Hallo Katzenpapa,
wie schon von vielen zuvor gepostet, sind die Kätzchen viel zu jung von der Mutter getrennt worden. Zudem bekommen sie zu wenig zu fressen.
Gib den Heranwachsenden so viel Futter, wie sie mögen. Wenn die Näpfe nicht geleert werden, weißt Du, dass es genug ist. Der Rest sollte nicht trocknen, sonst muss er weggeworfen werden. Bei mir hat sich bewährt, das Restfutter in eine Plastikbox (z. B. Tupperdose) mit Deckel umzufüllen und in den Kühlschrank zu stellen. Größere Dosen sind günstiger und es ist nicht so viel Verpackungsmüll. Das Futter darf aber nicht Kühlschrankkalt serviert werden. Ich habe eine Menge Untertassenteller (Flohmarkt). Jede Katze bekommt einen frischen Teller für die Mahlzeit. Dann kommt der Teller in die Spülmaschine.
Zudem sollte immer genug Trockenfutter bereitstehen. Es werden immer mehrere Wasserschälchen benötigt, die in der Wohnung/im Haus verteilt und täglich neu befüllt werden. Schließlich kann etwas ins Wasser fallen, so dass es ungenießbar wird. Die Wassernäpfe sollen nicht neben dem Futter stehen. Katzen mögen das nicht.
Es sollten immer so viel Trockenfutter bereitstehen, dass es nicht leer wird. Das Nassfutter sollte so viel sein, wie sie vertragen, also bis sie satt sind (Ausnahmen: bei fetten Katzen).
Wenn der Freßneid zu groß ist, oder die Freßgeschwindigkeit zu unterschiedlich/zu hektisch, ist es sinnvoll, den Tieren in getrennten Zimmern ihr Futter zu geben und die Türen zu schließen. Im Futter sollte niemals Zucker enthalten sein. Das Kleingedruckte ist immer genau zu prüfen!!! Sonst bekommen sie später Krankheiten, wie z. B. Blasensteine.
Bitte laß die Katzen vom Tierarzt untersuchen. Ich finde es seltsam, dass die Kätzchen so früh von der Mutter getrennt worden sind und auch noch Geld gekostet haben. Normalerweise muss man nichts für junge Katzen bezahlen, außer die Vorbesitzer haben bereits die Impfungen usw. bezahlt. Es gibt Fälle von verantwortungslosen/kriminellen Katzenzüchtern (Rassekatzen), deren Tiere unter erbärmlichen Verhältnissen aufwachsen (Importe aus Osteuropa) und krank sind (Muttertiere und Jungen).
Der Tierarzt kann auch feststellen, ob die kleinen Unterernährt sind oder ob eine organische Ursache für diese Agression vorliegt. Aber wahrscheinlich bekommen sie einfach zu wenig Futter und zu wenig Zuwendung.
Junge Raubtiere (Katzen, Hunde usw.) müssen das Jagen lernen. Sie brauchen viel Bewegung. Normalerweise werden sie von der Mutter erzogen (im Idealfall bis zu 12. Woche). Aber auch erwachsene Katzen benötigen viel Abwechslung, sonst werden sie agressiv. Wenn man noch keine Erfahrung mit Tieren hat, sollte man sich keine Jungtiere anschaffen, die erst noch erzogen werden müssen.
Zudem ist das teuerste Spielzeug nicht so wertvoll, wie die persönliche Zuwendung. Die Kätzchen freuen sich über ein von Menschenhand geworfenes Papierbällchen (Größe Haselnuss bis Wallnuss) oder über eine von Menschenhand gezogene Schnur/Kordel viel mehr, als über langweiliges teueres Spielzeug. Kratzbaum und weiteres Spielzeug zur Alleinunterhaltung sind natürlich selbstverständlich. Tiere (und Kleinkinder) können nicht zwischen Spielzeug, Wertsachen und gefährlichen Sachen unterscheiden, also Aufräumen. Bei meiner kleinsten muss dünne Kabel meiden, sonst werden diese angeknabbert. Deshalb habe ich eine Weihnachtsbeleuchtung mit Netzteil, damit auf dem Kabel nur minimal wenig Strom ist. Ich habe das Kabel bereits mehrfach geklebt. Man muss sich eben an das Zusammenleben mit Tieren/Kleinkindern anpassen und entsprechende Sicherungen anbringen. Z. B. sind offene Fenster bzw. gekippte Fenster ohne Sicherung Todesfallen. Katzen, die aus gekippten Fenstern klettern wollen, zerquetschen sich die Organe und sterben. Und ich kenne mehrere erwachsene Katzen, die aus dem offenen Fenster gefallen sind. Wenn ein interessantes Insekt vorbeifliegt, kann die Katze vergessen, dass sie am Fenster sitzt. Der Jagdtrieb ist zu stark.
Katzen sind anders als Hunde. Bei Hunden bekommt man die Loyalität geschenkt, und muß viel tun, bis man sie verliert. Bei Katzen muss man sich diese erst mal verdienen. Aber dann ist es sooooo toll. Katzen können eifersüchtig und anhänglich sein wie Hunde. Jede Katze kann in gewissen Grenzen erzogen werden. Sie lernt Regeln zu akzeptieren.
Dafür muss aber auch der Katzenhalter einiges Lernen, z. B. die Mimik der Katzen und wie man mit den Tieren richtig umgeht. Wichtig ist Konsequenz. Wenn etwas verboten ist, ist es immer verboten. Z. B. ist der Herd und der Küchentisch tabu. Bestrafen sollte man die Tiere nicht, sonst entsteht ein Vertrauensbruch. Direkt während und nach dem Vergehen (z. B. Biss in die Hand) sollte man einen lauten, hohen Klagelaut (oder ‚NEEEEIIIIN‘) von sich geben, damit sie die Tat mit der Reaktion verbinden kann. Aber niemals Schlagen, NIEMALS!!!
Ins Gesicht pusten bei schweren Vergehen ist aber möglich. Wenn sich die Katze in die Hand verbissen hat, dann ist es besser, nicht wild zu schütteln, sondern diese schlaff zu lassen. Wenn die ‚Beute‘ bzw. der ‚Angreifer‘ (= Hand) sich nicht mehr bewegt, wird sie losgelassen.
Katzenkratzer und -bisse immer desinfizieren, da sie Bakterien übertragen und tiefer als Hundebisse sind. Die Zähne und Krallen sind schärfer und durch das Einziehen der Krallen, sterben die Bakterien nicht so schnell ab, also desinfizieren.
Ich hatte einmal eine Katze, die vom Vorbesitzer schlecht behandelt worden ist. Sie wusste sich nur mit Beissen und Kratzen zu helfen. Sie lernte schnell, dass das nicht notwendig ist. Wenn die Katze nicht hochgehoben oder gestreichelt werden möchte, dann läßt man sie in Ruhe sobald sie das zeigt: z. B. schlagender Schwanz. Das Schnurren läuft noch eine Weile weiter, selbst wenn die Katze langsam genervt/säuerlich wird. Der Katzenbauch ist tabu. Wer da hinlangt ist selber schuld. Manche Katzen erlauben das, wenn sie in Stimmung sind, und nur dem, dem sie vertrauen.
Bitte kaufe Dir Bücher über Katzenhaltung UND über Katzenpsychologie UND besorge Dir einen erfahrenen Katzenhalter, der Dir ein paar Grundlagen beibringen kann. ODER gib die Tiere in liebevolle und katzenkundige Hände ab. Nicht jeder ist für Katzen geeignet.
Bücher über Katzenverhalten/-Mimik: ‚Katzen in die Seele schauen‘ von Petra Twardokus oder
‚Catwatching - Die Körpersprache der Katzen‘ von Desmond Morris.
Ratgeber über Katzenhaltung (Pflege, Futter, Krankheiten usw.) gibt es in jeder Buchhandlung.
Apropos Freigang: So jung würde ich die Tiere nicht nach draußen lassen, da sie viel zu neugierig und unvorsichtig sind. Es gibt schon zu viele totgefahrene Katzen. Wenn die Katzen 2 Jahre alt sind, werden sie vorsichtiger. In der Stadt sollte man es sich genau überlegen, ob sie überhaupt nach draußen dürfen.
Ich wünsche Dir und den Katzen ein harmonisches Zusammenleben.
Liebe Grüße
Carola