2 Babyfragen: Zahnknirschen und Beißen

Guten Abend,

  1. Meine Kleine (gute 7 Monate) hat mittlerweile 5 Zähnchen (2 unten, 3 oben, zumindest ansatzweise) und knirscht grausam. Muß ich mir Sorgen machen? Oder machen das die Kleinen, weil das Mundgefühl ja nun total neu für sie ist? Übrigens hab ich es nur tagsüber gehört, nachts noch nicht.

  2. Sie beißt in alles, was sie findet wie alle anderen Babys auch, aaaaber sie beißt eben auch mich. Schlimmstenfalls beim Stillen in die Brustwarze, was schon ziemlich schmerzhaft ist bei 5 Zähnen oder eben auch so in Hände, Arme und alles, was sie am Körper erwischt. Sie macht das nun nicht am Anfang vom Stillen, aber wenn sie bereits etwas getrunken hat, beißt sie einfach so mal. Ich sag (schrei) dann eindeutig „nein“ und höre erstmal auf mit dem Stillen. Das amüsiert sie sehr und sie freut sich immer wieder über die (neue? oder auch mittlerweile bekannte?) Reaktion. Aber wie mach ich ihr klar, daß Beißen weh tut und das sie das nun nicht ständig machen kann? Manche sagen, ich soll ihr zeigen was „Aua“ ist und sie mal als Reaktion ein wenig pieksen, aber bei einem winzigen Pieks in die Hand fing sie gleich zu weinen an und sonst hat sich nichts geändert. Hat mich auch nicht wirklich überzeugt, daß ich quasi den Spieß einfach umdrehe.

Also momentan ist es (noch) nicht wirklich ein Riesenproblem, aber die Frage ist „wann anfangen Grenzen zu setzen“? Soll ich sie gewähren lassen - wobei, selbst wenn sie mir in den Finger beißt ist es teilweise nicht auszuhalten so viel Kraft hat sie mittlerweile. Klar, es kommen noch weitere Zähne und ihr tut es einfach gut so viel wie möglich zu beißen (Beißringe und ähnliches hat sie übrigens in Hülle und Fülle:wink:. Aber vielleicht ist es ein Fehler sie einfach beißen zu lassen, denn dann kann ich das später gar nicht mehr in die richtigen Bahnen lenken?

Würd mich freuen, wenn ein paar Tipps von erfahrenen Müttern oder Vätern kämen.

Liebe Grüße,
Christiane

Hallo Christiane,

Was das Beißen betrifft: Leider machen das so viele durch, wenn die Babys die ersten Zähne bekommen/haben.
Wichtig ist, was Du ja auch schon beschrieben hast, dass Du ihr ganz ernsthaft sagst, dass das nicht so geht und dass es weh tut. Dabei musst Du selber ernst bleiben und solltest zwar nicht unbedingt schreien, aber einen ernsten Ton haben. Du kannst ihr das dann erklären und dich dann abwenden und etwas anderes tun; das hilft eher als „zurückpieksen“.
Wann beißt sie Dich denn beim Stillen? Danach, wenn sie satt ist? Kinder können anatomisch nicht gleichzeitig Beißen und Trinken. Vielleicht kannst Du ja merken, wenn sie beißen möchte und darauf vorzeitig reagieren?
Ansonsten hilft neben dem Erklären, dass das Beißen weh tut nur noch Alternativen anbieten. Wenn Du merkst, dass sie beißen will, halte ihr doch einen Beißring oder so etwas hin.
Sei dir sicher, dass sie dir nicht aus „bösem Willen“ weh tun möchte, auch wenn sie auf deine Reaktion beim Beißen hin lacht.
Liebe Grüße,
Lily

Hi!

Deine Tochter versteht noch keine Erklärungen, für „ihr zeigen, was „Aua“ ist“ ist sie zu klein.

Was ich tun würde: Ihr trotzdem immer wieder sagen, daß das weh tut, eventuell mit dem Standardsatz „Nein, du darfst mich nicht beißen, das tut mir weh!“ Ernst, streng, aber nicht bös. (Sie soll - langfristig gesehen - das Beißen ja nicht aus Angst lassen, sondern aus der Einsicht, daß es wehtut und „wir einander nicht weh tun“, oder?)

Mein jüngerer Sohn (drittes Kind) hat mich in dem Alter beim Stillen gebissen, sobald ich den Blickkontakt verloren habe. Da er schon etliche Beikost bekam und ich nur noch „zwischendurch“ gestillt habe, hab ich´s irgendwann ganz gelassen.

Meine Kinder haben in dem Alter halt schon Brotrinden gekiefelt. (Kiefeln: kauen, abnagen laut Österreichisch-deutschem Wörterbuch, ich würde „auf etwas herumkauen“ sagen. )

Zum Knirschen kann ich Dir leider nichts sagen, das kenne ich nicht.

alien

Hallo Christiane

Ich kenn sowohl das Beißen als auch das Knirschen von meinem Sohn. Beides hat irgendwann wieder aufgehört, ich fürchte, da mußt du einfach durch.
Das Knirschen hab ich bei vielen Kindern erlebt. Das liegt wohl wirklich an dem neuen Mundgefühl.

Was das Beißen betrifft:
Ich hatte damals beim Stillen solche „Silikonhütchen“, gibts in der Apotheke. Die sind wohl hauptsächlich für schwiriege Fälle wie Schlupfwarzen gedacht, haben mir aber sehr geholfen, mein Kleiner war auch ein Beißer. Ansonsten würde ich zu Ersatz raten. Beißringe und so weiter. Eine ernste Ermahnung kann sicher auch nicht schaden aber so richtig empfänglich sind Kinder in dem Alter dafür noch nicht. Sie haben noch gar keine Ahnung, was sie mit ihrem Tun bei anderen auslösen können. Also Zähne zusammenbeißen und durchhalten :smile:

Schöne Grüße
Liane

Hallo Christiane,

wen das Kleine beißen tut, dann Brustentzug, abr mit energischen Worten. Nicht laut, aber ernst. Nach einiger Zeit (eine halbe Minute?) wieder anlegen. So ging das bei uns ganz gut, unser Sohn hat es damals zwar nicht so begriffen, abber beißen und Quelle weg, das merkte er schon. Klar tut das weh, obwohl ich als Vater da die wenigsten Schmerzen hatte :wink:

Zähneknirschen hat unser auch gemacht. Das schadet eigentlich nicht, sind ja die Milchzähne und die werden ja ersetzt irgendwann. Aber ein Beißring, ein nasses Tuch oder am Anfang der Finger helfen beim Erkennen der eigenen Zähne. Oder auch ein hartes Brötchen, wo Kind draufrumkauen kann…

Gruß
André

noch was
Thema Beißring,

den Ring im Kühlschrank aufbewahren, ist angenehmer bei Beißen, wenn Ring kühl.

Gruß
André

Hi alien,

Deine Tochter versteht noch keine Erklärungen, für „ihr
zeigen, was „Aua“ ist“ ist sie zu klein.

Ja, ist mir klar, fand diesen Rat auch nicht gut.

Was ich tun würde: Ihr trotzdem immer wieder sagen, daß das
weh tut, eventuell mit dem Standardsatz „Nein, du darfst mich
nicht beißen, das tut mir weh!“ Ernst, streng, aber nicht bös.

Mach ich bereits, nur dachte ich, man sollte generell keine (wenig?) Negativsätze verwenden, da in diesem Fall dann eh nur „beißen“ und nicht „nicht beißen“ hängen bliebe. Ich wollte halt nicht jetzt schon ständig „nein“ sagen, denn die wichtigen (nervigen) „neins“ werden ja noch kommen, wenn sie dann demnächst überall hinkrabbeln wird.

Mein jüngerer Sohn (drittes Kind) hat mich in dem Alter beim
Stillen gebissen, sobald ich den Blickkontakt verloren habe.

Hmm, meine beißt eher gegen Ende des Stillens und wenn sie das dann einmal tut, dann ist eh Schluß. Insofern schließe ich daraus, daß sie dann sowieso keinen Hunger mehr hat.

Meine Kinder haben in dem Alter halt schon Brotrinden
gekiefelt. (Kiefeln: kauen, abnagen laut
Österreichisch-deutschem Wörterbuch, ich würde „auf etwas
herumkauen“ sagen. )

Da hätte ich Bedenken, daß sie sich daran verschluckt. Aber ich werd ja nicht ewig stillen:wink:)

Danke für Deine Antwort.

Liebe Grüße,
Christiane

Hallo Lily,

auch Dir danke für die Antwort!

Wann beißt sie Dich denn beim Stillen? Danach, wenn sie satt
ist?

Ja, genau. Bzw. sie den ersten Hunger gestillt hat.

Kinder können anatomisch nicht gleichzeitig Beißen und

Trinken. Vielleicht kannst Du ja merken, wenn sie beißen
möchte und darauf vorzeitig reagieren?

Ja, tatsächlich hab ich’s mittlerweile herausbekommen bzw. sie hilft mir dabei, indem sie kurz vorher verdammt unverschämt das Grinsen anfängt. Quasi schon in Erwartung meiner doch für sie etwas ungewöhnlichen Reaktion:wink:

Sei dir sicher, dass sie dir nicht aus „bösem Willen“ weh tun
möchte, auch wenn sie auf deine Reaktion beim Beißen hin
lacht.

Nein, nein, das ist mir schon klar. Nur hat sie mittlerweile solch eine Beißwut, daß sie eben auch versucht mich in die Arme oder Beine oder was sie auch immer erwischen kann zu beißen. Aber ich werde mich mein Sortiment an Beißringen erweitern:wink:

Liebe Grüße,
Christiane

Danke auch Andre und Liane (o.T.)

Hallo Christiane,

Meine Kinder haben in dem Alter halt schon Brotrinden
gekiefelt. (Kiefeln: kauen, abnagen laut
Österreichisch-deutschem Wörterbuch, ich würde „auf etwas
herumkauen“ sagen. )

Da hätte ich Bedenken, daß sie sich daran verschluckt. Aber
ich werd ja nicht ewig stillen:wink:)

hm, verschluckt sich Deine Kleine an ihrem eigenen Speichel? Falls nein, dann brauchst Du auch vor den Brotrinden keine Angst zu haben. Die Kleinen beißen da ja noch keine echten Stücke ab, und kleine Teilchen werden ja schon mit dem Speichel „anverdaut“.

Gruß, Karin

Hallo Karin,

hm, verschluckt sich Deine Kleine an ihrem eigenen Speichel?

Nö, aber inzwischen haben mir 3 Mütter von ihren Brotrindenerfahrungen erzählt. Sie dachten, sie tun ihren Kleinen was gutes und ein Junge hat sich so blöde dran verschluckt, daß bereits von Passanten der Krankenwagen gerufen wurde. Zum Glück hat er dann von selbst die „blaue Farbe“ wieder verloren und das Stück womöglich selbst wieder rauskatapultiert. Einem anderen Jungen ist dies mit einem Stück Apfel passiert. Alle 3 Mütter haben genug von den Kauexperimenten und geben nun überhaupt nichts mehr.

Na ja und nun dachte ich, muß ich nicht auch noch diese Erfahrung machen. Und meine Kleine hat inzwischen so scharfe (inzwischen 6 Stück) spitze Zähne, daß sie sogar dem Teddy ein Stück Ohr abgebissen hat;-(

Liebe Grüße,
Christiane

Hallo Christiane,

hm, verschluckt sich Deine Kleine an ihrem eigenen Speichel?

Nö, aber inzwischen haben mir 3 Mütter von ihren
Brotrindenerfahrungen erzählt. Sie dachten, sie tun ihren
Kleinen was gutes und ein Junge hat sich so blöde dran
verschluckt, daß bereits von Passanten der Krankenwagen
gerufen wurde.

hm, das höre ich zum ersten Mal.

Einem anderen Jungen ist dies mit einem
Stück Apfel passiert. Alle 3 Mütter haben genug von den
Kauexperimenten und geben nun überhaupt nichts mehr.

Also, den Apfeä würde ich auch länger nicht geben, mit Schale zweimal nicht. Da ist die Struktur deutlich anders und auch die Rangehensweise des Verdauens.

Kann es eigentlich sein, dass das keine richtig harten Brotrinden waren? Dann könnte ich mir das vorstellen.

Und meine Kleine hat inzwischen so scharfe
(inzwischen 6 Stück) spitze Zähne, daß sie sogar dem Teddy ein
Stück Ohr abgebissen hat;-(

Hm, ein Stück Brotrinde, das idealerweise mindestens einen Tag getrocknet hat, sollte trotzdem schon ganz durchweicht und fast flüssig sein, bevor ein Baby was abbeißen kann.

Dein Bericht kommt mir eher so vor, dass die Mütter ihren Kindern „was Gutes tun“ wollten und nicht mit den hässlichen alten Brotrinden abspeisen, alternativ nicht gewusst haben, dass es wirklich alte Brotrinden sein sollen.

Aber natürlich ist es sinnvoll, dass Du Deiner Tochter nur Dinge anbietest, von denen Du selber voll überzeugt bist. Unsicherheit mit Erziehungsmaßnahmen (im weitesten Sinn gemeint) ist die schlechteste Grundlage im Umgang mit einem Kind.

Gruß, Karin