Zunächst eine Kleinigkeit:
An dieser Stelle hätte schon bei meinem ersten Widerspruch
„Hallo Tanja“ stehen müssen, da ich ja einem Teil deines Postings widersprochen habe, da habe ich nicht richtig aufgepasst.
Inhaltliche Beantwortung deiner Antwort, an den entsprechenden Stellen:
Hallo Renate,
Klar hat der „Fachmann“ Dir das geraten. Hat er Dir auch
gesagt, wie Du das tun sollst? Ich weiß nicht, wieviele Kids
ich in Frankfurt kennengelernt habe, die von zuhause
weggelaufen sind,
Widerspruch Anfang
Eigentlich hätte ich nun von einer ehemaligen Erzieherin
erwartet, daß sie zumindest mal die Frage nach dem „Wie“
beantwortet. 
Da es zu diesem Teil eine eindeutige Antwort (der ich inhaltlich auch zustimme) gleich im ersten Posting gab, hab ich mir die Wiederholung hier gespart, hätte vielleicht auf`s erste Posting verweisen sollen, mit dem kurzen Zusatz, dass dieser Weg SEHR erfolgversprechend ist. Da nun die Rowdys daran interessiert sein werden, dass man das „Muttersöhnchen“ und den „Petzer“ nicht in ihrer Gesellschaft antrifft. Sie werden ihn unter Hohn und Spott, aber das macht nichts, aus ihrer Gruppe rausschmeißen!!
und nicht ein einziges davon ist aus einem intaktem Elternhaus
weggelaufen!! Bestenfalls aus einem, das nach außen hin intakt
aussah. Warum sollten 12-jährige Kinder das Leben auf der
Straße vorziehen mit allen Gefahren, die damit verbunden sind,
und um die sie wissen. Sie wissen, dass sie sich nur durch
Wenn Du das nicht weißt, dann hast Du 17 Jahre in einer
Illussion gelebt,
ich finde es unverzichtbar, dass wir diese Diskussion führen indem wir auf die Äußerungen in den Beiträgen der einzelnen Teilnehmer eingehen, da sie diese freiwillig öffentlich gemacht haben.
In welchen Illusionen ich wieviele Jahre lang gelebt habe geht niemanden etwas an.
Warum kannst nicht sagen, dass du da eine andere Sichtweise/ Meinung/ Überzeugung hast und sie dann darstellen? Warum musst du deine zur allein gültigen Wahrheit erheben, indem du Menschen, die eine andere haben, attestierst in einer Illussion gelebt zu haben, in diesem Falle mir?
Ich werde diese Äußerung, als unbedachten Ausrutscher behandeln (in der Hoffnung, dass es wirklich einer war) und ihn großzügig übersehen. Kommt derartiges öfter vor, oder gar schlimmeres, ist die Diskussion mit diesem Teilnehmer an der entsprechenden Stelle beendet.
daß Kinder das alleinige Produkt ihrer
Eltern sind.
Ich bin seid 30 Jahren der tiefen Überzeugung, dass Kinder das alleinige Produkt ihrer Eltern sind. (Über die Gewichtung Vererbung/Erziehung hat sich meine Generation ein paar Jahre lang Hoffnungen gemacht, die ich inzwischen als überzogen ansehe, unter: Fehler aus jugendlichem Enthusiasmus abgelegt und aufgegeben habe.) Aber das ist hier nicht unser Thema. Mir geht es um die Bewertung der ersten Lebensjahre, die man meiner Überzeugung nach überhaupt nicht überbewerten kann, für so grundlegend und weichenstellend halte ich sie.
Ebenso bin ich der Meinung, dass so gut wie alle Eltern bemüht sind das beste zu tun und ihr bestes geben, sich dabei manchmal schier zerreissen. Von dieser Grundannahme gehe ich immer erstmal aus und aus meiner weiteren Überzeugung heraus, dass man mehr von einem Menschen nicht verlangen kann bin ich auch meilenweit von Schuldzuweisungen -IM MORALISCHEN SINNE- entfernt.
Dies hindert mich nicht daran Versäumnisse, persönliche Unzulänglichkeiten, ungünstige psychische Konstellationen sowie seelische Bedürftigkeit auf Seiten der Eltern zu sehen und als solche zu benennen. Alles immer unter der Prämisse, dass es sich dabei um meine Sichtweise/Meinung handelt.
Kinder hauen von zuhause ab:
- aus Trotz (wäre hier durchaus gegeben)
- aus Abenteuerlust
- weil sie (entegegen Deines u.a. Statements) leider absolut
nicht wissen, was sie erwartet
Dass ich hier anderer Auffassung bin ist sicher schon klar geworden.
Ich habe während meiner Berufsjahre mit ungefähr 30 Trebekindern unterschiedlicher Intensität (die einen mal hier eine Nacht und zwei Wochen später mal wieder eine, bis zu Kindern, die seit mehreren Monaten so lebten und es nicht mehr aushielten, andere betrachteten Heime als „Überwinterungszeit“) zu tun gehabt. Nicht eines davon hat gesagt, dass sie nicht gewusst hätten was sie erwartet.
und schon gar nicht, was sie an
ihrem Elternhaus haben (letzteres gehört bei vielen zur
Pubertät)
Das verstehe ich nicht ganz: je nachdem, wie du „viele“ definierst machte dies es ja fast zu einem normalen „Zubehör“ der Pubertät nicht zu wissen, was sie an ihrem Elternhaus haben? Solltest du es so meinen, würde ich dir auch hier nicht zustimmen.
Und wie bitte definierst Du „intakt“?
Diese Frage gebe ich an dich zurück, denn du hast dieses Wort hier reingebracht. Meine Definition kannst du, wenn du ein bißchen sorgfältig liest, meinem ersten Beitrag entnehmen (Nur ein paar Stichworte: wahrnehmen des Kindes als die Person, die es jeweils gerade ist, nicht als Verlängerung der eigenen Person zur Wunscherfüllung, vorbehaltlose Annahme des Kindes schlicht für seine Existenz).
Ab wann ist ein Elternhaus nicht mehr „intakt“?
Das kannst du im Umkehrschluss meinen Äußerungen über intakte Elternhäuser entnehmen.
Wenn ein Junge nachts aus dem Fenster abhaut(willst Du das Lexi,ohne sie näher zu kenne, nur anhand dieses „Symptoms“ unterstellen?)
Ich unterstelle Lexi überhaupt gar nichts und ich muss sie nicht kennen um zu finden, dass heimliches nächtliches Abhauen kein „Symptom“ ist. Ich halte es für eine grobe Unbotmäßigkeit den Eltern gegenüber, von denen er genau weiß, dass er ihnen damit weh tut und ihnen Kummer und Sorgen bereitet. Auf diese Unverfrorenheit muss rasch und sicher geantwortet werden. Wenn Lexi sich das allein nicht zutraut finde ich es sehr richtig von ihr sich Beratung und Unterstützung zu holen (und mutig, schließlich gehört zu einem solchen Schritt als allererstes die Erkenntnis, dass man sie braucht).
wenn er im
Supermarkt Zigaretten klaut oder wenn er zum Straßenkind wird?
Oder haben vielleicht doch nicht an allem die Eltern schuld?
Wenn du hier „schuld“ im moralischen Sinne meinst, haben Eltern (von den wenigen schwer gestörten Exemplaren, die wirklich schuldhaft handeln möchte ich hier zur Diskussionsvereinfachung ausdrücklich absehen) an gar nichts schuld. Meinst du es in Richtung „Verursacherprinzip“ ist meine Einstellung inzwischen hoffentlich durch meine früheren Darlegungen klar geworden. Und ich bin der Ansicht, dass Lexi es weiß.
illegale Handlungen durch bringen können, und dass viele sich
dabei umbringen werden. Die Möglichkeiten mit Diebstahls-
und/oder Betrugsdelikten so viel Geld zu erbeuten, dass sie
davon leben könnten, sind heutzutage so gut wie
ausgeschlossen. Also bleibt nur betteln, oder eben die
Prostitution.
Aha, und Du denkst also, über sowas macht sich ein vor sich
hin pubertierender Jugendlicher gedanken? 
Ja! Siehe Erklärung weiter oben.
ihn „beschützen“ die Hälfte wieder abgenommen wird? Warum
sollte er das tun wenn es in XXX ein intaktes Elternhaus gibt,
wo alle verzweifelt sind, weil sie nicht wissen wo er ist, ob
es ihm gut geht. Ein Elternhaus, in dem er als die Person, die
er ist wahrgenommen wird und nicht als die Verlängerung des
Vaters/ der Mutter, der all das nachholen soll, was die Eltern
nicht hatten. Ein Haus in dem die zwei Menschen leben, die ihn
in seinen ersten Lebensjahren vorbehaltlos geliebt haben, ohne
Bedingungen, ohne Gegenleistung, nicht für ein bestimmtes
„So-und-nicht-anders-sein“, sondern einfach nur für seine
Existenz, für die Tatsache, dass diese Menschen dieses kleine
Menschlein gewollt und bewußt bekommen und sich nun vor lauter
Freude über seine Existenz schier nicht zu lassen wussten.
Weil man sich in der Pubertät (die von der Natur als eine
Phase der Abnabelung vom Elternhaus vorgesehen ist) nun mal im
schöntsen Elternhaus nicht immer geborgen fühlt, bzw. (und
hier kommen wir wieder zum eigentlichen Problem) sich so ein
14-jähriger spätetsens dann, wenn es Verbote und sonstige
Sanktionen hagelt, zuhause nicht mehr geborgen fühlt. Siehst
Du nun das Problem?
Nein! Gründe: mehrfach oben benannt
Würde mich aber freuen, wenn Du aus Deiner Berufserfahrung
schildern könntest, wie Lexi Deiner Neinung nach ihrem Sohn
durch diese Zeit helfen kann. 
Das kann ich selbstverständlich nicht, und ich würde es mich auch auf keinen Fall erdreisten. Ich weiß nichts über die Historie dieser Familie, ich weiß nichts darüber inwiefern es Lexi möglich war in den weichenstellenden ersten Jahren ein Fundament zu legen, dass es ihrem Jungen letztlich ermöglichen wird sich nicht aus lauter Rebellion irreversible Schäden anzutun. Ich weiß nichts darüber ob die ersten Jahre ein Grundgefühl in ihm erzeugt haben, dass ein Elternhaus ein Ort ist, zu dem man immer zurückkehren kann und mit offenen Armen Aufnahme finden wird, egal wie sehr man sich zuvor verrannt hat.
Aber nochmal, auch wenn es eine Wiederholung ist: Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Lexi es weiß, irgendwo ganz tief in ihr drin, und vielleicht auch nur ganz für sich allein (was ich für sie nicht hoffe, ich wünsche ihr sehr, dass sie wenigstens einen Menschen hat, mit dem sie über dieses verschlossene Wissen sprechen kann), weiß sie es.
Wie könnte ich da Ratschläge geben!
Eines zum Abschluss, aus Vorsicht:
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Ich äußere hier Meinungen/Ansichten/Überzeugungen, keine allgemein gültigen Wahrheiten!
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Ich vergebe keine Schuldpunkte, ich erteile daher auch keine Absolution!
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Diese Darlegungen sind daraus entstanden, dass ich dir, Tanja, widersprochen habe in dem Punkt, das Kinder sich „einfach so“ „aus dem Staub machen“, aus „intakten Elternhäusern“ weglaufen.
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Ich finde Lexis Schritt richtig, sich nach Unterstützung umzutun, einen praktischen Hinweis hat sie gleich in der ersten Antwort bekommen, falls sie Wert auf meine Meinung dazu legen sollte, ich habe ja schon oben dargelegt, dass ich ihn richtig finde und für erfolgversprechend halte.
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Die ganze restliche Diskussion über weglaufende Kinder und intakte Elternhäuser hat mit Lexis Problem erstmal nichts zu tun, das ist ein Meinungsaustausch der sich zwischen Tanja und Renate entsponnen hat.
Schönen restlichen Samstag abend und schönen Sonntag an alle Beteiligten und Interessierten.
Renate
Tanja