Hallo Herr Meyer,
In einem Film [das 7. Zeichen - mit Demi Moore ) glühte die
Frau eines Rabbiners aus, weil die Hauptdarstellerin ihn
anfassen wollte - keiner außer seiner Frau dürfe ihn berühren.
In allen anderen Quellen finden sich darauf aber keine
Hinweise. Hab ich die überlesen ?
Den Film kenne ich nicht, aber aus der Schilderung schließe ich, daß es sich um einen orthodoxen Rabbiner handelt.
In der Orthodoxe gibt es eine Trennung von Männerwelten und Frauenwelten. So gilt für eine Frau, daß sie keinen anderen Mann als den eigenen Ehemann berührt - und umgekehrt für den Mann (egal ob Rabbiner oder nicht) ist es eben umgekehrt.
Wobei sich das auf alle Bereiche des Alltagslebens bezieht - also ein orthodoxer Mann einer Frau (völlig egal ob jüdisch oder nicht-jüdisch) nicht die Hand geben würde. Das führt oft zu Irritationen, weil es als Abwertung mißverstanden wird.
Das Grundlagenmaterial, aus denen das interpretiert wird, findet sich in der ursprünglich mündlichen Tradition des Judentums. Für orthodoxe Juden hat die mündliche Tradition (Talmud) den gleichen Stellenwert wie die schriftliche.
Mehr dazu findest Du unter
Richtungen im Judentum
http://www.berlin-judentum.de/synagogen/richtungen.htm
Irgendwo habe ich mal koscheren Slivovitz ( typ.
Pflaumenschnaps in slawischen Ländern, auch Ungarn ) gesehen.
Wie Tiere koscher geschlachtet werden, geht für mich noch auf,
aber Obst - Schnaps ? Wie verhält sich das ?
„koscher“ heißt „rituell tauglich“ also "nach dem jüdischen Religionsgesetz erlaubt.
Es kann sich - im konkreten Wortsinn - auf Lebensmittel beziehen, siehe dazu:
http://www.hagalil.com/judentum/koscher/kaschrut.htm
bzw. Lebensmittelverarbeitungsprozesse (was ist dabei erlaubt, was ist verboten)
Außerdem müssen Torahrollen, damit sie verwendbar sind, koscher sein,
d.h. das Pergament muß aus der Haut eines koscheren Tieres sein, der Schreiber muß die Feder von einem koscheren Vogel nehmen, die Tinte muß nach einem bestimmten Verfahren hergestellt werden, und die Buchstaben in festgelegten Anordnungen geschrieben sein.
Wenn nun ein Fehler in der Torahrolle gefunden wird, oder ein Buchstabe durch Alter brüchig geworden ist und auch wenn andere Schäden auftreten, dann ist die Torahrolle nicht mehr koscher. Sie wird dann auf dem jüdischen Friedhof beerdigt. Es gibt dort extra eine Grabstelle für Torahrollen.
Auch eine Mikwe (rituelles Tauchbad) muß nach bestimmten baulichen Vorgaben errichtet sein, damit sie als koscher gilt.
Und ein Teller, der für Milchiges verwendet wird, und der mit Fleischigem in Berührung kommt, ist nicht mehr koscher und muß gekaschert werden (in der Mikwe, in der es ein extra Becken für Geschirr gibt).
Leider kenne ich mich mit den Herstellungsprozessen von Slivovitz nicht aus, aber relativ allgemein kann man sagen:
Es dürfen keine Zusatzstoffe verwendet werden, um Gärungsprozesse zu beschleunigen.
Es dürfen nur Papierfilter verwendet werden.
Erst im vierten Jahr, in denen der Baum Früchte trägt, dürfen diese verwendet werden (egal ob zum essen oder zur Weiterverarbeitung). Das ist eine Naturschutzmaßnahme.
Die Herstellungsprozesse müssen durch einen orthodoxen Rabbiner überwacht werden.
Ich verlinke hier einen Artikel zu koscherem Wein - die entsprechenden Analogien werden dann schon deutlich, wobei beim Slivovitz manches nicht so streng ist wie beim Wein, z.B. dessen Einmalfüllung der Flaschen. Das hängt damit zusammen, daß Wein früher als Götzenopfer bei fremden Kulten galt.
Ansonsten noch als Surftip: http://www.koscher.net
Schönen Sonntag noch
Iris