190 e 1,8

Hallo Leute,

es geht um einen „Klassiker“:
Merzedes-Benz 190 E 1,8, Baujahr 1991, knapp 70 tkm, gepflegt.
Gefahren wurde er eher auf kurzen Strecken und vorsichtig, eher in der Stadt als auf der Autobahn.

Nun zu meinen Fragen:
Sind die Motoren so gut wie viele Menschen meinen: „er läuft und läuft und…“? Oder gilt das eher für Diesel?

Wo liegen die Schwächen des Wagens?
Die Stärken?

Was kann durch falsches Handling (zu schnell hochtourig u.ä…) zu beachten/vermeiden sein…?

Mit welchem Verbrauch muss ich (anfangs) rechnen und wer hat einen Anhaltspunkt, was das Auto bei sparsamer Fahrweise (früh schalten etc…) verbraucht?

Wer kann mit Tipps zu diesem KFZ geben!?!?
Worauf soll ich beim Ortstermin und bei der Probefahrt achten!?!?

Viiiiiielen Dank!
Herzliche Grüße
Jogi

Hallo Jürgen,

siehe mal hier :

http://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_W201

Gruß
Mücke

Moin!

es geht um einen „Klassiker“:
Merzedes-Benz 190 E 1,8, Baujahr 1991,

Das ist kein Klassiker, sondern ein hässlicher, alter, solider Gebrauchtwagen…

knapp 70 tkm, gepflegt.
Gefahren wurde er eher auf kurzen Strecken und vorsichtig,
eher in der Stadt als auf der Autobahn.

Das ist generell schlecht, für den 190er aber nicht unbedingt ein Problem, solange immer mal wieder das Öl gewechselt wurde.

Nun zu meinen Fragen:
Sind die Motoren so gut wie viele Menschen meinen: „er läuft
und läuft und…“? Oder gilt das eher für Diesel?

Die Lebenserwartung dürfte weit über derjenigen eines modernen Diesels liegen.
Die alten Diesel aus dem 190er wird er möglicherweise nicht überrunden, bei guter Pflege sind aber trotzdem noch 700.000 Km drin.
Bei 70.000 und vernünftiger Fahrweise ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Motor sich noch innerhalb der Werte und Maße eines Neuwagens bewegt.

Wo liegen die Schwächen des Wagens?

Bei dem Alter v.a. Rost, Überalterung der Fahrwerksgummis, hakeliges, aber haltbares Schaltgetriebe, keine nennenswerte Motorleistung, normalerweise mehr als armselige Ausstattung, seltens eine Klimaanlage. Fahrersitz manchmal durchgesessen.
Alles lösbar.

Die Stärken?

Sehr haltbare Mechanik, verhältnismässig geringer Spritverbrauch, niedrige Fixkosten, jeder kann den Wagen reparieren, kaum Elektronik, bequemes, ruhiges und sicheres Fahrverhalten.
Vergleichsweise hoher Sicherheitsstandard für das Baujahr.
Gute Heizung, einfachste Bedienung.

Was kann durch falsches Handling (zu schnell hochtourig
u.ä…) zu beachten/vermeiden sein…?

Viele Kurzstrecken sind ungünstig, aber auch kein großes Problem, wenn das Auto immer sauber warm gefahren wird. Hohe Drehzahlen erst, wenn das Motoröl auf Betriebstemperatur ist (nach ca. 20-30 min. Fahrt). Das gilt füre alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Ein 190 1.8 steckt schlechte Behandlung wohl eher besonders gut weg.

Mit welchem Verbrauch muss ich (anfangs) rechnen und wer hat
einen Anhaltspunkt, was das Auto bei sparsamer Fahrweise (früh
schalten etc…) verbraucht?

Solche Autos brauchen zwischen 8 und 13 L, je nach Fahrweise und Streckenprofil.
Ich erinnere mich an einen 190E 2.0, mit dem ich ca. 10 L bei gemischter, zügiger Fahrweise verbrauchte.
Durch das getriebe mit lediglich 4 Gängen, welches der Wagen möglicherweise nur hat, kann der Spritverbrauch auf der Autobahn bei Vollgas ordentlich ansteigen.

Halte Dich nicht an einem Liter mehr oder weniger Spritverbrauch auf, sofern Du unter 50.000 Km im jahr fährst.
Rechne Dir besser durch, was das kostet und stelle dem einige hundert Euro mögliche Ersparnis bei Wartungskosten, Steuern und Versicherung entgegen. Falls Du mit einem Diesel, auch neueren Baujahres, vergleichen solltest, geht die Ersparnis mit einem alten, gepflegten Benziner bei geringer Jahresfahrleistung eher noch in die Tausende.

Sehr wichtig ist auch, dass der Wagen einfach mit günstigen Ersatzteilen repariert werden kann (beim 190er der Fall).

Wer kann mit Tipps zu diesem KFZ geben!?!?

Kaufen, wenn gut in Schuss und Du mit den relativ unspektakulären Fahrleistungen leben kannst.

Worauf soll ich beim Ortstermin und bei der Probefahrt
achten!?!?

Solch ein Auto würde ich nur in gutem Zustand kaufen. Es ist nichts wert und wird auch in 20 Jahren nichts wert sein, daher lohnen sich teure Restaurierungsarbeiten nicht.

Achte auf straffes Fahrverhalten (Lenkungsspiel, Stoßdämpfer (Nachfedern)), Bremsen, Rost, vollständiges Wartungsheft (wenigstens alle 2 Jahre mal eine Inspektion sollte gemacht worden sein), gepflegter Allgemeinzustand, Anzahl der Vorbesitzer (ich kaufe nur bei maximal 2).
Wenn das Auto verdreckt und abgenutzt aussieht, ist es das meist auch.

Behalte etwas Budget für etwaige Repoaraturen über.
Gebrauchte Autos von privat lasse ich immer direkt nach Kauf von einer Vertragswerkstatt inspizieren. Das kann dann nochmal 1000 Eur kosten, ist aber immer noch weit günstiger, als einen neuen Kleinwagen zu kaufen.

Mercedes ist übrigens wider Erwarten vergleichsweise günstig. Man kann auch alte Benze ruhig in der Benz-Vertragswerkstatt warten lassen.

Insgesamt sind die Mercedes aus den Baujahren von ca. 1985 bis 1995 qualitativ gut. Der 190er war technisch unspektakulär, aber sehr solide. Wenn das Auto insgesamt in einem ordentlichen Zustand ist und der letzte Inspektionstermin nicht länger als 2 Jahre zurück liegt, ist das Risiko m.E. überschaubar. Schließlich ist (wie ich vermute) der Kaufpreis auch nicht mehr allzu hoch.

Gruß,
M.

Moin zusammen!

Zunächst stimme ich dem User Mathias in allen Punkten zu! Der 190er ist ein klasse Auto, er darf nur nicht, wie hier schon geschrieben, „plattgefahren“ sein!

Ich hatte auch mal so einen aus guter „Rentnerhand“! Einen 2.0 mit gerade mal 36tkm für ganz kleines Geld gekauft, ich hab dann nochmal knapp 1000 Euro reingesteckt für so Sachen wie Stossdämpfer, Querlenker, sämtliche Flüssigkeiten getauscht (Bremsflüssigkeit,Motor und Getriebeöl), eine neue Batterie, neue Wischerblätter sowie noch ein paar diverse Schlauchleitungen im Motorraum ersetzt (Altersschwäche…) und danach fahren und geniessen!

Blick ins Scheckheft, auf Rost achten und aufpassen, ob der Wagen nicht dochmal einen „Treffer“ bekommen hat!

Einziger Schwachpunkt: Trinkgewohnheit, wenn er nur mit 4 Gängen daherkommt(wie meiner)! Ich bin auch etwas „sportlicher“ gefahren, denn der 2Liter ging gut, unter 10 lag ich nie, bei zügiger Autobahnfahrt auch gerne mal 14-15… *g*

Naja, ein 124er, der mir dir Vorfahrt nahm, hat dann das Ende besiegelt… aber Spass hat er gemacht! Unkompliziertes Auto, eher bieder aber zuverlässig… War halt noch ein richtiger Benz, wenn auch ein kleiner!

Also: Kaufen, wenn man auf ein paar Sachen achtet! Ach ja, aufpassen ob der Tacho nicht gedreht ist!
Ansonsten viel Spass!

Gruss,

Kai

Hallo Leute,
vielen Dank für Eure Hinweise, super Sache!

Tja, was mir eben noch im Kopf herum geht ist die Sicherheit. Er hat wohl ABS, aber in der heutigen Zeit hätte man doch gerne mindestens zwei Airbags.

Dennoch hat er sicher ein solides Grundgerüst (Chassis) und Knautschzone(n).

Ich denke, ich werde ihn demnächst mal fahren, im Dezember wurde er abgemeldet, nun soll er ein Kurzzeitkennzeichen und eine neue HU erhalten. Dazu ist auch ein neuer linker Außenspiegel nötig, da der Enkel der Eigentümerin einen Pfosten streifte, kleiner Lack- und Blechschaden links. Da der Lack abgeschmirgelt wurde, v.a. an den „Längskanten“ hätte ich dann vor, die Stelle (Rostprävention) lackieren zu lassen. Die kleinen Dellenwellen würden mich nicht sehr stören.

Ein Auto, das mich -idelaerweise- die nächsten 5 Jahre sicher und zuverlässig auch durch kalte Winter bringen kann!? Auch wenn es draußen geparkt wird?

Vielleicht melden sich noch ein paar User zu Wort, ich danke Euch schon sehr!!!

Herzliche Grüße
Jogi

Moin!

Achte auf straffes Fahrverhalten (Lenkungsspiel, Stoßdämpfer
(Nachfedern)), Bremsen, Rost, vollständiges Wartungsheft
(wenigstens alle 2 Jahre mal eine Inspektion sollte gemacht
worden sein), gepflegter Allgemeinzustand, Anzahl der
Vorbesitzer (ich kaufe nur bei maximal 2).

Hi
kleiner Einwand .
Auch wenn ein Fahrzeug 5 x umgemeldet wurde , heisst es nicht , das es 5 mal den Besitzer gewechselt hat.

Beispiel Meine beiden Fahrbaren Untersätze :

A : der Audi :
Zulassung 1 : 2 Monate als Vorführwagen des Audi Zentrums
Zulassung 2 : 1 Jahr als Firmenwagen eines EDV Unternehmens
Zulassung 3 : eine Privatperson aus ( xxx ) der den Wagen über 10
Jahre hatte
Zulassung 4 : Ich

So ein Wagen kann man getrost kaufen , obwohl er 3 Besitzer hatte .

B : mein Sommerspielzeug , ein Opel

Zulassung 1 : 2 Jahre als Firmenwagen
Zulassung 2 : umgemeldet auf Privatnutzung der Cheffin
Zulassung 3 : Cheffin ist umgezogen
Zulassung 5 : Todesfall , ummeldung auf Lebenspartner
Zulassung 6 : Lebenspartner ist umgezogen
Zulassung 7 : Ummeldung auf Saisomkennzeichen

Der Wagen war von Anfang an mir , bzw meiner Partnerin , also eigentlich 1 Hand

deswegen sollte man da nicht alles einfach blocken , sondern nachhken oder nachdenken .

gruss
Toni

Hallo nochmal :smile:

Tja, was mir eben noch im Kopf herum geht ist die Sicherheit.
Er hat wohl ABS, aber in der heutigen Zeit hätte man doch
gerne mindestens zwei Airbags.

Dennoch hat er sicher ein solides Grundgerüst (Chassis) und
Knautschzone(n).

Eben! Und wenn es dich mit 180 zerlegt oder ein Truck dich frontal nimmt, hilft dir auch keine fabrikneue S-Klasse mit all den schönen Sicherheitsfeatures…

Ein Auto, das mich -idelaerweise- die nächsten 5 Jahre sicher
und zuverlässig auch durch kalte Winter bringen kann!? Auch
wenn es draußen geparkt wird?

Warum denn nicht? Da gilt das gleiche, wie für alle „betagten“ Autos!
Anlasser ok? Batterie ok? Bei viel kurzstrecke vor dem Winter vielleicht nochmal Motoröl wechseln, auf ordentliches Kühlmittelverhältnis achten (vielleicht auch hier direkt nach dem Kauf wechseln, kostet nicht die Welt), also eigentlich selbstverständliche Sachen vor dem Winterbetrieb!
Und natürlich, als Laternenparker, auf die Wasserabläufe achten und schön sauberhalten…

Viel Spass!

Kai

Hi!

Mein Vater hatte auch mal so einen Wagen,
das war allerdings ein 2,3 E von 1988. 136 PS.

Sehr gepflegtes Fahrzeug, relativ gute Leistung, und relativ sparsam.
Der Danach gekaufte BMW 320-6-Zyl hat (gefühlt) etwas schlechtere Leistung gehabt, aber mehr Benzin verbraucht.

Aber der Mercedes war ein grundsolides Auto, wurde dann mal mit 220 000 km verkauft.
Einziges Problem war, das Hinterachs-Differentilal hat leicht zu singen angefangen.

Also mein Tipp:
Wechsele bei dem alten Auto unbedingt das Hinterachs-Öl,
es kann gut möglich sein,
dass es noch das erste ist. Und auch unbedingt das richtige Öl nehmen, nicht „irgendwas“ einfüllen.

Weiterhin habe ich in den letzten 2-3 Jahren für einen Studenten aus dem Ort ebenfalls so einen gleichalten 1,8er 190er gepflegt,
der hat den geschenkt bekommen, ne alte abgewirtschaftete Karre.
Aber ich sag mal, das hat sich alles in Grenzen gehalten,
so richtig extreme Sachen sind da nicht pasiert.
Das waren ehr immer billige Kleinigkeiten. Paar gammelige Kabel,
defekte Schläuche, Spurstangenköpfe und solche ehr Kleinigkeiten.

Grüße, Steffen!

Tach!

Achte auf straffes Fahrverhalten (Lenkungsspiel, Stoßdämpfer
(Nachfedern)), Bremsen, Rost, vollständiges Wartungsheft
(wenigstens alle 2 Jahre mal eine Inspektion sollte gemacht
worden sein), gepflegter Allgemeinzustand, Anzahl der
Vorbesitzer (ich kaufe nur bei maximal 2).

Hi
kleiner Einwand .
Auch wenn ein Fahrzeug 5 x umgemeldet wurde , heisst es nicht
, das es 5 mal den Besitzer gewechselt hat.

Was ist an „maximal 2 Vorbesitzern“ so schwer zu verstehen?
Wenn einer davon das Auto 5x an- und abgemeldet hat, müsste das ja nachvollziehbar sein. Zumindest wenn der alte Brief noch vorhanden ist.

Beispiel Meine beiden Fahrbaren Untersätze :

A : der Audi :
Zulassung 1 : 2 Monate als Vorführwagen des Audi Zentrums
Zulassung 2 : 1 Jahr als Firmenwagen eines EDV Unternehmens
Zulassung 3 : eine Privatperson aus ( xxx ) der den Wagen
über 10
Jahre hatte
Zulassung 4 : Ich

So ein Wagen kann man getrost kaufen , obwohl er 3 Besitzer
hatte .

Ich hingegen würde solch ein Auto nicht mehr kaufen.
Ist eben Ansichts- und Glückssache.

B : mein Sommerspielzeug , ein Opel

Zulassung 1 : 2 Jahre als Firmenwagen
Zulassung 2 : umgemeldet auf Privatnutzung der Cheffin
Zulassung 3 : Cheffin ist umgezogen
Zulassung 5 : Todesfall , ummeldung auf Lebenspartner
Zulassung 6 : Lebenspartner ist umgezogen
Zulassung 7 : Ummeldung auf Saisomkennzeichen

Der Wagen war von Anfang an mir , bzw meiner Partnerin , also
eigentlich 1 Hand

Nein, 2. Hand. Oder ist die Chefin ihr eigener Lebenspartner?
Wäre aber für mich noch o.k., wenn es kein Opel wäre… :wink:

deswegen sollte man da nicht alles einfach blocken , sondern
nachhken oder nachdenken .

Nachsehen würde meist ausreichen… :wink:

Gruß,
M.

Hallo Jogi,

Ein Auto, das mich -idelaerweise- die nächsten 5 Jahre sicher
und zuverlässig auch durch kalte Winter bringen kann!? Auch
wenn es draußen geparkt wird?

Bei 5 Jahren ist es auf jeden Fall wichtig alles schon genannte zu prüfen bzw. auszutauschen und vor jedem Winter erneut zu überprüfen. Dann aber sollte es kein Problem sein.
Ich habe einen W124 260 E, der den ganzen Winter draußen stand. Das hat dem überhaupt nix ausgemacht: Sprang immer sofort an und hat auch sonst keinerlei Auffälligkeiten gezeigt, dabei hab ich mich ausser Frostschutz und Winterreifen um gar nichts gekümmert (zu meiner Schande, nächsten Winter achte ich besser drauf).

Grüße Tommie