wer kann aus Erfahrungen sprechen:
Sollte man als Eltern etwas dagegen „unternehmen“, wenn die 13jährige Tochter lügt, dass sich die Balken biegen?
Uns gegenüber hält es sich noch einigermaßen in Grenzen, bzw. konnte es ein wenig eingedämmt werden, weil wir sie mehrfach
ertappt haben. Aber was sie anderen so erzählt/schreibt (Schulkameraden oder Freunden aus dem Chat), das ist bei weitem nicht mehr normal. Jeder lügt oder flunkert mal - keine Frage.
Gewisse Dinge bewerte ich auch nicht so hoch, denn ich war auch mal Teeny.
Sie aber erzählt z.B. dass sie einen Hund hat (wir hatten noch nie eine Dogge), dass sie sich mehrmals böse verletzt hat, weil sie geschubst wurde, eine Gehirnerschütterung hatte, Schlägereien hatte usw. usf.
Reinste Schauergeschichten, die allesamt an den Haaren herbei gezogen sind. Langsam mache ich mir Sorgen, ob das „gut“ ist, ob ich ihr ernsthaft ins Gewissen reden muss. Oder sollte ich einfach darüber hinwegsehen nach dem Motto :„Kommt alles von selbst in Ordnung“ ?
Eure Erfahrungen würden mir sicher sehr helfen.
Danke
die Wahrhaftigkeit der dreizehnjährigen Tochter gegenüber Gleichaltrigen braucht wahrlich nicht Sorge der Eltern zu sein.
Selbst bei Lügen gegenüber den Eltern gibt es bei uns Toleranz. Ich recherchiere nicht jede Tatsachenbehauptung nach und akzeptiere auch schon mal eine faule Ausrede. Was die Freundinnen alles haben, erlebt haben etc. ist mir ohnehin nicht wichtig.
Allerdings können wir – wenn es sein muß – eine Verhörsituation definieren, in der klar ist, daß jegliche Lüge streng bestraft würde. Sozusagen unter Eid gesetzt, sagt das Kind nun auch dann die Wahrheit, wenn es sich selbst damit belastet.
Soviel zur lügenden Tochter. Unser Sohn lügt hingegen nie. Das ist in der Familie natürlich angenehm, hat aber zum Gegenstück, daß er die Schauergeschichten glaubt, die ihm Gleichaltrige erzählen.
Sollte man als Eltern etwas dagegen „unternehmen“, wenn die
13jährige Tochter lügt, dass sich die Balken biegen?
Zunächst würde ich deutlich zwischen Lügen und Aufschneiden unterscheiden. Lügen ist, wenn sie sich um sich vor Strafe zu schützen oder um sich direkt Vorteile unwahre Angeban macht (wie z.B. Mist zu bauen und das denn jemandem anderen in die Schuhe schieben oder zu behaupten, sie würde bei der Freundin schlafen und stattt dessen ist sie ganz woanders). Gegen echtes Lügen sollte man einschreiten! Wie, kommt auf den konkreten Fall an.
Das was Du schreibst interpretiere ich als aufschneiden. Ich habe einen Sohn (13), der da sehr ‚begabt‘ ist, die Tochter wiederum macht das gar nicht. Ich glaube es ist eine Mischung zwischen zu viel Phantasie (sie schlüpfen einfach die Rolle und spielen dann eben Hundebesitzer) und einem normalen jugendlichen Drang aufzufallen. Da würde ich mich nicht einmischen, sie müssen selbst die Erfahrung machen, wie unangenehm es wird, wenn das den Freunden auf fällt. Ich selbst weise immer nur darauf hin, daß es irgendwann so sein wird, daß ihm (meinem Sohn) keiner mehr glaubt, auch wenn es dann stimmt und daß man Gefahr läuft ausgelacht zu werden. Den Rest regelt die Selbsterfahrung.
Im Netz ist es übrigens fast üblich, so zu tun als sei man jemand anders, da ist die Gefahr der Entdeckung klein und dadurch die Hemmschwelle niedriger, da liegt Eure Tochter nur im Trend )!
Vielleicht animierst Du das Kind, mal richtige Geschichten zu schreiben? Vielleicht kann sie Ihre Phantasie auch so einsetzen.
tatsache ist, dass ich aus Zeitgründen damals die Antworten hier nicht mehr richtig verfolgen konnte. Das Problem ist immer noch das gleiche, wie soll sich das auch so schnell ändern ?
Aber inzwischen denke ich auch, dass es besser ist, wenn man -zumindest bei Übertreibungen, Aufschneiden usw. - garnicht so genau hinhört. Zumal sich die Flunkereien zu Hause in Grenzen halten und wenn sie mich doch mal belügt bzw. anflunkert, dann bestrafe ich das auch.
Katrin
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