100 qm Landwirtschaft - was für ein Ertrag?

Hallo miteinander,

weiss jemand, wieviel ein fleissiger Landwirt im Durchschnitt pro Jahr mit 100 qm Landwirtschaftsfläche für einen Ertrag erzielen kann?
(oder ne Vergleichsgrösse 1000 qm oder irgendetwas, was man in etwa runterrechnen kann)

Frdl. Gruss
tin_

Hallo tin_,

weiss jemand, wieviel ein fleissiger Landwirt im Durchschnitt
pro Jahr mit 100 qm Landwirtschaftsfläche für einen Ertrag
erzielen kann?

  1. WAS willst du wissen, in Euro/m2 oder kg/m2 ??
  2. Kommt drauf an WAS er anbaut.
  3. Dann kommt es noch aufs Wetter an.
  4. Unter Umständen bekommt er sogar Geld dafür, dass er NICHTS anbaut.

MfG Peter(TOO)

  1. WAS willst du wissen, in Euro/m2 oder
    kg/m2 ??
  2. Kommt drauf an WAS er anbaut.
  3. Dann kommt es noch aufs Wetter an.
  4. Unter Umständen bekommt er sogar Geld dafür, dass er NICHTS
    anbaut.
    MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,

wenn es auf den qm runtergerechnet ist, ists ja noch besser :smile:
Also ich wollte nicht kg/m2 sondern Euro/m2.

Und zu 2./3. - mal angenommen, ordentliches Wetter und das, was am meisten Geld gibt. Wenn Du so gute Infos hast, wäre interessant, was

a) bestmöglich drin ist
b) durchschnittlich auch erzielt wird.

Frdl. Gruss
tin_

Hallo tin_,

Also ich wollte nicht kg/m2 sondern
Euro/m2.

Und zu 2./3. - mal angenommen, ordentliches Wetter und das,
was am meisten Geld gibt. Wenn Du so gute Infos hast, wäre
interessant, was

a) bestmöglich drin ist
b) durchschnittlich auch erzielt wird.

Die Infos habe ich auch nicht, aber du solltest deine Frage in eine brauchbare Form bringen. Dein Ursprüngliche Frage war zu Allgemein formuliert !

MfG Peter(TOO)

Hallo,

Rübenbauern gelten aufgrund der geltenden Zuckermarktordnung als die reichsten Bauern in Deutschland. Davon ausgehend:
http://www.landwirtschaftskammer.de/fachangebot/acke…

Gruß,
Christian

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Die Infos habe ich auch nicht, aber du solltest deine Frage in
eine brauchbare Form bringen. Dein Ursprüngliche Frage war zu
Allgemein formuliert !

MfG Peter(TOO)

du hättest auch gleich schreiben können, dass du keine infos hast. ich finde die erste frage ausreichend formuliert.

Servus,

du hättest auch gleich schreiben können, dass du keine infos
hast. ich finde die erste frage ausreichend formuliert.

Eigentlich schon. Aber ich zeig Dir grad mal, warum man darauf keine „brauchbare“ Antwort geben kann.

  • Deckungsbeiträge (gerechnet bis Hof, vor Abfuhr des Erntegutes) von einigen Kulturen bei derzeitigen Preisverhältnissen für Produktionsmittel und Erzeugnisse in Süddeutschland, bei mittlerer Schlaggrösse, arrondierter Aussiedlerhof, durchschnittliche Eigenmechanisierung, Fremdmechanisierung durch Maschinenring, Bodenqualität ca. 70…80 Punkte:

Zuckerrüben (A-Kontingent) 1.500 €/ha
Winterweizen 160 €/ha
Braugerste 60 €/ha
Hafer ca. 0 (Vorfruchtwert nicht gerechnet)
Ackerbohnen ca. 0 (Vorfruchtwert nicht gerechnet)
Körnererbsen ca. 0
Sonnenblumen 80 €/ha
Winterraps 100 €/ha
Speisezwiebeln 1.000 €/ha
Einlegegurken 800 €/ha
Spargel ca. 1.500 €/ha bei 5 €/kg
ca. - 3.000 €/ha bei 3 €/kg

Risiken von Ertragsschwankungen, saisonalen Preisschwankungen etc. sind nicht berücksichtigt

(1 ha sind 10.000 m²)

Wenn Du Dir die Zahlen anschaust und dabei berücksichtigst, daß man allein an den „Stellschraube“ Mechanisierung und Pflanzenschutz je nach Kultur über 100 €/ha drehen kann, ferner im Fall der Sonderkulturen bis 1.000 €/ha vom Preis und der Produktivität der eingesetzten Fremdarbeitskräfte abhängen (vgl. die Diskussion um „10% deutsche Langzeitarbeitslose zum Spargelstechen“), siehst Du schnell, daß es an der vagen Formulierung der Frage liegt, daß da keine brauchbare Antwort zu geben ist.

Schöne Grüße

MM

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hallo christian,

tolle information, allerdings steige ich nicht ganz durch die fachterminologie durch :smile:

verstehe ich das so richtig?

Zitat: Die Zuckerrübenpreise sollen nach dem Willen der EU bis zum Jahr 2009 in vier Schritten um insgesamt 40 % abgesenkt werden. Dadurch verliert der Zuckerrübenanbau einen Markterlös von über 1 000 € pro ha.
1000 € = 40 %
2500 € = 100 %
1 ha = 10.000 qm
2500 € pro 10.000 qm
25 € pro 100 qm

So als grob über den Daumen gepeilte Grösse …

Nach den Aussagen des Artikels würde sich dann die Erlöspreise denen von gutem Getreide angleichen, also
1500 € = 60 % oder in etwa 15 € pro 100 qm oder 15 cent/qm …

Das war genau die Info, die ich so in der Richtung haben wollte. Vielen Dank!
Frdl. Gruss
tin_

hallo martin,

eine geniale antwort von dir mit der übersicht!!! klasse!

nur kurz noch zur ursprünglichen frage:

wieviel ein fleissiger Landwirt im Durchschnitt pro Jahr mit 100 qm Landwirtschaftsfläche für einen Ertrag erzielen kann?

Das „fleissig“ drückt imho eigentlich aus, dass der Landwirt schon darauf achtet, dass er im oberen Ertragsbereich ankommt. Dementsprechend ist die Frage in Richtung „maximaler Ertrag“ gerichtet.
Das „im Durchschnitt“ wiederum grenzt die Sonderfälle „bestes Wetter/schlechtes Jahr“ ein und schliesst weitere Faktoren, die halt vom durchschnittlichen eine grössere Abweichung ergeben, aus.

Aber wie gesagt, Deine Übersicht und der Link von Christian haben mir super geholfen! Danke!

Frdl. Gruss
tin_

Servus nochmal,

an den (abgesehen von den Zuckerrüben als der letzten noch richtig fett marktregulierten Kultur) trostlosen Zahlen sieht man, daß in der Tat fast alles am Know How und an der zutreffenden Einschätzung der Risiken liegt.

Bei den anderen Kulturen mit höheren Deckungsbeiträgen (Sonderkulturen) ist die Fläche nicht so entscheidend. Da ist eher der Arbeitseinsatz (bzw. die Organisation der Fremdarbeit) wichtig; mehr als vielleicht fünf oder sechs Hektar Sonderkulturen wird man in einem Familienbetrieb kaum finden - zumal da oft auch noch ziemlich spezielle Bodenansprüche da sind.

Etwa beim Weizen macht ein 5% höherer Ertrag (erzielbar durch optimalen Zeitpunkt von Bodenbearbeitung, Saat, Pflanzenschutz) im Vergleich zu den 62 dt/ha, die ich unterstellt habe, einen immerhin 15% höheren Deckungsbeitrag aus, wenn dafür keine höheren Kosten (Dünger, Bodenbearbeitung…) anfallen. Wenn z.B. einer die richtige Nase für Pilzinfektionen hat und sich dadurch ein Mal Spritzen spart, ohne daß das zu Ertragseinbußen führt, hat er damit seinen Deckungsbeitrag um etwa 8% erhöht. Den verliert er aber sofort wieder, wenn seine Schläge (= Ackerstücke) zu klein sind, so daß der Anteil unproduktiver Bewegungen (Wenden von Grubber, Egge, Pflug, Fahrten vom Hof zum Acker etc.) zu hoch wird.

Die Kosten der Mechanisierung lassen sich in einem gewissen Umfang dämpfen, wenn man den Schlepperbesatz niedrig hält (geht bei großen Betrieben sehr viel leichter) und wenn man die Lebensdauer der Maschinen verlängert. Von der Seite her kann im Beispiel Weizen auch ein Spielraum von vielleicht 20 €/ha erreicht werden.

Weitere Möglichkeiten ergeben sich, wenn man im eigenen Betrieb bessere Verwertungsmöglichkeiten als den Verkauf hat, aber da wirds arg schwierig zu rechnen. Z.B. Gerste ist ideal für Muttersauenhaltung - man kann mit eigener im Vergleich zu zugekaufter Gerste die Zahl der mastfähigen Ferkel pro Sau und Jahr ziemlich nach oben bringen; aber da fangen dann endgültig Betrachtungen an, die bloß noch pro Betrieb sinnvoll sind.

Kurz: Dem von Dir unterstellten „fleißigen Bauern“ gehts noch nicht so dreckig, wie die von mir dargestellten Durchschnittszahlen nahelegen. Aber richtig Spaß machen tut das Metier vom finanziellen Aspekt her schon eine Weile nicht mehr.

Schöne Grüße

MM
heute eigentlich ganz froh, daß aus dem Projekt „120 Milchkühe“ nix geworden ist