16-jähriger und Hausarbeit

Hallo Ihr Lieben,
in Anlehnung an meine Frage zur Festgefahrenen Situation meines kleinen Hilfsverweigerers stelle ich mir die Frage, was müssen Eure Kids so im Haushalt erledigen und wie klappt das.
Meiner (16) muß den Müll komplett erledigen, die Toilette (wegen seiner „standfesten“ Kumpels) einmal pro Woche die Küche, an Wochenenden die Katze versorgen und natürlich sein Zimmer und seinen Schulkram.
Ich finde das nicht viel, er fühlt sich ausgenutzt und überfordert :wink:

Wie läuft das bei Euch?
Und wie sehen das Eure Kids?
Liebe Grüße
Susanne

Hallo Susanne,

Ich finde das nicht viel, er fühlt sich ausgenutzt und
überfordert :wink:

Ich denke es ist ok, ich hatte in dem Alter mehr Aufgaben.

Wie läuft das bei Euch?

ich hatte Tischdienst, Spülmaschinendienst, jeden Samstag das Badezimmer, zwischendurch mal waschen (das geht ja schnell) wenn keiner Zeit hatte, mein eigene Bügelwäsche (für Elternteile gab es Taschengeldaufschlag) und eigenes falten, einmal die Woche war ich mit Staubsaugen dran und entweder die obere Etage oder die untere putzen. (waren zwei große Kinder, dann kam ein Kleines nach, Mama war arbeiten, Stiefvater war zu dem Zeitpunkt auch beschäftigt)

Und wie sehen das Eure Kids?

Ich hab mich immer und überall beschwert ;o) Es ging nie ohne Kampf aus, manchmal mit Wuttränen, weil ich das Gefühl hatte, mein Bruder müsse weniger machen - wie das halt so ist ;o)

Liebe Grüße

dir auch, und Durchhaltevermögen bei deinem Sohn!

Dany

Hi,

ich kann nicht wirklich mitreden dein unsere beiden Rocker sind noch zu klein. Generell freue ich mich wenn sie mithelfen und hin und wieder frage ich/wir auch mal aber wichtig finde ich neben dem lernen vom selbstständig werden auch, dass die Kindheit, Kindheit bleiben sollte.

Die schönste Zeit im Leben, wo es eben nicht nur Verpflichtungen gibt.( Schule, Ausbildung, etc. sind schon große Aufgaben), sollte auch noch Platz für Spaß und Freude bleiben.

Viele Grüße
MeToo

Hi, you
ja, und das klappt auch, es macht Spaß die Dinge mit den Eltern zusammen zu tun, Anerkennung für selbst geleistetes zu bekommen, Stolz auf sich selbst zu sein.
Und dann tritt plötzlich und unerwartet eine Gehirnbeeinträchtigung namens Pubertät ein, und alles ist anders.
Alles wird in Frage gestellt und Intelligenz äußert sich in den 5 besten Taktiken alles bisher feststehende ins Wanken zu bringen - immer und immer wieder.
Elternschaft ist dann besonders gelungen, wenn man es schafft in dieser Zeit die 5 dazugehörenden Gegen-Taktiken entwickelt, die das persönliche Weltgefüge trotzdem zusammenhalten. Und alles, was funktioniert ist gut.
Nur manchmal landet man in einer Sackgasse, steht mit der Nase an der Mauer und sieht darum die Tür nicht mehr.
Genau dann ist es richtig gut dass es Euch alle gibt.
Lieben Gruß
Susanne

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moin,

ich habe meinen kids von anfang an klar gemacht, dass JEDER bestimmte aufgaben in einer lebensgemeinschaft zu erfuellen hat.
das haben die dann auch sehr schnell begriffen und umgesetzt, naemlich spaetestens dann, wenn ICH mal nicht so - wie erwartet - funktionierte.

meine funktion war z.b. kistenweise limo oder cola beizufahren - wenn das nicht im hause war, gab es lecker leitungswasser, oder von mir wurde erwartet, dass in der kuehltruhe auch mal eis oder ein anderes leckerchen war, was auch nur funktionierte, wenn ich wollte…

kurzúm: das system beruhte auf erzeugtem „mangel“ an nicht lebensnotwendigen, aber geliebten dingen…

dieser mangel wurde allerseits als deutlicher eingriff in die lebensqualitaet angesehen, und da hatte ich dann gute argumente, darzustellen, dass ich gewisse „maengel“ auch als sehr einschneidend empfinde.

zusaetzlich gab es fuer meine kids die moeglichkeit, sich etwas extra nebenher zu erarbeiten.
so sehe ich z.b. eine autowaesche als mein persoenlich zu loesendes problem an, habe aber nix dagegen, den kids die 8-10 euro fuer gute arbeit zu geben, als sie einer waschanlage hinterher zu werfen.

das galt aber - wohl gemerkt - nur fuer zusaetzliche anfallende arbeiten, die ich vom allgemeinen haushalt abtrennte!

gruss
khs

hallo Susanne,

kinder habe ich keine, aber ich kann was dazu sagen:

als ich 16 war zog der freund meiner mutter zu uns, bis dahin war ich 14 jahre mit ihr allein.

als studierende und später 100% berufstätige frau war ihr von anfang an klar, das ein haushalt nur als team funktionieren kann.
dein sohn scheint zu glauben, das seine mutter eine hausangestellte ist, aber auch ihm sollte klar werden, das du mit deinem job nicht nur weniger zeit, als er, hat, sondern auch diejenige bist, die das geld heran schafft. wenn ich das so lese, macht dein sohn nicht zu viel.

ich erinnere mich gut an meine haushaltjobs. ich habe nie, auch nicht in der sehr heftigen pubertät, ernsthaft dagegen rebelliert, anscheinend war das etwas, das ich immer eingesehen habe:

  1. der übliche kleinkram wie müll rausbringen, töpfe aufräumen und spülmaschineausräumen.

2.morgens zusammen aufstehen und zusammen ins bad (naja, mit einem sohn vielleicht schwieriger…), meine mutter war dann mit schminken beschäftigt und ich machte in der zeit das frühstück (schon als vierjährige)und pausenbrote.

3.mittags kam ich meist eine halbe stunde vor ihr heim, also war ich dran mit mittagessen machen. das war damals meist miracoli, fischstäbchen mit irgned einem büchsengemüse, gefüllte omelette oder anderes einfaches und schnelles, aber dadurch konnte sie ihre mittagspause etwas mehr geniesen.

4.mein zimmer und der hamster waren komplett meine sache, aber ich habe auch die ganze wohnung gesaugt.

abendessen hat sie oder wir zusammen gemacht, auch eingekauft und für sauberkeit im haus war sie zuständig, sobald sie es sich leisten konnte, gabs dann einmal die woche eine putzfrau (das würde ich dir auch empfehlen, es entlastet ungemein). das alltägliche chaos, die wäsche, der ganze papierkram, die unmengen an zimmerpflanzen und was sonst noch so alles gemacht werden muss, sie war auch damit ziemlich beschäftigt.

da mein stief (und nun adoptiv-)vater meist zu hause arbeitet und ein hervoragender koch ist, hat er sich natürlich nach seinem einzug um das essen gekümmert und die gesamte hausarbeit wurde neu aufgeteilt. aber den einen oder anderen posten habe ich natürlich behalten.

nein, du nutzt deinen sohn nicht aus, sondern er eher dich, wenn er sich weigert. er darf sich auch nicht mit seine freunden, bei denen beide eltern vorhanden sind vergleichen. schon wenn geschwister vorhanden sond, verteilen sich die ämter auf mehrere personen.

ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ein 16-jähriger das noch einsieht, vielleicht muss man wirklich damit vom kleinstkindalter an aufwachsen.

herzliche grüsse, Sama

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Hallo,

Meiner (16) muß den Müll komplett erledigen, die Toilette
(wegen seiner „standfesten“ Kumpels) einmal pro Woche die
Küche, an Wochenenden die Katze versorgen und natürlich sein
Zimmer und seinen Schulkram.
Ich finde das nicht viel, er fühlt sich ausgenutzt und
überfordert :wink:

ich seh es mal aus meiner Sicht als irgendwann mal 16jährig Gewesene. :smile:

Tatsächlich würde ich mich bei deiner Beschreibung auch ausgenutzt fühlen. Nicht wegen der Menge der Arbeit sondern wegen der Verteilung. Jedes Wochenende Katze versorgen und immer den Müll … Das schränkt die Freizeit extrem ein und sieht aus, als würden die nervigen Arbeiten auf ihn abgeschoben.

Bei uns lief es damals anders: Wir hatten eine Art Arbeitsplan. Jede Woche war jemand anderes z.B. mit Putzen dran, beim Spülen hat einer gespült, der andere abgetrocknet, beim nächsten Mal dann umgekehrt. Auerßdem galt: In Ausnahmefällen kann man eine „Schicht“ tauschen.

Das lässt mehr Freiraum und man weiß, dass jeder mal die Drecksarbeit macht.

Das Klo allerdings würd ich ihn genau immer dann putzen lassen, wenn er es eingesaut hat!

Gruß
Cess

Hi Cess
ja der Plan klingt sehr dogmatisch,- ist er aber nicht. Das sind die Sachen die er sich selbst ausgesucht hat. Altglas wegbringen oder Einkaufen gehen wollte er nicht, weil ihn da einer seiner Kumpels bei (entwürdigender) Arbeit sehen könnte.
Vieles will er gar nicht und wenn er mal was anderes machen will, kann er sich bei mir melden, das weiß er auch.
Mit der Toilette gibt es aber kein Pardon. Wenn seine Kumpels mir die Toilette einsauen, greif ich sie mir entweder und sprech sie drauf an, oder, wenn ihm das zu peinlich ist, macht er das weg.

Und als theoretische Größe sieht er es ja auch ein, nur hat er ein Sch****-Zeitmanagement und fühlt sich dadurch allein schon permanent überlastet.
Seufz.
Susanne

Hey,

Vieles will er gar nicht und wenn er mal was anderes machen
will, kann er sich bei mir melden, das weiß er auch.

mh, dann ist es genau andersrum: Du machst die Drecksarbeit und er sucht sich aus, was ihm passt. So gehts natürlich auch nicht.

Ich denke, du solltest bestimmen, wer was macht, nur eben nach dem Motto „jeder muss mal ran“. Ich finde es bedenklich, dass er meint, seine Kumpels könnten ihn bei entwürdigender Arbeit sehen. Ist es so abwegig, zu Hause zu helfen? Was gemacht werden muss, muss eben gemacht werden, Punkt. Und wenn er das Altglas nicht wegbringen will, obwohl er dran ist, dann wirds eben in seinem Zimmer gestapelt.

Ich hab keine Kinder, drum kann ich mir nicht mal annähernd vorstellen, wie schwer es ist, sowas durchzusetzen. Ich hab aber schon in WGs gelebt, und da muss man auch manchmal „erzieherisch“ tätig sein, weil sonst die Arbeit an einem hängenbleibt. :smile:

Gruß
Cess

Eltern helfen Kindern
Hallo Susanne,

meines kleinen Hilfsverweigerers

In einem schlauen Buch hab ich mal was gelesen, was mir die Augen geöffnet hat. Nicht die Kinder sind es, die den Eltern helfen müssen - es ist andersrum: Je kleiner die Kinder, um so mehr müssen die ELTERN ihnen helfen. Je größer sie werden, um so mehr können sie allein tun - und müssen das dann eben auch. Und DAS musst du ihm klar machen.
Es geht dann zu Hause „nur“ noch um eine praktische und gerechte Arbeitsteilung.

Wie läuft das bei Euch?

Meine Kinder sind erst 8 und 10, und müssen sich immer abwechselnd einer um die Haustiere, und einer um Mitarbeit in der Küche kümmern (v.a. Tisch decken und Abräumen, Spülmaschine aufräumen). Ist zu wenig, ich weiß :smile:

Viel Erfolg,

Matilda

Hallo Susanne,

mit 16 habe ich schon nicht mehr zu Hause gelebt, sondern im Internat. Da standen auf dem Plan:

Wäsche waschen und bügeln
Zimmer komplett aufräumen (Staubwischen, saugen, Fenster wischen, Schränke auswischen, Waschbecken reinigen) und zwar jede Woche zumindest Beseitigung des Grundchaos - Freitag war „Abnahme“ des Zimmers und nur wer aufgeräumt hatte durfte am WE weg fahren.
Einkaufen für den persönlichen Bedarf

Programm für alle Internatsbewohner war der „Pflichtdienst“, dh eine Stunde am Tag einen zugeteilten Bereich reinigen. Das konnte sein: Zufahrten fegen, Gemeinschaftsbäder und Klos putzen, Flure saugen, Gemeinschaftsküche putzen (inklusive Kühlschränke, dreckige Töpfe, stehen gelassenes Geschirr), Verwaltungsgebäude reinigen.

Die Schule hat keine Putzmanschaft beschäftigt, sondern alle Klassenräume etc. wurden von den Schülern selbst gereinigt. Das passierte im rotierenden System. Immer 2 Personen waren für eine Woche verantwortlich für das Saugen des Klassenzimmers, reinigen der Tafel, Papier raus bringen…

Dazu kamen bei den meisten von uns noch Tätigkeiten zum Taschengeld aufbessern, wie der Spüldienst in der Mensa oder Tische reinigen oder Boden wischen und zwar täglich.

Ich muss zugeben, das Internatsleben war im Vergleich zu den Tätigkeiten, welche ich zu Hause zu erledigen hatte Freizeit. Meine Eltern haben sich getrennt, da war ich so 8 oder 10 und ab da musste ich mit anpacken. … Spülen jeden Tag / Wäsche aufhängen/ Wäsche waschen wenns um die Handwäsche ging/ Saugen, Wischen, Garten Rasen mähen, Garten gießen, Einkaufen, Müll rausbringen… das volle Programm eben. Jeden Tag mindestens eine Stunde und vorher war an Spielen etc. nicht zu denken. Der Vater war arbeiten, also musste ich das Nötigste im Haus machen… halt immer das was gerade anlag und auch der Vater nicht geschafft hat. Wenn der Vater morgens die Wäsche gewaschen hat, war klar, dass ich sie mittags aufhänge, wenn ich aus der Schule komme… da gabs dann auch irgendwie gar keine Diskussion.

Auch wenn ich Putzen nach wie vor nicht zu meinen Lieblingsaufgaben zähle - geschadet hats nicht und auch die Noten in der Schule und die Freizeit hat nicht darunter geleidet. Vielmehr habe ich gelernt meine Zeit sinnvoll einzuteilen und Dinge hintereinander abzuarbeiten, um dann noch vieeeel Zeit für die Schönen Dinge im Leben übrig zu haben.

Hallo Susanne,
kann er schon kochen?? :wink:)Dann wirds aber Zeit!

Gruß,
Claudia

Hallo Susanne,

ich würde auch gerne wissen, wieviel Zeit Dein Sohn für die Schule investieren muß - ist ja teilweise nicht eben wenig.
Falls da viel zusammenkommt, finde ich, dass er genug Hausarbeit macht - schließlich braucht man auch in dem Alter viel Freizeit mit Freunden.
Ich muß gestehen, ich habe (als Bauernkind, also ohne Putzfrau oder sonstigen Luxus) in dem Alter eher weniger machen müssen. Dafür vielleicht bei der Ernte etwas mehr, aber auch nicht sehr viel und gegen kleines Entgeld.
Zuviel war es einem immer, weil man ja Besseres zu tun hatte, ich denke, der Protest ist normal (stell Dir bloß mal vor, Dein Sohn hätte nichts Besseres zu tun - dann hättest Du m. E. wirklich Grund zur Sorge).

Gruß, Anne

Hallo Susanne! Die Kinder wollen in der Regel nicht helfen, (auch nichts fürs Leben lernen), laß sie. Du ärgerst dich nur, selbst wenn sie unwillig, mit maueligen Gesicht die Arbeit schlecht machen. Das Leben wird sie später lehren… Ich habe in meinem PC. einen Ordner:„Die einfallsreichsten Ausreden.“ Da kann ich mich kaputtlachen. Man muß den Humor finden und dankbar sein, daß man auf diese Kinder nicht angewiesen ist. Die Hausarbeit macht meine Muskeln stark, das sind schöne Muskeln! Gruß Erika

Hallo Susanne,

ich habe deinen Beitrag erst eben gelesen und muss sagen das Du mit Deinem 16-jährigen noch richtig Glück hast.

Wir haben eine 18-jährige die sich zwar mittlerweile wieder gefangen hat, aber mit Schlag 15 Jahren drehte sie nur noch am Rad. Wir waren froh, wenn sie überhaupt mal nach Hause kam. Wir kannten mit einem Schlag ihre Freunde nicht mehr, sie fing an zu kiffen, irgendwelche Pillen zu schlucken und und und…
Plötzlich nur noch Probleme und Sorgen, schlaflose Nächte. Wir haben versucht Hilfe beim Jugendamt zu bekommen, waren zur Erziehungsberatung, aber keiner hat so wirklich geholfen.
Als härteste Erziehungsmaßnahme (in Absprache mit dem Jugendamt) haben wir sie im Schlafsack vor der Haustür schlafen lassen wenn sie mal wieder meinte zu spät und zugekifft nach Hause kommen zu müssen.
Wir leben in einem kleinen Ort wo wir immer dachten hier ist die welt noch in Ordnung.

Sie hat die Schule geschmissen und eben die ganze Palette. Da habe ich mir über zuwenig Hilfe im Haushalt keine Gedanken machen müssen. Wir hatten genug damit zu tun sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Mittlerweile macht sie eine Ausbildung, man kann sich wieder mit ihr Unterhalten und sie denkt an Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für uns und weiß es heute sogar zu schätzen das wir damals so hart mit ihr umgesprungen sind.

So, liebe Susanne… sei einfach auch ein bisschen froh das Dir solche Sachen bisher erspart geblieben sind und lass Deinem Sohn die Freiheit die sie in dem Alter brauchen (wir waren doch früher auch nicht viel anders oder?)

Viele liebe Grüße,
meggi

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