hallo allison,
in den dingen, die du beschreibst, sehe ich nicht egoismus, sondern folgendes:
Er hat keinen Teamgeist
(was sich in seiner Judogruppe bemerkbar macht - die mögen ihn
nicht sonderlich weil er bei einem Turnier auch schon mal für
die Gegner die Daumen drückt statt für die eigene Mannschaft)
sehr wahrscheinlich ist es umgedreht: die judogruppe mag ihn nicht und deshalb drückt er den gegner die daumen. um dem eigenen team zu zeigen „bätsch, ich brauch euch nicht. ihr seid mir schnuppe“.
es ist dringend nötig, mit dem jungen über sein verhalten in der judogruppe zu reden. da er anscheinend selbst nicht in der lage ist, sich in die gruppe einzufügen, muß ihm jemand helfen und ihm raten, wie er sich verhalten sollte.
sein „Haustier“ interessiert ihn nur insofern das sie
gefälligst regelmässig ihr Futter bekommt (Schlange) - wenns
darum geht mal das Terrarium zu säubern oder Wasser zu
erneuern - daran wird kein Gedanke verschwendet.
in diesem alter ist das ziemlich normal, daß man sich für die drecksarbeiten an einem haustier nicht interessiert. erschwerend kommt noch dazu, daß eine schlange ja nicht gerade ein besonders forderndes wesen ist. die liegt in ihrem käfig und kann sich nicht beklagen, während ein hund zb. stärker auf seine bedürfnisse aufmerksam machen kann. also müßt ihr dafür sorgen, daß die schlange zu ihrem recht kommt, indem ihr den jungen regelmäßig dazu anhaltet. wenn ihr die pflege gemeinsam mit dem jungen durchführt, fühlt es sich vielleicht auch nicht wie eine strafarbeit für ihn an. außerdem solltet ihr dem jungen zeigen, wie interessant schlangen sind (filme, internet, bücher) und was man mit schlangen alles machen kann, dh. auch „kuscheln“ und eine beziehung zu dem tier aufbauen. wenn das tier interessanter für ihn wird, dann kümmert er sich auch besser darum.
Wenn sein
Vater mal einen Tag lang vor lauter Rückschmerzen nicht mal
gerade sitzen kann, merkt er es nicht mal.
was meinst du, warum manche erwachsene dermaßen viel über ihren gesundheitszustand jammern? weil keiner ihrer erwachsenen freunde / verwandten / kollegen merkt, wie schlecht es ihnen geht.
von einem kind kannst du nicht erwarten, daß es sensibler als ein erwachsener reagiert.
sagt dem jungen doch, wenn es euch schlecht geht. und dieses nicht nur abstrakt („rückenschmerzen“). das kann ein kind, das noch nie rückenschmerzen hatte, nicht begreifen. beschreibt also die beschwerden „ich kann mich kaum bewegen vor schmerzen, als hätte ich ein messer im rücken stecken“, damit sich das kind das ganze vorstellen kann.
Wir haben über
Wochen unser neues Domizil renoviert - er hat keinen
Handschlag getan, zeigte überhaupt kein Interesse sondern hat
zudem nur rumgnörgelt.
klar, du und dein mann renoviert nicht nur für euch, sondern auch für den sohn. alles soll schöner werden, auch für den sohn. aber anscheinend hat euer sohn das nicht begriffen, sonst hätte er sicher begeisterung gezeigt. ich denke, von einem 10jährigen kann man diese einsicht auch nicht erwarten. wenn er nur nörgelnd dabei steht, müßt ihr deshalb für ihn eine beschäftigung bzw. einen interessanteren aufenthaltsort finden. was sich wie eine belohnung für stänkern liest, ist sicher für alle parteien das nervenschonendste: der junge fühlt sich nicht außen vor bei einer veranstaltung, deren sinn er nicht nachvollziehen kann, und die eltern haben ihre ruhe beim arbeiten.
überlege auch mal, was der umzug für das kind bedeutet: muß es vielleicht aus der schule weg? verliert es durch den umzug freunde? selbst wenn das nicht der fall ist: das kind kann sich trotzdem davor fürchten - vielleicht ist er deshalb schlecht gelaunt.
Meine Meinung: Zu lange mit Papa allein gelebt und zudem
übermässig von Oma und Opa verwöhnt worden. Ihm fehlt
Erziehung - ein Sensibilisieren für diese Dinge wie
Rücksichtnahme, Teamgeist u.ä…
Papa’s Meinung: Er ist ja noch ein Kind - alle Kinder in
diesem Alter sind Egoisten - das ist völlig normal.
ein stückweit finde ich egoismus in dem alter auch normal. aber deswegen soll man sich damit nicht abfinden, sonst lernt das kind nicht, mit anderen personen auszukommen. das heißt also: man sollte sich über egoismus nicht zu sehr aufregen - schließlich beruht er nicht auf bosheit, sondern auf einer noch nicht ausgebildeten fähigkeit, stattdessen sollte man etwas gegen den egoismus tun zb. dem kind informationen geben, an die es nicht alleine kommen kann, aber braucht, um sich in eine person hineinversetzen zu können.
aber du mußt aufpassen, daß du dich nicht in die böse stiefmutter verwandelst. du bist schließlich die neue in der familie und wenn du zu hart gegen den jungen vorgehst, dann fühlt er sich von seinem platz in der familie verdrängt und bedroht.