2*C-Klasse oder 1*B-Klasse?

Bisher besteht unser Firmennetz standortbedingt aus einer Reihe von C-Klasse Netzen. Nun platzt aber langsam am Hauptstandort (HS) das Netz aus allen Nähten. Insbesondere mussten wir den für Netzwerkdrucker vorgesehenen Bereich deutlich ausdehnen (enorm, was in Zeiten von Mail, eCommerce, Collaborative Networking… an Papier bedruckt wird), was natürlich auch erhebliche Inkonsistenzen in der Verwaltung der versch. Teilnetze mit sich führt.

Der Aufwand, das Netz am HS in ein B-Klasse-Netz zu überführen, scheint mir enorm, zumal in drei der Netze 7*7 24/24 365/365 gearbeitet wird. Das Zeitfenster für eine Umstellung ist also sehr kurz, insb. darf auch das bestehende Routing in keiner Weise gefährdet werden.

Ich habe mir daher überlegt, am HS sämtliche administrativen Geräte (Server, Router, Workstations der Systemverwalter) sowie die Drucker im bisherigen C-Netz zu behalten, und die Client-PCs sukzessive in ein neues C-Netz zu bringen. Der Aufwand hierfür ist gering: ein Router ist einzurichten, je PC 2 Einträge abzuändern, es besteht keinerlei Zeitdruck. Ausserdem vereinfacht dies natürlich den Schutz und die Überwachung der Serverinfrastruktur ggüber dem Client-Netz.

Ist das sinnvoll, was ich da plane? Sollte ich vielleicht doch auf B-Klasse umstellen? Welchen Aufwand bedeutet sowas? Was sagt Active Directory (2 nt40-, 3 w2k Server zuständig für 2 Domains über 3 Subnetze, andere Subnetze in per Firewall getrennten Domains) zur Umstellung auf B-Klasse?

Dann zum Router - ich möchte keine Blackboxes (CISCO o. ä.) einsetzen, sondern Standard PC unter Linux. Da mein Plan aber bei Routerausfall einen vollständigen Netzwerkausfall am HS impliziert, benötige ich einen Backup-Router (max. Delay bei Ausfall ca. 0,5 h). Wie richte ich sowas ein? Ich hab ein paar Infos zum Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP) gefunden, in meiner Linux Distribution scheint das aber nicht unterstützt. Hat da jemand schon mal was gebastelt, oder Idden für einen Workaround?

Es ist ein komplexes Thema, und eine Reihe von Einzelfragen, die ich da anspreche, und ich erwarte natürlich keine Komplettlösung von euch. Aber für jede Anregung, Erfahrungsbericht, Tipp, Link u. ä. sage ich schon mal

Danke im voraus,
Schorsch

Schwierig zu beantworten, um hier einigermaßen korrekte Aussagen geben zu können, müßte man die Gegebenheiten besser kennen. Wenn Euer Netz so schnell wächst, ist es nur eine Frage der Zeit bis auch ein Supernet aus 2 Class-C Netzen zu klein wird.

Je nach IP-Struktur könntest Du auf den Clients aber auch nach und nach die Netzmaske auf Class-B aufboren. Funktion sollte trotzdem gegeben sein, wenn Du mit dem neu geschaffenen Class-B Netz nicht vorhandene Class-C Netze tangierst. Zum Schluß drehst Du dann den Router.

Wenn die Umschaltzeit bei ausgefallenem Router eine halbe Stunde betragen kann, kann die Redundanz sogar mit Rip gemacht werden, auch wenn es nicht mehr Stand der Dinge ist. Allerdings weiß ich nicht, warum Du Dich gegen einen Router sträubst. Also gerade eine Cisco Maschine würde ich nicht als „Blackbox“ ansehen. Neben Juniper ist Cisco wohl in dem Bereich führend und Du hättest alle nötigen Funktionen in einer performanten Kiste.

Ansonsten ist bei solchen Aufgaben das parallele Netz immer wieder gerne genommen. Und wenn bei Euch technisch gesehen nichts dagegen spricht (z.B. Applikationen die auf 1 Netz beschränkt sind, ggf. lizenztechnisch) mach es so.

Chris

Hallo,

Ich habe mir daher überlegt, am HS sämtliche administrativen
Geräte (Server, Router, Workstations der Systemverwalter)
sowie die Drucker im bisherigen C-Netz zu behalten, und die
Client-PCs sukzessive in ein neues C-Netz zu bringen. Der

Ist halt an der Stelle die Frage ob noch auf Class-B aufgebohrt werden kann oder eben nicht. Wenn nicht, dann würde ich allerdings statt des Class-C ein Class-B gleich empfehlen.

Ist das sinnvoll, was ich da plane? Sollte ich vielleicht doch
auf B-Klasse umstellen? Welchen Aufwand bedeutet sowas? Was
sagt Active Directory (2 nt40-, 3 w2k Server zuständig für 2
Domains über 3 Subnetze, andere Subnetze in per Firewall
getrennten Domains) zur Umstellung auf B-Klasse?

Was machen die NT Server…? AD ist da ja nicht. Können/sollen die gleich mit „umgehoben“ werden?
Ansonsten schliesse ich mich Christian an.

Gruß
h.

Hallo Christian,

Schwierig zu beantworten, um hier einigermaßen korrekte
Aussagen geben zu können, müßte man die Gegebenheiten besser
kennen. Wenn Euer Netz so schnell wächst, ist es nur eine
Frage der Zeit bis auch ein Supernet aus 2 Class-C Netzen zu
klein wird.

Es ist nicht das Problem, dass das Netz zu schnell wächst. Auch jetzt ist noch eine Reihe von Adressen frei. Nur ist halt übergreifend über alle Subnetze eine Struktur festgelegt, welche Clients auf welchen Adressen liegen. Internet-Router liegen z. B. immer auf der 9, Zeiterfassungsgeräte auf der 40-49… Und dieses Schema ist in einem Subnetz inzwischen gesprengt. Und wenn ich z. B. einem neuen Router eine IP-Adresse zwischen einem Drucker und einem Client-PC geben muss, dient das nicht gerade der Klarheit und Übersicht.

…wenn Du mit dem neu geschaffenen
Class-B Netz nicht vorhandene Class-C Netze tangierst.

Da liegt die Crux.

Wenn die Umschaltzeit bei ausgefallenem Router eine halbe
Stunde betragen kann, kann die Redundanz sogar mit Rip gemacht
werden, auch wenn es nicht mehr Stand der Dinge ist.
Allerdings weiß ich nicht, warum Du Dich gegen einen Router
sträubst. Also gerade eine Cisco Maschine würde ich nicht als
„Blackbox“ ansehen. Neben Juniper ist Cisco wohl in dem
Bereich führend und Du hättest alle nötigen Funktionen in
einer performanten Kiste.

Die Ciscos möchte ich deshalb nicht, weil Gigabit-Router nicht gerade billig sind. Und einen 100 mbit Router zw. zwei Gigabit-Backbones zu hängen, scheint mir nicht so sinnvoll. Allerdings habe ich auch keine Ahnung, wie die Performance auf 'nem alten P3 mit zwei GB-Interfaces aussieht.
Dein Verweis auf’s Rip-Protokoll sieht interessant aus, ich werd mir das ‚zebra‘ unter Linux mal zu Gemüte führen.

Danke,
Schorsch

Hallo Little H.,

Ich habe mir daher überlegt, am HS sämtliche administrativen
Geräte (Server, Router, Workstations der Systemverwalter)
sowie die Drucker im bisherigen C-Netz zu behalten, und die
Client-PCs sukzessive in ein neues C-Netz zu bringen. Der

Ist halt an der Stelle die Frage ob noch auf Class-B
aufgebohrt werden kann oder eben nicht. Wenn nicht, dann würde
ich allerdings statt des Class-C ein Class-B gleich empfehlen.

Aufbohren in dem Sinne, dass ich die Subnetzmasken ändere, ist nicht. Dafür sind die bestehenden Subnetze zu mannigfaltig untereinander verwoben. Es ist nicht eine Zentrale mit mehreren Aussenstellen, sondern es handelt sich um drei eigenständige Firmen, mit verschiedenen gegenseitigen Abhängigkeiten.

Ist das sinnvoll, was ich da plane? Sollte ich vielleicht doch
auf B-Klasse umstellen? Welchen Aufwand bedeutet sowas? Was
sagt Active Directory (2 nt40-, 3 w2k Server zuständig für 2
Domains über 3 Subnetze, andere Subnetze in per Firewall
getrennten Domains) zur Umstellung auf B-Klasse?

Was machen die NT Server…? AD ist da ja nicht. Können/sollen
die gleich mit „umgehoben“ werden?
Ansonsten schliesse ich mich Christian an.

Die NT-Server dienen als File-und Anmeldeserver und sind einem w2k-Server untergeordnet. Da dieser aber eine Domäne mit nur 20 Usern umfasst, die zudem weitgehend autark arbeiten können, wäre ich kaltschnäuzig genug, hier bei einer Umstellung erhebliche Probleme in Kauf zu nehmen. Das Problem ist die Hauptdomäne. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass eine Umstellung auf B-Klasse bei ADS Probleme bereitet. Aber das reicht halt nicht, bevor ich umstelle, muss ich wissen , was auf mich zu kommt.

Gruss,
Schorsch

Hallo Schorsch,

also ich sag mal, dass ein 100 MBit Router locker gegen einen P3 mit GBit-Karten antreten kann. GBit-Karten in normalen Endgeräten bringen nicht sonderlich viel, da die Bussysteme des PC’s die nötige Datenmege nicht so schnell verarbeiten können.

Ausserdem muß ein 100MBit Router zwischen 2 GBit-Backbones nicht unbedingt ein Flaschenhals sein, kommt immer auf die Datenmenge an, die geroutet werden muß. Und die ist bei vernünftiger Netzplanung weitaus geringer als der Gesamttraffic im Backbone.

Ich meine die Umschaltzeiten bei RIP liegen bei 5 - 10min. Ich meine nach 6 fehlenden RIP-Advertisements wird eine Route als nicht erreichbar gekennzeichnet und folglich die Backup-Route genutzt. Wären bei einer Intervalzeit der RIP-Pakete von 30 Sec. ca. 3 Minuten, das hat in der Praxis aber nie hin gehauen. 5 min. hats immer gedauert :smile: Mein’ ich zumindest, ist aber auch schon ein paar Jährchen her, dass ich es genutzt habe.

Sollte eigentlich mit RIP auch mehr ein Witz sein. Denn bei RIP handelt es sich ja um ein Routingprotokoll. Eine Redundanz erhälst Du nur, wenn sich Router gegenüber stehen. Wenn Du ein Gateway redundant auslegen willst, brauchst Du schon VRRP (oder properitär HSRP). Allerdings hab ich das unter Linux nie genutzt.

Chris

Hallo Christian

Sollte eigentlich mit RIP auch mehr ein Witz sein. Denn bei
RIP handelt es sich ja um ein Routingprotokoll. Eine Redundanz
erhälst Du nur, wenn sich Router gegenüber stehen. Wenn Du ein
Gateway redundant auslegen willst, brauchst Du schon VRRP
(oder properitär HSRP). Allerdings hab ich das unter Linux nie
genutzt.

Naja, funktioniert hat’s schon mit RIP. Ich habe mal routed installiert und die Verbindung hat schon nach kurzer Zeit umgeschaltet. Nur musste ich halt auf beiden Seiten je einen dritten Router als Standardgateway davorsetzen, der dann entsprechend geschaltet hat. Und damit habe ich natürlich wieder meinen single point of failure. Jetzt sogar 2fach.

Und was die Bandbreite angeht: da ich ja plane, Clients auf die eine und sämtliche Dienste auf die andere Seite zu legen, habe ich natürlich an diesem einen Knoten schon eine max. Belastung. Wenn nur der Aufwand für die Umsetzung des Netzes in B-Klasse nicht so hoch wäre…

Gruss,
Schorsch

Bisher besteht unser Firmennetz standortbedingt aus einer
Reihe von C-Klasse Netzen.

…mitlerweile ist diese Einteilung jedoch veraltet. Egal. Ich würde in größeren Umgebungen dazu neigen, die Adressen per DHCP zu vergeben, damit sollte auch eine sukzessive Umstellung möglich sein.

Andererseits sind genaus Tips tatsächlich nur bei genauer Kenntnis der Umgebung ab.

Sebastian

Bisher besteht unser Firmennetz standortbedingt aus einer
Reihe von C-Klasse Netzen.

…mitlerweile ist diese Einteilung jedoch veraltet. Egal. Ich
würde in größeren Umgebungen dazu neigen, die Adressen per
DHCP zu vergeben, damit sollte auch eine sukzessive Umstellung
möglich sein.

Andererseits sind genaus Tips tatsächlich nur bei genauer
Kenntnis der Umgebung ab.

Hallo Sebastian,

das wird bei uns (unter anderem) schon daran scheitern, dass wir als wesentlich geschäftskritisches System einen Unix-zertifizierten Datenbankserver fahren. Eine IBM-AS/400 (heute als iSeries vermarktet) mit einem derart alten Releasestand, dass der Versuch, sie als DNS-Client zu fahren, einer ganz bösartigen DoS-Attacke gleichkommt.

Aber auch z. B. unsere Wartungsdatenbank basiert auf IP-Adressen anstelle auf Rechnernamen, der Benutzersupport würde also bei Umstellung auf dhcp zunächst ganz schön ins Schleudern kommen. Undundund…

Gruss,
Schorsch

Sollte eigentlich mit RIP auch mehr ein Witz sein. Denn bei

Nur musste ich halt auf beiden Seiten je einen
dritten Router als Standardgateway davorsetzen, der dann
entsprechend geschaltet hat.

Genau deshalb war dieser Lösungsvorschlag auch nicht wirklich ernst gemeint. Er erfüllt halt den Zweck, steht aber auf recht wackeligen Beinen.

Und was die Bandbreite angeht: da ich ja plane, Clients auf
die eine und sämtliche Dienste auf die andere Seite zu legen,
habe ich natürlich an diesem einen Knoten schon eine max.
Belastung.

Bei diesen Annahmen kann man sich schnell verhauen. Wurde die tatsächliche Auslastung des Verkehrs, der über den Router gehen würde, schonmal gemessen?

Ausserdem wie siehts denn mit Superneting aus? Du könntest ja auch ein paar Class-C Netze zu einem Netz zusammenfügen. Dann ginge es auch ohne Router.

Gruß,
Chris

Zwischenstatus
Vielen Dank für die Antworten. Nachdem Little H. per Mail Einzelheiten zur Netzwerktopologie erfragt hat, und ich also in meiner Antwort gezwungen war, die Einzelheiten, Problemstellen und Angelpunkte so darzulegen, dass diese für einen Aussenstehende erkennbar werden, habe ich einen m. E. sehr eleganten Weg gefunden, das Netz ohne zu grossen Aufwand in B-Klasse umzusetzen.

Wir werden in Kürze unseren zentralen DB-Server, eine AS400, durch ein aktuelles Modell ersetzen. In der Planung für Installation und Migration ist ein Zeitrahmen von bis zu zwei Wochen angesetzt. Ich kann diese Maschine somit von vorneherein in ein neu zu schaffendes B-Klasse Netz setzen, brauche lediglich, bis die Umsetzung vollständig durchgeführt ist, einen temp. Router. Während dieser Zeit kann ich dann einen w2k-Testserver aufbauen, um die Folgen des Umzugs einer ADS-Domain in eine andere Netzwerkklasse zu eruieren. Wenn dies ohne Probleme funktioniert, kann ich im weiteren zunächst die Server und dann die Clients sukzessive umziehen.

Meine ursprüngliche Befürchtung, beim Klassenwechsel gut zweihundert Geräte auf einen Schlag umkonfigurieren zu müssen, hat sich somit erledigt.

Im letzten Schritt müsste ich dann die bestehenden Router umkonfigurieren. Bei den Biancas sehe ich da überhaupt keine Probleme, falls meine Billig-Ciscos (760er) da nicht mitmachen sollten, werden sie halt ersetzt.

Gruss,
Schorsch

Hallo,ohne jetzt Details erfragen zu wollen:
2 W2k-Server für 2 Domänen reichen wohl nicht wirklich aus(alleine schon wg. Replikation des AD,unbedingt 2. DC). Das ADS sollte mit einer B-Netz-Umstellung noch die geringsten Probleme bereiten.
Für wichtiger halte ich da ,mehrere DNS-Server bereitzuhalten,einer existiert ja in der ADS-Domäne mindestens schon,und die alten und neuen Zonen gewitzt auf diese zu verteilen. Analog die DHCP-Lease-Bereiche.Für die Wartung würde ich empfehlen,zu den Datensätzen den Parameter Rechnername auf jeden Fall hinzuzufügen. Oder aber die alte DB in eine neue zu jagen,und dort nach Rechnernamen Netbios oder DNS,am besten beides,zu indexieren.Später die IPs ganz ausblenden. Am besten die WartungsDB neu in LDAP erbauen? Paßt gut zu ADS?
Falls die von Dir angedeutete Lösung nicht sowieso schon genialischere Elemente enthält :smile:

Viel Spass!

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