das vielleicht mit ein Grund, wieso das Christentum so
relativ erfolgreich ist ?

Was meinst Du mit erfolgreich ?
Erfolg hätte das Christentum, wenn alle Christen mit ganzem
Einsatz bei der Sache wären. Wenn die Lehre nicht bloß auf dem
Papier stünde, sondern auch gelebt würde.

Ich meinte mit erfolgreich eigentlich sowas wie: relativ weit verbreit, viele Anhänger etc. Aber du hast natürlich recht.

Unsere Väter ? wie meinst du das jetzt ? Hat die buddhistische
Lehre für dich irgendwas mit den Erfahrungen unserer Vätern zu
tun ?

Also Väter im übertragenen Sinn meinte ich.
Es muß ja nicht jeder Mensch das Rad neu erfinden.
Man baut eben auf den Erfahrungen anderer auf.

Im Buddhismus schon. Was nicht auf eigenen Erfahrungen beruht, hat dort keinen Wert. Vielleicht kann man es damit vergleichen: Der Buddhismus sagt dir: Es gibt sowas wie ein Rad und erklärt grob, was damit gemeint ist. Buddhist sein bedeutet, zu versuchen, dieses Rad dann tatsächlich zu bauen. Sich nur zu sagen, ja, ich glaube, dass es sowas wie ein Rad ergibt, weil Buddha das gesagt hat, reicht nicht :smile:

Und hier bin ich wieder bei der ersten Frage:
Woher stammt die Idee der buddhistischen Lehre ?

Ist die jetzt habwegs hinreichend beantwortet ?

Gruss
Marion

Hallo Marion,

da bin ich wieder, ich habe dich nicht vergessen :smile:

das hätte ich nie von Dir angenommen :smile:

Der Buddhismus
war von Anfang an nichts anderes als die Lehre eines Menschen.

Aber Menschen könne doch irren, oder?

Nun ja, wir kommt man auf etwas grundlegend Neues ? Buddhas
Ziel war die Ergründung und Aufhebung des Leids. Vor seiner
Erleuchtung war er Mitglied unterschiedlichster religiöser
Gruppierungen, um ihre Möglichkeiten, sein Ziel zu erreichen
zu testen. Mit keiner war er restlos zufrieden. Also
begründetet er eine neue Lehre. Im Prinzip spiegelt seine
Lehre also nichts anderes wieder, als seine persönliche
Erfahrung.

Ein Vorgang, der sich bei vielen Religionsgründern wiederholt hat.
Meine Erkenntnis sagt mir, dass alle Menschen Fehler machen, nur Gott macht keine Fehler.
Ich habe auch als Jugendlicher das Christentum abgelehnt, weil ich es an den Mitgliedern gemessen habe. Ich bin Christ geworden, als ich die Lehre Jesu und die Liebe Gottes erkannte.

Und warum weißt Du, das das richtig ist?

Weil ich als Mensch die Möglichkeit habe, diese persönlichen
Erfahrungen selbst zu machen und damit zu verifizieren. Wenn
mir jemand sagt, ich soll nicht auf eine Herdplatte fassen,
weil diese heiss ist, kann ich das glauben oder nicht. Ob
diese Behauptung tatsächlich richtig ist, kann ich aber nur
dann feststellen, wenn ich mich vorsichtig mit der Hand dieser
Herdplatte nähere.

Diese Möglichkeiten habe ich im Christentum auch.
Aber es ist einfacher, die Vorbilder (besonders die negativen) zu betrachten und zu analysieren. Ich muß nicht selber morden, um festzustellen, welche negativen Auswirkungen das auf meinen Gemütszustand hat.

Genau so verhält es sich mit der
buddhistischen Lehre. Kein Mensch verlangt dort von mir, dass
ich irgend etwas glaube.

Ich würde das auch nie von Dir verlangen. Ich würde sagen, lies die Bibel, denk drüber nach, stelle Fragen, und dann mache Dir ein Bild davon, ob es richtig ist.

Jeder sagt: Geh hin und sie selbst.

genau

Und kein Aspekt der Lehre wäre so „entrückt“, dass ein Mensch
diese Erfahrung nicht machen könnte.

Also die Lehre von der Wiedergeburt kann ich nicht so einfach nachvollziehen. Und die Behauptung, dass es im Jenseits keinen Gott gibt, läßt sich von hier aus auch schwer nachprüfen.

Wenn mir jemand z.B.
erzählt, auf dem Mars gibt es Gänseblümchen, kann ich das
ebenfalls glauben oder nicht, hab aber kaum die Möglichkeit,
dass nachzuprüfen. So etwas gibt es in der Buddhistischen
Lehre nicht.

Wenn mir jemand sagt, auf dem Mond gibt es Eis, kann ich es auch nicht nachprüfen. Und trotzden glauben viele Wissenschaftler daran.

Aber solche Theorien haben für mich als Mensch und für mich als Christ keinen Einfluß auf mein Verhalten.

Und wer legt fest, was die Botschaft Gottes ist und was nicht
? Doch wiederum Menschen. Und wer sagt mir, dass diese
menschlichen Überlegungen, was nun wirklich Botschaft Gottes
ist und was nicht, nicht irregeleitet sind ?

Dazu gibt es den Heiligen Geist.
Jeder Christ kann Gott persönlich fragen. Und Gott antwortet.

Naja, es ist aber doch ein Unterschied zu sagen: wenn du
Brandschutzmaßnahmen nicht einhältst, riskierst du ein Unglück
(diese Erfahrung kann schließlich jeder nachvollziehen) oder
ob du sagt, wenn du die Lehre Jesu nicht annimmst, ristkierst
du ein Unglück. Schließlich gibt und gab es Millionen von
Menschen auf der Welt, die das Christentum nicht einmal kennen
oder kannten. Sind die jetzt alle verdammt ?

Da sind wir an einen Punkt gekommen, der vielfach mißverstanden wird.

Die Lehre Jesu sagt Dir, wie Du ein glückliches Leben führen kannst. Handelst Du anders, bist Du an einem eventuell auftretenden Unglück selber Schuld.
Jesus bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit, die Ewigkeit (nach dem Tod) bei Gott (seinem Vater) zu verbringen. Lehnst Du diese Angebot ab, entscheidest Du Dich dafür, die Ewigkeit woanders (?) zu verbringen.

Wenn Du davon überzeugt bist, dass es das Himmelreich Gottes gar nicht gibt, hast Du natürlich keine Veranlassung, der Lehre Jesu zu folgen.

Für all jene, die nichts von der Lehre Jesu gehört haben, gilt nach christlicher Auffassung, dass sie von Gott persönlich beurteilt werden, ob ihr Leben seinen Anforderungen genügt hat.
Darüber hat kein Mensch zu urteilen.

Die Frage ist nicht, ob Du Christ sein kannst, sondern ob Du
Christ sein willst. Wenn Du einzelne Punkte der christlichen
Lehre anzweifelst, muß ja nicht das ganze Christentum falsch
sein.

Das stimmt. Aber das kann auch recht haarig werden. Wenn ich
z.B. die Lehre Jesu also wahr und gut anerkenne, und mich
bemühe, danach zu leben, einfach weil ich sie für gut und
richtig halte, aber nicht glauben kann, dass Jesus der Sohn
Gottes ist, bin ich dann noch Christ oder nicht ?

Wenn Du glaubst, dass seine Lehre wahr ist, warum kannst Du nicht glauben, dass er Gottes Sohn ist? Das ist doch ein Teil seiner Lehre. Ist sie nun wahr oder nicht?

Verzeih bitte, wogegen sollen die Christen protestieren??
*denSatznichtverstandenhab*

Nun ja, du hast es ja gesehen. Einer hat sich ja schon
gemeldet, der vom christlichen Standpunkt aus der Ansicht ist,
dass ein Soldat, der im Krieg tötet, nicht unter dieses Gebot
fällt.

Na gut, es fällt nicht unter dieses Gebot („Du sollst nicht töten/morden“).
Aber es fällt unter das Gebot „Liebet eure Feinde“.
Keiner kann mir sagen, dass er denjenigen erschießen will, den er liebt.

Das ist es, was mich an euch Christen immer so rasend
macht. Da unterhält man sich mit einem von euch, und glaubt,
dass Christentum endlich ein bisschen besser zu verstehen, und
dann kommt der nächste Christ des Weges und bläst das alles
wieder um, mit gleichermaßen überzeugenden Argumenten.

Deshalb sollst Du ja selber prüfen, was recht ist.
Alle Erkenntnis ist Stückwerk!!
Nicht jeder versteht alles. Aber das ist auch nicht wichtig. Gott fragt den Christen nur danach, ob er sich so verhalten hat, wie er erkannt hat, dass er sich verhalten soll.
Die wirkliche „Sünde“ besteht darin, zu sagen, ich weiss, dass es falsch ist, aber ich tue es dennoch.

Wenn ich aber mein Ziel vielleicht doch nicht erreiche, fang
ich lieber erst gar nicht an.

Das wäre aber ziemlich unsinnig :smile:
Wenn es dein größter Wunsch ist, mal nach Indonesien zu
kommen, machst du dann nie einen Spaziergang im Park weil du
weist, bis Indonesien kommst du eh nicht ? Nein, du machst
deinen Spaziergang und freust dich an den Blumen, den Bäumen
und der der Sonne. Das mag dann zwar nicht Indonesien sein,
aber vielleicht auch ganz nett :smile:

OK :smile:
Aber wenn jemand sagen würde, „ich habe ein Flugzeug, ich bring dich hin“, würdest Du mitgehen? Oder würdest Du sagen „ich weiss nicht, ob das wahr ist, ich bleib lieber zuhause“?

Das erinnert mich irgendwie an „macht euch die Erde untertan“.
Wieder so eine Vorstellung, die dem Buddhisten völlig fremd
ist.

Aber in der Praxis tut er es doch, oder?
Es gibt doch buddhistische Bauern, Bergleute,
Industriearbeiter,…

Klar. Ein Buddhist sollte sich nur bemühen, durch seinen Beruf
keinem Lebenwesen Leid zuzufügen. Wie weit er dabei gehen
will, muss jeder Buddhist selbst entscheiden. Für den einen
mag es z.B. ok sein, Tiere zur Milch-, Woll- oder
Eigergewinnung zu halten oder die Natur dermaßen
umzugestalten, dass der Lebenraum vieler Lebewesen dabei
verloren geht, für den anderen schon nicht mehr.

Schön. Und was ist dann an dem Zitat „macht euch die Erde untertan“ falsch?

*seufz*
manchmal bezweifel ich, ob es auf dieser Welt überhaupt
irgendeinem Menschen gibt, der mir verbindlich erklären kann,
was christliche Lehre ist und was nicht.

Ganz richtig. Kein Mensch kann die ganze Lehre erfassen, weil sie von Gott kommt. Jeder ist aber nur an das gebunden, das er erkannt hat.

Ich sagte ja schon, nicht vordenken lassen, selber denken.

Ich meinte mit erfolgreich eigentlich sowas wie: relativ weit
verbreit, viele Anhänger etc. Aber du hast natürlich recht.

Ja ja, nicht die Quantität sondern die Qualität entscheidet.

Es muß ja nicht jeder Mensch das Rad neu erfinden.
Man baut eben auf den Erfahrungen anderer auf.

Im Buddhismus schon. Was nicht auf eigenen Erfahrungen beruht,
hat dort keinen Wert. Vielleicht kann man es damit
vergleichen: Der Buddhismus sagt dir: Es gibt sowas wie ein
Rad und erklärt grob, was damit gemeint ist. Buddhist sein
bedeutet, zu versuchen, dieses Rad dann tatsächlich zu bauen.
Sich nur zu sagen, ja, ich glaube, dass es sowas wie ein Rad
ergibt, weil Buddha das gesagt hat, reicht nicht :smile:

Sollte eigentlich im Christentum auch so sein.
Nur von der Liebe Gottes reden reicht auch nicht. Man sollte schon auch diese Liebe ausüben. Die Bibel sagt dazu: „Der Glaube ohne Werke ist wertlos.“

Und hier bin ich wieder bei der ersten Frage:
Woher stammt die Idee der buddhistischen Lehre ?

Ist die jetzt habwegs hinreichend beantwortet ?

Ja danke, siehe oben :smile:

Gruss Harald