2 Jähriger spricht kaum

Hi Me,

ich lese jetzt nicht alle bisherigen Antworten, also verzeih, wenn ich etwas wiederholen sollte.

Einerseits ist die Spanne bei Kindern, wann sie was können sollten, unglaublich groß. Manche fangen mit 8 Monaten an, Mama zu sagen, andere mit anderthalb. Und das zieht sich so weiter.

Andererseits habe ich es durchaus schon oft erlebt, daß Kinder Probleme mit dem Hören hatten und deswegen schlecht sprachen.

Ich poste rege in einem Elternforum, in dem alle Kinder ungefähr so alt sind wie meines (jetzt zweieinhalb). Unter den ca. 30 Kindern sind fünf, die jetzt auch noch so wenig sprechen wie das, was Du von Deinem Kleinen beschreibst. Bei vieren davon lag es aber letztendlich am Hören: Einer hört wirklich schlecht, drei hatten einfach Wasser hinter dem Trommelfell, seit sie Paukenröhrchen bekommen haben, hören sie auch besser, und die Sprache macht explosionsartige Sprünge.
Und nur einer der fünf scheint einfach ein Spätzünder zu sein. :smile:

Gerade, daß das Kind wenig Babysprache „gesprochen“ hat, läßt darauf schließen, daß es möglicherweise nicht gut hört. Ich würde das auf jeden Fall abchecken lassen,und sei es nur, damit Ihr beruhigt seid.

Das geschieht in mehreren Abstufungen: Kinderarzt, wenn der nichts findet, überweist er zum HNO, findet der auch nichts, kann er weiter überweisen: In vielen Krankenhäusern gibt es spezielle Möglichkeiten, das Gehör von Kleinkindern zu testen. Einer der Jungs aus dem Forum wurde z.B. schlafend getestet, weil er sich den Tests verweigerte. :smile:

Falls Dich das interessiert, kann ich die Mütter dort mal anschreiben, wie genau sie vorgegangen sind. Mail mir dann einfach mal.

Liebe Grüße,
Nike

Hi,

ich denke, das ist so eine Gratwanderung… Meine Nichte hat erst ca. mit 3 angefangen zu sprechen (alles verstanden hat sie schon viel früher) und kann es bis heute (5) nicht flüssig, macht zahlreiche grammatische Fehler - aber sie wächst ja auch zweisprachig auf. Mittlerweile geht sie zum Logopäden und die Ärztin meinte, die Kleine habe ein schlechtes auditives Gedächtnis.

Sprich noch mal euren Kinderarzt darauf an, ob er eine Überweisung zum Logopäden für sinnvoll hält. Meiner Nichte gefällt es beim Logopäden gut, sie hat nach dem ersten Termin erstaunt festgestellt, dass die Frau Doktor ja noch viel mehr Spielzeug hat als sie selbst zu Hause. :smile:) Insofern hat es nichts mit den „normalen“ Ärzten zu tun, vor denen es den Kindern häufig graust. Im Gegenteil, die Spiele können die Kids sogar Spaß machen. :smile:

Liebe Grüße,
Anja

Hallo Mee Too,

ich kann mich da nur einigen Postern anschließen. Dein Kind ist nicht in der Entwicklung hinterher, sonder eher sehr intelligent ( hochbegabt wäre in dem Alter sehr verfrüht ) Er weiß genau wie er bekommt was er will, und das in dem Alter! Respekt!
Vielleicht kannst du schon mal versuchen Spiele wie Tabu oder ähnliches mit der Familie zu spielen. Spiele sowas ohne den kleinen, aber lass ihn zusehen!! Ich bin sicher intelligent wie der Knabe ist will er bald mitspielen und „vergisst“ dabei dass er nicht reden will.

Viel Erfolg!

Liebe Grüße

Katl

Hallo Conny,

dank dir für deine Zeilen. Der Lütte geht einmal die Woche in eine Betreute Kindergruppe (privat von einer gelernten Erzieherin). Dort gibt es bis Dato noch keine Probleme, zumal alle 4 Kinder im gleichen Alter sind. Die Erzieherin meinte auch schon mal, dass er ja ein „Sonnenschein“ ist und sehr sozial eingestellt ist (tröstet andere Kinder wenn diese weinen etc). Er macht es halt nur nicht mit Worten sonder, wie in diesem Beispiel, mit Gesten wie streicheln oder pusten.

Lieben Dank noch mal
Me

Hi Andrea,

das mit den Ohren war mir auch schon mal in den Sinn gekommen. Ich habe ihn dann ein paar Tage angeflüstert (so von der Seite). Wenn man ihm ganz ganz leise gefragt hat ob er einen Jogurt möchte, kam sofort ein super breites Lächeln und ein JA, gefolgt von einer wilden Verfolgungsjagt in die Küche.

Viele Grüße
Me

Komisch, jetzt wo man die vielen Antworten so liest, hätte ich nie gedacht das es doch so viele Kinder sind die Spätzünder in Sachen sprechen sind.

Hi,

danke für den Tipp. Vielleicht komme ich noch mal darauf zurück. Ich glaube aber, dass er gut hören kann und soweit ich weiss hat der HNO Arzt auch schon mal einen Blick rein geworfen als der Große beim Arzt war (der hatte Wasser im Ohr und Polypen). Werde aber meine Frau noch mal fragen.

Danke
Me

Hallo Anja,

vielen Dank. Bei Kindern die Zweisprachig aufwachsen habe ich so etwas auch schon öfter gehört (wir haben aber im Freundeskreis auch positive Ausnahmen). Es ist aber schön zu lesen das es Kindern auch spaß machen kann zum Arzt zu gehen.

lG
Me

Hallo Kati,

super Idee, vielen Dank. Das werde ich wohl wirklich mal ausprobieren, denn alles was der Große macht (mal abgesehen von sprechen) will der kleine auch und wehe er darf es nicht :wink:

Kann mir wirklich vorstellen das es sein Bedürfnis steigert.

Vielen Dank & viele Grüsse
Me

Hi Me,

einige haben ja schon von anderen Kindern erzählt, die
spät anfingen zu sprechen, aber dann in ganzen Sätzen.

Dazu auch unsere empirische Erfahrung:
Sohn Nr. 1 machte alles spät (da er ein extremes Frühchen
war, hat uns das aber nicht weiter überrascht), aber dann
immer gleich volle Pulle, z.B. fing er erst mit 18 Monaten
an zu laufen, aber nach den ersten drei wackeligen Schritten
ist er nicht mehr hingefallen. Mit dem Sprechen war es
ähnlich. Immer wenn wir kurz davor waren, Spezialisten
zu Rate zu ziehen, machte er plötzlich drauf los.

Bei ihm konnten wir immer sehen, dass seine Entwicklung
nicht wirklich durchgängig, also stufenlos ansteigend war
(im Englischen würde ich ‚continuous‘ sagen), sondern dass
er einen Entwicklungsstand stabilisierte und sich auf dieser
Ebene sozusagen „häuslich einrichtete“ und dann, wenn er
dafür bereit war, machte er plötzlich einen Sprung auf die
nächste Ebene. Für uns sah das immer so aus, als habe er
dafür keine Vorbereitung. Heute nehme ich an, er hat einfach
darauf gewartet, für den nächsten SChritt bereit zu sein.

Sein Bruder war total anders. Er musste neue Fähigkeiten
üben bis zum Umfallen (beim Laufenlernen kann man das sogar
wörtlich nehmen :wink: ). Er machte mit 9 1/2 Monaten seine
ersten Schritte, aber die ersten Wochen und Monate fiel er
halt unheimlich oft um. Bei Sprechenlernen das Gleiche:
er fing viel früher an, und brachte uns manches Mal an die
Grenzen unserer Belastbarkeit (ich erinnere mich an eine
mehrstündige Autofahrt, in der er den Namen „Ber-na-DETTTTTTT“
mindestens 5000mal laut vor sich hinsagte.

Grüße
Elke

Hi Me,

es ist nur leider oft so, daß der HNO das gar nicht feststellt. IIRC (ich habe die Diskussionen nicht SO genau verfolgt) war es bei mindestens einem der Kinder, von denen ich sprach, so, daß bei der HNO gesagt hatte, es sei soweit nichts feststellbar, und erst die Klinik dann herausfand, daß es doch schlecht hörte. Oftmals reagieren sie, wenn sie _schlecht_ hören, sehr wohl mit Kopfdrehen usw. auf Geräusche, man merkt ihnen also nichts an. Bei dem einen Jungen war es so, daß er durchaus hörte, aber zum Beispiel bestimmte Laute nicht wahrnahm, Plosivlaute und Zischlaute, und insofern also auch nicht nachsprechen konnte. Daß da jemand spricht und von wo das herkam, hörte er aber schon.

Klar sollt und dürft Ihr ihm Zeit lassen, aber wenn Ihr selbst beunruhigt seid, könnt Ihr durchaus auch auf weitergehende Untersuchungen pochen.

Liebe Grüße,
Nike

Nun, das ist doch eine der besten Referenzen, wenn die Erzieherin sagt, es sei alles noch im Rahmen, dann würd ich echt noch ein bisschen warten…
Nur immer gut in Gespräch bleiben, dass auch alles dabei bleibt.
Alles Gute Euch
Conny

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

(ich erinnere mich an eine
mehrstündige Autofahrt, in der er den Namen „Ber-na-DETTTTTTT“
mindestens 5000mal laut vor sich hinsagte.

an die erinnere ich mich auch

Sangoma

Moin,

Meine Frage daher an euch, ist es noch OK oder nicht, sollte
man zum Arzt und wenn ja zu welchen bzw. ab wann würdet ihr
der Sache auf den Grundgehen?

Ich empfehle dir auf jeden Fall zu einem Ohrenarzt zu gehen, der auf Hörtests für Kinder spezialisiert ist. Erst wenn das endgültig abgeklärt ist, könnt ihr euch über andere Ursachen gedanken machen.

Gruß
Marion

Hi Me,

das mit den Ohren war mir auch schon mal in den Sinn gekommen.
Ich habe ihn dann ein paar Tage angeflüstert (so von der
Seite). Wenn man ihm ganz ganz leise gefragt hat ob er einen
Jogurt möchte, kam sofort ein super breites Lächeln und ein
JA, gefolgt von einer wilden Verfolgungsjagt in die Küche.

Das ist schön doch aus der Erfahrung mit meinem jüngsten weiß ich das gut hören nicht gleichbedeutend mit gut verstehen ist. Er kann eigentlich wie ein Luchs hören, trotzdem hat er Probleme Silben und bestimmte Laute richtig zu erkennen und wiederzugeben. Deswegen mein Rat mit dem spezialisierten Ohrenarzt. Den Test den du gemacht hast, macht jeder Kinderarzt und sagt eigentlich nur etwas über die Funktion des Ohres aus, nicht über das verstehen.
Das ganze wird als auditive Wahrnehmungsstörung bezeichnet, meist fällt es aber erst auf wenn die Kids in die Schule kommen.

Komisch, jetzt wo man die vielen Antworten so liest, hätte ich
nie gedacht das es doch so viele Kinder sind die Spätzünder in
Sachen sprechen sind.

Ja davon gibt es mehr als man denkt :wink:

Grüße Andrea

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Nabend,

Mittlerweile hat der Kleine auch den Dreh raus bzw. den
längerem Atem. Er verfeinert seine Gesten mehr und mehr, lehnt
es aber ab einfachste Wörter wie, haben, Ball, Auto oder so zu
sagen.

…vielleicht sind ihm die Wörter wirklich zu einfach? Da gibt es den großen Bruder, der helfend einspringt, der selber aber „perfekt“ spricht (aus Sicht des Kleinen)? Die Eltern, Großeltern sprechen auch nicht schlecht? „Da halt ich mich doch mal zurück ( wenigstens so lange, bis ich das auch kann)!“, denkt sich der Knirps.

Nun ist es so, ich finde, gerade weil er einen recht pfiffigen
Eindruckt macht, dass es noch im „Normalen Bereich“ liegt. Der
Arzt bei der letzten U –Untersuchung meinte man müsste es im
Auge behalten und der Rest um uns herum meinte es wäre nicht
normal.

Nun, als nicht „normal“ erscheint eurem Kleinen vielleicht auch wirklich erst einmal seine Fähigkeit sich aktiv sprachlich einzubringen.Vielleicht wartet er einfach noch ab, bis er den „Normalsprech“ aktiv flüssig beherrscht? Mich erinnert die Sprachentwicklung eures Sohnes an die unterschiedliche Herangehensweise von Menschen, die eine neue Sprache erlernen.Auch da gibt es verschiedene Sprechtypen: die, welche sich aktiv, gradebrechend versuchen; die, welche schweigen, bis sie sich sicher sind, dass sie „richtig“ sprechen.

Meine Frage daher an euch, ist es noch OK oder nicht, sollte
man zum Arzt und wenn ja zu welchen bzw. ab wann würdet ihr
der Sache auf den Grundgehen?

Medizinisch habt ihr erst einmal alles abgeklärt, was Vorsorgetechnisch vorgesehen ist, aber…

Ich habe ein bisschen Angst vielleicht zu spät zu reagieren
und meine Frau lässt sich auch mehr und mehr von den Aussagen
anderer verunsichern.

ich kann deine Frau gut verstehen. Die Angst, nicht aufmerksam genug gewesen zu sein, seinem Kind nicht rechtzeitig Unterstützung gegeben zu haben; das verunsichert sehr. Deshalb würde ich in Absprache mit dem Kinderarzt abklären, welche med. Untersuchungen zu diesem Zeitpunkt über das „normale“ hinaus geeignet sind, mögliche Beeinträchtigungen auszuschließen (z.B. Hörtest).

Gruß
silke