hallo Nicole,
ich glaube ich habe es nicht deutlich genug gesagt: ich selbst muss um 6:30 im Dienst sein, meine Tochter um 5;45 und es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel, um so früh da zu sein.
Also muss ich um 5:20 -30 los. Dazu kommt, ich brauche 2 Stunden wenn faul 1 1/2 Std. Krankengymnastik jeden Morgen, um mich bewegen zu können, mit duschen und allem drum und dran benötige ich 3 Stunden (wobei das mit beiden Kindern gemeinsame Frühstück eingeschlossen ist).
Es ist die einzige Mahlzeit, zu der wir alle zuhause sind. Und auch die Kinder/Erwachsenen stehen immer mit auf, wenn ich allein aus dem Haus muss.
Aber mit den 3 Stunden = 5:20 ./. 3 ( wenn faul 2 1/2 Std.) bleibt für mich immer 2:20 aufstehen oder mit der Gesundheit schluren. Das kann ich mir nicht erlauben, weil ich arbeiten will und muss!
Es ist ja so, jeder Arzt würde mir sofort bescheinigen, dass ich in Pension gehen kann. Nur … ich habe als Mutter 2 x 3 Jahre nicht gearbeitet (bzw. nur zuhause,hi) und dann 10 Jahre 1/2tags, was bedeutet, dass ich momentan auf 40,8 % Pension komme - und das reicht gerade für Miete, Strom und Heizung. Darum kann ich nicht aufhören zu arbeiten, und muss diese morgendliche Tortur (die es auch manchmal für mich ist) auf mich nehmen.
Wecken tu ich beide jetzt seit einer Woche nicht mehr, weil es immer nervig war. Ergebnis; mein Sohn geht manchmal ungewaschen aus dem Haus, und meine Tochter ist maulig.
Aber es sind die vielen kleinen Dinge des Haushalts, die gerichtet werden müssen und von mir teilweise körperlich gar nicht mehr möglich sind. Und das sieht sie im Moment nicht ein.
Darum habe ich ihr gesagt, sie müsste dann zur Ausbildungsstelle gehen und darum bitten, busgerecht den Dienst beginnen zu können. Ich würde wegen ihr nicht mehr hetzen. Momentan klappt es - vielleicht weil ich nach den Postings ernst genug meine Meinung kundgetan habe.
Ausserdem lasse ich ihre Wäsche konsequent liegen, wenn sie keinen „Bock“ hat, selbst zu denken und zu schauen,was gewaschen und aufgehängt werden muss. Es fällt mir sehr schwer, meine Gymastik im Badezimmer zu machen, wo getragene Wäsche liegt, aber es klappt … immer öfter.
Wenn sie Spätschicht hat, hole ich sie nicht mehr ab,andere müssen auch damit leben, dass sie um 22:00 erst zuhause sind. Ist doof im Dunkeln, habe ihr Spray und Taschenlampe gekauft, weil sie durch einen sehr kritischen Stadtteil (Schwimmhalle liegt im Problemstadtteil mit vielen Alkoholikern und Fixern in den Hausfluren und Ecken) laufen muss.
Ich habe mir einige Tipps sehr zum Herzen genommen, nur um überhaupt noch Familienleben zu haben, ist das Frühstück - trotz aller Hindernisse - von beiden noch gewollt.
Und die Zimmer beider Kinder betrete ich seit mehr als 10 Jahren selten, sie sind für alles allein verantwortlich. Mein Sohn schafft Ordnung, wenn mal ein Mädchen kommt (wobei er nur den PC im Kopf hat, *g*) und meine Tochter lebt und klettert — interessiert mich nicht.
Mir ist halt die untere Etage wichtig, weil da auch fremde Besucher kommen und ich auf Ordnung im Eingangsbereich usw. bestehe. Und durch den Hund, muss halt jeden Tag gesaugt werden. Das haben die Kinder uneingeschränkt zu tun – ich kann es nicht mehr. Ich habe meinen Sohn anfangs mal nachts um 3 aus dem Bett gejagt, um das vergessene Saugen nachzuholen. Seitdem saugt er regelmässig am frühen Abend, wenn er um 21:00 vom Dienst kommt.
Früher habe ich nur stillschweigend alles mit erledigt – und das tue ich heute nicht mehr. Viele Arbeiten könnte man ja am Wochenende erledigen - wenn nicht wie meine Tochter — nur ausgehen, saufen, p…, auf dem Plan stände.
Gerade am Montag war es für mich (nur für mich) schmunzelnd, weil ihr Trainingsanzug (sie lernt in der Schwimmhalle) nicht gewaschen war. Dumm, sehr dumm, gelaufen. Weil der Ausbilder darauf besteht, dass sie die beschriftete Kleidung tragen. Auch die Poloshirts – sie lagen alle noch im Bad.
Ihr dürft mir glauben, mir fällt es schwer, wenn sie ungebügelt und mit einem eigentlich verschwitzen T-Shirt oder nicht beschriftetem T-Shirt los geht… ich versuche, es als mir egal anzusehen.
Letzte Konsequenz wäre halt, auszuziehen, und sie in eine WG bis sie genug für eine Wohnung verdient, und dann muss mein Nebenjob aber so klappen, dass ich die Kosten allein tragen kann. Das ist halt eine ungünstige Situation.
Mein Sohn macht gar keine Anstalten, auszuziehen, auch wenn er jeden Tag morgens und abends je 2 Stunden Fahrzeit hat. Bis auf sein Zimmer läuft es soweit, und ich habe ihn auch trainieren lassen, nicht immer alles seiner „kleinen“ Schwester abzunehmen. Klappt sehr gut, die fetzen sich gelegentlich ordentlich - das kostet dann aber nicht meine Nerven .
Obwohl — ich hasse Streit und Krach und Auseinandersetzungen. Habe dies aber lernen müssen, um selber genügend Luft zum Atmen zu haben. Und daran arbeite ich täglich neu. Automatisch läuft es bei mir noch nicht, aber mit Nachdenken klappt es immer besser. Ich habe halt sowohl die 20 Ehejahre und erst recht die Zeit danach immer Raubbau mit meiner Gesundheit und meinen Gefühlen getrieben.
Aber wie heisst es: man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu… in diesem Sinne noch einmal danke für dein Posting und einen schönen Tag
Chris
Rolf hat recht: gib ihr einen Wecker! Auch wenn Du aufstehst,
mach halt was anderes, brüh Dir’n Kaffee, und sollte sie mal
massiv verschlafen…na ja, musst Du sehen.
Bei uns lief es ähnlich ab (auch diese Uhrzeiten), aber ich
fand es nur nervend, weil meine Mutter früh mit mir aufstand,
und das halbe Haus verrückt machte.
Irgendwann hatte sie wohl genug, und meinte, sei will jetzt
auch mal auschlafen früh.
Mir war das nur recht, es lief alles unabhängiger.
Pünktlich bin ich immer gekommen, aber dafür bedeutete mir die
Lehre auch alles. Na ja, fast alles. 
Braucht Dich Deine Tochter wirklich noch so dringend?
(Schnitten schmieren, Tasche richten, Türen abschliessen etc.)
Nur so am Rande.
Gruss,
Nicole