12-jähriger darf bei Mutter schlafen

Hallo,

meine Freundin lebt seit kanpp 2 Jahren getrennt. Der Sohn (fast 12J.) will am liebsten immer bei ihr im Bett schlafen. Sie lässt ihn unter der Woche auch ca. 2-3 Mal bei sich schlafen, am WE immer. Wenn er jedes 2. WE beim Vater ist, schläft er ebenfalls bei ihm ihm Bett.

Er schlief bis zum Alter von mindestens 3 Jahren immer im Bett der Eltern, ab ca. 4 oder 5 J. (bin mir da nicht ganz sicher) immer häufiger im eigenen Bett. Er durfte nachts aber immer ins Bett der Eltern kommen und darf dies ebenso noch bei der Mutter.

Ihre Bekannte und Freunde setzen ihr jetzt ziemlich massiv zu, dass dies psychische Störungen hervorruft, bzw. das Kind bereits psychisch gestört wäre und sie solle zum Kinderpsychiater/psychologen.
Das macht meine Freundin ziemlich fertig und unsicher :frowning:

Sexuellen Missbrauch kann man nach meinem Gefühl ziemlich sicher ausschließen. Zumindest von den Eltern. Ich kenne sie seit mehr als 20 Jahren.

Ergänzung zur Kindheit:
Die Eltern hatten wenig Zeit für das Kind, die Mutter lehnte es schon in der Schwangerschaft ab. Erst nach ca. 2-3 Jahren hatte sie ihn dann innerlich angenommen. Er hatte ab der Geburt Bewegungs- und Koordinationsstörungen (Spasmen in Armen und Beinen) die aber völlig weg sind.
Er wurde als Baby deshalb immer im Tragetuch getragen, fast 8 Monate gestillt und hatte eben viel Körperkontakt. Meine Freundin machte sich schon immer große Vorwürfe und wollte ihre innere Ablehnung wenigstens mit Körperkontakt kompensieren und versorgte ihn gut. Der Vater kümmerte sich zwar viel und gut um ihn, gab ihm die Liebe, die er von meiner Freundin nicht so sehr bekam, aber letzlich war das Kind quasi immer im Weg, da die beiden geschäftlich/finanziell meistens ums Überleben kämpften.
Ein Kinderpsychiater diagnostizierte ADS (Modekrankheit) und empfahl Ritalin, was er aber nicht bekommt. Er ist eher ruhig und hat auch definitiv Teilleistungs- bzw. leichte Wahrnehmungsstörungen, eine Rechtschreibschwäche (hatte Ergotherapie) und Konzentrationsprobleme. Die Schulleistungen sind dennoch gut. Er hat es auf die Realschule geschafft und wohl recht gute Noten

Sorry, dass es so lange ist, aber ich denke das kann bei einer „Diagnose“ nicht schaden.

Wie seht ihr das? Sollte ich meiner Freundin und ihrem Sohn doch eine Behandlung raten? Ich beruhigte sie bisher, da ich das Kind völlig normal und unauffällig empfinde. Sein Sozialverhalten gegenüber meinem Sohn und uns ist tadellos.

Vielen Dank für´s Zuhören

Diphda, deren Freundin jetzt nervlich ziemlich fertig ist

Hallo Diphda,

ich finde das zwar etwas auffällig, aber nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig.
Das Kind hat(te) eine bewegte Kindheit. Die Trennung ist auch nicht einfach zu verkraften. Solange Mutter, Sohn und Vater keine Probleme damit haben und er wegen seiner „Anhänglichkeit“ in der Schule kein auffälliges Sozialverhalten zeigt, würde ich abwarten. Irgendwann wird er reifer und findet es kindisch im Elternbett zu schlafen.

Sie soll sich freuen, dass sie sich so gut verstehen.

Gruß
Tato

Hallo Eklastic und Tato,

vielen Dank an euch beide!

Ich habe da die gleiche Ansicht wie ihr.
Auch unser Sohn durfte sehr lange zu uns ins Bett und schlief lange bei uns. Da unser Bett aber nur 1,60 m breit ist, hat Sohnemann das von selbst irgendwann gelassen. Es war einfach zu eng. Am Wochenende kuscheln wir aber noch häufig morgens zu dritt im Ehebett.

Hinzu kommt, dass unsere alte Clique „unorthodoxe“ Erziehungsansichten hatte und der Meinung waren, dass die Kids so lange Nähe haben sollten, bis sie sich von selbst abnabeln. Da gab es ein Buch von einer Ethnologin, war damals ziemlich In (habe den Namen vergessen), die von Naturvölkern berichtete, wo die Kinder lange getragen und gestillt werden.

Mal sehen, vielleicht wird unsere Ansicht ja noch von einem Psychologieexperten bestätigt.

Diphda, froh, ihrer Freundin vermutlich die richtige Empfehlung gegeben zu haben

Hallo Diphda.

Nichts hat unser Sohn mehr geliebt, als bei uns im Bett zu kuscheln. Auch noch mit 12. Selbst jetzt (er ist jetzt bald 14 )kommt er abends noch manchmal „im Dunklen schmusen“ ( das geht 5 Minuten, endet meist mit Toberei und ist ein Ritual, aber nicht täglich).
Nach der Erziehung von drei Söhnen kann ich euch mit Sicherheit sagen, dass das von selber aufhört und kein Grund zur Panik ist.
Wenn Papa verreist ist, schläft er oft in dessen Bett ( kommt allerdings selten vor ).
Manche Kinder sind eben mit 12 noch richtig klein, das muss man ihnen halt lassen. alles weitere findet sich von selbst.

Grüße
T