Hallo, liebe Miteltern und Experten,
Hallo Monika,
ich würde ihn in einer ruhigen Stimmung, wenn ihr alle nicht aufgeregt seid, unbedingt vor dem nächsten Ausgang, „ernsthaft ins Gebet nehmen“ in Anlehnung, wie Heike es von sich berichtet hat. Nicht geschimpft, aber mit deutlich spürbarer Haltung, dass dies hier kein Scherz ist und ÜBERHAUPT nicht verhandelbar!
Dann würde ich ihm ankündigen, dass ihr da auf absolutem Gehorsam angewiesen seid und diesen daher auch verlangt, weil ihr ihn nicht verlieren wollt. Und dass er wieder fest an die Hand kommt, wenn er es alleine noch nicht schafft IMMER (keine Ausnahmen!) daran zu denken. Nicht als Strafe, sondern aus Sorge!
Und wenn es zu der Notwendigkeit kommen sollte, möglichst ruhig und sachlich aber SOFORT zu handeln, sich weder von Tränen noch von Kreisch-szenen beeindrucken lassen. Je nachdem wie intensiv er grade seine „Ich habe einen eigenen Willen und den will ich auch durchsetzen“-Phase hat, stehen euch da drei bis fünf wundervolle Szenen ins Haus.
Versucht, es nicht als Angriff gegen euch, und schon gar nicht als Bösartigkeit eures Sohnes zu sehen und so ruhig wie möglich zu bleiben. Wenn es euch noch möglich ist verständigt euch noch kurz, wer sich gerade am ausgeglichensten fühlt, und derjenige handelt dann. Redet nicht beide (am Ende noch mit unterschiedlichem Grundtenor) auf ihn ein.
Redet ohnehin in der aktuellen Situation nicht allzu viel, er nimmt es ohnehin nicht auf, führt die angekündigten Handlungen durch, und gut ist es. Reden könnt ihr hinterher, wenn beide Teile sich abgeregt haben. Diese Phase löst in Kindern ungeheuer mächtige Emotionen aus, die ihnen sogar Angst machen, weil sie so mächtig sind, manche Kinder erleben sie als unsteuerbar. Deshalb reagieren sie so stark, weil sie selbst starke Reaktionen (im Sinne von fest, ruhig und unerschütterlich) hervorrufen wollen.
Verständnis für diese inneren Vorgänge ist eine Sache, schlichter physischer Schutz des Kindes eine andere. Es kann zu Situtionen kommen, wo das Kind an gefährlichem Handeln nur noch gehindert werden kann, indem man es schlicht hochhebt. Ein dabei um sich schlagendes Kind hindert man am besten daran, indem man es an sich zieht, nicht versucht es mit von sich gestreckten Armen festzuhalten. Die wenigsten Menschen haben Arme, die dafür lang genug sind (das Kind hat ja auch noch Beine) und anstrengender ist es auch, so dass eigener Ärger schneller entsteht.
Ein Kind, das man fest an sich zieht, sozusagen am eigenen Körper birgt (dieses Wort steht da nicht zufällig, es kommt von: geborgen) kann nicht mehr besonders fest schlagen. Die Körperwärme und die Ruhe (hoffentlich noch vorhanden) wirkt auch beruhigend.
Es wird gewiss mal schwerer und mal weniger schwer sein, sich zu vergegenwärtigen, das dieser Brüllaffe, den man da versucht am eigenen Körper festzuhalten NICHT bösartig ist, sondern Angst hat. So unglaublich es klingt, er hat Angst vor diesen heftigen Emotionen, die ihn da so gewaltig durchschütteln. Versucht euch das vor Augen zu halten, so oft es geht, und verzweifelt nicht, wenn es manchmal nicht klappt.
Und nehmt ihm nicht übel, dass ein NEIN von Aussenstehenden vielleicht szenenlos akzeptiert wird, so dass ihr anfangt zu glauben, dass er genau weiß was er sich bei wem erlauben kann. Im Grunde ist es auch so, aber von der positiven Seite aus: Euch vertraut er, weil er weiß, dass ihr mit diesen beängstigenden Emotionen fertig werdet, von dieser anderen Person weiß er das nicht. Es ist im Grunde ein Vertrauensbeweis. Ich WEISS , dass dies manchmal nur ein schwacher Trost ist!!
Sorry, ist mir ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, soviel wolltet ihr gar nicht wissen. Ich könnte es ja auch noch vor dem Abschicken wieder löschen, aber vielleicht ist ja doch noch etwas brauchbares für später dabei.
Allerallerletzter Rat: Ignoriert mehr oder weniger gutmeinende Passanten, wenn sie sich richtig einmischen, verbittet euch das freundlich aber bestimmt.
So, jetzt aber wirklich schnell weg!
Renate