14jährige zum Lernen motivieren?

Hallo,
meine 14jährige Tochter besucht die Gesamtschule. Leider sind ihre Noten grottenschlecht. Je nachdem ob es sie interessiert oder nicht. Ich weiß, ich weiß… Pubertät.
Aber - vielleicht gibt es doch einen „Trick“ sie zum täglichen Üben, Lernen… Lesen etc.pp. zu motivieren. Sie muss nicht alleine lernen - ich unterstütze sie gerne. Aber wie…?
Heute übten wir widerwillig eine halbe Stunde Englisch Vokabeln. Behalten hat sie nichts…
Hat jemand eine Idee?

Heute übten wir widerwillig eine halbe Stunde Englisch
Vokabeln.

Wie übtet Ihr?

Hallo Wolfgang,

Wie übtet Ihr?

Trocken… Übersetzungen quer - Englisch Deutsch, Deutsch - Englisch… dann schriftlich und solange bis kaum noch Fehler drin sind.

Was mir einfiel. Ein weiteres Problem ist, dass meine Tochter suuper schnell vergisst !!! In jedem Lebensbereich - nicht nur ihre Sachen, das Gelernte in der Schule. Das geht auch in den Freizeitbereich.

Hallo Ratte,
ich glaube nicht, daß ich Dir helfen kann. Aber ich kann Dir versichern, Du stehst nicht allein da.
Bei unserem Großen ist es ähnlich. Lernen - Fehlanzeige, Hefterordnung - Fehlanzeige, mehr machen als unbedingt notwendig - Fehlanzeige.
Manchmal könnte ich die Wände hochgehen.
Aber was aus meiner Sicht das schlimmste ist, er liest nicht. Er ist einfach nicht in der Lage, sich über einen längeren Zeitabschnitt hinzusetzen und mal ein Buch zu lesen. Für mich relativ schlimm, denn ich bin der Meinung, so kann man auch Wissenslücken schließen, indem man eben sich das Wissen anliest.
Gibt man ihm ein Buch, kommt er in der Regel nach ner knappen Stunde und berichtet, daß er schon auf Seite 1xx ist. *Grübel* wie das? Klar er liest nur die Dialoge - denn in seinen Comic-Heften ist es ja genau so - da braucht man doch auch blos die Sprechblasen lesen um zu wissen worum es geht.
Das einzige was mich tröstet, unsere Große (17) hatte eine ähnliche Phase und die war mit ca. 15½ überstanden. Noch 1½ Jahre, na mal sehen.
Gruß Dobbs

Hallo Ratte,

lernen macht nur dann richtig Spass und man behält sehr viel, wenn es für den Lernenden einen Sinn hat oder die Lernmethode Spass macht.

Ansporn beim Sprachen lernen kann eine Bríeffreundschaft sein. Ein gutes Computerprogramm oder Lernkarten können Spass machen. Vielleicht lässt sich auch das Lernen mit Hobbies verbinden.

Oder dem Kind werden Ziele gesetzt. Belohnung für eine Notenverbesserung.
Allerdings finde ich das nicht allzu gut - zumindest hat es bei uns nur zu Frust geführt.

Auch Nachhilfe kann wirklich gut tun. Allein schon, wenn mal jemand anderes von einem was fordert … das ist völlig anders als wenns die eigenen Eltern tun. U.U. brings auch eine selbstgegründete Arbeitsgruppe unter Mitschülern …

Viele Grüße
Utemaus

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Lernen muss man lernen. Ich bilde einen Teil unserer Azubis aus und kenne dieses Problem zur genüge. Zwar sind meine „Babys“ alle ein paar Jahre älter aber behalten tun sie nichts und die Dinge die in der Schule gelehrt wurden sind auch nahezu verschwunden.

Gestern hörte ich im Radio noch einen Bericht wonach es am Ende dieser Woche eine neue Zeitschrift (erscheint wohl monatlich) an den Kiosken geben soll. Diese ist auf Deutsch und Englisch und in Zusammenarbeit mit dem KiKa (Kinderkanal, hier soll es abends auch berichte zum Heft geben). Nun hauptsächlich ging es darum den Kindern die Lust am lernen zu vermitteln und darauf zielte deine Frage ja auch ab.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dir raten die Zeit zum lernen nicht vorzugeben. Orientiert euch nicht zu sehr an den Hausaufgaben oder an den anstehenden Arbeiten.

Wir bügeln auch nur wenn wir Lust haben und neigen auch dazu es mal um einen oder den anderen Tag zu verschieben. Es macht keinen Sinn eine halbe Stunde zu üben wenn das Kind keine Lust hat, in Gedanken vielleicht bei seinen Freunden, auf dem Fussballfeld oder sonstwo ist.

Ich für meinen Teile stecke Lernziele etwas langfristiger und neige dazu eine Terminvereinbarung zusammen mit den Teenies zu treffen. So ganz nach dem Motto, was meinst du bis wann du das gelernt hast. Selbstverständlich frage ich zwischendurch mal nach wie weit „wir“ denn sind, auch frage ich das Gelernte nicht gleich am Stichtag ab, eher ein paar Tage später.

Dieser Spruch mit Zuckerbrot und Peitsche funktioniert meiner Meinung nach nicht, somit suche ich individuell nach Lösungen. Eine andere Lösung die hin und wieder funktioniert, ist das Lernen in Gruppen. Habt Ihr schon mal versucht die Hausaufgaben mit einer Freundin oder einem Freund eures Kindes zu machen ? Es muss ja auch nicht unbedingt zu hause sein, man kann ja auch zum Beispiel mal zur Abwechslung im Cafe lernen.

Aus vielen Dingen kann man auch ein Spiel machen. Wer zum Beispiel errechnet den Gesamtpreis des Einkaufswagens bevor es an die Kasse geht am genauesten. Der Verlierer muss dann abwaschen oder so. Oder von fünf bis sechs sprechen wir alle nur englisch zu Hause, geht in ein Kinofilm der auf englisch im Kino läuft. Es gibt soviel Möglichkeiten von dem direkten lernen wegzugehen, zu lernen ohne, dass das Kind es mitbekommt und wenn gar nichts mehr hilft, dann sprecht es mit dem Kind durch, woran es denn liegt und wie man es wieder in den Griff bekommen kann.

Es ist nicht leicht, ich für meinen Teil gebe so schnell nicht auf. Wenn das eine nicht klappt dann probiere ich das nächste. Wichtig ist nur das die Motivation stimmt und das ist bei den „Grossen“ auch nicht anders.

Viel Glück und viele Grüsse aus Hamburg
MeToo

Hallo Ratte,

Hat jemand eine Idee?

vor einigen Wochen kamen eine Reihe von Sendungen vom BBC über die Pupertät. Ich erinnere mich deshalb daran, weil auch der Lern(un)wille und die Vergeßlichkeit angesprochen wurde. Ich habe mal gegooglet und leider keinen Link dazu gefunden. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es Nachlesbares dazu gibt, wobei du so auf ein paar Ideen für deine Tochter kommen könntest.
So weit ich noch weiß, fehlt den Kindern wirklich der innere Antrieb noch einen Strich zu lernen - immer wieder diese Frage „wozu das Ganze“. Sich mit ihnen zusammen hinsetzen, und zusammen trocken Stoff zu lernen, ändert nichts, denn die Frage bleibt. Hinzu kommt, dass die Frustrationstoleranz da nicht besonders hoch ist. Sprich, wenn kein Erfolg zu verzeichnen ist, dann wird eher resigniert als Kampfesbereitschaft mobilisiert.
Es geht also darum wie und wodurch man sein Kind motiviert. Von verschiedenen Lehrern habe ich erfahren, dass Kinder zeitweise mit ihresgleichen besser lernen können, als mit Erwachsenen (die immer alles besser wissen, was das Selbstwertgefühl nicht gerade verbessert). Ich hatte z.b. einige Brieffreunde in Europa, das war mein Kick von einer Englisch 5 wegzukommen. Man muß halt herausfinden, womit man eine Fremdsprache schmackhaft machen könnte: einen Austauschschüler einladen, NBC-Nachrichten schauen, Liedertexte auf Englisch erfinden und vertonen, kommt immer darauf an, was deine Tochter in der Freizeit am meisten interessiert.
Ist es nicht so, dass wir uns am ehesten am eigenen Zopf hochziehen können, wenn ein attraktiver Weg mit guten Erfolgsaussichten zu erkennen ist? Wer z.b. gerne und gut Musik macht, kann das auch mit einer Fremdsprache verbinden. Dann bekommt Vokabeln lernen einen Sinn. Dann geht es nicht darum Wörter abzuklopfen, sondern sich Handwerkszeug für den Erwerb einer Fähigkeit zuzulegen. Und dafür sind Heranwachsende sehr zugänglich, die anfangen sich immer mehr selbst in ihrem Leben zu orientieren.

Mehr fällt mir momentan nicht ein.
viele Grüße
grilla

Hallo Sandra,

wenn Du im Zusammenhang mit dem Sprachenlernen und Wörtervergessen keine Vokabelkarten erwähnst, dann arbeitet Ihr beide womöglich mit ungeeigneten Lerntechniken.
Statt von außen her die Motivation zu steigern, kann optimierte Lerntechnik die Selbstmotivation durch Lernerfolg steigern.
Die Pubertät setzt dem Lernwillen des Kindes kein Ende; wenn Jugendliche nicht gerne lernen würden, dann wären Computerspiele nicht so beliebt.

Und: Die blasseste Tusche ist immer noch besser als das beste Gedächtnis (chinesisches Sprichwort).

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger