18W-Esl 130 mA

Hallo,
also ich habe mir grad wieder Markenenergiesparlampen (Phillips Genie) Energieeff.A gekauft und bin nun etwas verunsichert da bei den Angaben 230-240V 18 Watt und 130 mA
bei mir so um die 30Watt (230V) herauskommt.
ist 18 Watt die tasächliche Nutzleistung an der Röhre und 12 Watt Verlust im elektronischen Vorschaltgerät? oder etwa 130 mA der Einschaltstrom im kalten Zustand?
Oder was braucht die wirklich bzw. was wird am Zähler gemessen?

Ol

Hallo,

230-240V 18 Watt und 130 mA

die Stromangabe könnte sich auf den maximalen Strom beziehen, die Leistungsangabe auf die Effektivleistung.
Wenn das Vorschaltgerät wirklich 12Watt verbrät, verbrennst Du Dir die Finger dran. Da das aber nicht der Fall ist…
Gruß
loderunner

Hallo,

ich habe eine Reflektor-ESL von Phillips (Downlight) mit Nennleistung 8W. Die Stromaufnahme ist mit 60mA angegeben. Also 13,8VA.

Gemessen habe ich Folgendes: Stromaufnahme@230V=0,059A.
Die Aufgenommene SCHEINleistung ist also 13,6VA (nicht W).

Mit einem Leistungsmesser erhalte ich 8,8W Wirkleistung, 13,6 VA Scheinleistung; cosphi=0,64. Passt alles prima zusammen.

Wenn man bei Deiner Lampe auch einen cosphi von 0,64 annimmt, kommst Du bei Nennleistung 18W auf eine Scheinleistung von 28VA. Bei 230V hast Du somit rechnerisch einen Strom von 122mA, was der Angabe auf der Packung schon recht nahe kommt.

Ergebnis: Bei beiden Lampen stehen die Packungsangaben in einem sinnvollen Zusammenhang.
Wie viel der Wirkleistung allerdings in Verlustwäre und wie viel in Licht umgesetzt wird, kann man nicht so einfach ermitteln.

Viele Grüße,
Jürgen

Hallo Jürgen,
danke für deine Ausführungen, also der Stromzähler würde auf ca.18Wh (bei einer Stunde) kommen.
Ein Amperemeter zeigt den Strom an also hat die Lampe zwar 30VA aber nur 18W.
Naja das mit Scheinlast, Wirklast, Blindstrom war mir nie so ganz klar.
ein Haushaltswechselstromzähler zählt die Wirklast also 18W.
ein Industriebetriebzähler die Scheinlast? deshalb haben die Blinstromkompensatoren?

OL

Hallo Fragewurm,

Naja das mit Scheinlast, Wirklast, Blindstrom war mir nie so
ganz klar.
ein Haushaltswechselstromzähler zählt die Wirklast also 18W.
ein Industriebetriebzähler die Scheinlast? deshalb haben die
Blinstromkompensatoren?

-Leistung nicht -Last :smile:

Bei einer ohmschen Last haben Spannung und Strom die selbe Phasenlage. Also im Nulldurchgang der Spannung, hat auch der Strom seinen Nulldurchgang.

Wenn du nun die Augenblickswerte von Strom und Spannung miteinander multiplizierst und aufaddierst (Integral) erhältst du die Wirkleistung.
Kannst du hier als Zeichnung sehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Blindleistung#Festlegungen

Wenn jetzt Strom und Spannung gegeneinander verschoben sind erhältst du einen kleineren Wert.Aber nur diesen kann der normale Zähler erfassen.
Kannst du hier als Zeichnung sehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Blindleistung#Ursache

Du beziehst also einen Teil der Energie ohne Verrechnung, aber das Kraftwerk muss diesen trotzdem Liefern.

Wenn der Verdacht besteht, dass zu viel Blindleistung bezogen wird, installiert das EVU zusätzlich einen Blindleistungszähler. Die Blindleistung wird aber mit einem wesentlich höheren Tarif verrechnet, als die Wirkleistung.
Dies wiederum veranlasst den Verbraucher eine Blindstromkompensation zu installieren um die Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung gegen 0° zu bringen.
Praktisch verwendet man aber nicht die Phasenverschiebung, sondern den Laistungsfaktor cosφ:
http://de.wikipedia.org/wiki/Cos_phi

MfG Peter(TOO)

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Hallo Peter, du kannst mich gerne Fragewurm nennen, auch wenn ich meinen Nick unten anführe.
Danke auch für deine Ausführung.

Nun soweit ich das jetzt verstanden habe, ist der Verbrauch inkl. Blindleistung in meinem Beispiel 30W bei der 18 W Energiesparlampe, doch muß ich nur 18 Watt bezahlen.
Sie gibt zwar angeblich Licht für 100 Watt Glühlicht, subjektiv sinds aber höchstens 60 Watt.

Naja bleibt noch ein gewisser Fortschritt über.

Ist da nicht zu erwarten (auch lt Wiki) daß mit Austausch aller Glühlampen in ESLs und E-Herde in Induktionskochfelder, die ohmschen Lasten zurückgehen und damit vielmehr Induktive Leistung, verbunden mit nicht erfasster Blindleistung, bezogen wird, was wiederum den Strompreis nach oben beeinflussen wird?

Offline

Hallo Offline,

Ist da nicht zu erwarten (auch lt Wiki) daß mit Austausch
aller Glühlampen in ESLs und E-Herde in Induktionskochfelder,
die ohmschen Lasten zurückgehen und damit vielmehr Induktive
Leistung, verbunden mit nicht erfasster Blindleistung, bezogen
wird, was wiederum den Strompreis nach oben beeinflussen wird?

Bei Leuchtstoflampen mit Drossel als Vorschaltgerät gibt es schon seit Jahrzehnten eine Vorschrift, dass bei Leuchtbändern pro 2 oder 3 (weiss ich nicht mehr genau) Drosseln ein Kondensator eingebaut werden muss um die Blindleistung zu kompensieren.

Auch bei einer ESL kann man technisch cosphi kompensieren.
Das von Jürgen vermessene Leuchtmittel ist mit cosphi= 0.64 etwas knapp dimensioniert.
Meist liegt die zulässige Grenze für cosphi bei 0.7, die gilt aber für das was am Zähler gemessen wird.
Es kann sein, dass in Zukunft die Vorschriften für ESL dahingehend angepasst werden.

Praktisch ist es so, dass eine ESL eine kapazitive Last darstellt und z.B. ein Netzteiltrafo eine induktive. Diese beiden können sich dann gegenseitig kompensieren (Hier helfen dann die billigen Steckernetzteile).

Andererseits nehmen Schaltnetzteile in Geräten zu und einfache Trafos ab. Schaltnetzteile sind auch kapazitive Lasten. Allerdings greift hier die Vorschrift für PCF, welche auch die Blindleistung kompensiert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsfaktorkorrektur

MfG Peter(TOO)