110, 220 und 360 V, Wechsel- und Drehstrom?

Hallo,

hier in America haben die meisten Stromleitungen 110 V Spannung bei 60 Hz. Wie kommen diese Spannung und diese Freguenz zustande? Ist das Wechselstrom?

In D sind 220 V Wechselstrom üblich, aber bei 50 Hz. Wie kommen diese Spannung und diese Freguenz zustande? Warum wird nicht Gleichstrom ins Netz eingespeist? Geben Stromturbinen von Natur aus Wechselstrom ab? Wovon hängt die Frequenz des abgegebenen Wechselstromes ab?

Ich meine mich erinnern zu können, daß der sogenannte „Drehstrom“ durch die Überlagerung von drei Wechselstromphasen a 220 V zustande kommt, bin mir aber nicht sicher. Ist Drehstrom schließlich auch ein Wechselstrom? Mit welcher Frequenz wechselt er? Welche Charakteristik müssen Drehstrommotoren erfüllen im Gegensatz zu Wechselstrommotoren? Oder ist Drehstrom doch eher sowas ein Gleichstrom?

Und: wird bei Geräten, die sowohl 110 als auch 220 V „können“, also ein umschaltbares Netzteil haben, bei Anschluß an 110 V (im Gegensatz zu 220 V) Strom gespart?

Gruß
Uwe

Hallo!

hier in America haben die meisten Stromleitungen 110 V
Spannung bei 60 Hz. Ist das Wechselstrom?

Denk schon, sonst könnte man ja keine Frequenz angeben.

In D sind 220 V Wechselstrom üblich, aber bei 50 Hz. Warum wird
nicht Gleichstrom ins Netz eingespeist?

Soweit ich weiß, hat man das Stromnetz auf Wechselstrom umgestellt, weil man dann nicht an stromleitenten Teilen die man anfasst „klebenbleibt“, weil dann die Spannung zwischendurch immer wieder auf null fällt.

Geben Stromturbinen
von Natur aus Wechselstrom ab?

Wenn sie nach dem Dynamo-Prinzip funktionieren, ja.

Wovon hängt die Frequenz des abgegebenen Wechselstromes ab?

Von der Drehgeschwindigkeit der Turbine.
Grüße
Jojo

Hallo Uwe,

hier in America haben die meisten Stromleitungen 110 V
Spannung bei 60 Hz. Wie kommen diese Spannung und diese
Freguenz zustande? Ist das Wechselstrom?

Ja.

In D sind 220 V Wechselstrom üblich, aber bei 50 Hz. Wie
kommen diese Spannung und diese Freguenz zustande? Warum wird
nicht Gleichstrom ins Netz eingespeist? Geben Stromturbinen
von Natur aus Wechselstrom ab? Wovon hängt die Frequenz des
abgegebenen Wechselstromes ab?

Wechselstrom wird in den Generatoren der Kraftwerke durch die Rotation erzeugt ähnlich wie beim Fahrraddynamo. Die Frequenz der Wechselspannung entspricht der Frequenz der Turbine.
Einfach mal googlen, da findest du viele Seiten, die das schön erklären.
Gleichstrom wird deshalb nicht ins Netz eingespeist, weil die Verluste zu groß wären.

Und: wird bei Geräten, die sowohl 110 als auch 220 V „können“,
also ein umschaltbares Netzteil haben, bei Anschluß an 110 V
(im Gegensatz zu 220 V) Strom gespart?

Nein, ein solches Gerät wird wohl nicht 220V brauchen, sondern „nur“ maximal 110V.

Gruß
Mac

Hallo,

In D sind 220 V Wechselstrom üblich, aber bei 50 Hz.

In Deutschland (und ganz Westeuropa) sind seit vielen Jahren 230 V üblich!

Ich meine mich erinnern zu können, daß der sogenannte
„Drehstrom“ durch die Überlagerung von drei Wechselstromphasen
a 220 V zustande kommt, bin mir aber nicht sicher.

Drehstrom hat inzwische 400V = 230V *Wurzel(3), und kommt tatsächlich durch Überlagerung dreier jeweils um ein drittel Phasenverschobener Wechselströme zustande.

Ist
Drehstrom schließlich auch ein Wechselstrom? Mit welcher
Frequenz wechselt er? Welche Charakteristik müssen
Drehstrommotoren erfüllen im Gegensatz zu Wechselstrommotoren?

Durch die Phasenverschiebung der drei Phasen zueinander sind sie bei höheren Leistungen etwas einfacher zu bauen. Für Details googelst du am besten.

Cu Rene

Hallo,

In D sind 220 V Wechselstrom üblich, aber bei 50 Hz. Wie
kommen diese Spannung und diese Freguenz zustande?

Irgendwann zum Beginn der industriellen Elektroenergieerzeugung
(die ja eigentlich nur eine Energieumwandlung ist, denn
Energie kann nicht „erzeugt“ werden) war alles offen.
Da gab es noch keine einheitlichen Normen. Man konnte jede
Frequenz und jede Spannung frei wählen.

Da das aber auf Dauer sehr unpraktisch wäre, hat man sich recht
schnell auf Landesebene auf einheitliche Nennspannungen und
Frequenz geeinigt. Da hatten natürlich insbesondere die Nationen
die Führung, in denen sich auch die entsprechende Industrie
entwickelt hat. In Europa dürfte das zunächst natürlich England
und dann auf’m Festland Deuschland und Frankreich gewesen sein.

England war zu der Zeit noch eine Weltmacht und konnte da rel.
frei für sich entscheiden.
Das europ. Festland war sich mit England aber nie grün, deshalb
haben die wohl ihren eigenen Weg beschritten.
Amerika war weit weg, hat sich aber sicher eher an engl. Normen
orientiert.

Warum wird nicht Gleichstrom ins Netz eingespeist?

Weil die Erzeugung so viel einfacher ist und ganz
wichtig: Wechselstrom kann man leicht transformieren.
Das ginge mit Gleichstrom nur recht aufwendig.

In heutiger Zeit wird sowas immer mal wieder diskutiert.
Allerdings nur für’n Transport von Elektroenergie über große
Strecken und dann mit sehr hohen Spannungen (nur Überlandleitungen).
Da wäre Gleichstrom etwas günstiger, weil die Übertragungsverluste
reduziert werden könnten.
Bleibt aber natürlich das Problem, daß dann am Ende das meiste wieder
in Wechselstrom umgewandelt werden müste, weil die gesamten
Industrien (Maschinen und Geräte) sich darauf festgelegt haben.

Geben Stromturbinen von Natur aus Wechselstrom ab?

Ja natürlich. Die Turbinen drehen sich und da ist die technisch
einfachste und zuverlässigste Variante ist die Entnahme als
Wechselstrom (bzw. eben Drehstrom).

Wovon hängt die Frequenz des abgegebenen Wechselstromes ab?

Von der Drehzahl der Turbinen bzw. der mit den Turbinen gekoppelten
Generatoren.
Heute ist diese Frequenz schon deshalb in engen Grenzen stabil
zu halten, weil es Stromversorgungsnetze gibt, in die viele
Generatoren einspeisen. Da müssen alle Generatoren nicht nur
mit der richtigen Frequenz laufen, sondern auch noch mit der
richtigen Phasenlage.

Ich meine mich erinnern zu können, daß der sogenannte
„Drehstrom“ durch die Überlagerung von drei Wechselstromphasen
a 220 V zustande kommt, bin mir aber nicht sicher.

Ja, natürlich.

Ist Drehstrom schließlich auch ein Wechselstrom? Mit welcher
Frequenz wechselt er?

Drehstrom sind 3 Wechselströme, die miteinander in der Phasenlage
gekoppelt sind. Sie entstehen dadurch, daß in einem Kraftwerksgenerator nicht nur eine Wicklung ist, die Strom erzeugt,
sondern eben 3 Wicklungen , die jeweils um 120° versetzt angeordent
sind. Diese erzeugen die 3 Phasen unseres Drehstromnetzes.

Welche Charakteristik müssen
Drehstrommotoren erfüllen im Gegensatz zu Wechselstrommotoren?

Drehstrommotoren haben wie die Drehstromgeneratoren mindestens
3 Wicklungen, die auf dem Umfang verteilt (120° ) angeordent sind.
Die 3 Phasen des Drehstromnetztes erzeugen ein Drehstromfeld, dem
der Rotor des Motors folgen will.

Oder ist Drehstrom doch eher sowas ein Gleichstrom?

Nein, Drehstrom sind 3 phasenversetzte Wechselströme.

Und: wird bei Geräten, die sowohl 110 als auch 220 V „können“,
also ein umschaltbares Netzteil haben, bei Anschluß an 110 V
(im Gegensatz zu 220 V) Strom gespart?

Die Spannungsanpassung wird bei Kleingeräten üblicherweise
auf 2 Arten realisiert:

  1. klassische Variante mit Trafo: Der Trafo hat 2 Primärwicklungen,
    die jeweils mit einem Spannungswahlschalter unterschiedlich
    angeschaltet werden. Bei 110V/115V werden die Wicklungen paralell
    geschaltet. Bei 220V/230V werden die Wicklungen in Reihe geschaltet.

  2. Die moderne Variante: Viele Geräte haben heute sogenannte
    Weitbereichsnetzteile. Das sind elektronische Schaltregler, die
    die Spannung zwischen ca. 90V … 250V gleichrichten,
    elektronisch zerhacken und dann transformieren. Diese
    Transformation ist noch mit einer elektronischen Regelung der
    Ausgangsspannung verbunden, so daß immer die richtige Spannung
    hinten rauskommt, egal was vor reingeht.

Was das Strom sparen angeht, sind 230V besser als 115V.
Bei gleicher Leistung muß im 115V-Netz doppelt so viel Strom
fließen, was bei gleichem Widerstand der Leitungen zu doppelten
Spannungabfall (also doppelter Verlust führt). Das kann nur
durch dickere Leitungen kompensiert werden.
Gruß Uwi

Hallo,

Warum wird nicht Gleichstrom ins Netz eingespeist?

Weil die Erzeugung so viel einfacher ist und ganz
wichtig: Wechselstrom kann man leicht transformieren.
Das ginge mit Gleichstrom nur recht aufwendig.

Ist Drehstrom schließlich auch ein Wechselstrom? Mit welcher
Frequenz wechselt er?

Drehstrom sind 3 Wechselströme, die miteinander in der
Phasenlage
gekoppelt sind. Sie entstehen dadurch, daß in einem
Kraftwerksgenerator nicht nur eine Wicklung ist, die Strom
erzeugt,
sondern eben 3 Wicklungen , die jeweils um 120° versetzt
angeordent
sind. Diese erzeugen die 3 Phasen unseres Drehstromnetzes.

Die Phasen, also Strom und Spannung, sind um 120° gegeneinander verschoben, nicht die Spulen !
Die einfachste DrehstromGenerator-Konstruktion wäre eine mit einem 2poligen Rotor und 6poligem Stator, hier wären die Spulen paare um 120° versetzt, allerdings ergäbe sich dabei eine Drehzahl von 3’000 Upm bei 50Hz, bzw. 3’600 Upm bei 60Hz. Aus diesem, und weiteren technischen Gründen, baut man meist Generatoren mit höheren Polzahlen (sowohl Stator wie auch Rotor).

MfG Peter(TOO)

Hi Peter,

Die Phasen, also Strom und Spannung, sind um 120°
gegeneinander verschoben, nicht die Spulen !
Die einfachste DrehstromGenerator-Konstruktion wäre eine mit
einem 2poligen Rotor und 6poligem Stator, hier wären die
Spulen paare um 120° versetzt, allerdings ergäbe sich
dabei eine Drehzahl von 3’000 Upm bei 50Hz, bzw. 3’600 Upm bei
60Hz. Aus diesem, und weiteren technischen Gründen, baut man
meist Generatoren mit höheren Polzahlen (sowohl Stator wie
auch Rotor).

Nein, was du beschreibst ist ein Generator mit 2 Polpaaren, also 6 Spulen. Bei dem sind die um 60° versetzt und die Drehzahl für 50 Hz wären 1500/min.

Gruß
Frank

Hallo,
ich war mir bewußt, daß die Darstellung vereinfacht ist.

Bei der Fragestellung wäre aber die Berücksichtigung aller techn.
Details leider nicht vermittelbar.

Im Prinzip bleibt es aber dabei, daß 3 um 120° versetzte Spulen
(besser Spulenpaare!) einen Drehstrom erzeugen, dessen
Phasenlage dann auch um 120° versetzt sein wird.
Daß in Praxis das ganze mit 6, 9 oder 12 Spulenpaare bei etsprechend
geteilter Drehfrequenz gemacht werden kann, ist natürlich trotzdem
richtig.
Gruß Uwi

Die einfachste DrehstromGenerator-Konstruktion wäre eine mit
einem 2poligen Rotor und 6poligem Stator, hier wären die
Spulen paare um 120° versetzt, allerdings ergäbe sich
dabei eine Drehzahl von 3’000 Upm bei 50Hz, bzw. 3’600 Upm bei
60Hz. Aus diesem, und weiteren technischen Gründen, baut man
meist Generatoren mit höheren Polzahlen (sowohl Stator wie
auch Rotor).
MfG Peter(TOO)

Hallo Uwe,

In D sind 220 V Wechselstrom üblich, aber bei 50 Hz. Wie
kommen diese Spannung und diese Freguenz zustande?

die 110 bzw 220 V (heute 230 und 115 V) haben ihrne Ursprung in der Beleuchtungstechnik unserer Ahnen.

Die ersten Hochleistungsbeleuchtungsquellen waren Lichtbogenlampen und die hatten eine optimale Spannung von 55 V.

Später wurde für den Gebrauch von elektrischen Geräten diese Spannung verdoppelt (weniger Strom, weniger Verluste, wurde schon erklärt).

In den USA ist es dabei geblieben.
In D und später auch in fast ganz Europa wurde diese Spannung nochmals verdoppelt (so in der Zeit des ersten Weltkrieges).

Gandalf

und nochmal zum Grund warum man Wechselstrom nimmt. Es stimmt schon, dass man den viel einfacher herstellen und auch hochtransformieren kann. Und der Grund warum man ihn transferieren muss ist der folgende

Wir der Strom auf das 1000 fache hochtranseriert werden die Verluste nur noch 1000² also ein Millionstel davon. Wenn man also riesige Menagen an Strom transportieren will ist das auch im Sinne des Verbrauchersd weils billiger wird.
ich kann (falls gewünscht) auch noch die Formeln dazu liefern.
gruß pefi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Danke…
…das war erleuchtend!! :smile: