Ich suche für meinen Religionskurs die „10 Gebote des Buddhismuses“. Mein Lehrer sagte, dass es etwa 5 für Normalpersonen und nochmal fünf für Mönche gibt.
Kann mir jemand helfen?
Ich suche für meinen Religionskurs die „10 Gebote des Buddhismuses“. Mein Lehrer sagte, dass es etwa 5 für Normalpersonen und nochmal fünf für Mönche gibt.
Kann mir jemand helfen?
Hallo Ben,
also, die ersten 5 (offensichtlich für „Normalos“) findest Du unter
http://www.netburger.at/aie/docs/buddhismus/5gebote_…
Die komplette Fassung und weitere Infos unter
http://www.brettnacher.org/users/dominik/budd/6.htm
Viele Grüße
Tessa
Beide Links sind falsch, bzw. irreführend
Hallo Tessa
„Versionen“ buddhistischer „Gebote“ gibt es im Netz wie Sand am Meer. Die meisten sind schlichtweg falsch oder hochgradig irreführend. Bitte jetzt nicht böse sein, aber kann es sein, dass du über Buddhismus nicht viel weist, sondern einfach nur eine Suchmaschine bemüht hast ?
Zum einen: Im Buddhismus gibt es keine Gebote (wie z.b. im christlichen Sinn). Es gibt „lediglich“ (?) Vorsätze als grundsätzliche Richtschnur zur Bewertung des eigenen Handelns.
Was nun auf diesen deinen Links steht, lässt mir ehrlich gesagt die Haare zu Berge stehen. Ich möchte mal gerade deine Links der Version gegenüberstellen, die die Deutsche Buddhistische Union anerkennt. Die DBU ist quasi das „Zentralorgan“ der deutschen Buddhisten und für mich in Deutschland die einzige Quelle für authentische buddhistische Lehre. Aber siehe selbst:
http://www.dharma.de/f_buddhi.htm
Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu verrletzen,
Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen,
nicht zu lügen oder unheilsam zu reden,
mir nicht durch berauschende Mittel das Bewußtsein zu trüben.
ist nun mal was grundlegend anderes als:
Ich fasse den Entschluß nicht zu töten.
Ich fasse den Entschluß nichts zu nehmen was mir nicht gegeben wird.
Ich fasse den Entschluß nicht unsittlich zu sein.
Ich fasse den Entschluß nicht zu lügen.
Ich fasse den Entschluß mich aller berauschenden und betäubenden Genußmittel zu enthalten.
oder gar:
1.Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von der Vernichtung der Lebewesen
2.Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von Diebstahl.
3.Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten, unerlaubten, geschlechtlichen Verkehrs.
4.Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von Lüge und Trug.
5.Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Genusses berauschender Mittel.
Gruss
Marion
Nachtrag
Wenn nun der ein oder andere denkt, wo sind denn da die großen Unterschiede, ist doch quasi alles das gleiche…
bin ich gerne bereit zu versuchen, dies zu erläutern 
Gruss
Marion
Ich suche für meinen Religionskurs die „10 Gebote des
Buddhismuses“. Mein Lehrer sagte, dass es etwa 5 für
Normalpersonen und nochmal fünf für Mönche gibt.Kann mir jemand helfen?
Marion hat das alles schon ziemlich gut erläutert und Dein
Lehrer zeigt nur, wie es in unserem Schulsystem bestellt ist.
Letztens fragte mich jemand: Du bist doch Buddhist, sag, stimmt
es das Buddhisten sich gerne schlagen lassen?
Da hat der Lehrer mal mit einem Auge in der Bild was ueber Zen
gelesen und schon kommt sowas in den Unterruicht
Es gibt diese 5 Regeln, aber es sind keine Gebote sondern eher
Hinweise.
Du sollst nicht töten ist eher so wie
Mutter spricht zu Kind
Versuche nicht zu töten besagt schlicht, dass der Buddhismus den
Menschen mit seinen Fehlern und kleinen Schwächen anerkennt und
er gibt dem Menschen die Verantwortung daran zu arbeiten.
Wie sagte Buddha:
Setzt Euch hin und macht was ich mache und dann seht selbst
Ich denke wichtig wäre auch den 8fachen Pfad zu kennen.
Es gibt auch sehr viele gute Bücher…
Das beste von Fred von Allme, die Freiheit entdecken
Hallo Marion,ganz tolle Antwort!Wenn Du Dir da aber mal nicht zu viel vorgenommen hast.Wie willst Du AEinem der diese unterschiede nicht erkennt,das erklären?Da fällt mir nur Platons Höhlengleichnis ein,wie die Sonne erklären,man sieht sie oder eben auch nicht…
Grüße,Mina
Buddhistische Gebote
Hallo Marion,
ach du lieber Himmel!!! Ich sehe nicht den geringsten Grund, Dir böse zu sein (was willst Du angestellt haben?!). Schließlich habe ich auch nicht behauptet, DIE Expertin für Buddhismus zu sein. Außerdem hast Du einen weiteren Treffer gelandet: über diese Religion weiß ich wirklich nicht besonders viel.
Im Moment beschäftige ich mich - als bekennende Atheistin - verstärkt mit der katholischen Kirchengeschichte (speziell: Päpstin Johanna bzw. Johannes Anglicus) und mit dem Judentum. Dummerweise muß ich zwischendurch noch arbeiten, deswegen bleibt mir für Forschungszwecke nicht unbedingt viel Zeit.
Die von Dir genannten Links werde ich aber auf jeden Fall besuchen (so viel Zeit muß sein).
Viele Grüße
Tessa
PS. Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber: wieso weißt Du eigentlich so viel über Buddhismus? Gehörst Du selbst dieser Glaubensrichtung an? Sorry, ich kann nur sagen: Neugier laß nach!- Funktioniert aber sehr selten!
Hallo Mina
Hallo Marion,ganz tolle Antwort!Wenn Du Dir da aber mal nicht
zu viel vorgenommen hast.Wie willst Du AEinem der diese
unterschiede nicht erkennt,das erklären?Da fällt mir nur
Platons Höhlengleichnis ein,wie die Sonne erklären,man sieht
sie oder eben auch nicht…
So würde ich das nicht sehen, schliesslich hat es ja auch mal jemand geschafft, MIR diese Unterschiede aufzuzeigen 
Ich finde halt, wenn ich schon diese Unterschiede großartig reklamiere, dann muss ich auch fairerweise ein Angebot machen zu versuchen, diese im Zweifelsfall zu erläutern, selbst mit meinen beschränkten Fähigkeiten. 
Gruss
Marion
Wenn nun der ein oder andere denkt, wo sind denn da die großen
Unterschiede, ist doch quasi alles das gleiche…
bin ich gerne bereit zu versuchen, dies zu erläutern
Hallo Marion,
also auf den ersten Blick hätte ich auch gesagt, das ist doch egal, wie es formuliert ist. Ich würde sogar behaupten, dass sich die Richtlinien des Buddhismus weitgehendst mit den Geboten Moses decken.
Unterschiede kann es allenfalls in den Interpretationen geben.
Also bin ich gespannt auf Deine Erläuterung.
Gruss Harald
Hallo Harald
also auf den ersten Blick hätte ich auch gesagt, das ist doch
egal, wie es formuliert ist. Ich würde sogar behaupten, dass
sich die Richtlinien des Buddhismus weitgehendst mit den
Geboten Moses decken.
Interessantes Thema, aber *ähm* kannst du vielleicht die Gebote Moses hier nochmal reinschreiben, von denen du meinst, dass sie den buddhistischen Richtlinien entsprechen ? Ich muss gestehen, was die Bibel angeht, bin ich nicht so firm.
Ich werde dann die entsprechenden Sätze (auch die der angeblichen buddhistischen „Gebote“) so untereinanderbasteln, dass wir schön vergleichen können.
Gruss
Marion, die sich schon auf eine interessante Diskussion freut.
Buddha oder Mose ?
Hallo Marion,
ich setze das also mal hier rein, weil da schon der meiste Text vorgegeben ist 
Aber siehe selbst:
http://www.dharma.de/f_buddhi.htm
Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu
verletzen,
Du sollst nicht morden.
Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
Du sollst nicht stehlen.
keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen,
Du sollst nicht ehebrechen.
nicht zu lügen oder unheilsam zu reden,
Du sollst nicht aussagen wider Deinen Nächsten als falscher Zeuge.
mir nicht durch berauschende Mittel das Bewußtsein zu trüben.
Werdet nicht trunken von Wein, denn dann verliert ihr die Selbstbeherrschung.
Dieser Satz stammt allerdings von Paulus.
Und jetzt bin ich mal neugierig auf die unterschiedlichen Interpretationen 
Gruss Harald
Hallo Marion,
ich hab den Artikel weiter oben angefügt.
Gruss Harald
Hallo Harald
Ich nehme jetzt mal diese anderen „Buddhistischen Gebote“ nicht mehr dazu, ich denke, das wird zuviel für diesen Rahmen und es sollte eigentlich auch so deutlich werden.
Zunächst einmal zur Unterscheidung „Gebot“, bzw. „du sollst nicht“ bzw. „ich will mich bemühen“. Die beiden ersten sind eine klare Anweisung zur Unterlassung. Sie lassen keinerlei Handlungsspielraum oder Freiraum zum Abwägen. „Ich will mich bemühen“ hingegen schon. Ein großes Ziel für Buddhisten ist es, in seinem Denken, Reden und Handeln achtsam zu sein. Denken, Redeln und Handeln kann „heilsam“ sein, oder Leid hervorrufen. Jeder Buddhist wird oft in Situationen kommen, wo er seine Absichtserklärung hinterfragen muss. Dadurch, dass er sich bemüht, fängt er auf seinem individuellen Stand an, mit der Forderung, sich auf dem Weg weiterzuentwickeln. So kann vielleicht ein Mensch in einem armen Land seine Familie bislang nur dadurch ernähren, indem er anderen etwas wegnimmt (z.B. stiehlt) dieses Verhalten nicht von einem Tag auf den anderen ändern, ohne die Ernährung seiner Familie zu gefährden, wäre also als Christ in einer Zwickmühle. Der Buddhismus verlangt nun von diesem Mann, dass er jede Anstrengung unternimmt, sein Verhalten kontinuierlich zu ändern. Wenn er das macht, ist schon mal viel gewonnen. (Als Christ müsste er sich vermutlich sagen: ich verstoss sowieso ständig gegen dieses Gebot, also was solls).
Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu
verletzen,Du sollst nicht morden.
Ist das töten von Tieren ebenfalls Mord ?
Ist Mord nur eine Handlung mit einem absichtlichen Tötungswillen oder z.B. auch ein tödlicher Unfall, weil jemand z.B. besoffen oder zu schnell Auto gefahren ist ? Ist das Verletzen von Menschen erlaubt ?
Der Buddhismus ist hier eindeutig. Ein Lebewesen zu töten oder zu verletzen fügt diesem Leid zu. Solch ein Handeln ist nicht heilsam. Wenn ich mich bemühe, kein Lebewesen zu töten, sollte ich auch nicht besoffen oder zu schnell Auto fahren. Beides steht meinen Bemühungen sicher entgegen. Auch das Töten von Tieren ist nicht heilsam. Aber wie weit sollen meine Bemühungen da gehen ? Auch dies muss jeder Buddhist mit sich selbst ausmachen. Der eine fängt vielleicht damit an, dass er seinen Beruf als Metzger aufgiebt oder Vegetarier wird. Ein anderer, der bereits Vegetarier ist, ist vielleicht achtsam, wohin er seinen Fuss setzt, um nicht unnötig kleine Tiere zu zertreten etc.
Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
Du sollst nicht stehlen.
Stehlen bedeutet meiner Meinung nach nur, dass man sich etwas nicht nehmen sollte, was das Eigentum eines Anderen ist.
Der Buddhist hingegen bemüht sich, nur das zu nehmen, was ihm auch gegeben wird. Dies reicht meiner Meinung nach weiter. Zum Beispiel könnte sich ein Buddhist daraufhin Gedanken machen, ob es für ihn ok ist, für eine bestimmte Sache oder Dienstleistung einen bestimmten Preis zu verlangen, oder ob er nicht einfach das nehmen sollte, was der Andere gewillt oder in der Lage ist, ihm zu geben.
keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen,
Du sollst nicht ehebrechen.
Ganz deutlicher Unterschied. Ehebrechen bedeutet sexueller Kontakt ausserhalb der Ehe wenn man entweder selbst, oder der andere verheiratet ist. Unheilsame sexuelle Beziehungen können jedoch genau so innerhalb der Ehe stattfinden, wie auch unter Menschen, die beide nicht verheiratet sind. z.B. würde ein Buddhist Sexualität innerhalb einer Ehe, die nicht von beiden Ehepartnern gleichermaßen gewollt ist, sicher nicht als heilsam ansehen. Unheilsam ist alles was Leid hervorruft, sei es bei anderen oder sich selbst, egal ob Ehe oder nicht.
nicht zu lügen oder unheilsam zu reden,
Du sollst nicht aussagen wider Deinen Nächsten als falscher
Zeuge.
Wieder ein krasser Unterschied. Unheilsam reden muss nicht unbedingt Lügen heissen. Ich kann die Wahrheit sagen (oder verschweigen) und dadurch trotzdem Leid hervorrufen. Ein Buddhist sollte immer achtgeben, was er sagt, und sich der möglichen (leidvollen) Wirkung seiner Worte bewusst sein.
mir nicht durch berauschende Mittel das Bewußtsein zu trüben.
Werdet nicht trunken von Wein, denn dann verliert ihr die
Selbstbeherrschung.
Da seh ich Parallelen, obwohl ein getrübtes Bewußtsein und ein Verlust an Selbstbeherrschung sicher nicht das gleiche ist. Jedoch ist hier z.B. ein grosser Unterschied zu diesem anderen „Buddhistischen Gebot“, dass ich keine berauschenden Mittel zu mir nehmen darf, also generell nicht. Wieder ist das Verantwortungsbewußtsein des Einzelnen gefragt. Ist es z.B. heilsam, ein mir in Gastfreundschaft angebotenes Glas Wein abzulehnen ? Weider eine Entscheidung, die der Buddhist selbstverantwortlich treffen muss 
So, ich hoffe, ich hab jetzt nicht zuviel Unsinn verzapft. (mitlesende Buddhismuskenner mögen mich dann bitte verbessern).
Lieben Gruss
Marion
Hallo Tessa
Im Moment beschäftige ich mich - als bekennende Atheistin -
verstärkt mit der katholischen Kirchengeschichte (speziell:
Päpstin Johanna bzw. Johannes Anglicus)
ja, ich verfolgt diesen thread ebenfalls mit. Ich finde, du machst deine Sache recht gut
Ich bin nämlich ebenfalls davon überzeugt, dass es eine Päpstin gab.
Die von Dir genannten Links werde ich aber auf jeden Fall
besuchen (so viel Zeit muß sein).
Und ? hast du ? war ja auch nur einer 
PS. Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber: wieso weißt Du
eigentlich so viel über Buddhismus?
Naja, ich beschäftige mich nun seit fast 10 Jahren mit Buddhismus und das ein oder andere bleibt im Laufe der Zeit dann schon hängen 
Gehörst Du selbst dieser
Glaubensrichtung an?
Ich gehöre keiner Glaubensrichtung wirklich an, aber ich betrachte den Buddhismus auch nicht als Glaubensrichtung 
Gruss
Marion
Und dein Link führt ins Nirwana! (o.T.)
Die DBU ist quasi das
„Zentralorgan“ der deutschen Buddhisten und für mich in
Deutschland die einzige Quelle für authentische buddhistische
Lehre. Aber siehe selbst:
uuuups
der Buddhismus beschäftigt sich zwar viel mit dem „Nichts“ aber das mein Link ausgerechnet dorthin führt, war eher unbeabsichtigt *g*
Ich werde das mal im Auge behalten. Der Link scheint zur Zeit nicht zu funktionieren (letzt Woche ging es noch).
Danke für den Hinweis.
Wer Generelles über die DBU erfahren will, kann es vorserst hier versuchen: http://www.dharma.de
Gruss
Marion
Hallo Marion,
zunächst einmal vielen Dank für Deine Ausführungen.
Grundsätzlich würde ich meinen, dass die Ziele, die es zu erreichen gilt, sowohl im Buddhismus wie auch im Christentum die gleichen sind. Und es würde auf der Welt viel besser aussehen, wenn wir diese Ziele auch nur ansatzweise erreichen würden.
Der eigentliche Unterschied besteht also in dem Weg dorthin.
Zunächst einmal zur Unterscheidung „Gebot“, bzw. „du sollst
nicht“ bzw. „ich will mich bemühen“. Die beiden ersten sind
eine klare Anweisung zur Unterlassung. Sie lassen keinerlei
Handlungsspielraum oder Freiraum zum Abwägen. „Ich will mich
bemühen“ hingegen schon.
Das liegt daran, dass die Gebote Gottes eine allgemein gültige Regel darstellen. Welchen Freiraum braucht ein Gesetz?
Das „Ich will mich bemühen“ ist der menschliche Teil.
Auch für den Christen gilt, dass er sich bemühen will, diese Regeln zu beachten.
Ein großes Ziel für Buddhisten ist
es, in seinem Denken, Reden und Handeln achtsam zu sein.
Denken, Redeln und Handeln kann „heilsam“ sein, oder Leid
hervorrufen.
Dieses Ziel hat auch Jesus betont. Hier wollen wir also dasselbe.
Jeder Buddhist wird oft in Situationen kommen, wo
er seine Absichtserklärung hinterfragen muss.
Der Christ muss das nicht. Er verläßt sich darauf, dass die von Gott gesteckten Ziele gut sind.
Dadurch, dass er
sich bemüht, fängt er auf seinem individuellen Stand an, mit
der Forderung, sich auf dem Weg weiterzuentwickeln. So kann
vielleicht ein Mensch in einem armen Land seine Familie
bislang nur dadurch ernähren, indem er anderen etwas wegnimmt
(z.B. stiehlt) dieses Verhalten nicht von einem Tag auf den
anderen ändern, ohne die Ernährung seiner Familie zu
gefährden, wäre also als Christ in einer Zwickmühle.
Hier muss ich einmal widersprechen.
Der Christ lebt im Kollektiv. (Gemeinde / Familie)
Und eben durch die gegenseitige Hilfestellung ist es nicht nötig, ungesetzliche Mittel anzuwenden.
Außerdem verläßt sich der Christ auf die übernatürliche Hilfe Gottes, wenn die normalen Anstrengungen nicht ausreichen.
Der Buddhismus verlangt nun von diesem Mann, dass er jede
Anstrengung unternimmt, sein Verhalten kontinuierlich zu
ändern. Wenn er das macht, ist schon mal viel gewonnen. (Als
Christ müsste er sich vermutlich sagen: ich verstoss sowieso
ständig gegen dieses Gebot, also was solls).
Als Christ lebt er in der Gnade Gottes und bekommt Vergebung für alle seine Verfehlungen.
Die Bibel sagt: „Der Gerechte fällt und steht wieder auf.“
Die Forderung lautet also nicht, Du mußt perfekt sein, sondern Du mußt es immer wieder aufs Neue versuchen.
Und während der Buddhist vermutlich alles aus eigener Kraft schaffen muss, darf der Christ die Hilfe des Heiligen Geistes in Anspruch nehmen.
Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu
verletzen,Du sollst nicht morden.
Ist das töten von Tieren ebenfalls Mord ?
Ist Mord nur eine Handlung mit einem absichtlichen
Tötungswillen oder z.B. auch ein tödlicher Unfall, weil jemand
z.B. besoffen oder zu schnell Auto gefahren ist ? Ist das
Verletzen von Menschen erlaubt ?
Also darüber gibt es natürlich auch verschiedene Ansichten. Auch in unsere staatlichen Rechtssprechung.
Meine Meinung ist:
Das Töten von Tieren zum Zweck der Nahrung bzw. in Notwehr fällt nicht unter dieses Gebot.
Bei einem betrunkenen Autofahrer würde ich aber schon auf Mord plädieren. Im Gegensatz zur gängigen Rechtssprechung, wo Trunkenheit als Milderungsgrund angesehn wird, halte ich das Trinken für eine vorsätzliche Tätigkeit. Ein verantwortungsbewußter Mensch wird sich nicht betrunken ans Steuer setzen.
Über das Verletzen von Menschen gab es im Gesetz des Mose lange Ausführungen, welche Wiedergutmachung stattzufinden hat.
Jesus hat die Sache insofern vereinfacht, indem er sagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das schließt eine absichtliche Verletzung aus.
Der Buddhismus ist hier eindeutig. Ein Lebewesen zu töten oder
zu verletzen fügt diesem Leid zu. Solch ein Handeln ist nicht
heilsam. Wenn ich mich bemühe, kein Lebewesen zu töten, sollte
ich auch nicht besoffen oder zu schnell Auto fahren. Beides
steht meinen Bemühungen sicher entgegen. Auch das Töten von
Tieren ist nicht heilsam. Aber wie weit sollen meine
Bemühungen da gehen ? Auch dies muss jeder Buddhist mit sich
selbst ausmachen. Der eine fängt vielleicht damit an, dass er
seinen Beruf als Metzger aufgiebt oder Vegetarier wird. Ein
anderer, der bereits Vegetarier ist, ist vielleicht achtsam,
wohin er seinen Fuss setzt, um nicht unnötig kleine Tiere zu
zertreten etc.
Das find ich natürlich gut.
Ich ernte nur ungläubiges Kopfschütteln, wenn ich Spinnen oder Käfer zu retten versuche. Nur bei Stechmücken ist meine Gutmütigkeit vorbei. Das halte ich für Notwehr 
Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
Du sollst nicht stehlen.
Stehlen bedeutet meiner Meinung nach nur, dass man sich etwas
nicht nehmen sollte, was das Eigentum eines Anderen ist.Der Buddhist hingegen bemüht sich, nur das zu nehmen, was ihm
auch gegeben wird. Dies reicht meiner Meinung nach weiter. Zum
Beispiel könnte sich ein Buddhist daraufhin Gedanken machen,
ob es für ihn ok ist, für eine bestimmte Sache oder
Dienstleistung einen bestimmten Preis zu verlangen, oder ob er
nicht einfach das nehmen sollte, was der Andere gewillt oder
in der Lage ist, ihm zu geben.
Auch hier ist die buddhistische Einstellung grundsätzlich richtig. Darüber steht auch in der Bibel einiges geschrieben.
Das Gebot „Du sollst nicht stehlen“ ist ja nur die Minimalanforderung.
keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen,
Du sollst nicht ehebrechen.
Ganz deutlicher Unterschied. Ehebrechen bedeutet sexueller
Kontakt ausserhalb der Ehe wenn man entweder selbst, oder der
andere verheiratet ist. Unheilsame sexuelle Beziehungen können
jedoch genau so innerhalb der Ehe stattfinden, wie auch unter
Menschen, die beide nicht verheiratet sind. z.B. würde ein
Buddhist Sexualität innerhalb einer Ehe, die nicht von beiden
Ehepartnern gleichermaßen gewollt ist, sicher nicht als
heilsam ansehen. Unheilsam ist alles was Leid hervorruft, sei
es bei anderen oder sich selbst, egal ob Ehe oder nicht.
Auch hier finden wir in der Bibel ganz ähnliche Anweisungen.
Nur dass eben die Bibel den außerehelichen Geschlechtsverkehr grundsätzlich ablehnt.
nicht zu lügen oder unheilsam zu reden,
Du sollst nicht aussagen wider Deinen Nächsten als falscher
Zeuge.Wieder ein krasser Unterschied. Unheilsam reden muss nicht
unbedingt Lügen heissen. Ich kann die Wahrheit sagen (oder
verschweigen) und dadurch trotzdem Leid hervorrufen. Ein
Buddhist sollte immer achtgeben, was er sagt, und sich der
möglichen (leidvollen) Wirkung seiner Worte bewusst sein.
Auch hier wiederum, das Gebot stellt nur eine Minimalanforderung.
Es gibt ausreichend Bibelstellen, die Deine Forderungen unterstützen.
„Wem es gelingt, nur das zu sagen, was dem anderen hilft und nicht schadet, den kann man als vollkommen bezeichnen.“ (Jakobus 3,2)
mir nicht durch berauschende Mittel das Bewußtsein zu trüben.
Werdet nicht trunken von Wein, denn dann verliert ihr die
Selbstbeherrschung.Da seh ich Parallelen, obwohl ein getrübtes Bewußtsein und ein
Verlust an Selbstbeherrschung sicher nicht das gleiche ist.
Jedoch ist hier z.B. ein grosser Unterschied zu diesem anderen
„Buddhistischen Gebot“, dass ich keine berauschenden Mittel zu
mir nehmen darf, also generell nicht. Wieder ist das
Verantwortungsbewußtsein des Einzelnen gefragt. Ist es z.B.
heilsam, ein mir in Gastfreundschaft angebotenes Glas Wein
abzulehnen ? Weider eine Entscheidung, die der Buddhist
selbstverantwortlich treffen muss
Auch der Christ ist für seine Entscheidung selbst verantwortlich. Leider ist es in der Praxis so, dass die Menschen ihre eigene Verantwortung lieber in die Hände anderer legen (Priester, Anwälte, Regierung,…).
So, ich hoffe, ich hab jetzt nicht zuviel Unsinn verzapft.
(mitlesende Buddhismuskenner mögen mich dann bitte
verbessern).Lieben Gruss
Marion
Ich hoffe, dass es gelungen ist, trotz aller Unterschiede einige Parallelen aufzuzeigen.
Gruss Harald
Hallo Harald
Grundsätzlich würde ich meinen, dass die Ziele, die es zu
erreichen gilt, sowohl im Buddhismus wie auch im Christentum
die gleichen sind. Und es würde auf der Welt viel besser
aussehen, wenn wir diese Ziele auch nur ansatzweise erreichen
würden.
Naja, nicht wirklich. Der Christ strebt mit seinen Zielen einen Platz im Reich Gottes an. Dem Buddhisten sind solche Vorstellungen völlig fremd. Aber wenn du die kleinen Ziele meinst, also die Art des Lebenswandels, dann gibt es sicher große Ähnlichkeiten.
Zunächst einmal zur Unterscheidung „Gebot“, bzw. „du sollst
nicht“ bzw. „ich will mich bemühen“. Die beiden ersten sind
eine klare Anweisung zur Unterlassung. Sie lassen keinerlei
Handlungsspielraum oder Freiraum zum Abwägen. „Ich will mich
bemühen“ hingegen schon.Das liegt daran, dass die Gebote Gottes eine allgemein gültige
Regel darstellen. Welchen Freiraum braucht ein Gesetz?
Eben. Deswegen sage ich ja auch, dass hier große Unterschiede zwischen Christentum und Buddhismus bestehen. Der Buddhismus kennt keinen Gott, der Gesetze erläßt. Da die Buddhisten sich also nicht auf eine „Allweisheit“ oder wie auch immer verlassen können, die ihnen schon sagt was sie tun müssen oder nicht (gut gegenüber böse), kann im Buddhismus nur etwas funktionieren, was auf persönlicher Einsicht und Erfahrung des einzelnen Menschen beruht.
Das „Ich will mich bemühen“ ist der menschliche Teil.
Auch für den Christen gilt, dass er sich bemühen will, diese
Regeln zu beachten.
Siehst du, und im Buddhismus gibt es eben nur den menschlichen Teil. Das Christen sich auch bestenfalls nur bemühen können, ist mir auch klar 
Ein großes Ziel für Buddhisten ist
es, in seinem Denken, Reden und Handeln achtsam zu sein.
Denken, Redeln und Handeln kann „heilsam“ sein, oder Leid
hervorrufen.Dieses Ziel hat auch Jesus betont. Hier wollen wir also
dasselbe.
Ich würde mich auch niemals hinstellen und sagen, dass Christentum oder Buddhismus besser oder schlechter ist. Der Buddhismus kennt keinen missionarischen Eifer. Ich wehre mich nur dagegen, wenn jemand sagt, dass eh alle das gleiche anstreben. Dem ist nämlich nicht so. (Siehe oben). Es gibt nunmal grundlegende Unterschiede zwischen Christentum und Buddhismus und die sollte man auch nicht leugnen, genauso wenig wie die Gemeinsamkeiten.
Jeder Buddhist wird oft in Situationen kommen, wo
er seine Absichtserklärung hinterfragen muss.Der Christ muss das nicht. Er verläßt sich darauf, dass die
von Gott gesteckten Ziele gut sind.
Siehst du, genau hier haben wir eben einen der grundlegenden Unterschiede. Meine persönliche Meinung dazu ist: Wenn ein Christ mal in die Situation kommt, in der er genau dieses anzweifelt, dann hat er ein gewaltiges Problem.
Der Buddhismus hingegen lebt vom Zweifel. Nur wer hinterfragt, kann auch zu einer gereiften Überzeugung gelangen.
Hier muss ich einmal widersprechen.
Der Christ lebt im Kollektiv. (Gemeinde / Familie)
Und eben durch die gegenseitige Hilfestellung ist es nicht
nötig, ungesetzliche Mittel anzuwenden.
Außerdem verläßt sich der Christ auf die übernatürliche Hilfe
Gottes, wenn die normalen Anstrengungen nicht ausreichen.
Naja, aber die Realität sieht doch anders aus, oder ? Muss man sich denn nicht automatisch fragen, ob ein Land, dass die Todesstrafe ausführt, sich noch christlich nennen kann ? Und was ist mit christlichen Soldaten ? Soweit ich weiss, gibt es bei dem Gebot: „Du sollst nicht töten“ keine Ausnahmen oder ein „naja, in bestimmten Situationen vielleicht doch“.
Als Christ lebt er in der Gnade Gottes und bekommt Vergebung
für alle seine Verfehlungen.
Die Bibel sagt: „Der Gerechte fällt und steht wieder auf.“
Die Forderung lautet also nicht, Du mußt perfekt sein, sondern
Du mußt es immer wieder aufs Neue versuchen.
Und während der Buddhist vermutlich alles aus eigener Kraft
schaffen muss, darf der Christ die Hilfe des Heiligen Geistes
in Anspruch nehmen.
Ja das stimmt, da hat es der Christ vielleicht etwas leichter.
Dafür sagt der Buddhismus jedoch ganz deutlich, dass jeder Mensch das nötige Potential dazu hat, es schaffen zu können. Ich finde, das ist ganz schön motivierend 
Das Töten von Tieren zum Zweck der Nahrung bzw. in Notwehr
fällt nicht unter dieses Gebot.
Bei einem betrunkenen Autofahrer würde ich aber schon auf Mord
plädieren. Im Gegensatz zur gängigen Rechtssprechung, wo
Trunkenheit als Milderungsgrund angesehn wird, halte ich das
Trinken für eine vorsätzliche Tätigkeit. Ein
verantwortungsbewußter Mensch wird sich nicht betrunken ans
Steuer setzen.
Woher weisst du das alles ? Ist das nicht eher eine Interpretation deinerseits ? Kann sich ein Vegetarier nicht auf das christliche Gebot „du sollst nicht töten“ berufen ? Und sagtest du nicht, die Gebote Gottes wären eindeutig ?
Über das Verletzen von Menschen gab es im Gesetz des Mose
lange Ausführungen, welche Wiedergutmachung stattzufinden hat.
Jesus hat die Sache insofern vereinfacht, indem er sagt:
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das schließt eine
absichtliche Verletzung aus.
Ich muss dir ganz ehrlich gestehen, diesen Satz hab ich nie so ganz verstanden. z.B. finde ich nichts dabei, mir die Lungen mit Teer und Nikotin vollzuballern (bis auf ein kleines schlechtes Gewissen *g*), aber ich würde soetwas nie jemandem anders antun.
Das find ich natürlich gut.
Ich ernte nur ungläubiges Kopfschütteln, wenn ich Spinnen oder
Käfer zu retten versuche. Nur bei Stechmücken ist meine
Gutmütigkeit vorbei. Das halte ich für Notwehr
*gg*
Anscheinend interpretiert ihr Christen doch eine Menge *hihi*.
Unheilsame sexuelle Beziehungen können
jedoch genau so innerhalb der Ehe stattfinden, wie auch unter
Menschen, die beide nicht verheiratet sind. z.B. würde ein
Buddhist Sexualität innerhalb einer Ehe, die nicht von beiden
Ehepartnern gleichermaßen gewollt ist, sicher nicht als
heilsam ansehen. Unheilsam ist alles was Leid hervorruft, sei
es bei anderen oder sich selbst, egal ob Ehe oder nicht.Auch hier finden wir in der Bibel ganz ähnliche Anweisungen.
Nur dass eben die Bibel den außerehelichen Geschlechtsverkehr
grundsätzlich ablehnt.
Ehrlich ? Ich hatte bislang vom Christentum eher einen sexualitätsfeindlichen Eindruck. Mir ist dort nie etwas untergekommen, wie: wenn deine Frau heute mal keine Lust hat, dann zwing dich ihr nicht auf, sondern eher: Sex dient ausschließlich der Zeugung von Kindern und mit Lust hat das gar nichts zu tun 
Auch der Christ ist für seine Entscheidung selbst
verantwortlich. Leider ist es in der Praxis so, dass die
Menschen ihre eigene Verantwortung lieber in die Hände anderer
legen (Priester, Anwälte, Regierung,…).
Nun ja, aber dieses „Entscheidungen abgeben“ ist ja im Christentum begründet. Du sagtest doch selbst, dass Gottes Gebote eindeutig sind auch wenn es manchmal nur Minimalanforderungen sind. Bei den Feinheiten muss sich der Christ dann ja auch wieder auf irgend jemanden berufen (z.B. auf eine Stelle in der Bibel) der ihm sagt, wie das ganze denn nun genau oder im Einzelfall zu verstehen sei.
liebe Grüss
Marion
Hallo Marion,
die Antwort hat jetzt etwas auf sich warten lassen. Aber Du weißt ja, gut Ding braucht Weile.
)
Grundsätzlich würde ich meinen, dass die Ziele, die es zu
erreichen gilt, sowohl im Buddhismus wie auch im Christentum
die gleichen sind. Und es würde auf der Welt viel besser
aussehen, wenn wir diese Ziele auch nur ansatzweise erreichen
würden.Naja, nicht wirklich. Der Christ strebt mit seinen Zielen
einen Platz im Reich Gottes an. Dem Buddhisten sind solche
Vorstellungen völlig fremd.
Nein, auch nicht wirklich. Der Christ strebt eigentlich nicht nach einem Platz im Reich Gottes, weil er sich den nicht verdienen kann. Der Christ hat einen Platz im Reich Gottes, weil ihm dieser von Gott geschenkt wurde.
Aber wenn du die kleinen Ziele
meinst, also die Art des Lebenswandels, dann gibt es sicher
große Ähnlichkeiten.
Genau das meinte ich. 
Welchen Freiraum braucht ein Gesetz?
Eben. Deswegen sage ich ja auch, dass hier große Unterschiede
zwischen Christentum und Buddhismus bestehen. Der Buddhismus
kennt keinen Gott, der Gesetze erläßt.
Das hab ich verstanden. Aber wer hat die „Regeln“ aufgestellt, die zu erfüllen er sich bemüht?
Da die Buddhisten sich
also nicht auf eine „Allweisheit“ oder wie auch immer
verlassen können, die ihnen schon sagt was sie tun müssen oder
nicht (gut gegenüber böse), kann im Buddhismus nur etwas
funktionieren, was auf persönlicher Einsicht und Erfahrung des
einzelnen Menschen beruht.
Auch im Christentum funktioniert nur das, was auf persönlicher Erfahrung des Einzelnen beruht. Alles Andere ist nur Brauchtum.
Ein großes Ziel für Buddhisten ist
es, in seinem Denken, Reden und Handeln achtsam zu sein.
Denken, Redeln und Handeln kann „heilsam“ sein, oder Leid
hervorrufen.Dieses Ziel hat auch Jesus betont. Hier wollen wir also
dasselbe.Ich würde mich auch niemals hinstellen und sagen, dass
Christentum oder Buddhismus besser oder schlechter ist. Der
Buddhismus kennt keinen missionarischen Eifer.
Ja ja, der „missionarische Eifer“ hat schon zu schlimmen Fehlern geführt. Wie heißt es so schön? „Blinder Eifer schadet nur.“
Die Mission sollte nur den Zweck haben, anderen Menschen das Evangelium (=Gute Nachricht) weiterzusagen. Was Du dann mit dieser Information tust, ist Deine Entscheidung.
Ich wehre mich
nur dagegen, wenn jemand sagt, dass eh alle das gleiche
anstreben. Dem ist nämlich nicht so. (Siehe oben). Es gibt
nunmal grundlegende Unterschiede zwischen Christentum und
Buddhismus und die sollte man auch nicht leugnen, genauso
wenig wie die Gemeinsamkeiten.
OK 
Jeder Buddhist wird oft in Situationen kommen, wo
er seine Absichtserklärung hinterfragen muss.Der Christ muss das nicht. Er verläßt sich darauf, dass die
von Gott gesteckten Ziele gut sind.Siehst du, genau hier haben wir eben einen der grundlegenden
Unterschiede. Meine persönliche Meinung dazu ist: Wenn ein
Christ mal in die Situation kommt, in der er genau dieses
anzweifelt, dann hat er ein gewaltiges Problem.
Im Gegenteil. Der Zweifel kann eine entscheidende Entwicklungsstufe sein. Egal wie ich mich entscheide, solange ich aus dem Resultat lernen kann, bin ich auf dem richtigen Weg. Manchmal ist es eben ein Lernen am Mißerfolg.
Der Buddhismus hingegen lebt vom Zweifel. Nur wer hinterfragt,
kann auch zu einer gereiften Überzeugung gelangen.
Ganz Deiner Meinung. Aber wer zur Überzeugung gelangt ist, dass das Wort Gottes den rechten Weg weist, kann auch in Situationen darauf vertrauen, in denen er selber nicht den Durchblick hat.
Daraus ergibt sich, dass der Christ vom Glauben lebt.
Hier muss ich einmal widersprechen.
Der Christ lebt im Kollektiv. (Gemeinde / Familie)
Und eben durch die gegenseitige Hilfestellung ist es nicht
nötig, ungesetzliche Mittel anzuwenden.
Außerdem verläßt sich der Christ auf die übernatürliche Hilfe
Gottes, wenn die normalen Anstrengungen nicht ausreichen.Naja, aber die Realität sieht doch anders aus, oder ?
Naja, Theorie und Praxis halt.
Muss man
sich denn nicht automatisch fragen, ob ein Land, dass die
Todesstrafe ausführt, sich noch christlich nennen kann ?
Das würde ich klar verneinen. Jesus sagte: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Hier dürften also eine Handvoll Selbstgerechter an der Macht sein. Und solche Menschen finden beim Gott der Bibel kein Gefallen.
Und
was ist mit christlichen Soldaten ? Soweit ich weiss, gibt es
bei dem Gebot: „Du sollst nicht töten“ keine Ausnahmen oder
ein „naja, in bestimmten Situationen vielleicht doch“.
Jesus sagt: „Wer zum Schwert greift, wird durchs Schwert umkommen.“
Also gibt es keine christlichen Soldaten. (Außer vielleicht bei der Heilsarmee)
Und während der Buddhist vermutlich alles aus eigener Kraft
schaffen muss, darf der Christ die Hilfe des Heiligen Geistes
in Anspruch nehmen.Ja das stimmt, da hat es der Christ vielleicht etwas leichter.
Dafür sagt der Buddhismus jedoch ganz deutlich, dass jeder
Mensch das nötige Potential dazu hat, es schaffen zu können.
Ich finde, das ist ganz schön motivierend
Klingt gut 
Aber gilt nicht auch hier der Unterschied zwischen Theorie und Praxis?
Das Töten von Tieren zum Zweck der Nahrung bzw. in Notwehr
fällt nicht unter dieses Gebot.
Bei einem betrunkenen Autofahrer würde ich aber schon auf Mord
plädieren. Im Gegensatz zur gängigen Rechtssprechung, wo
Trunkenheit als Milderungsgrund angesehn wird, halte ich das
Trinken für eine vorsätzliche Tätigkeit. Ein
verantwortungsbewußter Mensch wird sich nicht betrunken ans
Steuer setzen.Woher weisst du das alles ? Ist das nicht eher eine
Interpretation deinerseits ? Kann sich ein Vegetarier nicht
auf das christliche Gebot „du sollst nicht töten“ berufen ?
Und sagtest du nicht, die Gebote Gottes wären eindeutig ?
Also das Gebot „Du sollst nicht töten“ bezieht sich eindeutig auf die Menschen. Bei den 10 Geboten handelt es sich nämlich um Verhaltensweisen zwischen Gott und den Menschen.
Dass das Gebot nicht auf die Tiere anzuwenden ist, geht aus der Anweisung Gottes an Noah hervor: „Alles was sich regt und lebt sei eure Speise.“
Über das Verletzen von Menschen gab es im Gesetz des Mose
lange Ausführungen, welche Wiedergutmachung stattzufinden hat.
Jesus hat die Sache insofern vereinfacht, indem er sagt:
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das schließt eine
absichtliche Verletzung aus.Ich muss dir ganz ehrlich gestehen, diesen Satz hab ich nie so
ganz verstanden. z.B. finde ich nichts dabei, mir die Lungen
mit Teer und Nikotin vollzuballern (bis auf ein kleines
schlechtes Gewissen *g*), aber ich würde soetwas nie jemandem
anders antun.
Sehr lobenswert 
Du solltest aber vielleicht doch auf Dein Gewissen hören und damit aufhören. 
Das find ich natürlich gut.
Ich ernte nur ungläubiges Kopfschütteln, wenn ich Spinnen oder
Käfer zu retten versuche. Nur bei Stechmücken ist meine
Gutmütigkeit vorbei. Das halte ich für Notwehr*gg*
Anscheinend interpretiert ihr Christen doch eine Menge *hihi*.
Naja, es gibt natürlich einen Freiraum zur Interpretation. Aber sie darf nicht anderen Regeln widersprechen.
Unheilsam ist alles was Leid hervorruft, sei
es bei anderen oder sich selbst, egal ob Ehe oder nicht.Auch hier finden wir in der Bibel ganz ähnliche Anweisungen.
Nur dass eben die Bibel den außerehelichen Geschlechtsverkehr
grundsätzlich ablehnt.Ehrlich ? Ich hatte bislang vom Christentum eher einen
sexualitätsfeindlichen Eindruck. Mir ist dort nie etwas
untergekommen, wie: wenn deine Frau heute mal keine Lust hat,
dann zwing dich ihr nicht auf,
Wie wäre es damit: „Ihr Ehemänner, führt eure Ehe mit Einsicht. Obgleich eure Frau leiblich schwächer sein mag, sollt ihr sie achten als eine Miterbin der Gabe des Lebens.“ (1.Petr.3,7)
sondern eher: Sex dient
ausschließlich der Zeugung von Kindern und mit Lust hat das
gar nichts zu tun
Das hab ich aber gar nicht in der Bibel gefunden!
Auch der Christ ist für seine Entscheidung selbst
verantwortlich. Leider ist es in der Praxis so, dass die
Menschen ihre eigene Verantwortung lieber in die Hände anderer
legen (Priester, Anwälte, Regierung,…).Nun ja, aber dieses „Entscheidungen abgeben“ ist ja im
Christentum begründet. Du sagtest doch selbst, dass Gottes
Gebote eindeutig sind auch wenn es manchmal nur
Minimalanforderungen sind. Bei den Feinheiten muss sich der
Christ dann ja auch wieder auf irgend jemanden berufen (z.B.
auf eine Stelle in der Bibel) der ihm sagt, wie das ganze denn
nun genau oder im Einzelfall zu verstehen sei.
Ich halte das nicht für eine Erfindung des Christentums. Eher als Folge der menschlichen Bequemlichkeit.
Es ist halt einfacher, andere zu fragen, als selber zu denken.
Aber vermutlich kommt auch ein Buddhist nicht ganz ohne Entscheidungshilfe aus. Und ob es sich da um Erfahrungen der Väter oder um Offenbarungen Gottes handelt, ändert am Denkprozeß wenig. Nur dass ich der Meinung bin, dass unsere Väter geirrt haben könnten, aber Gott irrt nicht.
Gruss Harald
Hallo Harald
Naja, nicht wirklich. Der Christ strebt mit seinen Zielen
einen Platz im Reich Gottes an. Dem Buddhisten sind solche
Vorstellungen völlig fremd.Nein, auch nicht wirklich. Der Christ strebt eigentlich nicht
nach einem Platz im Reich Gottes, weil er sich den nicht
verdienen kann. Der Christ hat einen Platz im Reich
Gottes, weil ihm dieser von Gott geschenkt wurde.
Ok, meinetwegen auch so. Aber diese Vorstellung ist einem Buddhisten nicht weniger fremd.
Welchen Freiraum braucht ein Gesetz?
Eben. Deswegen sage ich ja auch, dass hier große Unterschiede
zwischen Christentum und Buddhismus bestehen. Der Buddhismus
kennt keinen Gott, der Gesetze erläßt.Das hab ich verstanden. Aber wer hat die „Regeln“ aufgestellt,
die zu erfüllen er sich bemüht?
Eigentlich niemand so richtig. Ein zentrales Thema im Buddhismus ist das Leid. Dieses, und den ewigen Kreislauf des Lebens gilt es zu überwinden. Dies kann aber nur durch persönliche Erfahrung und Einsicht durch Erkenntnis geschehen. Im Grunde genommen ließe die buddhistische Lehre sich sich auf einer halben DIN A 4 Seite zusammenfassen. Alles andere sind in wesentlichen nur Hilfestellungen, wie eben auch die „Regeln“.
Da die Buddhisten sich
also nicht auf eine „Allweisheit“ oder wie auch immer
verlassen können, die ihnen schon sagt was sie tun müssen oder
nicht (gut gegenüber böse), kann im Buddhismus nur etwas
funktionieren, was auf persönlicher Einsicht und Erfahrung des
einzelnen Menschen beruht.Auch im Christentum funktioniert nur das, was auf persönlicher
Erfahrung des Einzelnen beruht. Alles Andere ist nur
Brauchtum.
Wenn dem so ist, wozu braucht es dann Gebote ?
Ja ja, der „missionarische Eifer“ hat schon zu schlimmen
Fehlern geführt. Wie heißt es so schön? „Blinder Eifer schadet
nur.“
Die Mission sollte nur den Zweck haben, anderen Menschen das
Evangelium (=Gute Nachricht) weiterzusagen. Was Du dann mit
dieser Information tust, ist Deine Entscheidung.
Naja, aber ich finde es ist schon ein Unterschied, ob man lediglich seine Lehre weitersagt, oder ob dies mit dem Zusatz geschieht, dass jemand verdammt, verloren, was auch immer ist, der diese nicht annehmen will.
Siehst du, genau hier haben wir eben einen der grundlegenden
Unterschiede. Meine persönliche Meinung dazu ist: Wenn ein
Christ mal in die Situation kommt, in der er genau dieses
anzweifelt, dann hat er ein gewaltiges Problem.Im Gegenteil. Der Zweifel kann eine entscheidende
Entwicklungsstufe sein. Egal wie ich mich entscheide, solange
ich aus dem Resultat lernen kann, bin ich auf dem richtigen
Weg. Manchmal ist es eben ein Lernen am Mißerfolg.
Und wenn das Resultat ist, dass ich die christliche Lehre in Frage stelle ? Dann kann ich doch wohl kein Christ mehr sein, oder ?
Der Buddhismus hingegen lebt vom Zweifel. Nur wer hinterfragt,
kann auch zu einer gereiften Überzeugung gelangen.Ganz Deiner Meinung. Aber wer zur Überzeugung gelangt ist,
dass das Wort Gottes den rechten Weg weist, kann auch in
Situationen darauf vertrauen, in denen er selber nicht den
Durchblick hat.
Daraus ergibt sich, dass der Christ vom Glauben lebt.
Genau. Und eben dies ist dem Buddhisten wiederum ziemlich fremd.
Hier muss ich einmal widersprechen.
Der Christ lebt im Kollektiv. (Gemeinde / Familie)
Und eben durch die gegenseitige Hilfestellung ist es nicht
nötig, ungesetzliche Mittel anzuwenden.
Außerdem verläßt sich der Christ auf die übernatürliche Hilfe
Gottes, wenn die normalen Anstrengungen nicht ausreichen.Naja, aber die Realität sieht doch anders aus, oder ?
Naja, Theorie und Praxis halt.
Das Problem das ich beim Christentum sehe ist nur, dass es die Praxis wie du sie oben beschreibst anscheinend gar nicht gibt. Sollte eine Religion denn nicht auch die Chance bieten, ihre Lehre auch in die Praxis umzusetzen ?
Jesus sagt: „Wer zum Schwert greift, wird durchs Schwert
umkommen.“
Also gibt es keine christlichen Soldaten. (Außer vielleicht
bei der Heilsarmee)
Das ist starker Tobak. Ich wunder mich nur, dass hier noch keiner der anderen Christen seinen Protest angeführt hat. Oder ist das wieder so ein Fall, wo Theorie und Praxis unendlich weit auseinanderklaffen ?
Ja das stimmt, da hat es der Christ vielleicht etwas leichter.
Dafür sagt der Buddhismus jedoch ganz deutlich, dass jeder
Mensch das nötige Potential dazu hat, es schaffen zu können.
Ich finde, das ist ganz schön motivierendKlingt gut
Aber gilt nicht auch hier der Unterschied zwischen Theorie und
Praxis?
Nicht wirklich. Der Buddhismus sagt ja nicht: du musst so und so sein. Er sagt: du sollst dich bemühen (das ist die buddhistische Praxis). Der Buddhismus gibt dir auch kein Versprechen, dass du dein Ziel wirklich erreichen wirst. Aber wenn du dich bemühst, wirst du voran kommen. Also schauen wir einfach mal, wohin und wie weit die Reise geht 
Also das Gebot „Du sollst nicht töten“ bezieht sich eindeutig
auf die Menschen. Bei den 10 Geboten handelt es sich nämlich
um Verhaltensweisen zwischen Gott und den Menschen.
Dass das Gebot nicht auf die Tiere anzuwenden ist, geht aus
der Anweisung Gottes an Noah hervor: „Alles was sich regt und
lebt sei eure Speise.“
Das erinnert mich irgendwie an „macht euch die Erde untertan“. Wieder so eine Vorstellung, die dem Buddhisten völlig fremd ist.
Ich muss dir ganz ehrlich gestehen, diesen Satz hab ich nie so
ganz verstanden. z.B. finde ich nichts dabei, mir die Lungen
mit Teer und Nikotin vollzuballern (bis auf ein kleines
schlechtes Gewissen *g*), aber ich würde soetwas nie jemandem
anders antun.Sehr lobenswert
Du solltest aber vielleicht doch auf Dein Gewissen hören und
damit aufhören.
Ja, sollte ich wirklich 
Naja, es gibt natürlich einen Freiraum zur Interpretation.
Aber sie darf nicht anderen Regeln widersprechen.
Und wer legt fest, wie weit die christlichen Gebote interpretierbar sind ?
Ehrlich ? Ich hatte bislang vom Christentum eher einen
sexualitätsfeindlichen Eindruck. Mir ist dort nie etwas
untergekommen, wie: wenn deine Frau heute mal keine Lust hat,
dann zwing dich ihr nicht auf,Wie wäre es damit: „Ihr Ehemänner, führt eure Ehe mit
Einsicht. Obgleich eure Frau leiblich schwächer sein mag,
sollt ihr sie achten als eine Miterbin der Gabe des Lebens.“
(1.Petr.3,7)
Das klingt nett. Warum werden von den Kirchenoberen blos immer die Frauen unterdrückenden Bibelstellen angeführt ?
sondern eher: Sex dient
ausschließlich der Zeugung von Kindern und mit Lust hat das
gar nichts zu tunDas hab ich aber gar nicht in der Bibel gefunden!
Anscheinend wieder so ein Fall, wo Theorie (die Bibel) und Praxis (einger chrislicher Lehren) auseinanderdriften 
Nun ja, aber dieses „Entscheidungen abgeben“ ist ja im
Christentum begründet. Du sagtest doch selbst, dass Gottes
Gebote eindeutig sind auch wenn es manchmal nur
Minimalanforderungen sind. Bei den Feinheiten muss sich der
Christ dann ja auch wieder auf irgend jemanden berufen (z.B.
auf eine Stelle in der Bibel) der ihm sagt, wie das ganze denn
nun genau oder im Einzelfall zu verstehen sei.Ich halte das nicht für eine Erfindung des Christentums. Eher
als Folge der menschlichen Bequemlichkeit.
Es ist halt einfacher, andere zu fragen, als selber zu denken.
Ist das vielleicht mit ein Grund, wieso das Christentum so relativ erfolgreich ist ?
Aber vermutlich kommt auch ein Buddhist nicht ganz ohne
Entscheidungshilfe aus. Und ob es sich da um Erfahrungen der
Väter oder um Offenbarungen Gottes handelt, ändert am
Denkprozeß wenig. Nur dass ich der Meinung bin, dass unsere
Väter geirrt haben könnten, aber Gott irrt nicht.
Unsere Väter ? wie meinst du das jetzt ? Hat die buddhistische Lehre für dich irgendwas mit den Erfahrungen unserer Vätern zu tun ?
Gruss
Marion