2.Bildungsweg

Hallo erstmal!
Ich bin 34 und dementsprechend ewig weg von der Schulbank.Hinzu kommt das ich lediglich einen Hauptschulabschluss vorweisen kann.
Um Wissen nachzuholen und mich vielleicht mal mit 60 an der Uni einzuschreiben :wink: möchte ich mein Abi per Fernunterricht gerne machen.
Frage mich halt wie realistisch das ist.

Habe etwas gegoogelt und nicht gerade die tollsten Geschichten über Anbieter wie z.B. der SGD gelesen.Das ein Hauptschüler auch noch per Fernunterricht sein Abi schafft soll so gut wie unmöglich sein

Ich bin sehr verunsichert

Hallo Hopi,

der Erfolg hängt zum einen von Deinen Vorkenntnissen ab, aber zu einem m.E. größeren Teil von Deiner Motivation.
Da Du erst mal keinen Zeitdruck hast, kannst Du es ja ruhig angehen lassen.
Nimm Dir mal die Sachen des Telekollegs vor,
http://www.bildungsserver.de/db/mlesen.html?Id=4383

http://www.br-online.de/wissen-bildung/telekolleg/

da werden Themen behandelt, die zum Fachabi führen. Darauf kannst Du dann aufbauen und an einem Kolleg oder Abendgymnasium das Abi nachholen.

Gandalf

Hallo!

Diese Fernschulen sind ziemlich teuer und es wäre ärgerlich, soviel Geld zu bezahlen und den Abschluss nicht zu schaffen.

Deshalb würde ich an Deiner Stelle lieber eine Abendschule besuchen. Eine Abendrealschule oder ein Abendgymnasium sind wesentlich billiger. Außderdem triffst Du Gleichgesinnte und durch den festen Stundenplan bleibst Du leichter dabei. Was auch noch gut ist: Wenn Du doch nicht die ganze Zeit durchhältst, hast Du trotzdem nach einer gewissen Zeit zumindest den Realschulabschluss bzw. die Fachhochschulreife.

Viel Erfolg und viele Grüße

Anne

1 „Gefällt mir“

Hallo.

Ich bin sehr verunsichert

Das mußt Du absolut nicht sein. :smile:

Ich bin 34 und … möchte mein Abi per Fernunterricht
gerne machen.

Frage mich halt wie realistisch das ist.

So realistisch, wie Du einen Tisch anfassen kannst.

Was sollte denn dem im Wege stehen?
Das einzige Problem ist der Fleiß und eine ordentliche Lernstruktur.

Ich weiß wovon ich spreche. Ich habe mein Organisationssystem für meine Vorlesungen hier an der der Uni schon das dritte Mal umgestellt.

Nicht weil es schlecht war, sondern weil ich einfach die Menge des Stoffes unterschätzt und das Fassungsvermögen der Hefter unterschätzt habe :smile: :smile:

Wichtig ist, daß Du Dir ein FÜR DICH günstiges Ablagesystem ausarbeitest.

Ich handhabe das so.

Alle Überschriften in einer einheitlichen Farbe schreiben.
Folien oder Kopien immer separat direkt hinter den betreffenden Abschnitt heften, also nicht ausschneiden und mit Leim rumbasteln.

Herleitungen und Vermerke haben dann meist auf den Kopien selbst Platz (Rückseite, leere Bereiche - weil ja selten Abbildungen usw. das ganze Blatt ausfüllen).
So kann ich Herleitungen, Beispiele und allgemeingültigen Stoff prima trennen.

Skripten (= vorlesungsbegleitende, aufbereitete, gedruckte Abhandlungen, Hefte, Lehrbriefe, …) hefte ich stets hinter das Hanschriftliche, vermerke aber einen Verweis auf die Seitenzahl oder das Kapitel im Skript.

Übungen oder Praktikumsversuche/Protokolle kommen in den gleichen Hefter (8-Zentimeter-Ordner) und werden durch solche einfachen Dinger aus Pappe vom Vorlesungsteil getrennt.

Am Ende jedes großen Kapitels schreibe ich dann eine eigene kleine Zusammenfassung der behandelten Theorie als gemischte Übersicht aus Formeln und kurzen, prägnanten Erklärungen. Diese Übersicht kommt auf ein eigenes Blatt, so daß ich sie zum Wiederholen und zum Bearbeiten von Übungsaufgaben ausheften kann.

Und so weiter, und so weiter.

Diese Systematik hatte ich schon zum Abi - hat natürlich immer viel mehr Mühe gemacht, als hintereinander wegzuschreiben. Dafür war es wesentlich übersichtlicher und logischer geordnet — insgesamt hat es sich bewährt.

Im Fernlernen hast Du natürlich nicht den Druck, alles „live“ in diese Systematik zu quetschen, sondern kannst Dir Zeit nehmen, das entsprechend aufzubereiten. Ein ganz klarer Vorteil.

Du solltest jedoch den Zeitaufwand nicht unterschätzen, egal wie seicht Du beginnst. Ich erlebe das gerade mit meinem Zweitstudium.
Das muß jetzt schon eine Ewigkeit auf Eis liegen und wird wohl trotz guter Ergebnisse nie fertig werden, weil einfach die Zeit fehlt, trotzdem man immer denkt, im Fernlernen wäre die Flexibilität soooooviel größer.
Gewisse Zeit braucht man trotzdem.

Auf jeden Fall: Laß Dich nicht entmutigen! Ich weiß, wie schwierig es sein muß, sich mit 34 nochmal hinzusetzen, während man mitten im Leben steht.

Nutze Bücher - erfahrungsgemäß sind die von den Anbietern aufbereiteten Stoffabhandlungen, naja, sagen wir, „nicht jedermanns Sache“ :smile: :smile:
Es gibt sehr kostengünstige Bücher auf dem Markt, die einen an die Hand nehmen und durch den (schwierigen) Stoff führen.

Natürlich nicht sehr viele, aber es gibt sie.

Besorg Dir einen vernünftigen Taschenrechner.

Denke an die „2 goldenen Regeln“:
Ein Lerneffekt wird nur durch zwei Dinge hervorgerufen -
Wiederholung und Lesen.

Habe etwas gegoogelt und nicht gerade die tollsten
Geschichten über Anbieter wie z.B. der SGD gelesen. Das ein
Hauptschüler auch noch per Fernunterricht sein Abi schafft
soll so gut wie unmöglich sein

Mir fiele auf Kommando auch kein supertoller Anbieter für das Nachholen des Abiturs ein.

Vielleicht würde ich an Deiner stelle erst einmal den Realschulabschluß nachholen - dort werden auch noch einmal die wichtigen Grundlagen

Mathematik
Physik
Chemie

.
.
.

wiederholt.

Diese Zwischenstufe bringt Dir nicht nur einen verwertbaren höheren Abschluß als Deinen jetzigen ein, sondern gewöhnt Dich auch wieder an den Stoff und mildert den Spruch auf das Abiturniveau.

Du solltest Dir detaillierte Teilziele setzen und mit der Tippeltappeltour an das Absolvieren gehen. Ansonsten bist Du viel zu leicht entmutigt, wenn alles zum Buch mit sieben Siegeln wird.

MfG

Es gibt verschiedene Fernabi-Lehrgänge, die durchaus die schulische Vorbildung berücksichtigen.

Ich habe mir gerade mal den Studienführer der SGD zur Hand genommen, da du diesen Anbieter angesprochen hast.

Die SGD bietet einmal den Aufbaulehrgang an, für den man einen Realschulabschluss oder etwas Vergleichbares haben soll. Dieser dauert 32 Monate.

Es wird aber auch ein Gesamtlehrgang angeboten, der 42 Monate dauert und sich speziell an Personen mit Hauptschul-Abschluss richtet.

Eine andere Möglichkeit wäre es, (zunächst) den Realschulabschluss (Mittlere Reife) zu machen. Dieser Kurs dauert 27 Monate.

Viele Grüße
Markus
http://www.fernstudium-infos.de/

Wozu denn Abidingsda?
Hallo!

Um Wissen nachzuholen und mich vielleicht mal mit 60 an der
Uni einzuschreiben :wink:

Falls ein universitäres Studium in Deutschland das Ziel sein soll, so ist dazu das Abitur nicht mehr zwingend notwendig.

Es gibt nämlich die Möglichkeit, auch ohne Abitur zu studieren. Dazu muss man allerdings - je nach Studiengang und Bundesland - verschiedene Vorraussetzungen erfüllen, i.d.R.:

  • abgeschlossene Brufsausbildung
  • anschliessende 3-jährige Berufstätigkeit
  • Mindestalter: 22
  • Bestehen eines Eignungstests (Fachspezifischer Eignungsnachweis)

Für jemanden mit einem Meistertitel sind u.U. die Zugangsvorraussetzungen zusätzlich vereinfacht.

Wie gesagt, das ist alles vage und je nach Land oder auch Universität verschieden (in Bayern geht das Studieren ohne Abitur m.W. nach noch überhaupt nicht, sonst aber in jedem Land). Die Einstellungstests sind aber natürlich „nicht ohne“ und bedürfen auch der fachspezifischen Vorbereitung und Eignung.

Nähere Auskünfte hierzu gibt es in den Studierendensekretariaten bzw. Studierendenberatungen der jeweiligen Universitäten;
Hilfe, Tipps und Ratschläge beim jeweiligen ASTA, z.B. bei den Sozialreferaten der Studierendenvertretungen.

Falls es tatsächlich jedoch nur um das Abitur und nicht um das Studieren geht, vernichtet sich dieser Beitrag hoffentlich innerhalb von 5 Minuten von selbst… :wink:

Lieben Gruß
Patrick

Hallo Hopi,

Ich habe früher ein paar Leuten geholfen, dass „Abitur für Nicht-Schüler“ zu bestehen; es geht definitiv.

Ich bin 34 und dementsprechend ewig weg von der
Schulbank.Hinzu kommt das ich lediglich einen
Hauptschulabschluss vorweisen kann.

diese Leute hatten alle Realschul- oder Wirtschaftsschulabschluss; ich denke mir schon, dass die Haptschule recht weit vom Abi entfernt ist, aber wenn ein Weg länger ist, ist er ja nicht gleich ungangbarer …

Was hindert dich daran, erst mal den Realschulabschluss zu machen? damit verlierst Du ja nicht allzu viel Zeit bis zum Abi, und als Prüfungssituations-Test kann dies ja sehr hilfeich sein.

Um Wissen nachzuholen und mich vielleicht mal mit 60 an der
Uni einzuschreiben :wink: möchte ich mein Abi per Fernunterricht
gerne machen.

mindestens 5 Jahre dürften realistisch sein, dann könntest Du also noch vor Deinem Vierzigsten zur Uni :wink:

Frage mich halt wie realistisch das ist.

Grundsätzlich nicht unrealistischer als das „normale“ Abitur.

Habe etwas gegoogelt und nicht gerade die tollsten
Geschichten über Anbieter wie z.B. der SGD gelesen.

Die SGD bereitet glaube ich auf das hessische Abi als Nicht-Schüler vor;
meines Wissens nach ist die SGD seriös und besitzt staatliche Anerkennung, ist also z.B. BaföG-würdig.

Das ein
Hauptschüler auch noch per Fernunterricht sein Abi schafft
soll so gut wie unmöglich sein

Nein, das ist keineswegs unmöglich; warum sollte es das?

bei Fernunterricht ist halt das Problem das, dass man bei kleineren Schwierigkeiten allzu schnell aufgibt und die Sache hinschmeißt

Du hast verschiedene Möglichkeiten:

  1. wie Dir bereits empfohlen wurde, die Abendschule:
    zeitintensiv wegen Präsenz-Unterrichts und evtl. weiten Wegen; wohl nicht ganz billig

Fernunterricht: (da gibts ja nicht nur die SGD); individuell, relativ preiswert,
Problem: keine ernsthaften Tests bis zum Abi hin, deshalb ständige Unsicherheit, ob man den Stoff kann, und vor allem: man muss es ganz allein durchziehen und sich alleine motivierien, es sei denn, Du suchst Dir so einen Nebenbei-Lehrer wie mich damals, also einen Studenten, dessen Abi noch nicht so lange her ist, und der deshalb Deine Lernfortschritte gut einschätzen kann

reines Selbststudium: Du suchst Dir die Lehrpläne Deines Bundeslandes heraus, kaufst Dir Bücher, lernst den Stoff, meldest Dich zur Prüfung an, und versuchst es;
Vorteil: fast kostenlos bis auf die Bücher,
Nachteil: siehe „Fernunterricht“ nur das hoch zwei; realistisch aus meiner Sicht nur mit einem „Begleiter“, also einem Typen, der Deinen Lernfortschritt kontrolliert und lenkt;
Vorteil im Nachteil: wenn Du Abiturienten im Bekanntenkreis hast, dann evtl. kostenlos und evtl. viel effektiver als Fernunterricht, ansonsten: manche Studenten arbeiten heute schon für eine warme Mahlzeit :wink:

Viele Grüße
franz

Hallo Patrick,

  • Bestehen eines Eignungstests (Fachspezifischer
    Eignungsnachweis)

das ist der Punkt.
An unserer Hochschule gabs damals ein Pilotprojekt (über das die wenigsten Profs begeistert waren), um Menschen ohne Abi, aber Berufausbildung studieren zu lassen.
Die Ansprüche an diesen Test wurden so hoch geschraubt, daß es nahezu unmöglich war durchzukommen.
Im Vergleich zum Abi war das um einiges übler.

Es mag sich mittlerweile etwas entschärft haben, aber ich denke, daß es immer noch schwer genug ist.

Gandalf