Hallo liebe Gemeinde,
ich bin Existenzgründer, bzw. war es vor 10 Monaten.
Habe mich mit meiner Familie (Frau + Sohn + Ich) mit einer Metzgerei selbstsändig gemacht.
Es läuft eigentlich alles ganz gut, die Ware ist gut - das Feedback der Kunden beweist es, die Lage ist Top - Fußgängerzone und es können alle anfallenden Kosten bedient werden.
Nur der Umsatz will nicht so richtig steigen (seit Anfang etwa 100,-€ im Monatsschnitt).
Vom Rohertrag entwickeln wir uns gut - erst von knapp 60% auf mittlerweile 105% angekommen - aber der Umsatz reicht leider noch nicht aus um den gewohnten Standard zu leben.
Werft einfach mal eure Gedanken dazu in die Mitte …
Ist die Anlaufkurve wirklich immer noch die berühmten 3 Jahre?
Danke,
Marcus
Guten Tag.
Metzgerei
Ware ist gut
Lage ist Top - Fußgängerzone
Werft einfach mal eure Gedanken dazu in die Mitte …
Da fehlen noch nein paar relevante Angaben:
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Konkurrenzsituation: Supermarkt, anderer Metzger? Dementsprechend Preisdruck?
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Erreichbarkeit und Präsenz: nimmt man euer Geschäft auch wahr, wenn man nur mal so durch die Zone eiert? Und wie seid ihr optisch wahrzunehmen (zwischen zwei Boutiquen z.B., mit je 5 lfdm. quietschbunten Klamotten, geht eine Metzgerei gnadenlos unter)?
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Standort natürlich: Wohnstadt oder Pendlerstadt? Speckgürtel oder Notstandsgebiet?
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Werbliche Aktivität?
Drei Jahre Anölaufzeit kann ich mir für eine Metzgerei, wenn sie denn vernünftig plaziert (s.o.) ist, kaum vorstellen - aber 10 Monate ist m.E. auch noch etwas kurz. Zumal im Hochsommer die Leute, soweit überhaupt Fleisch verzehrt wird, eher Knallbummzischfleisch vom billigen Jakob auf den eigenen Grill werfen: Zum Ende des Jahres sollten vergleichbare (Monats-) daten vorliegen; die müsste man dann nochmal analysieren.
Gruß Eillicht zu Vensre
Hallo !
Was mir noch einfällt:
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Wie sind Eure Öffnungszeiten - vergleich mit Einkaufscentrum/Mitbewerber
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Aussenwirkung des Ladens (Kundenstopper?, Angebote gut sichtbar?)
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Ausserhaus Verkauf (Mittagstisch/Imbiss/Lieferservice/Catering/Veranstaltungen)
MFG
S.
Umsatz, Rohertrag und anderes
Hi !
Dein Text ist für Experten nicht zu verstehen, da du Definitionen von Umsatz und Rohertrag verwendest, die sich in keiner allgemeingültigen Definition wiederfinden lassen.
Könntest du mal kurz sagen, was du unter Umsatz, Rohertrag und Gewinn verstehst und mit welcher dieser Größen du nicht einverstanden bist.
Hier mal die allgemeinen „Definitionen“
Umsatz/Einnahmen
„Umsatz“ ist der umsatzsteuerliche Begriff für das Entgelt, also für alles, was der Fleischer im Rahmen seines Unternehmens einnimmt.
„Einnahmen“ (besser: Betriebseinnahmen) ist der einkommensteuerliche Begriff für alles was der Gewerbetreibende so erhält. Vom (Netto-)Betrag ist das bei kleineren Betrieben üblicherweise mit den (Netto-)Umsatz identisch.
Rohertrag
„Rohertrag“ ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Sie kann entweder absolut (als Geldbetrag) oder prozentual dargestellt werden. Absolut stellt sich der Rohertrag als „Einnahmen“ minus „Waren und bezogene Leistungen“ dar.
Wenn die Einnahmen also € 100.000 betragen und die Kosten für bezogene Waren € 15.000 so ergibt sich absolut ein Rohertrag von € 85.000
Bei der prozentualen Darstellung wird geschaut welchen Anteil der Rohertrag an den Einnahmen hat. Nimmt man die oben genannten Zahlen, ergäbe sich ein Rohertrag von 85%. Mir ist bisher kein Unternehmen bekannt, dass einen Rohertrag von 105% hat. Es wäre also interessant zu erfahren, was in der Ausgangsfrage gerechnet wurde.
Gewinn
Nachdem von den Betriebssinnahmen sämtliche Betriebsausgaben abgezogen wurden, erhält man den Gewinn. Als Betriebsausgaben kommen neben den bereits genannten Waren auch Personal-, Raum-, Kfz- und sonstige Kosten (Versicherungen, Beiträge, Telefon, …) in Frage.
BARUL76
Es ist ein Ort mit etwa 7000 Seelen und noch 2 weiteren Metzgern, 5 Supermärkten (Wasgau, Lidl, Aldi etc.).
Der Laden ist optimal an einer Touristenroute gelegen - heißt: hier werden alle Touris vorbeigeführt, müssen an unserem Kundenstopper vorbei - und meist führt das auch zum gewünschten Ergebniss.
Von aussen ist der Laden zwar erst zu 75% als Metzgerei zu erkennen - es fehlt noch ein großes Schild quer zum Laden auf dem man dann auch von hundert Metern Entfernung erkennen kann: „Ahh … Futterstelle.“
Wir haben unseren Namen (der gleichzeitig unser Logo ist) in den Farben Rot-Weiß machen lassen und an die Scheiben geklebt. Das passt schon. Dazu haben wir in jedem der 3 Schaufenster (je 4 x 2,50) je 2 A1 Plakate, die ich selbst drucke und somit ständig wechselnde Angebote und Sachen die nebenher noch anbieten (Partyservice, Canapés, Backservice) zum lesen aushänge - und ich staune immer wieder wie geduldig die Kunden lesen, wenn gut aussieht.
Öffnungszeiten sind Wochentags von 7:30 - 18Uhr ohne Mittagspause und Samstags von 7:30 - 12:00Uhr - längere Öffnungszeiten rentieren sich nicht, da nach der jeweiligen Schließzeit die Innenstadt ruck-zuck leer wird - alles schon probiert.
Die Stadt ist eine Wohnstadt, mit alten Fachwerkhäusern, wunderschönen kleinen Gässchen - einfach mit Flair - anders als eine 500.000 Menschen Metropole, wo ich vorher gelebt habe - aber nicht unbedingt schlecht.
Zum Thema Werbung:
Wir haben jede Woche eine kleine Anzeige mit unserem Logo und eine Zeile, welche Spezialitäten wir anbieten, in der regionalen Zeitung auf Seite 3. Größere Werbung bringt nichts - auch schon probiert. Kostet nur Geld. Dann lieber klein und dafür ständig - denn „steter Tropfen höhlt den Stein“ …
Die anderen beiden Mitbewerber sind nicht beide in der City - einer ist auf der grünen Wiese - gegenüber vom Supermarkt. Der andere ist am Rand der City. Die 1A-Lage habe ich …
Grüße,
Marcus