Habe einen befristeten Arbeitsvertrag als Grafik-Designerin. Dieser läuft zum Ende des Jahres aus. Jetzt gibt es von der Fa. ein Angebot als freiberufliche Grafik-Designerin zu arbeiten. Dabei handelt es sich um 66 Std./Monat (mindestens), bei einem Std. Satz von 15 Euro.
Lohnt sich das?
Bzw. wieviel sollte man als Freiberuflicher Mitarbeiter min. verlangen?
Kenne mich damit nicht aus und möchte mich nicht über den Tisch ziehen lassen.
Hallo,
es gibt freie Graphiker, die 40 Euro pro Stunde verlangen.
Es ist eine Frage dessen, ob Du einen Auftraggeber hast, der bereit ist für Deine Leistung zu zahlen.
Wenn Du keine Kunden hast, keine Auftraggeber, dann musst Du mit niedrigem Stundenlohn arbeiten. Das ist eine einfache Frage der marktwirtschaftlichen Verhältnisse (Deinem Können und Deine Kontakte).
Abzuwägen lohnt sich auch folgendes: was ist mehr: 15 Euro pro Stunde oder 0 Euro pro Stunde (=keinen Auftrag).
Hallo,
entschuldige, aber 60 Euro pro Stunde verdient nicht mal ein Arzt! Wir befinden uns gerade in einer Wirtschaftskrise - was sind denn zwei Stunden Arbeit für 120 Euro gegen eine langfristige Perspektive mit einem niedrigen Stundenlohn?
Ich würde da etwas diplomatischer rangehen: 15 Euro pro Stunde für den Einstieg. In dieser (konkret definierter Zeit) wird Dein Können unter Beweis gestellt, danach 25 Euro pro Stunde.
Hallo. Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten!
Es ist folgendermassen:
Ich arbeite dort seit einem Jahr. Klar ich zähle noch zur Berufsanfängerin. Ich habe in der Firma als Praktikantin angefangen, habe jetzt kurzfristig einen befristeten Arbeitsvertrag bekommen, weil wir sehr viel arbeit hatten/haben.
Langfristig wollen sie aber nicht mehr als vier festangstelle Grafiker haben. Ich bin quasi das fünfte Rad am Wagen …
Alle wissen meine Arbeit sehr zu schätzen und alle sind sehr zufrieden mit dem was ich leiste! Meine Kollegen sind entsetzt das ich nicht übernommen werde, weil wir sehr viel arbeit haben und ohne mich ist die Abteilung unterbesetzt. Nur sieht das die Geschäftsleitung etwas anders.
Ich möchte auch nicht ständig mit irgendetwas vertröstet werden.
Andere Kunden hab ich nicht. Weil ich mich mit der Selbständigkeit überhaupt nicht auseinander gesetzt habe. Bis jetzt.
entschuldige, aber 60 Euro pro Stunde verdient nicht mal ein
Arzt! Wir befinden uns gerade in einer Wirtschaftskrise - was
sind denn zwei Stunden Arbeit für 120 Euro gegen eine
langfristige Perspektive mit einem niedrigen Stundenlohn?
Wir reden hier über Bruttoentgelte. Diese müssen versteuert werden, Krankenkasse, Rentenvorsorge und Rücklagen müssen davon gezahlt werden.
Ich würde da etwas diplomatischer rangehen: 15 Euro pro Stunde
für den Einstieg. In dieser (konkret definierter Zeit) wird
Dein Können unter Beweis gestellt, danach 25 Euro pro Stunde.
Zitat aus Ursprungsposting: „Habe einen befristeten Arbeitsvertrag als Grafik-Designerin. Dieser läuft zum Ende des Jahres aus. Jetzt gibt es von der Fa. ein Angebot als freiberufliche Grafik-Designerin zu arbeiten“.
entschuldige, aber 60 Euro pro Stunde verdient nicht mal ein Arzt!
Alle EDV-ler, die ich kenne berechnen zwischen 50 und 60 € die Stunde zuzügl, MwSt. Meine KFZ-Werkstatt hat einen Stundensatz von über 70 €, bei Karosseriearbeiten über 80 €.
sind denn zwei Stunden Arbeit für 120 Euro gegen eine
langfristige Perspektive mit einem niedrigen Stundenlohn?
Du scheinst nicht zu wissen, wie ein selbstständiger kalkulieren muß, damit letztendlich 15 € pro Arbeitsstunde in seiner Tasche bleiben. Vergiß nicht, was da alles an Kosten und abgaben gezahlt werden muß, wovon ein Arbeitnehmer nichts sieht.
Ich würde da etwas diplomatischer rangehen: 15 Euro pro Stunde
für den Einstieg. In dieser (konkret definierter Zeit) wird
Dein Können unter Beweis gestellt, danach 25 Euro pro Stunde.
Mit diesen Beträgen kannst Du nicht überleben. Überleg Dir mal, warum der OP dieses Angebot gemacht wird.
Wenn Du keine Kunden hast, keine Auftraggeber, dann musst Du
mit niedrigem Stundenlohn arbeiten. Das ist eine einfache
Frage der marktwirtschaftlichen Verhältnisse (Deinem Können
und Deine Kontakte).
Abzuwägen lohnt sich auch folgendes: was ist mehr: 15 Euro pro
Stunde oder 0 Euro pro Stunde (=keinen Auftrag).
sitzt Du im Lobbyverband „Pro-Dumpinglöhne“? Die Argumentation würde dazu passen.
Du sollst also von einem befristeten Arbeitsverhältnis in die Selbstständigkeit geschoben werden. Wenn dies dein einziger Auftraggeber ist, wäre dies aus meinem Verständnis eh eine Schein-Selbstständigkeit mit den damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen für den AG.
entschuldige, aber 60 Euro pro Stunde verdient nicht mal ein
Arzt!
Der Vergütungstarifvertrag für Designleistungen, der zwischen der Allianz deutscher Designer als Vertreterin der freiberuflichen Designer und dem Selbständige Design-Studios (SDSt) e. V. greschlossen wurde, sieht derzeit einen Stundensatz von 76 Euro vor - zzgl. Nutzungshonoraren. Das nur mal als Maßstab.
Abzuwägen lohnt sich auch folgendes: was ist mehr: 15 Euro pro
Stunde oder 0 Euro pro Stunde (=keinen Auftrag).
Warum dann nicht gleich für 14 Euro arbeiten? Ist auch mehr als 0. Oder 13 Euro? 12? 11? Warum nicht für einen Euro? Ist alles mehr als 0.
Ich finde den Satz schön, der vor einem halben jahr in der AGD Verbnadszeitschrift gestanden ist: Es gibt Aufträge, da kann man es sich einfach nicht leisten, sie anzunehmen.
Du sollst also von einem befristeten Arbeitsverhältnis in die
Selbstständigkeit geschoben werden. Wenn dies dein einziger
Auftraggeber ist, wäre dies aus meinem Verständnis eh eine
Schein-Selbstständigkeit mit den damit verbundenen rechtlichen
Konsequenzen für den AG.
also für eine Scheinselbstständigkeit bedarf es schon mehr als den Umstand, dass es nur einen Auftraggeber gibt. Das gilt umso mehr, als dass es hier um 66 Std./Monat geht.
Völlig Realtitätsfremd!
Hallo,
bitte in der Realität bleiben - ich kenne keinen, aber auch wirklich NIEMANDEN, der bereit ist diesen Stundensatz zu bezahlen - und ich habe viel mit mit sowohl freien Graphikern als auch mit Unternehmen zu tun, die mit Graphikern arbeiten.
Um diesen Stundensatz zu fordern muss doch erstmal einer da sein, der bereit ist ihn zu bezahlen. Und das wird nur einer tun, wenn er a) Geld hat b) das Können des Graphikers unter Beweis gestellt wurde c) der Graphiker über die ausreichende Ausbildung und Erfahrung verfügt.
Und über Erfahrung verfügt einer definitiv nicht, wenn er sich unsicher ist ob 15 Euro eventuell zu wenig sind.
Alle EDV-ler, die ich kenne berechnen zwischen 50 und 60 € die
Stunde zuzügl, MwSt. Meine KFZ-Werkstatt hat einen Stundensatz
von über 70 €, bei Karosseriearbeiten über 80 €.
Ich habe nicht über den Stundensatz von EDVler oder KFZ-Werksätten geschrieben, sondern bewusst den Arzt genommen. Der Anfangsstundensatz von Ärzten in einem Krankenhaus ist wesentlich niedriger.
Du scheinst nicht zu wissen, wie ein selbstständiger
kalkulieren muß, damit letztendlich 15 € pro Arbeitsstunde in
seiner Tasche bleiben.
Doch, das weiss ich. Wenn Du arbeitslos bist, hast Du weniger. Es geht darum abzuwägen was zukunftsträchtiger ist: einen niedrig bezahlten Stundenlohn und dafür Aussicht auf Folgeaufträge (wo ein höherer Stundensatz vereinbart werden kann), die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, um weitere Aufträge zu erhalten und Erfahrung zu sammeln - oder eben keine Arbeit.
Vergiß nicht, was da alles an Kosten
und abgaben gezahlt werden muß, wovon ein Arbeitnehmer nichts
sieht.
Das interessiert nur keinem Auftraggeber / Arbeitgeber. Er zahlt das was er bereit ist zu zahlen.
Mit diesen Beträgen kannst Du nicht überleben. Überleg Dir
mal, warum der OP dieses Angebot gemacht wird.
Nochmal: Du musst erstmal den Stundensatz rechtfertigen, dich qualifizieren, sonst nützt Dir Deine Forderung nichts.
Das ist für mich ein Dumpinglohn, der, wenn irgend möglich, nicht akzeptiert werden sollte. Dein Arbeitgeber ist fein raus mit deiner freiberuflichen Tätigkeit und das ganze Risiko liegt für dieses unverschämte Lohnangebot bei Dir.
Nur mal folgende kleine Eingangsrechnung:
66 Std/Monat a €15 = € 990 / Monatseinkommen
alleine der niedrigste Krankenkassen / Pflegeversicherungsbetrag kostet dich ca. € 310 / Monat als Selbständiger!!
Nun kommen noch deine Versicherungen als Selbständiger dazu. Bei Krankheit verdienst du gar nichts.
Ich würde mit dem AG reden, ob er dich nicht für z.b. € 800/Monat fest anstellt (dann bezahlt er auch nur minimale Sozialabgaben) und sollte es Mehrarbeit geben kann diese für € 15 / Stunde extra vergütet werden, als ausbezahlte Überstunden.
Mit diesem Modell kannst bist du versichert und abgesichert und kannst Erfahrung sammeln. Dein AG muss nur mehr zahlen, wenn auch mehr Aufträge da sind.
Meine KFZ-Werkstatt hat einen Stundensatz
von über 70 €,
sie hat auch u.a. Hebebühne(n), Auswuchtmaschine(n), Radvermessungsanlage(n), Richtbank/bänke, Ölabscheider etc.
bei Karosseriearbeiten über 80 €.
von meinen Kollegen (E-Ingenieure, die solche Sachen wie die Leitung der Inbetriebnahme von Steuerungen für schwimmende Bohrplattformen machen) werden Autolackierer wegen ihrer Stundensätze zwar mehr mit Spott als mit Neid betrachtet, aber das Gefälle der Stundensätze geht in die Richtung, die man nicht erwarten würde.
Um die in diesem Thread an andrer Stelle auftauchenden 65 € kann einer der genannten Kollegen in seinem Metier erreichen, wenn er ein exzellenter Troubleshooter ist, der auf sich allein gestellt vor Ort „aus nüscht wat machen“ kann und jedes noch so katastrophal zurechtgefummelte System irgendwie zum Laufen bringt.
Überleben geht mit 25…30 € schon, wenn man keine bedeutenden Betriebsausgaben hat, und mehr als Überleben kann ein Einsteiger in einem freien Beruf in der Regel nicht.
wenn ich lektoriere liegt der stundensatz zwischen 32,00 € und 53,00 € die stunde. texte ich, kann ich guten gewissens bis zu 120,00 € berechnen. aber NETTO!
deine 15,00 € sind ein witz. du zahlst dabei drauf! (krankenversicherung, rente, material, fahrkosten, strom, buchhaltung …)