10 hoch 22

Hi,

es gibt ca. 10 Trilliarden (10 hoch 22) Planeten.

Wie ist da ein Glaube an ein „eigenes, ganz spezielles Leben“ nach dem Tod möglich? Eine Antwort fände ich spannend.

Gruß

Hi,
es gibt ca. 10 Trilliarden (10 hoch 22) Planeten.
Wie ist da ein Glaube an ein „eigenes, ganz spezielles Leben“
nach dem Tod möglich? Eine Antwort fände ich spannend.

Guten Abend!

Du wirst, fürchte ich, niemals eine Antwort bekommen, weil es nach meiner Überzeugung keine gibt. Das liegt daran, daß wir Menschen unsere Erkenntnisgrenzen nicht überschreiten können. Wir werden über diese uns verschlossenen Dinge vermutlich immer nur so viel Wissen und Vorstellungsvermögen haben können wie die Raupe über ihre Zukunft als Schmetterling - nämlich gar keines.

Der Schriftsteller Henry Nouwen beschreibt das Problem sehr treffend auf seine Weise in dieser netten kleinen Geschichte (Text leicht verändert):


Gibt es ein Leben nach der Geburt?

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja, natürlich, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird,“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das ist Blödsinn.“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben - wie sollte das denn bitteschön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“

„So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bißchen anders.“

„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‚nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum.“

„Ich gebe ja zu, daß keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, daß wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist die denn bitte?“

„Na hier - überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt…“


Freundlichen Gruß
von
Eberhard E. Küttner

Danke Eberhard,

sauguter Schriftsteller. Kannte ich bisher nicht. Für diese Information bedanke ich mich.

So kann ich doch einem Kind etwas von „Gott“ vermitteln. Das Kind soll eh eigene Entscheidungen treffen.

Für mich ist „Gott“ eine Fiktion, ohne die der Mensch scheinber nicht leben kann. Es muss wohl immer jemanden geben auf den „Schuld“ abgeladen werden kann. Das ist nicht neu.

Gruß

Hallo Felix,

es gibt ca. 10 Trilliarden (10 hoch 22) Planeten.

Diese Zahl übersteigt die menschliche Vorstellungskraft bei weitem - meine zumindestens…!

Wie ist da ein Glaube an ein „eigenes, ganz spezielles Leben“
nach dem Tod möglich? Eine Antwort fände ich spannend.

Gerade dadurch, dass es in unserem Leben so viele Dinge gibt, die wir als kleiner Mensch nicht erfassen und verstehen können, stellt sich die Frage nach einer übergeordneten Macht - ich nenne sie Gott. Wenn es Gott nicht gäbe, hätte ich ein großes Problem, mir gewisse Dinge auf der Welt vorzustellen - z. B. auch die Ewigkeit oder das Leben nach dem Tod. Aber dadurch, dass ich Gott als den Schöpfer des Universums betrachte, glaube ich auch, dass er über der Dimension „Zeit“ steht. Für ihn ist die Vorstellung der Dimension „Ewigkeit“ überhaupt kein Problem, denn er IST ewig. Von daher gefällt mir die Geschichte mit den Zwillingen im Bauch sehr, sehr gut, weil sie die unterschiedlichen Dimensionen anschaulich darstellt.

Eine Formulierung, die mich stutzig macht, ist das „eigene, ganz spezielle“ Leben nach dem Tod. Da ich nicht weiß, wie unsere Persönlichkeit im Jenseits beschaffen sei wird, weiß ich auch nicht, wie individuell dieses Leben in der Ewigkeit sein wird. Ich weiß nur, dass die Verantwortung bleibt für alles, was wir auf dieser Erde getan (oder unterlassen) haben.

Obwohl ich mein jetziges Leben als Christ mit Gott lebe und dadurch von Gott auch viele Einsichten in sein Denken und Handeln bekomme, gibt es immer noch genügend Dinge, die für mich unverständlich bleiben. Darum glaube ich, dass man sich in die Frage des „Lebens nach dem Tod“ nicht allzu sehr verbohren sollte (stellen muss man sie natürlich trotzdem!).

Wie wäre es zum Beispiel mit der Frage: „Gibt es ein Leben VOR dem Tod? Ist das, was wir hier tun, überhaupt LEBEN?!“:

http://www.jugo.de/archiv/nachgedacht/02-02-02.htm
http://www.hoffnung.de/leben/hilfe/leben
http://www.evang-kirche-eysoelden.de/pr030622.htm

Ich habe die Texte nicht alle komplett gelesen - nur so als Gedankenanstoß…

Herzliche Grüße

Alex

Das gefällt mir (owt)
.

Die Pointe…
…von Henry Nouwens (kath. Priester) Geschichte ist allerdings, dass genau das Unvorstellbare wahr ist und dass die Unvorstellbarkeit kein Argument dagegen ist.

Gruß,
Peter

…von Henry Nouwens (kath. Priester) Geschichte ist
allerdings, dass genau das Unvorstellbare wahr ist…

Richtiger wohl: … daß es auch in einem anderen Falle ebenso wahr sein KÖNNTE, wie es hier in diesem wahr IST.

…und dass
die Unvorstellbarkeit kein Argument dagegen ist.

Allerdings! Es existiert bekanntlich sehr viel mehr als das, was wir uns vorstellen können.

Gruß E.K.

Hi Alex,

Wie wäre es zum Beispiel mit der Frage: „Gibt es ein Leben VOR dem :Tod? Ist das, was wir hier tun, überhaupt LEBEN?!“:

Mit dieser Fragestellung hast Du wohl recht. Da tille ich.

Alles Gute wünsche ich

die Antwort ist sicher spannend, aber noch spannender fände ich die erklärung, was die Frage vom leben nach dem tod mit der (vermeintlichen) Zahl der existierenden Planeten zu tun hat. :smile:

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