nach Kriegsende wurden in der sowjetischen Besatzungszone Betriebe oftmals demontiert oder gingen zeitweise in die Hand der Besatzungsmacht.
Im Falle der Grusonwerke wurde diese sowjetische Aktiengesellschaft
Wie geht den das, das beißt sich doch ein wenig, und dann noch nach dem Krieg…Aktiengesellschaft und Kommunismus, wenn ich das so ausdrücken darf. Kann mir hier jemand eine Auskunft geben, wieso diese Werke sowj. Aktiengesellschaften wurden, und wurde da auf dem Weltmarkt dann auch mit Aktien gehandelt, wahrscheinlich nicht,oder!
Anbei ein paar Hintergrundinformationen zu den Grusonwerken aus Magdeburg:
„Das im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Werk wurde nach Kriegsende zunächst als Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) geführt“
na irgendetwas mußten die Werke ja sein.
Volkseigene Betriebe der DDR waren es nicht - sie gehörten ja der Sowjetunion. Also wurde die Form einer Aktiengesellschaft in sowjetischem Eigentum gewählt.
Nun ist es ja so, daß Aktien (auch bis heute) nicht zwingend an der Börse gehandelt werden müssen. Es gibt auch hierzulande viele Beispiele dafür, daß Aktien fest im Besitz eines oder weniger Eigentümer sind. Die können diese zwar verkaufen - müssen es aber nicht.
Und im spziellen Fall: Es gab ja nach dem Krieg auch im Osten noch Privatbetriebe. Entigenet wurden vorerst ja nur Kriegsverbrecher und Großbetriebe. In der Industrie gab es bis 1970 Privatbetriebe und „Betriebe mit sozialisischer Beteiligung“ - im Handel sogar bis zum Schluß der DDR. Da war die Rechtsform einer AG also in den ersten Jahren nach dem Kriege zumindest durchaus nicht selten.
Meines Wissen wurden die SAG auch 1952 an die DDR übergeben und in Volkseigentum der DDR überführt - wohl mit Ausnahme der SDAG Wismut, die als Sowjetisch/Deutsche AG bis zum Ende der DDR als gemeinsames Eigentum bestehen blieb.
Wie geht den das, das beißt sich doch ein wenig, und dann noch
nach dem Krieg…Aktiengesellschaft und Kommunismus, wenn ich
das so ausdrücken darf. Kann mir hier jemand eine Auskunft
geben, wieso diese Werke sowj. Aktiengesellschaften wurden,
und wurde da auf dem Weltmarkt dann auch mit Aktien gehandelt,
wahrscheinlich nicht,oder!
Hier ging es wohl darum, eine Rechtsform zu finden, die die Interessen der neuen Eigentümer in der gegenwärtigen (von 1946 aus betrachteten) Situation wie auch unter evtl. zukünftigen veränderten Bedingungen zu befriedigen gewährleisten konnte. Und da damals noch nicht feststand, dass die SBZ dauerhaft zum sozialistischen Lager zählen würde, vielmehr auch die Möglichkeit eines vereinten, neutralen aber kapitalistischen Deutschlands bestand, in der typisch sozialistische Rechtsformen keinen Bestand gehabt hätten, war die Form der Aktiengesellschaft nach deutschem Recht wohl die zukunftsweisendste.